42%
(12 Stimmen) |
Rainer Selk sagte August 2012
Vielleicht helfen diese Aussagen in Sachen EU usw. etwas auf die Sprünge:
Weizsäcker-Prognose: »Armageddon« 2014?
Staatsbankrotte und soziale Unruhen – der Physiker Carl Friedrich von Weizsäcker hat vieles schon vor 20 Jahren vorausgesagt. Im Jahr 2014 könnte das Pulverfaß der Krisen explodieren.
Mancher Jahreszahl wohnt etwas Magisches inne. George Orwells Roman 1984 beschreibt den totalen Überwachungsstaat. Doch der kann zunächst nicht in Form eines totalitären Regimes, sondern gleichsam auf Samtpfoten. Der fürsorgliche Staat will seine Bürger angeblich schützen und Wohlstand umverteilen. Als Gegenleistung fordern die herrschenden Eliten absolute Transparenz und eine möglichst lückenlose Überwachung aller Menschen. Ob als Konsument, Bankkunde oder Steuerzahler – der Bürger ist längst »gläsern«. Auch der Physiker und Philosoph Carl Friedrich von Weizsäcker erkannte die Gefahr: »Um ihre Herrschaft zu sichern, werden die Eliten frühzeitig den totalen Überwachungsstaat schaffen, eine weltweite Diktatur einführen«, schrieb der Wissenschaftler in seinem schon 1994 erschienenen Bestseller Der bedrohte Friede – heute. Ein teurer Geheimtip Wer dieses Werk seinerzeit kaufte, der sicherte sich nicht nur weitsichtige Erkenntnisgewinne, sondern machte nebenbei ein gutes Geschäft. Die letzten noch verfügbaren Exemplare werden im Handel derzeit ab 347 Euro (!) angeboten. Obwohl sehr teuer und nicht gerade leicht lesbar, avancierte das Buch in den vergangenen Jahren zu einer Art Geheimtip. Immerhin: In der Urfassung seines Werkes, die im Jahr 1983 auf den Markt gekommen war (Der bedrohte Friede), sagte von Weizsäcker bereits den Niedergang des Kommunismus voraus. Der ältere Bruder des ehemaligen Bundespräsidenten Richard von Weizsäcker wurde wegen dieser Prognose verspottet. Heute steht fest: Weizsäcker hatte recht. Und die spannende Frage lautet: Wird er auch mit seinen Prognosen in der im Jahr 1994 erschienenen aktualisierten Neuauflage seines Buches recht behalten? Falls ja, dann droht bis 2014 eine globale Krise unglaublichen Ausmaßes. Carl Friedrich von Weizsäcker spricht sogar von einem Armageddon, also einer endzeitlichen Entscheidungsschlacht. Nach dem Niedergang des Kommunismus werde die Menschheit ein skrupelloses und menschenverachtendes System erleben, das schon nach 20 Jahren – also 2014 – zu katastrophalen Verhältnissen führen dürfte, schrieb Weizsäcker 1994. Trauert da vielleicht jemand dem Kommunismus nach? Gewiß nicht, aber nach dem Scheitern der Ostblock-Mißwirtschaft hatte der von der Finanzelite getragene globalisierte Kapitalismus gleichsam freie Bahn und schaltete den Turbo ein. Carl Friedrich von Weizsäcker sah die Konsequenzen schon damals, vor rund 20 Jahren, voraus. Die meisten seiner Prognosen haben sich längst als sehr weitsichtig erwiesen. So vertrat der Wissenschaftler zum Beispiel die These, die Arbeitslosenzahlen würden weltweit ungeahnte Dimensionen erreichen. Zumindest ein einigen Ländern – vor allem in Spanien – ist diese Vorhersage eingetreten. Obwohl sich Regierungen und Behörden redlich mühen, die Zahlen zu schönen, stieg die Arbeitslosenquote in der Euro-Zone im Juli 2012 auf über elf Prozent, das ist der höchste Wert seit Erhebung dieser Daten. In den 17 Staaten der Währungsunion sind demnach aktuell mindestens 17,5 Millionen Menschen ohne Jobs. Die tatsächliche Zahl dürfte noch weitaus höher sein. Ferner sagte von Weizsäcker deutlich sinkende Löhne voraus. Und tatsächlich kam es nach Angaben der Brüsseler EU-Kommission allein im vergangenen Jahr in 18 der insgesamt 27 Staaten der Europäischen Union zu Reallohnverlusten. Schon in den Jahren zuvor waren die Einkommen in vielen Ländern signifikant zurückgegangen. Droht der Bürgerkrieg? Weizsäcker warnte darüber hinaus schon vor 20 Jahren vor Staatsbankrotten, die alle Sozialsysteme zusammenbrechen ließen – vor allem das marode Rentensystem. Noch werden Pleitestaaten wie Griechenland mit immer neuen ungedeckten Rettungsmilliarden am Leben erhalten. Doch es ist wohl nur eine Frage von Wochen oder Monaten, bis die Euro-Zone in ihrer jetzigen Form auseinander bricht. Auch eine dramatisch zunehmende Zahl von Bürgerkriegen sagte Carl Friedrich von Weizsäcker voraus. Er sollte recht behalten. Sogar in der Europäischen Union wachsen die Bürgerkriegsgefahren, wie die Entwicklung zum Beispiel in Griechenland und Spanien in den zurückliegenden Monaten auf erschreckende Weise belegte. Weizsäcker sah zudem – wie erwähnt – die Einführung des totalen Überwachungsstaates voraus. Online-Durchsuchungen, Überwachungen der Telekommunikation, die Verwanzung von Wohnungen, Bewegungsprofile, gläserne Bankkonten, Ausspähung von Immobilienbesitz (Zensus 2011), fragwürdige Deals der Behörden mit Kriminellen zum Ankauf von Steuer-CDs – das alles ist längst Realität und wird von der Mehrheit der Bürger klaglos akzeptiert, weil die Totalüberwachung der Menschen doch angeblich nur der Bekämpfung des Terrors und der Aufdeckung von Steuerhinterziehung dient. Das wird den Bürgern jedenfalls weisgemacht. Um sich Rohstoffe zu beschaffen, dürften Staaten künftig verstärkt Kriege führen, schrieb Carl Friedrich von Weizsäcker vor 20 Jahren. Heute gibt ihm die Fachzeitschrift Transatlantic Academy recht, die in einem im Juni 2012 veröffentlichten Bericht für das Auswärtige Amt vor Rohstoffkriegen und schweren Marktturbulenzen warnte. (Quelle: »The Global Resource Nexus: The Struggles for Land, Energy, Food, Water and Minerals«). Der Einsatz von Killerviren Apokalyptisch mutet eine weitere Prognose an: Zum Zweck der Machterhaltung werde man die Weltbevölkerung gegebenenfalls mit künstlich erzeugten Krankheiten reduzieren und Biowaffen als Seuchen deklarieren. In dieser Hinsicht darf man wohl nur hoffen, daß sich Weizsäcker irrte. Obwohl: Wer erinnert sich nicht an die alarmierende Nachricht, die kurz vor Weihnachten 2011 weltweit für Aufsehen sorgte? Dem holländischen Virologen Ron Fouchier war es gelungen, den Vogelgrippestamm gentechnisch so zu verändern, daß daraus ein gefährlicher Superkillervirus entstand.
Ihre Meinung dazu?
|