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Abstimmungen und Parteienfinanzierung in Deutschland

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In Kom­men­ta­ren er­lebe ich immer wie­der, dass das Blaue vom Him­mel herab behauptetwird.

1) So zum Beispiel soll es in Deutschland schon viele Abstimmungen - Volksbefragungen heisst es hier - gegeben haben.

2) So soll in Deutschland die Parteienfinanzierung transparent sein.

 

Ich habe nicht die Absicht, diesen Beitrag gleich vollumfänglich zu munitionieren. dazu fehlt mir die Zeit. Ich lebe nicht nur für Vimentis.

zu 1) Mit "Stuttgart 21" durften die Wählerinnen und Wähler von Baden-Württemberg zum ersten Mal(!) abstimmen.
zu 2) In der Tat ist die Parteienfinanzierung in Deutschland geregelt. Jedoch, die Parteien sind gewieft, diese Vorschriften zu umgehen. Beweis: Es hat in den letzten Jahren einige massive Parteifinanzierungssk​andale geben.
Die ARD hat im Januar 2012 - ich suche den Text noch heraus - in einer Sendung dokumentiert, wie die Parteitage von "Mustermessen" begleitet werden. Die Standplatzmieten sind horrend und fallen nicht unter das Parteispendengesetz. Am SPD-Parteitag wurde der Parteisekretärin Andrea Nahles ein Premiumfahrzeug von VW vorgestellt. Ihr wissendes Lächeln, als sie am Steuer sass, zeigt, dass sie weiss, wie der Spenden-Mechanismus abläuft.

Im gleichen Beitrag wurde gezeigt, dass die Insertionskosten in den Parteibulletins und -zeitungen das Mehrfache betragen in Vergleich zu normalen Insertionskosten. Die Parteischriften überquellen von Inseraten. Auch diese Einnahmen werden vom Parteispendengesetz nicht erfassen.

Alle Mitglieder der deutschen Politiker-Kaste wissen Bescheid, aber sie werden und wollen nichts ändern, sie hängen an solchen Tröpfen.
Es erübrigt sich zu sagen, dass auch die SPS brav mitmacht

Ich bin der Überzeugung, dass wir in der Schweiz verschiedenes noch besser machen können. Dazu brauchen wir aber auf keinen Fall die Mitgliedschaft in der EU.

 

 

 


Kommentare von Lesern zum Artikel

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75%
(4 Stimmen)
Hans Meier sagte Februar 2012

Immerhin führt das zu Skandalen. Bei uns kann jeder unbekannt so viel Spenden wie er will. Im Prinzip könnte sich sogar Verbrecher so einkaufen.


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100%
(5 Stimmen)
Christoph Reuss sagte Februar 2012

Zum Punkt 1 ist entscheidend, dass es in D grundsätzlich keine Volksabstimmungen __auf Bundesebene__ gibt! [Die einzige im GG vorgesehene wäre die zur Einführung einer Verfassung -- bis heute hinausgebummelt, obwohl das bei der Wiedervereinigung 1990 fällig gewesen wäre!] Irgendwelche Detail-Abstimmungen auf "Kantons-" (Bundesland-) und Gemeinde-Ebene nützen in EU-Fragen und anderen wichtigen Polit-Entscheiden gar nichts!

Zum Punkt 2: Vorschriften zur Parteienfinanzierung sind national geregelt, das hat mit der EU nichts zu tun.


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57%
(7 Stimmen)
Stefan Pfister sagte Februar 2012

Herr Meyer,

sind Sie für eine Regelung der Politikfinanzierung in der Schweiz? Also wer 10 000 und mehr zahlt, muss mit dem Namen dazu stehen?

Sie schreiben:

"In der Tat ist die Parteienfinanzierung in Deutschland geregelt. Jedoch, die Parteien sind gewieft, diese Vorschriften zu umgehen."

Meine Replik darauf:

1.) Je einfacher es ist, jemanden zu bestechen, desto häufiger wird es gemacht. Je schwieriger es ist, desto seltener wird es gemacht. Wenn ee keine Regeln gibt, wie in der Schweiz, ist Bestechung einfach. Wenn es Regeln gibt, wie in D, ist Bestechung schwieriger.

2.) wenn man Hintertürchen entdeckt, muss man sie schliessen.

Also nochmal die Frage: Sind Sie für Transparenz in der Schweizer Politikfinanzierung?


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67%
(6 Stimmen)
Rainer Selk sagte Februar 2012

Lieber Herr Meyer,

das Hauptanliegen der Verfasser des D Grundgesetzes war es, dass darüber eine Volkaabstimmung abgehalten werden sollte. Wurde aber bis heute nicht. Erst mit einer VA wäre das zu einer Verfassung geworden.

In letzter Zeit gab es nach m. E. nur 2 Abstimmungen: eine in Hamburg über das Schulwesen und eben jene in Stuttgart. Man muss aber wissen, was jeweils der Hintergrund dazu gewesen ist und welche Kultur zu VA in D vorhanden ist: keine. Und so ähnlich sieht es auch in anderen Ländern aus.

Ind er CH ist auch nicht alles das gelbe vom Ei. Aber hier wird ein Projekt ausgearbeitet und in die Vernehmlassung geschickt. Dann folgt ein Beschluss, allenfalls sogar duch das Parlament und dann gibt es zu bestimmten Fragen eine MUSS Abstimmung. Erst wenn die durch ist, wird entsprechende gehandelt. Das war bei Stuttgart alles genau umgekehrt.

Das proaktive direktdemokratiche System in der Schweiz, gepräft durch generationenlange Erfahrung, ist zwar in Teilen langsamer, dafür aber viel nachhaltiger und in der Bevölkerung veranderter.

Zu der D parteienfinanzierung und deren sog. Transparenz liessen sich hier Bücher veröffentlichen. Ich halte das alles derzeit für linke Scheingefechterei. Die Linke sollte sich besser für die wirklichen Probleme interessiert, als nur mit Betondenken in die EU zu wollen.


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