Die Politikfinanzierung der Schweiz ist intransparent und damit anfällig für Korruption. Jeder Politiker weiss das. Aber die Mehrheit will nichts daran ändern. Für die FDP war der Druck aber offenbar gross genug, dass sie vor einigen Monaten eine neue Regel eingeführt hat. Neu nimmt die FDP nach eigenen Angaben keine Spenden mehr an, die mehr als ein Fünfzehntel ihres Gesamtbudgets betragen. Laut FDP-Generalsekretär Brupbacher wird die Einhaltung dieser neuen Bestimmung regelmässig von einer Revisionsstelle überprüft.
Ein einzelner Sponsor, so die Argumentation, kann die FDP nicht kaufen. Das Problem: 15 Sponsoren können die FDP kaufen. Es reichen sogar acht Sponsoren mit gleichen Interessen. Wenn jeder dieser acht ein Fünfzehntel des FDP-Budgets übernimmt, haben sie sozusagen die "Aktienmehrheit" und können ihre Bedingungen diktieren. Ohne dass die Wähler etwas davon wissen.
Fazit: Das Fünfzehntel-System der FDP ist eine untaugliche Alibi-Lösung. NIcht nur, dass man damit Korruption nicht bekämpfen kann. Den Ruf der Käuflichkeit und den, die „Partei der Geldsäcke“ (*) zu sein, wird sie damit auch nicht los. Denn Letzteres hat sie wohl beabsichtigt.
(*) Zitat von FDP-Nationalrat Otto Ineichen.



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