Die Agrarpolitik des Bundes ist eine höchst differenzierte Materie, die einen gigantischen Steuerungs- und Kontrollapparat erfordert. Es erstaunt deshalb, dass nicht ansatzweise versucht wird, Wege zu einer Rationalisierung aufzuzeigen, mit denen mit weniger öffentlichen Finanzmitteln die gleichen Produktions- und ökologischen Leistungen erbracht werden könnten. Dazu wären allerdings in erster Linie Anpassungen von Art. 104 BV nötig. Insbesondere der Beitrag zur dezentralen Besiedlung des Landes und die ausschliessliche Ausrichtung der Bundesförderung auf bäuerliche Betriebe sind in Frage zu stellen. Er ist einseitig auf die Erhaltung der bestehenden agrarischen Strukturen in der Schweiz fixiert. Dazu kommt, dass nur die Hälfte der Direktzahlungen für Leistungen im Zusammenhang mit Umwelt, Landschaft und Tierwohl fliessen sollen. Die Versorgungssicherheitsbeiträge, die flächenbezogen ausgerichtet werden, und die Tierhalterbeiträge sind zu hoch ausgefallen. Sie bevorzugen die Grossbauern.
Wirtschaft > Landwirtschaft, Februar 2012
Agrarpolitik: Weg von den traditionellen Strukturen!
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Kommentare von Lesern zum Artikel
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Christoph Reuss sagte Februar 2012 Ziel: Zerschlagung der bewährten Strukturen Die Neoliberalen wollen unsere jahrhundertelang bewährten Strukturen auch im Agrarsektor zerschlagen, um uns auf afrikanisches "Niveau" und in maximale Auslandsabhängigkeit zu bringen. Langfristig bedeutet das Hunger und Versklavung -- bloss damit ein paar Superreiche noch reicher werden. Nein danke! |
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Alex Schneider sagte Februar 2012 Landwirtschaft ohne Grenzschutz: Flankierende Massnahmen sind erforderlich! WTO und die EU fordern, die Stützungszahlungen für den Agrarsektor zu beschränken. Dies geschieht einerseits im Interesse der ärmeren Länder, die volkswirtschaftlich in hohem Masse auf Agrarexporte angewiesen sind, um Devisen für den Import von lebenswichtigen Industriegütern zu erwirtschaften; andererseits um Kosten zur Verwertung der Überschussproduktion in den OECD-Ländern zu vermeiden. Mit der Frankenstärke ist die Konkurrenzfähigkeit der Schweizer Landwirtschaftsprodukte im Vergleich zu unseren Nachbarn noch geringer geworden. Damit kommt die Produktionsfunktion der Schweizer Landwirtschaft unter Druck. Der dadurch beschleunigte Strukturwandel muss durch geeignete Massnahmen flankiert werden. Prämien für Betriebsaufgaben und Betriebszusammenschlüsse, Landschafts- und Naturschutzbeiträge, Beiträge für den ökologischen Anbau und alternative Arbeitsplätze im ländlichen Raum sind vermehrt zu fördern. |
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