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Alternative zu Behindertenquoten: Managementzeit

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Arbeitgeber wol­len keine Be­hin­der­ten­quo­te​n. Ohne bes­sere Chan­cen auf Beschäftigung wird aber Wie­der­ein­glie­de­r​ung zur Far­ce. Ma­na­ge­m­ent­zeit wäre eine Al­ter­na­tive zu Quo­ten. Sie könnte funktionieren.

Besch​rieb der Idee

In der Invalidenversicherung​ würde folgende Regelung verbindlich eingeführt: Pro Arbeitnehmer schulden die Arbeitgeber der IV 5 Minuten Managementzeit. Diese Zeit wird verwendet für Abklärungen im Betrieb, betreffend möglicher Arbeitsplätze für Arbeitnehmer mit Behinderung, Erarbeiten von Präventionsmassnahmen​, etc..

Sanktion: Erbringt der Arbeitgeber diese Managemenzeit nicht, verweigert er z. B. das Gespräch mit einem IV-Stellenvermittler,​ so zahlt er eine happige Ersatzabgabe, z. B. Fr. 1000.– pro Stunde verweigerte Managementzeit.

Im Gegenzug wird der administrative Aufwand bei Beschätigung von Arbeitnehmern mit Behinderung vergütet, z. B. Fr. 500.– für das Ausfüllen des Arbeitgeberberichts bei einer IV-Revision. Heute muss ich als Arbeitgeber diesen administrativen Mehraufwand gratis erbringen.

Warum es funktionieren könnte

Versuche im Kanton Luzern haben gezeigt, dass Arbeitgeber durchaus bereit sind, Arbeitnehmer mit Behinderung zu beschäftigen. Nur müsste ein entsprechend kompetenter Personalvermittler den Kontakt suchen. Das ist harte Knochenarbeit. Eine verbindliche Managementzeit würde es der IV-Stellenvermittlung​ erleichtern, den Kontakt herzustellen.

Warum die Stellenvermittlung, das eigentlich einzige Element der 5.-IV-Revision, das den Arbeitsuchenden mit Behinderung etwas bringen würde, nicht umgesetzt wird, ist mir ein Rätsel. Mit verbindlicher Managementzeit auf Arbeitgeberseite entstünde auch ein Druck auf die IV-Stellen, endlich eine Stellenvermittlung aufzubauen und die Menschen mit Behinderung nicht einfach in die Arbeitslosigkeit zu integrieren.

Weitere​r Vorteil

Die Rückmeldungen aus der Arbeitswelt würden die IV-Stellen vielleicht auch davon abhalten, den Stellensuchenden mit Behinderung Traumsaläre als fiktives Einkommen anzurechnen.


Kommentare von Lesern zum Artikel

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29%
(7 Stimmen)
Christoph Reuss sagte Januar 2012

Herr Heeb, einerseits sind Sie und Ihre Partei für die PFZ, wodurch so viel mehr Arbeitsstress, Lohndrückerei und Preiskrieg entsteht, dass sogar eigentlich Gesunde in die IV gedrängt werden -- andererseits spielen Sie sich als der grosse Helfer & Beschützer der IV-ler auf. Irgendwie erinnert das an die SP-Gewerkschafter, die sich als Helfer & Beschützer der Büezer aufspielen, während sie sie eiskalt an Brüssel verkaufen...



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33%
(6 Stimmen)
Thomas Steffen sagte Januar 2012

Wenn der Anreiz Sanktionen sind, ist das Projekt von Anfang an gescheitert. Zudem müsste nach Ihrem Prinzip der Arbeitnehmer die Zeit für Abklärungen verwenden. Das ist eine ziemlich flexible Anforderung und kann gar nicht richtig überprüft werden, zum einen. Zum anderen wäre das schon wieder ein weiterer Eingriff in die Eigenständigkeit der privaten Unternehmen.

Ich frage mich, warum man nicht mehr Behinderte in öffentlichen Betrieben wie Verwaltungen anstellt. Dann könnte der Staat die Aufgabe nicht nur selber kompetent in die Hand nehmen, sie müsste dann auch keine Subventionen (Sfr 500 in Ihrem Beispiel) zahlen und könnte dieses Geld im eigenen "Betrieb" für die Förderung dieser Menschen einsetzen.

Ich bin der Ueberzeugung, dass unser Verwaltungsapparat (leider immer noch) gross genug ist um Arbeitsplätze für diese Personen zu finden. Seien wir ehrlich, auf die eine oder andere Art müssen wir diese Arbeitsplätze subventionieren - also warum nicht beim Staat direkt ?


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