Schon peinlich, das schlaumeirige ewige hin und her des Bundesrates und der bürgerlichen Parteien in Sachen Bankgeheimnis!
Es brauchte die schwarze Liste der OECD, damit Bundesrat plus bürgerliche Mehrheit des Parlaments (SVP, FP, CVP, GLP) bereit waren, ein ganz kleines bisschen am Bankgeheimnis zu rütteln. Im Rahmen von privilegierten Doppelbesteuerungsabkommen wurde in der Folge die Unterscheidung von Steuerbetrug und Steuerhinterziehung abgeschafft.
So die deutlichen Aussagen von Bundesrat, Parlament und Öffentlichkeit.
Klammheimlich wird dann per 1. Oktober die Amtshilfeverordnung zur Umsetzung der Doppelbesteuerunsabkommen vom Bundesrat in Kraft gesetzt – und damit die per Doppelbesteuerungsabkommen versprochene Amtshilfe im Wesentlichen wiederum verunmöglicht.
Und jetzt fliegt der Schwindel auf. Der Bundesrat muss nachbessern und seine Amtshilfeverordnung anpassen. Und die Doppelbesteuerungsabkommen gleich mit. Dazu braucht er noch den Segen des Parlamentes. (vergleiche Artikel unter http://www.tagesanzeiger.ch/schweiz/standard/Das-Bankgeheimnis-wird-weiter-aufgeweicht/story/27669541)
Lautstark empören sich SVP, FDP und CVP. Nur weil jetzt tatsächlich umgesetzt werden soll, was vor einem Jahr offiziell versprochen und politisch abgesegnet worden ist und international auf grosses Echo stiess: Die Schweiz leistet künftig Amtshilfe beim internationalen Steuerbschiss.
Die Haltung des Bundesrates war die Folgende: Offiziell per Doppelbesteuerungsabkommen signalisieren, dass man Hand bietet zur Amtshilfe, sich international zum sauberen Finanzplatz erklären und entsprechend gratulieren lassen - im stillen Kämmerlein aber genau diese Amtshilfe per Verordnung praktisch verunmöglichen und damit das Bankgeheimnis zementieren, den internationalen Steuerbschiss tolerieren, wenn nicht gar unterstützen. Diese Januspolitik ist jetzt aufgeflogen – das ist eigentlich alles.
Aber die längst angekündigte Weissgeldstrategie lässt so noch lange auf sich warten. Helfen hierzu würde vermutlich einzig der automatische Datenausgleich. Aus meiner Sicht eine reine Frage der Zeit.






