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Armut in der Schweiz ist ein Skandal!

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In der Schweiz verfügen 3 % der privaten Steuerpflichtigen über gleichviel steuerbares Nettovermögen wie die übrigen 97 %. Gleichzeitig können laut Caritas rund eine Million Menschen ihre Existenz nicht aus eigener Kraft sichern und etwa 250 000 Kinder leben in armen Haushalten. Das ist ein Skandal. Es braucht deshalb eine Steuerpolitik, die den sozialen Ausgleich garantiert. Und die Mindestlohn-Initiativ​e ist die richtige Antwort auf den Lohndruck. Jüngste Forschungen zeigen, dass Mindestlöhne zu höheren Gehältern und mehr Beschäftigung führen, weil marktmächtige Firmen die Löhne nicht mehr unbegrenzt drücken können. Und die Forderung nach Mindestlöhnen ist nichts Exotisches. In Europa sind Mindestlohnregelungen​ verbreitet. 20 von 27 EU-Staaten kennen eine gesetzliche untere Lohngrenze. Bei einer Umsetzung der Mindestlohn-Initiativ​e müssten rund 11% der Löhne per Gesetz angehoben werden. Mit einem gesetzlichen Mindestlohn wird es nicht mehr möglich sein, in der Schweiz zu einem Lohn von 10, 12 oder 15 Franken pro Stunde zu arbeiten.

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Kommentare von Lesern zum Artikel

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67%
(3 Stimmen)
Emil Huber sagte August 2011

@Werner Nabulon
Die Nahrungsmittelpreise sind nun wirklich ganz unten bei der Belastung des Budgets.
Natürlich rede ich von weitgehend unverarbeiteter Nahrung.
Wenn man nicht selbst kocht wird es natürlich teuerer.
Die grössten Belastungen sind Wohnkosten und Versicherungsbeiträge​!


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25%
(4 Stimmen)
Hans Meier sagte August 2011

Ein Mindestlohn von 4000 führt zu einer höheren Arbeitslosenrate. Ein Betrieb wie ein Restaurant braucht ein Minimum an Personal. Bei einem zu hohen Mindestlohn wird das ganze geschlossen. Da werden einfach so viele Betriebe eingehen bis die übrigen genügend ausgelastet sind um den Mindestlohn zu bezahlen. Das ist für mich der grosse Minuspunkt. Gerade Leute mit kleinem schulischem Rucksack werden damit aus dem Arbeitsmarkt gedrängt! Auf der anderen Seite haben auch Studierte damit ein Problem. Die sind oft froh um ein Nebenjob oder ein Praktikum für den Berufseinstieg.
Aber​ Einkommensschwache müssen entlastet werden. Das Leben muss billiger werden. Aber das ist leider mit einer bürgerlichen Mehrheit nicht zu haben. Dazu müsste erst einmal alle Abzockererein abgestellt werden. Meist hilft nur der Weg ins Ausland.




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43%
(7 Stimmen)
Jeannette Wulkow- Nyffeler sagte August 2011

Nicht der Lohn ist zu tief, die Produkte und sämtlicher Lebensunterhalt ist zu teuer. Dazu kommen auch noch die vielen Ausländer, die unsere Arbeitsplätze beanspruchen.
man sollte mal wieder das Rad richtig zum drehen bringen, würden sich auch sämtliche Probleme automatisch lösen.
Das Rad kann man nicht neu erfinden!!


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75%
(4 Stimmen)
St. Wagner sagte Juli 2011

Ja, Sie bringens auf den Punkt, wir sind nicht die reiche Schweiz, in Wahrheit sind mehr Leute arm, als reich geworden!


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88%
(8 Stimmen)
Thomas Leitch-Frey sagte Juli 2011

Der SGB hat einen Expertenbericht zur Tieflohn- und Mindestlohn-Thematik erstellt. Darin findet sich bspw. ein Ländervergleich, eine Auslegeordnung der Situation in der Schweiz oder eine Aufarbeitung der wissenschaftlichen Literatur zu diesem Thema. Der Bericht ist rund 130 Seiten stark und kann für 12.50 beim SGB bezogen werden. Darauf habe ich mich bezogen.


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25%
(8 Stimmen)
Roland Steiner sagte Juli 2011

Herr Leitch
Was ist das Problem der unteren Löhne? Das Problem ist doch, dass auf dem freien Arbeitsmarkt in der Schweiz das System des Angebots und der Nachfrage nicht mehr gewährleistet ist. Durch das rasannte Bevölkerungswachstum in der Schweiz in den letzten Jahren war ein Überangebot an Arbeitern vorhanden. Oft waren diese auch nicht mit unserem System vertraut. Sie haben nur kurzfristig die grossen Summen (im Vergleich zu ihrem Heimatland) gesehen. Leider aber die erhöhten Lebenskosten der Schweiz ausser acht gelassen. Somit haben sie Löhne akzeptiert, die unter dem schweizer Standard liegen.
Ein Mindestlohn wäre nicht notwendig, wenn der Arbeitsmarkt in der Schweiz mit einem vergleichbaren Bevölkerungswachstum wie im Rest von Europa funktionieren müsste.



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21%
(19 Stimmen)
Anton Keller sagte Juli 2011

In Afrika ist die Einkommensverteilung viel gerechter verteilt, alle sind gleich arm. Wollen wir so etwas in der Schweiz?

"Jüngste​ Forschungen": Ganz höflich, können sie mir die dazugehörigen Publikationen zitieren. Ich gehe ja davon aus, dass sie diese gelesen haben.

Mit einem gesetzlichen Mindestlohn wird sich die Schwarzarbeit derjenigen Europas anpassen. Wollen wir das?

Und bei uns muss keiner, der mit Lohnarbeit zuwenig verdient hungern. Wir haben ein Sozialamt, dass den Rest gemäss SKOS zahlt.




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38%
(13 Stimmen)
Werner Nabulon sagte Juli 2011

Sehr geehrter Herr Thomas Leitch,
Die Schweiz ist ein Hochpreisland das ist richtig.
Unser Stundenlohn ist im Vergleich zu Europa so hoch, dass sehr viele Arbeiten hier gar nicht mehr gemacht werden, wenn es irgendwie umgangen werden kann.
Wenn also der Mindest-Stundenlohn, oder Monatslohn eingeführt wird, werden Firmen keine Arbeitsplätze schaffen und erhalten, sondern verlagern.
Auch wegen dem hohen Schweizerfranken, der unsere Produkte einfach mal so 20% teurer machen. Aber dafür hat die SP ja eine Weitere Lösung, den Schweizer Franken an den Euro anbinden, der in seinen letzten Zügen ist.

Mir wurde 1985 geraten, keinen Handwerksbetrieb, sondern eine Dienstleistungsbetrie​b zu eröffnen, das hätte Zukunft.
Bei einem Dienstleister sehe ich immer das Bild des Kunden der befiehlt da er ja bezahlt, und eben der Dienstleistungserbrin​ger, der höflich alles Mögliche für Forderungen erfüllt. Weigert sich der Dienstleister, oder ist er zu teuer, ist der Kunde weg.
Ist mir mehrmals passiert, dass Kunden aus Ideologischen Gründen einfach so Produktionen verlagert haben. Die einen kamen wieder, nachdem sie festgestellt hatten, dass es mit der Qualität nicht stimmte, andere blieben für immer weg.
Niemand wäre in den 1990ger Jahren auf die Idee gekommen, dass einst Indien Software Ingenieure auf den Weltmarkt wirft, der unsere Arbeitslos macht. Oder dass Telefonzentralen in Irland, Ceylon, wo auch immer im Betrieb sind, als Callcenter für die Schweiz.

Es besteht übrigens auch ein Zusammenhang, Lohngelder und Grundnahrungsmittel erwerben. Nicht dass ich jemandem in einem Discounter die CHF. 4‘000.- nicht gönnen würde, aber ich möchte nicht noch teurere Grundnahrungsmittel Preise haben als heute. Das bringt ja schlussendlich nichts, ich bekomme mehr Lohn, bezahle mehr für die Produkte.

Meiner Ansicht nach können wir nur versuchen, unsere durch das Duale/Berufslehrsyste​m sehr gut ausgebildeten jungen Fachleute in Nischengebieten zu beschäftigen. Produkte herstellen, die nicht nur auf dem Papier eine hohe Qualität haben, sondern Real. Falls das noch einmal gefragt ist, in unserer schnelllebigen globalen Welt.



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