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Der Marktfundamentalismus​ ist widerlegt!

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„Heute ist die theo­re­ti­sche Begründung des Mark­fun­da­men­ta­li​s­mus weit­ge­hend wi­der­legt. Meine früheren wis­sen­schaft­li­che​n Ar­bei­ten über die Aus­wir­kun­gen von un­voll­kom­me­ner und beschränkter In­for­ma­tion und un­voll­kom­me­nem Wett­be­werb ver­deut­lich­ten mir die Gren­zen der Leistungsfähigkeit von Märkten. Im Ver­laufe der Jahre habe nicht nur ich diese Er­kennt­nisse auf die Makroökonomik aus­ge­dehnt. Meine Ar­bei­ten zur öffentlichen Fi­nan­zwis­sen­schaf​t be­ton­ten die Not­wen­dig­keit eines Gleich­ge­wichts zwi­schen Staat und Markt. Es ist also ein aus­ge­wo­ge­nes Verhältnis zwi­schen Markt und Staat zu su­chen und eine Po­li­tik der so­zia­len Ge­rech­tig­keit und der Vollbeschäftigung zu be­trei­ben.

 

Es ist ausserordentlich riskant, spekulatives Kapital ungehindert hin und her fliessen zu lassen. Man hat erkannt, dass der oftmals kurzfristige Horizont der Wall Street unvereinbar ist mit wirtschaftlicher Entwicklung, die eine langfristige Strategie und Planung erfordert.

 

Ausser​dem setzt sich allmählich die Einsicht durch, dass es nicht nur eine Form von Kapitalismus gibt, nicht nur ein „richtiges“ wirtschaftliches Rahmenmodell. So existieren zum Beispiel andere Formen der Marktwirtschaft – wie etwa die schwedische Variante, die anhaltendes und robustes Wachstum erzeugt hat -, die eine ganz andere Gesellschaft hervorgebracht haben, mit einem besseren Gesundheits- und Bildungssystem und weniger Ungleichheit. Auch wenn das schwedische Modell in andern Ländern nicht so gut funktioniert oder für ein bestimmtes Entwicklungsland ungeeignet sein mag, beweist sein Erfolg, dass alternative Formen erfolgreicher Marktwirtschaft bestehen können.“ (Aus Joseph Stiglitz: Die Chancen der Globalisierung, 2008, Seite 12-15).


Kommentare von Lesern zum Artikel

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(2 Stimmen)
Rainer Selk sagte Januar 2012

Herr Schneider, tz, tz, tz, ausgerechnet Schweden. Haben Sie aber eine Ahnung!


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