Jede Partei hat ihr Parteiprogramm und jede Partei vertritt Interessen, Lösungen und Meinungen, die sich bisweilen deutlich von den Standpunkten anderer Parteien unterscheiden.
Der Kompromiss gehört zu einer funktionierenden Demokratie. Ohne Kompromisse kann keine vernünftige Politik betrieben werden. Es mag Politiker und Bürger geben, die den Kompromiss an sich als etwas \"schlechtes\" empfinden und definieren. Manche mögen meinen, dass eine Abweichung vom eigenen Standpunkt stets ein \"Nachgeben\" ist. Dem ist nicht so. Keine Partei hat annähernd die absolute Mehrheit. Koalitionen in Sachfragen sind daher notwendig um Sachvorlagen durchbringen zu können. Mehrere Parteien weichen von ihren ursprünglichen Standpunkten ab. Nach links, nach rechts - zur Mitte zu.
Die Sozialdemokraten und die Politiker der Schweizerischen Volkspartei sind einem Kompromiss in der Regel am weitesten entfernt. Diese extremen Polparteien haben gemein, dass sie sich irgendwann in rechte und linke Lager zersplittern. (BDP, Grüne).
Die CVP als eigentliche Mittepartei weist die höchste Übereinstimmung auf in ihren Parolen und dem Wahl- oder Stimmergebnis.
Immer mehr landen gutgemeinte oder im Ansatz anständige Gesetzesvorlagen in die Schublade, weil die Parteien untereinander oder die Kammern keinen Kompromiss finden. Das ist schade.
Liebe Polparteien: eure Standpunkte und Parteiprogramme sind gewiss Richtlinien für eure Politik. Ich hoffe jedoch, es mögen sich mehr Politiker offener für Kompromisse zeigen. Jeder Kompromiss enthält auch grosse Teile eurer Politik. Nur so wird die Schweiz und ihre Politik dynamischer und flexibler.
Ich erachte den Kompromiss und ein starkes Eintreten für diesen als eines der wichtigsten Fähigkeiten eines Politikers und ich erachte ihn als wichtigstes Definitionsmerkmal einer pluralistischen Demokratie.



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