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Der politische Kompromiss

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Jede Par­tei hat ihr Par­tei­pro­gramm und jede Par­tei ver­tritt In­te­r­es­sen, Lösungen und Mei­nun­gen, die sich bis­wei­len deut­lich von den Stand­punk­ten an­de­rer Par­teien unterscheiden. 

Der Kompromiss gehört zu einer funktionierenden Demokratie. Ohne Kompromisse kann keine vernünftige Politik betrieben werden. Es mag Politiker und Bürger geben, die den Kompromiss an sich als etwas \"schlechtes\" empfinden und definieren. Manche mögen meinen, dass eine Abweichung vom eigenen Standpunkt stets ein \"Nachgeben\" ist. Dem ist nicht so. Keine Partei hat annähernd die absolute Mehrheit. Koalitionen in Sachfragen sind daher notwendig um Sachvorlagen durchbringen zu können. Mehrere Parteien weichen von ihren ursprünglichen Standpunkten ab. Nach links, nach rechts - zur Mitte zu. 

Die Sozialdemokraten und die Politiker der Schweizerischen Volkspartei sind einem Kompromiss in der Regel am weitesten entfernt. Diese extremen Polparteien haben gemein, dass sie sich irgendwann in rechte und linke Lager zersplittern. (BDP, Grüne). 

Die CVP als eigentliche Mittepartei weist die höchste Übereinstimmung auf in ihren Parolen und dem Wahl- oder Stimmergebnis.

Immer​ mehr landen gutgemeinte oder im Ansatz anständige Gesetzesvorlagen in die Schublade, weil die Parteien untereinander oder die Kammern keinen Kompromiss finden. Das ist schade.

Liebe Polparteien: eure Standpunkte und Parteiprogramme sind gewiss Richtlinien für eure Politik. Ich hoffe jedoch, es mögen sich mehr Politiker offener für Kompromisse zeigen. Jeder Kompromiss enthält auch grosse Teile eurer Politik. Nur so wird die Schweiz und ihre Politik dynamischer und flexibler. 

Ich erachte den Kompromiss und ein starkes Eintreten für diesen als eines der wichtigsten Fähigkeiten eines Politikers und ich erachte ihn als wichtigstes Definitionsmerkmal einer pluralistischen Demokratie.

 


Kommentare von Lesern zum Artikel

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67%
(3 Stimmen)
Urs Gassmann sagte April 2012

Ich greife nur heraus, was hier über die CVP geschrieben wird: Diese
Partei pflegt vor Abstimmungen den Finger anzufeuchten und in die Luft
zu heben, um festzustellen, woher der Wind bläst, um sich einige Wochen
vor dem Urnengang dem Trend anzupassen. Bei einigen spektakulären Abstimmungen der letzten Zeit, die völlig anders ausgingen als vorausgesagt, lag sie denn auch prompt falsch. Die CVP brüstet sich denn auch gerne damit, dass sie zu den grössten Abstimmungssiegern gehöre. Parteien, deren Hauptziel es ist, schliesslich bei den Mehrheitlern zu sein, halte ich für völlig überflüssig, denn ihr Dasein bezweckt bloss, sich selbst zu erhalten.
Kompromiss​e sind mitunter notwendig, doch für grosse Teile der Mitteparteien
arten sie zur Prostitution aus. Statt sich dafür zu schämen, rühmen sie sich ob ihrer „Lösungsorientierung“​.



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20%
(5 Stimmen)
Stefan Kirchgraber sagte Februar 2012

Danke für Ihr Engagement - bitte auch zu meinem Wohle.

http://www.​vimentis.ch/dialog/re​adarticle/politische-​fehlentscheide---waru​m-passieren-sie/



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25%
(4 Stimmen)
Christoph Reuss sagte Februar 2012

Zitat: "Jede Par­tei hat ihr Par­tei­pro­gramm und jede Par­tei ver­tritt In­te­r­es­sen, Lösungen und Mei­nun­gen, die sich bis­wei­len deut­lich von den Stand­punk­ten an­de­rer Par­teien unterscheiden."

.​.. oder gar von den Interessen ihrer Kernwählerschaft (Büezer). Beispiele: PFZ und EU-Beitritt.



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