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Die Finanzmärkte und die Politik

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Die Fi­nanz­märkte sagen uns täg­lich die Wahr­heit über­­ den Wert von Un­ter­neh­men und von Staa­ten. Aber­mil­lio­nen von An­le­gern und In­ves­to­ren ­über­le­gen sich stünd­lich rund um den Glo­bus, wem sie ihr Geld lei­hen sol­len. Ein ­bes­se­res Ur­teil gibt es nicht. Das ver­si­chern uns die Ökonomen.

Stimmt das Bild?

Die Realität ist vermutlich anders. Verhältnismässig wenige Leute bewegen die Finanzmärkte. Es sind in allen entwickelten Länderndie Verwalter fremder Vermögen in öffentlichen Institutionen, in Pensionskassen, Banken, Versicherungen und anderen Unternehmen. Einige von Ihnen können per Knopfdruck am Computer in Sekunden Milliarden in Bewegung setzen. Die grössten Vermögen halten überall die staatlichen und privaten Pensionfunds.

Die Politik hat sich in den letzten Jahren intensiv mit diesen Vorgängen beschäftigt. Auch in der Schweiz. In Pensionskassen-, Banken-,Versicherungs​- und anderen Gesetzen wird vorgeschrieben, das Geld müsse sicher angelegt werden.

Damit kommen die Ratingagenturen ins Spiel. Nach den Gesetzen sagen nämlich sie, was sicher ist. Die Vermögensverwalter wissen: wenn sie sich nicht an die Ratings halten, kommen Sanktionen. Darum rennen alle zum gleichen Zeitpunkt mit Milliarden in die gleiche Richtung. Die weltweite elektronischeVernetzu​ng beschleunigt und verschärft den Dominoeffekt, vor allem wenn die Spirale runter geht. Die Lehman-Pleite und ihre Folgen waren exemplarisch

Früher gab es viele Barrieren für die Finanzflüsse, die nach und nach beseitigt wurden: langsame Nachrichtenübermittlu​ng, Papierverkehr, viele Währungen, Transaktionssteuern, nationale bürokratische Hürden, etc. Ausserdem war das Pensionskassensystem viel weniger ausgebaut. Die Änderungen haben Wohlstand gebracht. Jetzt sind wir aber mit der Kehrseite der Medaille konfrontiert.

Man darf und muss sich in der Politik und in den Nationalbanken wieder über Barrieren für die Finanzflüsse Gedanken machen und handeln. Das Gewicht der Realwirtschaft muss verstärkt, der Einfluss der Finanzmärkte auf die Volkswirtschaften reduziert werden.www.eugendavid​.ch


Kommentare von Lesern zum Artikel

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Christoph Pfluger sagte September 2011

Lieber Herr David
Ist Ihnen eigentlich bewusst, dass nur der Bund Banknoten und Münzen herausgeben darf, in Tat und Wahrheit aber der grösste Teil der Gelder unbar von den privaten Banken geschöpft werden. Der Vorgang ist von der Wirtschaftswissenscha​ft unbestritten und wird auch von der Nationalbank bestätigt. Aber kein Politiker der Schweiz kümmert sich um die Verfassungsmässigkeit​ unseres Geldes. Das macht uns in Krisenzeiten höchst anfällig für undemokratische Notlösungen.
Konkret​: Helfen Sie mit, unser Geld wieder auf eine stabile Verfassungsgrundlage zu stellen? Ihre Antwort veröffentliche ich gerne auf meinem Blog, wo man täglich nachlesen kann, wie die Kampagne für ein gerechtes Geld vorankommt: www.christoph-pfluger​.ch
Herzlich, Christoph Pfluger, parteifrei.ch


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80%
(5 Stimmen)
Fritz Kunz sagte August 2011

Die SNB soll Geld drucken, aber etwas sinvolles damit machen! Nicht nur den Banken zum "Verspielen" geben, sondern zielgerichtet investieren. Warum soll sich die Schweiz nicht an Firmen wie z.B. GE, IBM, Erdölfirmen, oder anderen Rohstoff-Erzeugern beteiligen? China geht mit guten Beispielen voran.


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100%
(6 Stimmen)
Peter Oberholzer sagte August 2011

Geschätzter Herr Reding-Etter

Inhaltlich geht es in diesem Dialog-Artikel um die Finanzpolitik. Sie haben sich in den untenstehenden Beiträgen mehrmals zur Person von Herrn David und seinen Ständeratssitz geäussert. Darauf möchte ich eingehen.

Meine Frage: Aus welcher Quelle entnehmen Sie die Information von einem Ende des Ständeratsmandates? Gemäss meinen Informationen tritt Herr Eugen David nochmals als Kandidat für die nächste Amtszeit an.
http://www.tagblatt​.ch/ostschweiz/stgall​en/kantonstgallen/tb-​sg/art122380,2572573
http://www.original​-der-mitte.ch/kandida​ten/kandidat-staender​at

Für die zwei Sitze im Kanton SG treten fünf Kandidaten an.


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50%
(8 Stimmen)
Roland Steiner sagte August 2011

Wenn die SNB etwas tun will, dann jetzt!

Tiefe Börsenkurse, starker Schweizerfranken

=> Die SNB soll Geld drucken und in den Ausländischen Börsen investieren.


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80%
(5 Stimmen)
Roland Steiner sagte August 2011

Die Politik soll die Finanzmärkte so wenig wie möglich beschränken. Viel mehr würde es bringen, wenn die Politik die Finanzmärkte für ihre Zwecke nutzen würde. Leider ist die Politik zu langsam um effizient auf die schnelllebige Finanzwelt zu reagieren. Das sieht man gerade jetzt mit dem grossen Gejammer um den starken Schweizerfranken. Alle beklagen sich über die Auswirkungen des starken Schweizerfrankens. Dabei hätte dieser auch Vorteile. Man müsste diese nur gezielt nutzen.

Hier gerade ein Vorschlag: der Schweizerfranken ist stark (gegenüber dem Ausland). Was sollte man tun, wenn man mehr Geld hat. Man sollte einkaufen, investieren. Dies ist was jeder persönlich auch tun würde.
Also, weshalb druckt die SNB nicht Geld um damit in gewinnbringende (Dividenden zahlende) ausländische Firmen zu investieren? Die Dividendenzahlungen brächten einen jährlichen Gewinn. Das Geld kostet die SNB nichts, da sie sich selber keine Zinsen bezahlen muss. Somit gibt es keine realen Verluste so lange die Investitionen nicht verkauft werden. Das Geld ist inflationsgeschützt investiert, da es auf realen Werten basiert.

Diese Idee würde auch den Franken etwas schwächen und falls nicht, könnten wir das Spiel so lange treiben, bis uns die ganze Welt gehört. Dies ist natürlich nur ein hypotetischer Satz. Er soll zeigen wo die Grenzen liegen. Falls die SNB dies machen würde, würden auch alle anderen Zentralbanken schauen, dass der Franken an Wert verlieren würde.

Eine solche Investition ist sicher besser als im Devisenmarkt zu intervenieren da der Wert des Geldes eine Glaubensfrage ist, der Wert einer Firma aber auf Fakten beruht.


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75%
(8 Stimmen)
Martin K. von Reding-Etter sagte August 2011

Der liebe (bald alt) SR David kommt nicht gut weg.
Seine Pension mag ich ihm gönnen, aber
Hoffentlich schweigt er nach seinem Abgang!
Dafür wäre ich ihm sehr dankbar.


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100%
(7 Stimmen)
Peter Oberholzer sagte August 2011

SPIRALE BEI INVESTITIONEN IN FINANZINSTITUTE

Sehr geehrter Herr Ständerat David

Die Überlegungen zu den Risiken der Altersguthaben sind wesentlich. Gerade weil die Finanzumgebung eine hohe Komplexität aufweist sollte die Politik die Grobstrukturen in einem kontrollierten Rahmen behalten. Die Ratingagenturen sind dabei ein Teil. Auf der anderen Seite müssen alle grossen Unternehmen auch genügend Geld am Kapitalmarkt erhalten, damit sie Kapitalerhöhungen durchführen können.

Meiner Einschätzung nach kommt die Spiralenwirkung zum tragen, wenn die Altersguthaben in Finanzinstitute investiert werden. Die Risikostreuung ist dann nicht mehr kontrollierbar, weil die Finanzinstitute wiederum von einzelnen Risiken abhängig sind, ohne dass sie diese bekanntgeben. Deshalb kann ich mir prozentuale Beschränkungen für diesen Investitionsbereich vorstellen.


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54%
(13 Stimmen)
Martin K. von Reding-Etter sagte August 2011

SR David ist ein typischer CVP-WW-Politiker der viel redet aber nicht viel bringt!
Er weiss (oft) alles (siehe Arena, etc.) besser, doch nach seinen Handlungen dürft ihr nie gehen.
Einer von denen, die in BERN über-flüssig sind, d.h. abgewählt werden müssen.
Ein Banker sollte nicht über 200' - 500'000.-- verdienen. Das Gleiche gilt für alle Politiker und Staats-Angestellten oder Staats-Konzern-Chefs!​
Dann wäre all die Gier und Kriminalität der anonymisierten Verantwortungs-losigk​eit schnell geregelt.
Bewerber und Anwärter auf dies Posten gibt es immer genug. Siehe das Beispiel der NR- und SR-Kandidaten. Es gibt so viel wie noch nie!!!



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93%
(14 Stimmen)
Markus Saurer sagte August 2011

Erst verschulden die Politiker die Staaten bis zum Gehtnichtmehr, dann sagen sie uns, was in der Wirtschaft Sache sein soll. Ich glaub's einfach nicht mehr. Mit dem Wahlzettel werde ich sagen, was Sache sein soll.


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81%
(16 Stimmen)
Anton Keller sagte August 2011

Calmy Rey will die ganze Welt retten, Deiss etwas in der Welt bewirken, und
David will den ausländischen Banken vorschreiben, wie sie in ihren Nichtschweizersichen Bankenplätze handeln sollen. Die wären besser Missionare geworden.

Zudem vergisst David zu sagen, wer denn neu entscheiden soll, welche Anlagen mündelsicher sind, wenn es nicht Ratingagenturen sind.


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90%
(10 Stimmen)
Georg Stamm sagte August 2011

Ich befürchte, dass beim weltweiten Finanzwesen die Steuerungmöglichkeite​n (=Einschränkung gem. E. David/J. Wulkow) entschwunden sind. Es gibt keine mehr. Die Sache ist so kompliziert geworden, dass niemand mehr einen Ueberblick hat, weder Banker noch Finanzexperten oder Finanzpolitiker und der Mann auf der Strasse sowieso nicht. Und selbst wenn jemand den Ueberblick hätte, so wäre er nicht in der Position, die Sache zu beeinflussen. So schaut jeder nur kurzfristig für sich. D.h., dass sich im Finanzwesen unabänderlich eine Krise nach der anderen ereignen wird, alle 2, 3 oder 4 Jahre, wie gehabt. Prognose: Die nächste Krise kann eine CDS-Krise sein (Credit default swaps). Gem. W. Wittmann (emer. Prof. St. Gallen) hat z.B. die UBS für rund 1320 Mia. US$ solche Papiere. Wenn nur 5% davon ausbezahlt werden müssten, wäre das UBS-Eigenkapital weg, "Swiss finish" hin oder her. Eine tickende Zeitbombe, nach W. Wittmann. Wo ist der "Bankenherakles", der hier aufräumt ? Es gibt ihn nicht.


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82%
(11 Stimmen)
Rainer Selk sagte August 2011

Und was, lieber Herr NR David, schlagen sie denn konkret vor?!

Die Ratingagenturen (RA) fassen nur zusammen, was ohnehin bis zum Moment der Veröffentlichung Realität ist. RA fungieren demnach als Überbringer der jeweils guten oder schlechten Nachricht.

Machen wir uns nichts vor: die Gründe für die Verschlechterung der 'Tripples' sind die Schulden der Nationen. Zunächst müssen Schulden - Leben auf Pump - abgebaut werden. Und parallel müssten gewisse Exzesse wie Leerverkäufe usw. durchleuchtet und geregelt werden.

Übrigens, das Drucken von Geld durch die SNB wird früher oder später auch Schulden für unseren Zukunft sein. Das wäre dann das Aus für die geringe Staatsverschuldung der Schweiz. Da ja bereits von den Kantonen beklagt wird, es flössen künftig nicht mehr soviele Fränkli in die Kantonskassen, ist nicht überhört worden. Also künftig mehr Steuern? Na super und das alles weil SNB Hildebrandt ca. 150 mia EURO zu einem viel zu hohen Wechselkurs kaufte und damit leichtferig SNB Vermögen verbraten hat!

Bei diesem Fragenkomplex handelt es sich nicht nur um Fragen der möglichen Regulierung, sondern auch um Fragen wie Gier und den Hals nicht voll genug bekommen können. Das wiederum tangiert ethische Fragen. Und wie steht es mit den ethischen Institutionen, z. B. den Kirchen? Die sind so versteinert und leer, dass sie sich bereits selbst verleugnen. Hier besteht also nicht nur ein Glaubensvakuum, weil das Vertrauen verloren gegangen ist. Gier ist eine der Folgen, die das Vakuum ausfüllt. Hass und Gewalt werden folgen - siehe England.

Hat da die CVP nicht etwas ganz Grundsätzliches vergessen, wenn man so bedenkt, wo überall deren Vertreter eingebunden sind in der Wirtschaft etc. Dort müsste sie ihren Einfluss geltend machen, aber in welche Richtung!! In jene von Baulöwe NR Hani? Die Realität zeigt doch klar und deutlich die Doppelzüngigkeit!


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69%
(13 Stimmen)
Jeannette Wulkow- Nyffeler sagte August 2011

Geschätzter Herr David
Nicht nur Gedanken machen, sondern auch Handeln!!!!
Barriere​n nicht nur für die Finanzflüsse!!!

(M​an darf und muss sich in der Politik und in den Nationalbanken wieder über Barrieren für die Finanzflüsse Gedanken machen und handeln. Das Gewicht der Realwirtschaft muss verstärkt, der Einfluss der Finanzmärkte auf die Volkswirtschaften reduziert werden.)
Freundliche Grüsse


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