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Die Region Uzwil braucht Visionen

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Die Re­gion Uzwil braucht Visionen

 

Uzwil - Ein Geisterdorf nach 19 Uhr. Am Wochenende pilgern zahlreiche Leute mit dem Auto in die Gemeinde Uzwil, um einzukaufen. Sind die Wochenrationen eingepackt, fahren die Einkäufer wieder schnell nach Hause. Junge Menschen aus der Region Uzwil verbringen ihre Nächte lieber in Gossau, St. Gallen, Winterthur oder Zürich, aber niemand würde auf die Idee kommen, am Freitag- oder Samstagabend in Uzwil zu weilen. Ausnahmen gibt es, wenn man krank ist, lernen muss oder einfach sonst gerne zu Hause bleibt. Auswärtige Bühler-Mitarbeiter, die jeden Tag nach Uzwil pendeln, lieben zwar den Technologiekonzern, können aber mit der restlichen Gemeinde überhaupt nichts anfangen. Mein kurzes Fazit: Uzwil lebt nicht, Uzwil ist tot!

 

Seit Jahren versuchen Gemeindepolitiker, die Halbstadt attraktiver zu gestalten. Viele glaubten, es existiere eine Strategie zur Prosperität. Uzwil Zentrum und Mühlehof wurden errichtet, aber die Industriegemeinde konnte nicht reanimiert werden. Mit einem „gut schweizerischen“ Kompromiss versucht das Establishment, ein neues Verwaltungszentrum und eine Einbahnstrasse durch den Dorfkern zu errichten. Dieser Ideen-Konsens produziert Outputs, die weder Fisch noch Vogel sind. Wahrscheinlich entstehen Fische, die nicht schwimmen können, und Vögel, die nicht fliegen können.

 

Als Jungpolitiker beobachte ich des Öfteren, dass die talentierten, brillanten und visionären Altersgenossen von der Gemeinde Uzwil wegziehen, wenn sie nicht gerade für die Firma Bühler arbeiten. Der Abfluss des wertvollen Humankapitals ist hoch. Die jungen Leute sind enttäuscht vom Establishment, das mit schlafendem Schneckentempo politisiert.

 

Natü​rlich möchte ich an dieser Stelle als junger Bürger nicht nur kritisieren, sondern auch einen konstruktiven Beitrag leisten. Meine visionären Ideen wurden in den etablierten Gremien meistens blockiert, aus diesem Grund möchte ich mit Ihnen an dieser Stelle mein Wunschbild für eine ideale Region teilen.

 

1.)  Um auch in der Zukunft eine bedeutende Rolle spielen zu können, müssen die Gemeinden Uzwil, Oberuzwil und Oberbüren fusionieren. Hier bitte ich alle Bürgerinnen und Bürger, über den Tellerrand zu schauen und gemeinsam die Zukunft im 21. Jahrhundert zu gestalten.

2.)  Wir brauchen autofreie Zonen in den Dorfkernen, damit Leben entsteht. Logistische bzw. technische Nebenherausforderunge​n dürfen nicht allzu stark gewichtet werden. Was zählt, ist die Vision! Wollen wir im Dorf leben oder nach Autoabgasen stinken?

 

Ich hoffe, dass ich Sie mit meinen Ansätzen überzeugen konnte und wir bald gemeinsam eine lebenswerte Gemeinde gestalten können!

 

Beste Grüsse

 

Stefan Chan


Kommentare von Lesern zum Artikel

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Stefan Chan sagte Februar 2012

Antwort auf Bruno Cozzio "Uzwil hat Visionen" und Renate Graf "Blos e chlini Stadt..." - Wilerzeitung:

Regi​on Uzwil braucht Visionen – Teil 2

Schaut man im Duden nach, findet man unter Vision unter anderem das Synonym Zukunftsbild. Leider kann ich in Ihrem Leserbrief keinen sachlichen und konstruktiven Beitrag zur Vision entnehmen, Herr Gemeinderat der CVP Cozzio! Mir Passivität vorzuwerfen, obwohl ich mich in der FDP Uzwil, in der GPK und ausserhalb von Uzwil engagiere, ist doch eine sehr fragwürdige Vorgehensweise eines Gemeindepolitikers! Zweitens beschuldigen Sie mich, Wahlkampf zu betreiben, aber gerade Sie, Herr Cozzio, haben sich selbst mit „Kantonsratskandidat CVP“ betitelt. Im Jahre 2009 haben die FDP, die CVP, der Gewerbeverein und die GZU einen Workshop zur „Attraktivität der Region“ im Hotel Uzwil veranstaltet. Hätten Sie damals aufmerksam zugehört, könnten
Sie sich sicherlich daran erinnern, dass ich damals bereits den Vorschlag „autofreie Zone“ gebracht habe.

Die Attraktivität einer Gemeinde hängt zentral vom Dorfkern ab. Im Zentrum muss das Leben stattfinden und nicht in irgendeiner Scheune am Rande der Region. Das Problem zu erkennen, ist der erste Schritt zur Besserung. Schönrederei bringt nichts, und genau aus diesem Grund ist Uzwil immer noch tot!

Dank der geistigen Offenheit unseres Gemeindepräsidenten und des Präsidenten der GZU befindet sich das Projekt „autofreie Zone“ in der Pipeline. Somit erübrigt sich unsere Zusammenarbeit, Frau Graf, aber für Ihr Angebot möchte ich mich herzlich bedanken.

Kantonsr​atskandidat FDP

Stefan Chan


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Stefan Chan sagte Februar 2012

Liebe Cynthia

Besten Dank für dein Interesse!

Gemeins​amkeiten finden wir heute bereits in den Bereichen Feuerwehr, Technische Betriebe, Verkehrsverbindungen,​ Freizeitanlagen und Einkaufsmöglichkeiten​. Unsere grösste Gemeinsamkeit ist jedoch die Unattraktivität der Gemeinden für junge Leute, die die Zukunft der Region ausmachen. Die überparteiliche Arbeitsgruppe bringt diesen verschlafenen Diskurs voran. Viele Milizpolitiker fürchten um ihre Wiederwahl, wenn sie dieses Thema ansprechen. Berufspolitiker und Beamten wollen lediglich ihr Einkommen schützen. Nicht zu vergessen dürfen wir, dass der Kanton St. Gallen Fusionen mit finanziellen Mitteln aus dem besonderen Eigenkapital unterstützt. Verbessert sich der strukturell-defizitär​e Staatshaushalt in St. Gallen nicht, ist es fraglich, ob wir die Unterstützung in 3 Jahren noch erhalten werden. Aus diesen Gründen macht es meiner Meinung nach Sinn die Fusion heute noch voranzutreiben, solange wir eine gewisse Gestaltungsoption haben.

Im 21. Jahrhundert sind im Kanton St. Gallen bereits Gemeindefusionen durchgeführt worden, die sogar schlechtere Voraussetzungen als wir hatten.

per 1. Januar 2005:
die Gemeinden Krummenau und Nesslau zur Gemeinde Nesslau-Krummenau zusammengeschlossen.


per 1. Januar 2007:
die Gemeinden Jona und Rapperswil (SG) zur Stadt Rapperswil-Jona zusammengeschlossen.


per 1. Januar 2009:
die Gemeinden Brunnadern, Mogelsberg und St. Peterzell zur Gemeinde Neckertal zusammengeschlossen.


per 1. Januar 2010:
der Gemeinden Alt St. Johann und Wildhaus zur Gemeinde Wildhaus-Alt St. Johann zusammengeschlossen.



Die autofreie Zonen sollen die Hektik reduzieren und Entstehungen von Läden und Bars ermöglichen. Als Freisinniger bin ich jedoch strikt dagegen, dass die Gemeinden sich in die Gastronomie und private Dienstleistungen einmischen.

Beste Grüsse

Stefan


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Cynthia Tellenbach sagte Februar 2012

Lieber Stefan

Mit deiner Meinung über das Zusammenleben in Uzwil stimme ich völlig überein –dieses findet nämlich überhaupt nicht statt. Das geplante neue Zentrum der Mühlehof sowie dessen Vorgänger Uzwil Zentrum stellten sich als Flops heraus. Du sprichst einerseits an, dass kein Dorfkern oder Treffpunkt existiert, wo die Gemeindemitglieder zusammenkommen, andererseits bemängelst du die Attraktivität von Uzwil für Junge, wofür ersteres sicher auch ein Grund ist.

Deine beiden Lösungsansätze müsstest du dagegen noch etwas konkretisieren.
1) Wie würde eine Fusion von Uzwil mit den Gemeinden Oberuzwil und Oberbüren dazu beitragen, Uzwil attraktiver zu gestalten und die Anwohner als Gemeinschaft zusammenzubringen? Hierzu müssten Gemeinsamkeiten zwischen den drei Gemeinden bestehen. Diese sehe ich insbesondere mit Oberbüren überhaupt nicht: geografisch gesehen grenzt Oberbüren zwar an Uzwil, doch wird es durch die Autobahn klar abgetrennt. Und auch was die Anwohner von Oberbüren betrifft, so fühlen diese sich meiner Ansicht nach nicht mit Uzwil verbunden (dies gilt auch vice versa). Eine Fusion mit Oberuzwil wäre eher denkbar, jedoch zum gegenwärtigen Zeitpunkt ziemlich ungünstig. Die überparteiliche Arbeitsgruppe Fusion Uzwil hat sich durch ihren Alleingang einige Sympathien verspielt. Viele Oberuzwiler und Oberuzwilerinnen sehen dies wie der Gemeindepräsident Cornel Egger (Wiler Zeitung vom Mi, 8.2.): eine Fusion wäre für Oberuzwil keine Win-Win-Situation, ausserdem sieht es momentan eher so aus, als plane Uzwil eine Akquisition (gar als „feindliche Übernahme“ bezeichnet). Falls es langfristig zu einer Fusion kommen sollte, müssten auf jeden Fall gemeinsame Lösungen gesucht werden. Aber selbst wenn, wie wird Uzwil dadurch attraktiver (um zurück zum eigentlichen Thema zu kommen)?

2) Die Idee von autofreien Zonen finde ich im Prinzip sehr gut, zumal die Strassenstruktur von Uzwil ebenfalls das Entstehen eines Zentrums beeinträchtigt. Eine Fussgängerzone allein reicht aber noch nicht. In Uzwil fehlen z.B. mehr Läden oder eine Bar – etwas das Menschen „anlockt“. Es braucht aber auch etwas, das diese Unternehmen „anlockt“. In den letzten Jahren haben einige Laden- und Restaurantbesitzer ihr Glück versucht, sind aber gescheitert. Die wenigen Restaurants die noch da sind leben hauptsätzlich vom Mittagsgeschäft mit den Bühler-Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen. Vielleicht könnte eine autofreie Zone der erste Schritt in die richtige Richtung sein!



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