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Die Zersiedelung muss gestoppt werden!

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Bis im Jahr 2060 sol­len in der Schweiz laut Bun­des­amt für Sta­tis­tik 9 Mil­lio­nen Men­schen le­ben. Neben so­zia­len Aspek­ten ist die Po­li­tik vor allem bei den raum­pla­ne­ri­schen Rahmenbedingungen  ge­for­dert. Jedes Jahr wird in der Schweiz die Fläche des Wa­len­sees ver­baut. Diese Zer­sie­de­lung kann und muss ge­stoppt wer­den. Bevölkerungswachstum muss nicht zwangsläufig zu Überbauung der Land­wirt­schafts­zo­​nen und an­de­rer Naturflächen führen.

Verdichtetes Bauen: Überdimensionierte Baureserven, vor allem in heutigen Landwirtschaftszonen,​ müssen von den Kantonen redimensioniert werden. Die Schweiz weist eine hohe Reserve von Bauland innerhalb der Siedlungsgebiete auf. Verdichtetes Bauen sollte gefördert werden. Vor allem freistehende Einfamilienhäuser beanspruchen überdurchschnittlich viel Land. Mehrfamilienhäuser sind ökologisch, ökonomisch und sozial sinnvoller. Gerade weil die Bevölkerung älter wird und die Haushalte kleiner werden, bieten Siedlungen mit Mehrfamilienhäuser bessere Möglichkeiten, auf die unterschiedlichen Bedürfnisse einzugehen.

Infrastr​ukturen: Neben dem Verlust von Landwirtschaft- und Naturzonen, stellt uns vor allem die Verkehrserschliessung​ vor grosse Probleme. Ein Drittel der versiegelten Flächen sind Verkehrsflächen. Jede neue Siedlung bedingt neue Strassen und neue Netze des öffentlichen Verkehrs. Schnelle Verkehrsverbindungen haben die Zersiedlung gefördert, denn die Zeit, welche für Berufs- und Freizeitwege aufwendet wird, bleibt immer gleichlang, die Distanzen nehmen hingegen zu. Die Raumplanung ist den Kantonen unterstellt. Der Bund gibt vor, dass diese der zweckmässigen und haushälterischen Nutzung des Bodens dienen soll. Neben dem Zonenplan steht den Kantonen das Mittel der Mehrwertabgabe zur Verfügung.

Besteueru​ng: Der Mehrwert des Bodens steigt bei der Umzonung von der Landwirtschaft- in die Bauzone. Laut Bundesgericht könnte bis zu 60 % dieses Mehrwertes abgeschöpft werden. Nur gerade zwei Kantone haben jedoch diese Besteuerung eingeführt; Baselstadt und Neuenburg. In Baselstadt fliesst dieses Geld in einen Fonds, aus welchem Grünanlagen umgestaltet und vergrössert werden, der Mehrwert also der Bevölkerung zurückgeben wird. Andere Kantone verzichten auf mehrere Milliarden und fördern damit die Zersiedelung.

Unvers​tändlich, dass Nationalrat Peter Malama, auf Bundesebene eine Motion zur allgemeinen Aufhebung dieser Abgabe einreichte. Diese wurde von einer Mehrheit der nationalrätlichen Umweltkommission gutgeheissen, anstatt die Mehrwertabgabe für verbindlich zu erklären und damit den Boden, neben dem Wasser unsere wertvollste Ressource, zu schützen. Jeder Landbesitzer, jeder Bauer kommt auf diese Weise unter Druck, sein Land zu verbauen und Profit zu erzielen, anstatt es zu verpachten oder selbst zu bepflanzen.

Neun Millionen Menschen brauchen nicht nur Wohnraum, sondern auch Naturräume. Dazu müssen wir heute die richtigen Weichen stellen.

Anita Lachenmeier-Thüring

Nationalrätin Grüne

 


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Kommentare von Lesern zum Artikel

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93%
(14 Stimmen)
Fritz Kunz sagte Oktober 2010

Frau Lachenmeier, Wie viele Menschen erträgt die Schweiz? Dies unter Berücksichtigung aller von den Grünen geforderten Einschränkungen von Infrastrukturdienstle​istungen und gleichzeitigem uneingeschränktem Bevölkerungswachstum.​ Wie wollen die Grünen in Zukunft die sehr stark zunehmende Mobilität lösen?


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93%
(15 Stimmen)
hans meier sagte Oktober 2010

Es ist ein Gebot der Stunde dass der weiteren Zerstörung unserer Landschaft rigoros Einhalt geboten wird, so darf es nicht weitergehen! Die Vorstellung
dass sich in unserem Lande in absehbarer Zukunft 9 Millionen Menschen drängen
sollten, ist ein Albtraum und wäre eine Katastrophe! Schon mit der heutigen Einwohnerzahl ist unsere Umwelt überstrapaziert. Mit verdichtetem bauen wird das Problem nicht gelöst! Diese zusätzliche Million würde sich gewiss nicht in ihren Wohnungen verziehen. Diese Menschen wollen Jobs, bewegen sich auf Strassen, im Zug, in Erholungsgebieten, all diese Infrastrukturen sind heute schon an der Kapazitätsgrenze! Das heisst doch wieder noch mehr Industrie, noch mehr Strassen, noch mehr Bahnen, noch mehr Volk draussen in der Natur, das kann und darf doch so nicht weitergehen. Es braucht eine strikte Begrenzung der Einwanderung, dieses Tabuthema müssten doch die Linken und die Grünen endlich aufgreifen und zur Sprache bringen! Ausgerechnet diese Kreise aber sind gegen solchen Bestrebungen und möchten ungehindert die Schleusen offen halten. Irgend einmal sind doch die Grenzen erreicht wo einfach nichts mehr reingeht, warum soll nicht jetzt schon die Bremse gezogen werden, solange Natur und Landschaft noch einigermassen intakt sind und unsere Lebensqualität entsprechend in Ordnung!? Die masslose Einwanderung ist
meines Erachtens ein höchst brennendes Thema, dem sich die Politiker endlich
annehmen sollten!



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86%
(22 Stimmen)
Roland Steiner sagte Juli 2010

Ich finde es auch wichtig, dass man umsichtig mit der begrenzten Resource Boden umgeht. Auch ist es wichtig, dass neben dem Mensch auch die Natur eine daseinsberechtigung hat. Wir werden immer mehr mit Problemen konfrontiert die als Ursache das Bevölkerungswachstum haben. Somit muss man sich ernsthaft überlegen, ob die dauernde in der Schweiz wohnhafte Bevölkerung nicht begrenzt werden sollte.



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72%
(18 Stimmen)
Marc Meier sagte Juli 2010

Okay, ich finde es auch wichtig Naturräume zu schützen. Verdichtetes Bauen kann vielerorts auch sehr sinnvoll sein. Aber ich finde Einfamilienhäuser inkl Umschwung auch sehr wichtig, gerade im für die Gemeindschaft. Jedenfalls fände ich schade wenn Otto-Normal kein eigenes Haus mehr möglich wäre.


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