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Ein Lohnschrittchen weiter

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Gleicher Lohn für gleich­wer­tige Ar­beit. So steht es in der Bun­des­ver­fas­sung.​ Und das schon seit 31 Jah­ren. Aber wir ken­nen auch die Realität: Frauen ver­die­nen in der Schweiz 18.4 Pro­zent we­ni­ger als Männer. Und auch drei Jahre nach sei­ner Lan­cie­rung bleibt der Lohn­gleich­heits­dia​­log – der auf Frei­wil­lig­keit be­ruht –, hin­ter den Er­war­tun­gen zurück. So weit so schlecht.


Doch manchmal erfreuen auch ganz kleine Schrittchen: Vergangenen Mittwoch hat sich eine Mehrheit der Kommission für Wirtschaft und Abgaben (WAK) im Nationalrat hinter die Parlamentarische Initiative der Grünen Fraktion gestellt. Die Initiative verlangt, dass eine unabhängige Kommission eingesetzt wird, welche die verfassungsrechtlich garantierte Lohngleichheit umsetzen soll – und zwar mit weitreichenden Befugnissen. Will heissen: Sie muss berechtigt sein, Löhne zu kontrollieren und Sanktionen anzuordnen.


Dieser kleine Zwischen-Erfolg heisst nicht, dass nicht anderswo Handlungsbedarf besteht. Der Ball liegt nun eindeutig bei den Unternehmen. Wo sind Hunderte und Tausende von Chefinnen und Chefs, die überprüfen, ob die Lohngleichheit gewährleistet ist? Freiwillig, partnerschaftlich, wirksam – das tönt gut. Wenn sich etwas bewegt – auch gut. Wenn nicht: Dann stehen die Zeichen seit dem 23.5. nicht so schlecht, dass eine Mehrheit sich nicht weiter vertrösten lässt.


Kommentare von Lesern zum Artikel

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33%
(3 Stimmen)
Carlo Meyer sagte June 2012

Wer steht vor der biologischen Entscheidung Kinder haben und Familiengründung?
We​r nimmt meistens den Namen des Manns als Familienname an?
Wer verzichtet mehrheitlich trotz gleichwertiger Berufserfahrung und Ausbildungen auf Karriere nach Geburt von Kindern?
Wer bleibt zu hause, wenn Kinder krank sind?
Wer fühlt sich meist verantwortlich für Haushalt mit Putzen, Waschen, Kochen, Einkaufen, Schule etc.?
Wer wechselt öfters Windeln?
Wer will das Geschlecht vor der Geburt wissen, damit er einen hellblauen oder rosaroten Strampler kaufen kann?
Für wen werden Fremdbetreuung subventioniert, damit der Partner weiterhin wie als Single seine Karriere weiterverfolgen kann?

Solange die Frauen selbst in ihrer Partnerschaft/Familie​ nicht endlich die gleichen Rechte und Pflichten einfordern, muss der Staat nicht aktiv werden.

Es gibt keine schwachen oder starken Geschlechter in unserer Gesellschaft, nur partnerschaflichte Verpflichtungen, die gemeinschaftlich und gleichberechtigt erfüllt werden.

Mit Forderung nach Gleichberechtigung in ihrer Partnerschaft, könnten Frauen mehr bewirken als durch symoblistische politische Forderungen nach Lohngleichheit.

Fr​auen gehen meistens arbeiten, weil sie müssen und Männer, weil sie wollen.

Frauen wollten Karriere machen in der Männerarbeitswelt, dann müssen sie sich nicht wundern, dass sie die Gesetze von und für Männer befolgen müssen.

Ich hoffe immer noch auf ein feminines Gegenmodell, dass unsere Erde und seinen Bewohnern gut tun würde weil es einen Innovationsschub auslösen würde.


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84%
(25 Stimmen)
Daniel Ryder sagte June 2012

Ich glaube es wird langsam Zeit das man nun zuerst einmal den Männern Gleichberechtigung zukommen lässt. Die Massive Benachteiligung des Ehegatten und Vater bei Scheidung ist ungeheuerlich und nicht mehr der Zeit entsprechend. Die Frauen haben sich zu den Rosinen Picker des Jahrhundert gemausert!


Wir können doch nicht für alles Kindermädchen zur Seite stellen und weiter unproduktive und Teure Staatsjobli schaffen die uns Steuerzahler nur Kosten. Fakt ist doch, kein Unternehmer Verschenkt Geld und ebenso Fakt ist, dass sich jeder Arbeitnehmer über seine bisherigen Leistung und Qualifikation seinen Marktwert festlegt. Lohnverhandlungen ist bereits eine Reverenz und wer die vergeigt ist selber schuld.

Ein weiterer Fakt ist, dass Frauen für Unternehmer die Grösseren Risiken sind. Während man den Männlichen Arbeitnehmer aufbauen kann und er so zu einem Zu verlässlicher langjähriger Mitarbeiter reift, liegt das Risiko bei einer Weiblichen Arbeitnehmerin bei 99,9% das Ihre Kompetenz mit dem Kinderwunsch einem Unternehmen flöten geht!

Nun klar, man kann sagen dieser Praxisgrund wäre ungerecht und bevorzuge den Mann. Aber ist es den Gerecht, dass der Mann im Falle einer Scheidung immer den Kürzeren zieht, im sogar das Sorgerecht und Mitbestimmung entzogen werden kann?

Was ist denn das für eine "Freie Marktwirtschaft" wenn der Staat den Unternehmen mehr und mehr vorschreibt aber gleichzeitig sich am Risiko nicht beteiligt. Merkwürdig ist, da redet Regula Rytz von ungleichen Löhnen gleichzeitig war man für die PFZ und nahm Lohndumping durch Deutsch Billigarbeiter in Kauf! Ich glaube dieses Problem ist weit aus Problematischer einzustufen als die Unfähigkeit für sich ein Kompetenz angemessenes Salär zu fordern!

Ist es gerecht das Frau mit 30 den Erzeuger und Finanzier suchen um ihn nach 10 Jahren Haus und Hoff zu stehlen! Dass die Mutter den Kindern den nachnahmen des Vater einfach endziehen können auch sogar gegen den Willen der Kinder? Liebe "Emanzen Frauen" es wird Zeit das Ihr lernt auf eigenen Füssen zu stehen und die Konsequenzen eures Verhalten selber Trägt! Beispiele vom wirklichen Frauen Power gibt es genug!

Meiner Meinung nach will man sich einfach im Gespräch halten! Der Artikel von Frau Regula Rytz ist ebenso Plakativ und Schädlich für die Frau wie die Quotenregelungs Ideologie von Frau Ricklin.



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82%
(17 Stimmen)
Daniel Heierli sagte June 2012

In krassen Fällen sollen Massnahmen gegen einen Arbeitgeber möglich sein. Nur sind eben viele Fälle nicht so klar und einfach. Eine Kommission des Bundes darf nicht versuchen, bei jeder Arbeit festzulegen, wie hoch der Lohn sein sollte.
Es wäre auch gut, das Problem etwas weiter zu betrachten. Alle behaupten, in der Privatwirtschaft würden Leistungslöhne bezahlt, doch das stimmt nur sehr begrenzt. Viel eher spiegeln die Löhne die Stärke der Machtstellung des Empfängers.
Ein Ingenieur verdient fast immer weniger als ein Manager in der gleichen Firma. Auch dann, wenn seine Ausbildung anspruchsvoller war als diejenige des Managers. Auch dann, wenn der Ingenieur super, der Manager hingegen eine Pfeife ist.
Abhilfe ist schwierig. Ein möglicher Ansatz: Lachen wir all die Arbeitgeber aus, die über einen Mangel an Fachkräften jammern! Höchstwahrscheinlich zahlen sie zu wenig, bieten zu schlechte Arbeitsbedingungen, oder beides zusammen.
Solange ein Spital Pflegepersonal aus Polen anstellen kann, wird es kaum bereit sein, höhere Löhne zu zahlen. Politischer Druck ist da weitgehend wikungslos. Wenn Spitäler hingegen nicht auf Leute aus Ländern mit viel tieferem Lohnniveau zurückgreifen könnten, dann müssten sie zwingend für attraktivere Arbeitsbedingunen sorgen. Wir brauchen einen Arbeitsmarkt, der ein bisschen mehr "ausgetrocknet" ist (oh wie ich diese schrägen Ökonomen-Metaphern liebe...).
Und jetzt soll niemand erzählen, dann würden eben die Patienten ohne Pflege elendiglich zugrunde gehen. Kein Gesundheitsdirektor könnte sich das auch nur ansatzweise erlauben. Kein Politiker, der noch einmal gewählt werden möchte, würde so etwas unterstützen!


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65%
(20 Stimmen)
Manfred Eberling sagte May 2012

Schon vor 40 Jahren hatte ich Frauen und Männer als Angestellte. Damals bekam die Frau GENAU den gleichen Lohn wie der Mann. Das ist einfach Charaktersache.
Dass​ das nicht mal heute möglich ist, schreibe ich den Managern zu!


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71%
(28 Stimmen)
Urs Gassmann sagte May 2012

Beim Grübeln nach der Frage, weshalb die Unternehmer hanebüchenerweise
nicht ausschliesslich Frauen einstellen, kommt man bald einmal zum
Ergebnis, dass Frau Rytzens Postulat jede Realität abgeht. Die WAK-Kommissionsmitgli​eder scheinen denn auch mehrheitlich das Brot nicht
wert zu sein, was sie essen.



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80%
(20 Stimmen)
Thomas Hunziker sagte May 2012

Eine unabhängige Kommission bedeutet mehr Bürokratie mit Kosten verbunden und mehr Eingriff in die Unternehmen, damit die Auszahlungen kontrolliert werden können. Für die Unternehmen bedeutet das, grösserer administrativer Aufwand und damit auch mehr Kosten. Am Schluss sind eigentlich alle Verlierer.

Nämlich​ die Bürgerinnen und Bürger die für diese Kommsion zahlen müssen und im schlimmsten Fall Entlassungen bekommen. Die Unternehmen die in ihrer Handlungsfreiheit stark eingeschränkt sind und deren administrativer Aufwand zunimmt, wodurch zusätzliche Kosten entstehen.

Zum Beispiel in Grossunternehmen kann es bis zu Entlassungen kommen um Personalaufwand zu sparen, um die unnötigen Ausgaben des administrativen Aufwandes zu decken. Es geht ja um mehrere hundert Dossiers von Angestellten, die überprüft werden müssen, dass eine Lohngleichheit zwischen Frauen und Männer gewährleisten soll.

Eine andere Möglichkeit würde zum Beispiel bestehen, den administrativen Aufwand in Löhnen niederzuschlagen. Zum Beispiel dass man die Löhne der Männer auf die Löhne der Frauen senkt. Dann haben beide nichts von dieser Iniziative. Bekommen zwar gleich viel Lohn, aber insgesamt beide zusammen dann doch weniger und das ist dann gerade schmerzlich für Familien, wo der Vater arbeitet und die Mutter einen Teilzeitjob hat.




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81%
(27 Stimmen)
Anton Keller sagte May 2012

"eine unabhängige Kommission eingesetzt wird, welche die verfassungsrechtlich garantierte Lohngleichheit umsetzen soll – und zwar mit weitreichenden Befugnissen. Will heissen: Sie muss berechtigt sein, Löhne zu kontrollieren und Sanktionen anzuordnen."

Das wird uns sehr sehr viel Geld kosten, wobei der Nutzen nicht ausgewiesen ist. Geld das die Grünen nicht als Steuern einzahlen.


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35%
(23 Stimmen)
werner witschi sagte May 2012

Wow, müssen wir Männer gut sein!

Kommt mir so vor, als ob schon alles seine Richtigkeit hat: war schon immer so und soll auch so bleiben.

Kommt mir vor, als ob wir das Jahr 1960 schreiben, mann, da hatten wir noch Ordnung ;-)

@Frau Rytz: Gut Ding will Weile haben.


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65%
(31 Stimmen)
Roger Villiger sagte May 2012

Liebe Frau Rytz
ich warte seit Jahren auf die Frau, die neben den gleichen Rechten auch die gleichen Pflichten einfordert...


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66%
(35 Stimmen)
Erwin Dufner sagte May 2012

Frau Rytz hat natürlich nicht gesagt, dass:
- Frauen häufiger Teilzeit arbeiten;
- Frauen häufig Unterbrechungen haben und daher auch bei der Karriere eine Knick aufweisen
- Frauen selten in technischen Ingenieurberufen vertreten sind, sondern sehr viel häufiger in Berufen wie Verkäuferin usw.
...
Also zuerst mal die Vergleichbarkeit herstellen. Und hier liegt das Übel begraben. Es gibt keine zwei Menschen, die eine Arbeit gleich gut ausübt. Es ist immer ein Unterschied feststellbar. Und trotzdem verdienen viele Arbeitnehmer gleich.




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59%
(41 Stimmen)
Thomas Steffen sagte May 2012

Gleichwertige Arbeit ist eben nicht gleichwertige Arbeit. Wie beurteilen die Grünen, ob jemand die gleiche Arbeit macht wie der andere ? Gleich im Sinne von Arbeitsbeschreibung, Fachkompetenz, Arbeitsdauer und Einsatz ? Es gibt keine "gleiche Arbeit" - jeder arbeitet individuell anders und hat verschiedene Qualitäten, welche wiederum unterschiedlich eingesetzt werden/können.


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