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Für die Volkswahl des Bundesrates

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Argumente, die dafür sprechen:

 

-der Bundesrat ist in der Bevölkerung besser verankert.

-Es gibt keine Überraschungskandidat​en.

-Das Volk lässt sich im Gegensatz zum Parlament nicht erpressen und sich keinen Kandidaten aufzwingen. Polarisierende Figuren wie Christoph Blocher und Ueli Maurer hätten keine Chance.

-Die Kantonsregierungen werden heute schon vom Volk gewählt. Das funktioniert nicht nur in kleinen Kantonen, wo jeder jeden kennt, sondern auch in grossen Kantonen wie Zürich. Es würde auch  in einer gesamtschweizerischen​ Wahl funktionieren.

 

Of​t gehörte Gegenargumente und Replik darauf

 

„Das Parlament kennt die Bundesräte und Kandidaten besser.“

„Nur Kandidaten, die selber reich sind oder reiche Freunde haben, können Bundesrat werden.“

 

Im Parlament können finanzstarke Lobbies wie Grossbanken und Economiesuisse nachweislich viel direkter Einfluss nehmen als bei Volksabstimmungen. Eine Volkswahl würde die Lobbies, die Klientelpolitik und Vetterliwirtschaft also eher schwächen als stärken. Ausserdem können bei einer Volkswahl auch Kandidaten aus Kleinparteien und Parteilose kandidieren und gewählt werden. Das sieht man bei zahlreichen Ständerats- und Regierungsratswahlen.​

 

„Die Volkswahl ist das Ende der Konkordanz.“

 

Es ist nur das Ende des Parteienproporzes im Bundesrat, den sowieso jede Partei anders, nämlich zu ihren Gunsten interpretiert. Konkordanz im Sinne von Zusammenarbeiten gibt es auch in den vom Volk gewählten Kantonsregierungen.

 

Unter dem Strich bringt die Volkswahl aus meiner Sicht mehr Vorteile als Nachteile.


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Kommentare von Lesern zum Artikel

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50%
(2 Stimmen)
Adrian Schenk sagte Februar 2012

Heute haben werden die Bundesräte von zwei "unabhängige" Kammern, der vereinten Bundesversammlung gewählt. Warum ergänzen wir dieses System nicht einfach durch eine "dritte Kammer", z.B. das Volk?
Ich sehe in der direkten Wahl des Bundesrates durch das Volk einige Probleme.
Die Gefahr polemischen und extrem polarisierenden Wahlkampfkampagnen, die vom Geld bestimmt ist real und dürfen nicht einfach unter den Teppich gekehrt werden. Ich denke, dies würde unserem Land nur Schaden zufügen, da das Geld weiterhin und sogar das Volk manipulierend bestimmt.
Um diesen Parteiegoismus zu unterbinden wäre ein drittes Element bei den Wahlen eine sinnvolle Ergänzung, welches peinliche Machtkämpfe mindern würde.
Es gibt kein perfektes System, das all unsere Probleme löst. Aber gleich den Bundesrat vom Volk allein wählen zu lassen, ist für mich am Ziel vorbeigeschossen. Unser Erfolg liegt in unserem grundsätzlichen funktionierenden Wahlsystem von Repräsentanten mit der Möglichkeit der Intervention durch Pedition, Referendum und Initative. Warum nicht dieses Prinzip auch bei der Wahl des Bundesrates einführen?

Der Gedanke einer dritten Kammer ist nicht durchgedacht und soll lediglich ein Gedankenanstoss zum Thema darstellen, den man annehmen und darüber nachsinnen oder eben auch von vornherein verwerfen kann.






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29%
(7 Stimmen)
Peter Meyer-Wartmann sagte Januar 2012

Absolut einverstanden, Herr Pfister. Mit der Volkswahl ergäbe sich auch die Chance für eine andere, politische Kultur. Wobei zu hoffen wäre, dass die ewig Gestrigen von hüben, drüben und auch die von der Mitte vermehrt an Einfluss verlören.

@ Markus Breisinger
Die Damen und Herren BR werden jeweils von einem neuen Parlament gewählt, in dem -ich weiss nicht wieviele % und es stinkt mir, das jetzt zu recherchieren- viele neue Mitglieder sitzen. Ja glauben Sie denn, dass diese Rookies alle Ratsmitglieder kennen und deshalb befähigt sind unsere oberste Regierung zu wählen?

Übrigens Menschenkenntnis. Der Journalist Frank A. Meyer sagte mal sinngemäss. "Der Mann/Mensch, der zum BR gewählt wird, ist nach der Vereidigung nicht mehr der gleiche wie vorher. DAS glaube ich ihm vorbehaltlos.


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56%
(18 Stimmen)
Markus Breisinger sagte November 2011

Sehr geehrter Herr Pfister
Ich bin ein politisch durchaus interessierter Mensch und kenne den grösseren Teil der Parlamentarier mindestens namentlich. Trotdem traue ich mir eine Wahl nicht zu weil ich es als schwierig bis unmöglich sehe, die Arbeit und die Menschen genügend zu kennen.
Wir wählen die National- und Ständeräte. Diesen (minestens einigen davon) vertraue ich und diese sind in der Lage die Bundesratskandidaten einzuschätzen.
Ich kann doch die Arbeit eines Ständerates oder Nationalrates aus dem Wallis oder der Waadt nur ungenügend beurteilen. Wenn wir bedenken, dass ein ausgewogenes Verhältnis der Sprachregionen gewährleistet werden muss, wird es noch schwieriger.
Ich muss Ihnen widersprechen, wenn Sie behaupten, dass es in den Kantonen bestens funktioniert. Ich kenne den Anteil derjenigen Personen nicht, die auch regional nur eine Liste oder eine Partei wählen und die Köpfe dahinter nicht wirklich kennen. Die Zahl ist aber wirklich gross.
Auch wenn das heutige Wahlsystem nicht einwandfrei ist, so ist es doch alleweil besser als wenn das Volk die Bundesräte wählen sollte.

Dass es in den vergangenen Jahren immer wieder zu ärgerlichen, ja unglaubwürdigen Szenen gekommen ist, ist durchaus bedauerlich. Daran sind aber die Parteien bzw. deren Vorstände schuld. Das alleine rechtfertigt noch keine Volkswahl. Viel besser wäre es, wenn die Parteipräsidenten für ein ernsthaftes, seriöses und glaubwürdiges Prozedere sorgen würden und so dem Volk vermitteln würden, dass diese Gremien seriös arbeiten.



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65%
(26 Stimmen)
Felix Schnyder-Jud sagte November 2011

Mit der Volkswahl hätten wir dann bald amerikanische Verhältnisse. Wer in der ganzen Schweiz Wahlkampf betreiben muss, investiert viel Geld! Und was das bedeutet, muss ja nicht mehr weiter erörtert werden.
Zudem haben wir vom Volk gewählte Vertreter. Diese erhalten mit der Wahl auch die Kompetenz und Vollmacht, ihre Aufgaben gemäss Verfassung und Gesetz zu erfüllen. Falls sie dies nach Meinung der Wählerschaft nicht tun: spätestens alle 4 Jahre finden Wahlen statt!


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14%
(28 Stimmen)
Peter P. Bauer sagte November 2011

Einer Wahl der Bundesräte durch das Volk kann erst zugestimmt werden, wenn nach einer gesamtschweizerischen​ Gebietsreform unser Land nur noch aus sieben Grossregionen mit je ca. 1 Mio. Einwohnern besteht (mit Ausnahme der kleineren Region Tessin). Jede dieser neuen Regionen (Wahlkreise) hätte Anspruch auf einen Bundesrat. Die Möglichkeit besteht dann allerdings, dass plötzlich vier Bundesräte der gleichen Partei angehören. Will man das?


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59%
(51 Stimmen)
Peter "Schlemihl" Wrobel sagte November 2011

Das sehe ich auch so, Herr Pfister.

Kommt hinzu, dass man heute im Kanton Bern eine Regelung hat, die auch der Minderheit im Berner Jura einen Sitz garantiert (Methode geometrisches Mittel).

Die SVP würde aber wohl bei einer Volkswahl ihr blaues Wunder erleben. Das zeigen ja heute die Stände- und Regierungsratswahlen.​ Jedenfalls wenn sie mit Kandidaten wie Blocher, Baader, Maurer und Co. antreten würden...




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