Mit riesigem Interesse verfolgte ich die gestrige Debatte und Abstimmung des Nationalrates. Bei den Verschärfungen wurde die Nothilfe für Asylbewerber gutgeheissen. Doch da stellt sich bei mir die Frage, wie denn Asylbewerber, welchen es gesetzlich nicht erlaubt ist, und tagsüber ihre Unterkunft verlassen müssen mit z.B. CHF 8.--/Tag in Form von Migrosgutscheinen den Tag durchbringen können. Lungern da nicht noch mehr am Bahnhof herum? Sitzen nicht noch mehr in Restaurants (auch wetterbedingt) ohne konsumieren zu können? Und sind es nicht gerade solche Punkte, welche uns sauer aufstossen, wir aber durch solche Regelungen generieren? Wie auch immer. Der Nationalrat hat mal entschieden und wir haben ihn gewählt. Also gilt es ihn zu akzeptieren. Es gibt solche, welche damit einverstanden sind und hoffen, dass weniger in die Schweiz kommen. Doch zweifle ich daran! Ich zweifle daran und einen Beweis, dass dies dann funktioniert kenne ich nicht. Ev. jemand der Leser und Mitschreiber? Einzig was ich weiss ist, dass aus meiner Sicht noch keine bisherige Verschärfung (auch die Nothilfe für abgewiesene Asylbewerber) die gewünschte Wirkung gezeigt hat.
Ausländer-, Migrationspolitik > Asylwesen, Flüchtlinge, Juni 2012
gestrige Asyl-Debatte im Nationalrat
|
|
![]()
![]()
Vimentis Publikationen zu diesem Thema
|
Kommentare von Lesern zum Artikel
[ Neuen Kommentar verfassen ]
![]() 58%(12 Stimmen) |
Stefan Pfister sagte Juni 2012 Frau Sägesser, ich teile Ihre Bedenken. Auf der Homepage von Amnesty INternational wird der Fall eines Mannes beschrieben, der in Luzern von Nothilfe lebt. Unter dem Existenzminimum, aber immer noch besser als in einem Gefängnis seines Heimatlandes. Von 21 Uhr abends bis neun Uhr morgens ist die Unterkunft geöffnet. Tagsüber ist er draussen. Auch im Winter. Junge Männer ohne Beschäftigung, kaum Geld, den ganzen Tag draussen, unsichere Zukunft. Da kann leicht einer auf kriminelle Gedanken kommen. |
![]() 50%(10 Stimmen) |
Stefan Pfister sagte Juni 2012 Herr Steffen, Arbeitsprojekte in den Ursprungsländern fürdern ist eine gute Idee, die leider im Parlament gerade von Ihrer Partei überhaupt nicht unterstützt wird. Vielleicht können Sie da ja Überzeugungsarbeit leisten. Und diejenigen, die alle Flüchtlinge in einen Topf werfen, sind bekanntlich die Rechtsbürgerlichen, allen voran die SVP. Falls es Sie wirklich stört, dass alle Flüchtlinge für die Untaten einzelner bestraft werden, sind Sie definitiv in der falschen Partei. |
40%(5 Stimmen) |
Thomas Steffen sagte Juni 2012 Frau Sägesser, Die Idee ist doch, die eigentlichen Asylbewerber zu stärken und auch die Vorurteile abzubauen. Sie kennen die Geschichten mit dem Sozialmissbrauch und gewalttätigen Asylanten. Das ist leider so. Und solange es diese Fälle gibt - es reicht wenn es die Ausnahme ist - werden alle Flüchtlinge in den selben Topf geworfen. Das kann ja nicht die Idee der SP/Linken sein, oder ? Richtige Asylanten, welche im eigenen Land an Leib und Leben bedroht sind werden nicht straffällig und sind auch nicht gewalttätig. Die sind froh, dass sie in der Schweiz eine Fluchtmöglichkeit gefunden haben und werden die vorübergehende Nothilfe auch schätzen. Diese Flüchtlinge habe ja auch reele Chancen aufgenommen zu werden womit sie dann Anspruch auf Sozialhilfe haben und auch einer geregelten Arbeit nachgehen können. Was wir nicht wollen, sind die drogendealenden und gewalttätigen Möchte-Gern Asylanten, welche hier "Arbeit" suchen. Eigentlich wollen die gar nicht arbeiten sondern die überproportionierten Sozialleistungen abkassieren. Arbeitsuchenden sind keine Asylanten ! Wenn Politiker etwas sinnvolles dagegen tun wollen, dann sollen sie Arbeitsprojekte in den Ursprungsländern fördern. Damit schlägt man zwei Fliegen auf ein Mal. Nicht nur kämen die Leute nicht mehr nach Europa, die hätten dann im eigenen Land auch gleich einen Job. |
70%(10 Stimmen) |
Hammond Winton sagte Juni 2012 Vielleicht sollten Sie nicht (nur) Schriftsteller wie Peter Bichsel verfolgen, sondern (auch) solche, welche auch etwas positives zur Schweiz beigetragen haben. Der schweizerisch-tunesische Schriftsteller Amor Ben Hamida ist da ein deutlich positiveres Beispiel für einen Schriftsteller. --- ZITAT-BEGINN --- Sollen Asylbewerber während des Verfahrens nur noch Nothilfe statt Sozialhilfe erhalten? Das ist kein Problem, wenn die Ausgestaltung der Nothilfe nicht gegen die Menschenrechtskonvention verstösst und wenn die Behörden die Verfahren weiterhin korrekt durchführen. Asyl ist für Menschen, die bedroht und verfolgt werden. Sie brauchen Schutz und kein Geld. Derzeit ist die Schweiz attraktiv. In Tunesien sagt man: «Vergiss Italien, vergiss Frankreich, wenn du es in die Schweiz schaffen kannst.» Wenn die Schweiz nur noch Nothilfe gewähren würde, dann zeigte sich klarer, wer die echten Asylsuchenden sind. Die anderen würden sagen: Nur für Nothilfe komme ich nicht in die Schweiz. Die SVP forderte, die Gesuche von unkooperativen Asylsuchenden seien nicht zu behandeln, renitente Personen seien zu internieren. Ich befragte meine Landsleute in Tunesien dazu. Ausnahmslos alle, mit denen ich gesprochen habe, sagten: Wer sich nicht korrekt verhält, muss gehen. Kriminelles oder renitentes Verhalten wird ja auch in Tunesien nicht toleriert. Unter Ben Ali kriegte man für einen Joint ein Jahr Gefängnis. [...] Verstehen Sie, dass die Schweiz ihr Asylgesetz verschärfen will? Durchaus. Ich finde nur den Zeitpunkt etwas spät. Das ist so, als ob man zwar den Rauch gesehen hat, aber erst löscht, wenn es brennt. Dass in Nordafrika etwas vorgeht, das Tausende nach Europa treibt, war absehbar. Die Schweiz muss jetzt begreifen: Das sind keine Asylsuchenden, sondern Arbeitsmigranten. Deshalb wollen sie Nike-Turnschuhe, Handys und Uhren, und das schon im Asylverfahren. Viele von ihnen stehlen, wenn sie kein Geld bekommen. Es ist damit zu rechnen, dass nach dem arabischen Frühling in ganz Afrika Frühling wird. Dann kommen Millionen von Menschen. Europa muss Strategien haben, wie es mit diesen Arbeitsmigranten umgeht. --- ZITAT-ENDE --- Quelle: http://www.bernerzeitung.ch/schweiz/standard/In-der-Schweiz-gibt-es-sehr-wenig-Fremdenhass/story/16283148 |
Seite 1 von 1
Neuen Kommentar verfassen
Sie müssen als User, Newsletter-Abonnent oder Gönner von Vimentis oder bei Facebook registriert sein, um auf diese Seite zugreifen zu können. Bitte loggen Sie sich ein oder registrieren Sie sich kostenlos:| Auf Vimentis direkt einloggen.. | ... oder mit Ihrem Facebook-Account | |
Noch nicht registriert?
Registrieren Sie sich jetzt hier kostenlos.
Registrieren Sie sich jetzt hier kostenlos.



58%