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Ja zum Buch?

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Ja Nein

Die Befürworter der Buch­preis­bin­dung sind der An­sicht, dass mit die­sem Ge­setz nicht nur die Preise fal­len würden, son­dern auch die Viel­falt auf dem Buch­markt gewährleistet wer­den kann - als tref­fen­den Slo­gan benützen sie „Ja zum Buch“. Tatsächlich sind die vor­ge­brach­ten Ar­gu­mente aber rasch relativiert.

 

Güns​tigere Bücher

Tatsächlich würden einige Bücher - insbesondere Fach- und Nischenbücher - mit dem neuen Gesetz günstiger werden. Davon würden aber nur wenige profitieren. Hingegen würden die Preise für Bücher, welche sich gut verkaufen steigen - klassische Quersubvention. „Dan Brown‘s Sakrileg“ würde sich beispielsweise verteuern, während der Preis für „Zeitvariable Asset-Pricing-Modelle​ für den Aktienmarkt von Heiko Opfer“ fallen würde. Mit anderen Worten zahlen so die meisten Konsumenten mehr, während nur ganz wenig profitieren. Vereinfacht ausgedrückt wird Erfolg mit diesem Gesetz bestraft.

 

Vielfal​t

Die Vielfalt auf dem Buchmarkt ist auch ohne die Preisbindung gewährleistet. Heute kann man sein eigenes Buch im Internet für sehr wenig Geld produzieren lassen und veröffentlichen. Davon abgesehen gibt es die Möglichkeit sein Buch als eBook zu veröffentlichen, was nochmals Kostenersparnis bringt.

 

Anzumerke​n wäre auch noch, dass sich eine solche Buchpreisbindung wohl nicht gegenüber Versandhändlern aus dem Ausland durchsetzen liesse. Schlussendlich sind also die Buchhändler hierzuland die Leidtragenden, da sie den Preis nicht dem Markt anpassen können. Abgesehen davon sind solche staatlichen Marktmanipulationen eine absolute Unsitte und wenn wir beim Buch anfangen, wo machen wir dann weiter? Kaffeepreisbindung? Schokoladenpreisbindu​ng?

 

Wer also wirklich „Ja zum Buch“ sagen möchte, der soll an der Urne besser ein „Nein“ zur Buchpreisbindung einlegen.


Kommentare von Lesern zum Artikel

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32%
(19 Stimmen)
Severin Frohofer sagte Februar 2012

Wieso sollten Schweizer im Falle einer Annahme der Buchpreisbindung (wie sie das Parlament beschlossen hat) ins Ausland Bücher einkaufen gehen? Deutschland, Österreich und alle anderen europäischen Länder haben die Buchpreisbindung schon lange eingeführt. Also kann die BPB nicht so schlecht sein. Nur Grossbritannien hat das nicht gecheckt:

"Entgeg​en den Ankündigungen fielen die durchschnittlichen Buchpreise nach der Aufhebung der Preisbindung nicht, sondern stiegen um 7,5 Prozent. Der mittlere Taschenbuchpreis stieg auf umgerechnet rund zehn Euro und liegt damit über dem deutschen Niveau. Drastisch im Preis gefallen sind jedoch die Preise für die etwa achtzig Bücher, die als Bestseller gelten. Um das Geschäft mit diesen Bücher entbrannte sofort ein ruinöser Wettbewerb. […] Eine zusätzliche Folge dieser Entwicklung ist die weitere Reduzierung lieferbarer Titel. Während sich in Deutschland die Zahl der lieferbaren Titel der Millionengrenze nähert, ist die Zahl in Großbritannien auf 548 000 zusammengeschnurrt. Eine Verteuerung der Bücher mit Ausnahme der Bestseller, eine deutliche Reduktion der Buchvielfalt und eine Verschlechterung der Buchqualität - das sind die Folgen der Aufhebung der Preisbindung in England. ..." (Stuttgarter Zeitung, 2004!)


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83%
(30 Stimmen)
Rolli Anderegg sagte Februar 2012

Ich finde es sehr be­frem­dend, wenn unter dem Den­kmantel Kul­tur­gut , der Staat gleich alle Bücher im Han­del zum Kul­tur­gut erklären will, nur damit der Staat wie­der Preise fest­set­zen kann! Was Kul­tur ist und was nicht kann der Staat oh­ne­hin nur sehr schwer be­stim­men. Schon gar nicht wenn es um Li­te­ra­tur geht. Das hängt immer enorm vom Be­trach­ter ab. Und wel­ches Buch damit nun Kul­tur­gut und Kul­tur ist und wel­ches nicht, dass hat der Leser zu be­stim­men, über die Nach­fra­ge, Auf­la­gen­zah­len und die Re­son­naz auf ein Buch! Sonst kann wirk­lich jede Schund- und Schmu­del­li­te­ra­tu​r als Kul­tur­gut gelten!

Es ist falsch wenn hier der Staat mit einer Buchpreisbindung mitredet. Den so stehen hier viele Bücher und Autoren unter Heimat- und Artenschutz, dessen Titel eigentlich kaum Geld einbringen über einen offenen Markt, aber mit einer Buchpreisbindung ofmals subventiniert wird für Autoren und Verlage! Darum sollen die Bücher über den Markt bestimmt werden und nicht durch den Staat!!

In anderen Belangen mögen Subventionen und Preisbindungen einen Sinn machen. So z.B im ganzen Agrarbereich, weil es hier um die Versorgung mit Grundnahrungsmitteln geht, was überlebenswichtig ist und wir uns so wenig wie möglich darin vom Ausland abhänig machen lassen dürfen! Deshalb sind Subventionen und Staatshilfen gerechtfertigt wenn es um solche elementaren Dinge geht!

Die Bücher dagegen gehören nicht zu den Dingen die absolut lebensnotwenidig sind, ausser in der geistigen Musse. Bücher sind hier schlussendlich Genuss- und Luxusprodukte. Deshalb darf die Buchpreisbindung nicht reaktiviert werden! Die Buchpreisbindung ist auch nicht ein Teil vom Service Publique! Genau so wie eine staatliche Filmförderung total falsch ist!

Deshalb ein klares Nein am 11. März 2012 zur Wiedereinführung der Buchpreisbindung!!



http://www.vimenti​s.ch/dialog/readartic​le/der-leser-macht-ei​n-buch-zum-kulturgut-​und-nicht-der-staat/



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