Die Befürworter der Buchpreisbindung sind der Ansicht, dass mit diesem Gesetz nicht nur die Preise fallen würden, sondern auch die Vielfalt auf dem Buchmarkt gewährleistet werden kann - als treffenden Slogan benützen sie „Ja zum Buch“. Tatsächlich sind die vorgebrachten Argumente aber rasch relativiert.
Günstigere Bücher
Tatsächlich würden einige Bücher - insbesondere Fach- und Nischenbücher - mit dem neuen Gesetz günstiger werden. Davon würden aber nur wenige profitieren. Hingegen würden die Preise für Bücher, welche sich gut verkaufen steigen - klassische Quersubvention. „Dan Brown‘s Sakrileg“ würde sich beispielsweise verteuern, während der Preis für „Zeitvariable Asset-Pricing-Modelle für den Aktienmarkt von Heiko Opfer“ fallen würde. Mit anderen Worten zahlen so die meisten Konsumenten mehr, während nur ganz wenig profitieren. Vereinfacht ausgedrückt wird Erfolg mit diesem Gesetz bestraft.
Vielfalt
Die Vielfalt auf dem Buchmarkt ist auch ohne die Preisbindung gewährleistet. Heute kann man sein eigenes Buch im Internet für sehr wenig Geld produzieren lassen und veröffentlichen. Davon abgesehen gibt es die Möglichkeit sein Buch als eBook zu veröffentlichen, was nochmals Kostenersparnis bringt.
Anzumerken wäre auch noch, dass sich eine solche Buchpreisbindung wohl nicht gegenüber Versandhändlern aus dem Ausland durchsetzen liesse. Schlussendlich sind also die Buchhändler hierzuland die Leidtragenden, da sie den Preis nicht dem Markt anpassen können. Abgesehen davon sind solche staatlichen Marktmanipulationen eine absolute Unsitte und wenn wir beim Buch anfangen, wo machen wir dann weiter? Kaffeepreisbindung? Schokoladenpreisbindung?
Wer also wirklich „Ja zum Buch“ sagen möchte, der soll an der Urne besser ein „Nein“ zur Buchpreisbindung einlegen.



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