Jedes Kind hat Anrecht auf eine eigene Entwicklung und deshalb auch das Recht auf eine ihm passende Weise gefördert und ausgebildet werden können. Dies kann am besten erreicht werden, indem man erlaubt, dass sich Schulen dem freien Wettbewerb stellen und spezialisieren. Die heutige, angeblich integrative Schule räumt dem einzelnen Kind zuwenig individuellen Spielraum ein, stattdessen setzt sie auf sonderpädagogische Massnahmen, um Kinder zwanghaft einander anzugleichen.
Obwohl bereits heute Schulen versuchen, sich eigenständig zu positionieren, indem sie identitätsstiftende Leitbilder entwerfen, können bis anhin Eltern und Kinder nicht wählen, welche Schule oder welches Leitbild und Ausbildungskonzept ihnen am besten passt. De facto haben wir heute ein System, in dem der Staat den Eltern diktiert, welche Schule die richtige ist für ihr Kind. Eltern, denen dies nicht geheuer ist, müssen quasi per Fuss abstimmen und umziehen, hin zu einer ihnen genehmen Schule. Davon profitieren heute vor allem Reiche, welche es sich leisten können, in eine teure, heile Gegend zu ziehen. So ist es nicht weiter verwunderlich, wenn wohnhabendere Gemeinden am Zürichsee eine höhere Maturitätsquote aufweisen als einige vergleichsweise weniger wohlhabendere Gemeinden im Unterland.
Die Initiative für die freie Schulwahl löst dieses Problem. Neu haben alle die Chance, ihre staatlich oder privat geführte Schule zu wählen. Diese Wahlmöglichkeit wird die soziale Durchmischung von Schulen dynamisieren, denn neu wird nicht das Portemonnaie oder die Nationalität eine Rolle spielen, sondern die spezifischen Bedürfnisse des Kindes sowie der Eltern. Da die freie Schulwahl erst ab der vierten Klasse gelten würde, wird zudem sicher gestellt, dass alle Kinder ein Mindestmass an lokaler Sozialisierung in der lokalen Volksschule erhalten, dann aber frei wählen können, wo sie hinwollen, und sich so ihren Bedürfnissen entsprechen weiterbilden können.
Ich stimme der freien Schulwahl zu, da Wahlfreiheit zu mehr echter Durchmischung führt. Zudem ermöglicht die Wahlfreiheit einen gesunden Wettbewerb unter den Schulen, was sich wiederum positiv auf die Unterrichtsqualität auswirken wird.
Adrian Ineichen
Präsident Jungfreisinnige Stadt Zürich (JFZ)
Link:
Avenir Suisse (2012).
http://www.avenir-suisse.ch/17667/mehr-chancengleichheit-durch-freie-schulwahl/



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