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Kosten sparen durch gezielte Prävention

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Jährlich geben wir 61 Mil­li­ar­den Fran­ken für Ge­sund­heits-. bzw. Krank­heits­kos­ten aus, was im Ver­gleich zu an­de­ren Ländern ex­trem viel Geld ist. Jährlich stei­gen un­sere Krankenkassenprämien in die Höhe, was ge­rade für Men­schen des Mit­tel­stan­des zu­neh­mend pro­ble­ma­tisch wird.

Gründe dafür gibt es viele, eine zu grosse Anzahl an kostentreibenden Spitälern wird als Hauptfaktor genannt. Was der Schweiz gemäss OECD fehlt, ist einerseits ein verbreitetes und gut vernetztes Angebot an Grundversorgung (Hausärzte, Apotheken, etc.), andererseits eine eigentliche Präventionsstrategie.​ Die Strategie muss darin bestehen, durch gezielte Vorbeugung chronische Krankheiten zu vermindern und damit teure Krankenhausaufenthalt​e zu vermeiden.

Aus diesem Grund beraten die eidgenössischen Räte ein neues Präventionsgesetz, welches umstritten ist. Dass gewisse Ängste vor einem übertriebenen Präventionsapparat bestehen, ist verständlich. Allerdings wird mancherorts der Teufel an die Wand gemalt: Wer behauptet, mit dem Gesetz würde der obligatorische Pausenapfel eingeführt, hat die Vorlage offenbar nicht gelesen.

Ziel des Gesetzes ist in erster Linie Steuerung, Koordination und Effizienzsteigerung von Präventionsmassnahmen​. Mit dem neuen Präventionsgesetz soll das umgesetzt werden, was in den letzten Jahrzehnten erforscht wurde, und was als effizient Gesundheitsfördernd herausgeschält wurde. Unser heutiges Präventionssystem ist zersplittert: Viele machen viel Gutes aber kaum jemand koordiniert das Gute.

Von den 61 Milliarden Franken Gesundheitskosten investieren wir gerade mal 2,3 Prozent in die Prävention. Dies ist im Vergleich zu anderen Ländern wenig. Mit dem neuen Präventionsgesetz geben wir nicht mehr Geld aus, sondern setzen das vorhandene Geld gezielter ein. Gleichzeitig bleiben die Kantone bei der Umsetzung autonom.

Selbstveran​twortung ist und bleibt ein wichtiger Grundsatz im Gesundheitswesen. Gleichzeitig ist bekannt, dass Investitionen in die Prävention die Leistungsfähigkeit der Gesellschaft und die Arbeitsfähigkeit der Bevölkerung stärken.

Wer nein sagt zum Präventionsgesetzt, kapituliert vor einem enormen Kostenanstieg, der unser Land seit Jahren belastet. Investieren wir lieber wenige Mittel in die Prävention, als dass wir grosse Kosten für Krankheiten generieren. Deshalb: Ja zum Präventionsgesetz.


Kommentare von Lesern zum Artikel

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94%
(17 Stimmen)
Benedikt Jorns sagte Januar 2012

Prävention ist gut. Ich stimme Ihnen, Frau Schmid-Federer, in jeder Hinsicht zu. Ob letztendlich damit Kosten eingespart werden können, weiss ich nicht. Wichtiger ist mir der zu erwartende positive Einfluss auf die Volksgesundheit.

Ob Managed Care die Gesundheitskosten reduzieren wird, bezweifle ich sehr. Diese Form der ärztlichen Betreuung hat Vor- und auch Nachteile. Fachärzte haben in ihrem Bereich grosse Erfahrung, sind bestens ausgerüstet und arbeiten effizient. Oftmals ist es offensichtlich, welcher Spezialist für eine Behandlung gegeben ist. Probleme mit der Haut, den Ohren, der Nase, dem Hals, dem Rücken, den Gelenken, den Augen, den Hirnfunktionen und vielem mehr gehören nicht zum Hausarzt. Oftmals arbeitet dieser, falls er versucht, die Behandlung selbst vorzunehmen, weniger effizient und manchmal zögert er leider zu lange, seinen Patient an den Facharzt zu überweisen. Insgesamt dürften die Gesundheitskosten ähnlich hoch sein wie heute. Allerdings bringt erfahrungsgemäss jede Systemänderung Mehrkosten, da hier und dort bei der Rechnungsstellung noch ein "Nachholbedarf" entdeckt wird.

Kosten sparen und gleichzeitig die Volksgesundheit heben können wir in vielen Bereichen am besten durch gut organisierte Reihenuntersuchungen.​ Z.B. die Bekämpfung von Tuberkulose war so äusserst effizient und erfolgreich.

Eine weitere Möglichkeit zur Kosteneinsparung sehe ich in einer neuen Rollenaufteilung zwischen Arzt und Apotheke. Mit überblickbarem Aufwand lässt sich die Apothekerin/der Apotheker zusätzlich so ausbilden, dass sie/er die einfachen Fälle der medizinischen Versorgung und Beratung vornehmen kann. Diese Tätigkeit lässt sich heute effizient unterstützen durch Ferndiagnosen und Beratungen eines Ärzteteams mit den modernen Übertragungsmitteln der Informatik.


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88%
(17 Stimmen)
Thomas Fahrni sagte Januar 2012

Vorbeugende Massnahmen, um unerwünschtes Ereignisse oder Entwicklungen zu vermeiden, sind kostengünstig und vermeiden gerade im Gesundheitsbereich so manches Leiden. Da aber das eigene Wohlbefinden eine Privatangelegenheit ist, in der der Staat nichts zu suchen hat, bezweifle ich, dass man mit Gesetzen die Betroffenen zu Verhaltensänderungen bewegen kann. Das Appellieren an den gesunden Menschenverstand greift aber offensichtlich auch nicht.

Wie Sie richtig erwähnen, muss die Selbstverantwortung ein wichtiger Grundsatz im Gesundheitswesen sein. Wenn man den Gedanken zu Ende führt, muss konsequenterweise auch eine «Bestrafung» erfolgen, wenn diese Verantwortung nicht übernommen wird. Dies kann auf verschiedenen Ebenen erfolgen: Höherer Selbstbehalt, Ablehnung der Kostenübernahme etc. Bleibt die Frage wer den Massstab festlegt, ab wann und wie hart solche Massnahmen zu greifen haben und was mit den Fällen passiert, die nicht in der Lage sind Selbstverantwortung zu tragen. Spätestens hier dürften die Meinungen soweit auseinanderdriften, dass eine Einigung nicht zustande kommt.

Die Aussage «Wer nein sagt zum Präventionsgesetzt, kapituliert vor einem enormen Kostenanstieg», greift etwas zu kurz. Wie bei allen Systemen wirken unterschiedliche Komponenten ineinander und beeinflussen sich gegenseitig. Auf der selben Basis könnte man auch argumentieren, dass ein Anheben der minimalen Grundpauschale auf CHF 1500 / Jahr präventiven Charakter hat und damit die Kosten senken wird. Dabei würden aber andere Nebeneffekte entstehen, die vermutlich einfach eine Verlagerung der Kosten (zum Beispiel ins Sozialwesen) bewirken.



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57%
(14 Stimmen)
Heinz Mahler sagte Januar 2012

Weniger Stress beim Arbeiten,Pendeln und somit Einschränkung der Zuwanderung muss auch in betracht gezogen werden.
Der Pausenapfel war bei uns freiwillig, ich war dankbar. Leider fehlte der Tee dazu. Aber immerhin ein Anfang.


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53%
(17 Stimmen)
Christoph Reuss sagte Januar 2012

Vor allem bräuchte es Prävention gegen Massenimmigration (von Sanierungs"patienten​" und raffenden PFZ-Ärzten), um die Kostenexplosion zu stoppen. Aber da ist die CVP ja auf dem Holzweg...



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45%
(11 Stimmen)
Arne tvedt sagte Januar 2012

Prävention ist gut, aber muss es gleich en Gesetz sein ? Ein Gesetz heisst kodifizieren, Ausführungsbestimmung​en erlassen, einen Verwaltunsapparat zur Durchführung, zur Überwachungen aufbauen, ggf auch Fehlverhalten sanktionieren, dem Bürger vorschreiben was nun gut und weniger gut sei ... Ein Mehr an Gesundheit - vielleicht - aber ein Verlust an Freiheit und Autonomie und ein Mehraufwand bei der verwaltung .... Ob die Rechnung am Ende aufgeht ? Aufklaärung ja (was ist eine gesunde Lebensführung), finanzielle Anreize ja (die Krankenkasse zahlt einen Beitrag ans Fitnesszentrum) warum auch nicht, aber mehr als das ? Muss das sein und bringt das was ?


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