Spätestens mit 15 Jahren im Amt galt Leuenberger als so genannte „Lame Duck“. Vielerorts war bekannt, dass in seinen Dossiers nichts mehr lief. So droht etwa der Schweiz eine riesige Versorgungslücke im Energiebereich, aber sein Bundesamt wirkt vorerst unbesorgt. Das Fluglärm-Dossier mit Deutschland scheint nach den Misserfolgen ebenfalls in der Schublade zu verstauben. Ganz zu schweigen von der Eisenbahnstruktur der Schweiz: Hier werden schon lange keine Visionen mehr entwickelt, sondern nur vor allem so genannte Pflästerlipolitik gemacht.
Die jungfreisinnigen sehen sich in ihrer Forderung bestärkt, dass die Amtszeit von Bundesräten zu beschränken ist. Die Gefahr ist zu gross, dass die Bundesräte nach einigen Jahren Amtsmüde werden und ihre Dossiers nicht mehr mit dem gleichen Elan in Angriff nehmen. Wer in einem Bereich beispielsweise vier Revisionen mitgemacht hat, wird die fünfte nicht gleich schwungvoll und vor allem nicht mehr unvoreingenommen in Angriff nehmen.
Zudem tut dem Gremium eine stetige Erneuerung gut. Daher wünschen sich die jungfreisinnigen, dass Bundesräte maximal zwei Mal wiedergewählt werden können. So gehen die Dossiers in frische Hände und zu einem frischen Kopf, der neue Aspekte einbringt. Zudem kann sich das Team des Bundesrates mit einer ständigen Erneuerung auch immer wieder besser finden. Sesselkleber allerdings blockieren – wenn sie mit wichtigen und dringenden Dossiers betraut sind, ist der Schaden umso grösser.



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