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Lieberman zu Besuch- wir erinnern uns: Kritik durch Boykott?

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Wer die Politik Israels kritisiert, muss wissen, dass auf ihn harte Kritik einhagelt. Meistens wird einem Nazismus oder Antisemitismus vorgeworfen. Dabei wird oft der Staat Israels mit den Juden gleichgesetzt. Israel kritisieren heisst dann plötzlich Juden kritisieren.
 
Die BDS-Kampagne hat kurz wieder Schlagzeilen geliefert. Inhalt der Kampagne ist, Produkte, welche aus Israel kommen nicht zu kaufen. Warum? Viele dieser Produkte werden von Israel auf besetztem Gebiet produziert, wie z.B. Früchte aus dem „Jordan Valley“, das im Westjordanland liegt, den Palästinensern gehört und israelisch besetzt ist. Dies ist gemäss dem 4. Protokoll der Genfer Konventionen völkerrechtlich verboten und zwar überall auf der Welt. Wer sich nicht daran hält, wird von der Völkergemeinschaft angeklagt. Ausser Israel.
 
Der Boykott dieser Produkte hat aber nichts zu tun mit dem Spruch „Deutsche kaufen nicht bei den Juden“ aus der Nazi-Zeit. Dies war ein Boykott deutscher Juden, welche ein ganz normales Geschäft führten in Deutschland. So kaufen alle, welche den Boykottaufruf der BDS unterstützten bei Juden in der Schweiz ein. Ich kaufe zum Beispiel seit Jahren bei Manor ein, obwohl ich weiss, dass diese Kette von Juden geführt wird.
 
Und ich weiss auch, dass die Mehrheit der Juden in der Schweiz die israelische Regierung genauso wie ich kritisiert. Denn das Judentum, die jüdische Kultur kann die Apartheidpolitik der israelischen Regierung nicht unterstützen. Sie gilt zwar als monotheistisch, nimmt aber in den meisten Strömungen andere Religionen ernst und ist ihnen gegenüber sehr tolerant. Doch diese Menschen werden genau gleich von einer kleinen, aber lautstarken Minderheit von Juden massivst desavouiert und als Verräter dargestellt. Diese Minderheit zusammen mit einer kleinen Minderheit von Evangelikalen sind die Kampagnenführer. Ausgerechnet die Evangelikaler, welche das Buch der Apokalypse als Bedienungsanleitung nehmen, welches verheisst, dass eines Tages alle Juden sich in Israel einzufinden haben, um zum Christentum bekehrt zu werden, damit endlich der Tempel Salamons wieder zur Erde führe. Ob das die richtigen Verbündeten sind?
 
Man kann sich darüber streiten, ob Boykotte sinnvoll sind. Jedoch eins ist bemerkenswert: Als ich aufrief Sri Lanka und Libyen zu boykottieren, war dies kein Thema in der Öffentlichkeit.

Kommentare von Lesern zum Artikel

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30%
(10 Stimmen)
Heinz Mahler sagte May 2012

ich denke religiöse Inhalte haben in der Politik nichts zu suchen. Jedenfalls kann man beim Israelkonflikt nicht auch noch religiösen Dogmen Beachtung schenken um zu einer Lösung kommen zu können. Deshalb halte ich die Ausschweifung zur religiösen Geschichte und Tempel Salomons nicht nur fehl am Platz, solches Geschwätz machen sämtliche Bemühungen zunichte und man muss ins leere laufen.
Mich nimmt auch mal wunder wo Boykotte geholfen haben Konflickte zu lösen. So viel ich weis wurden über Umwege Maschinen aus den USA in den Iran exportiert, Deutschland hält oder hielt sich an das Embargo. Also was bringt es ?

Beim Problem in Sri Lanka wird die CH Asylpolitik indirekt wesentlich beteiligt gewesen sein das Menschen getötet wurden. Zumindest teilweise nachweisbar.


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45%
(11 Stimmen)
Heinz Mahler sagte May 2012

Ich hoffe nur dass unsere Regierung nicht einen Handelsparntner mit nicht durchsetzbaren Forderungen vergrault. Israel ist zusammen mit ihrem Papi USA einfach ein paar Nummern zu gross, auch bestehen Interessenkonflikte seitens Israel das der Schweiz nicht förderlich sein kann.


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51%
(55 Stimmen)
Kurt Anton Brugger sagte April 2012

Herr NR Müller, Ich habe grosse Mühe mit Ihnen. Angesichts der immensen Probleme die in der Schweiz einer Lösung harren, verzetteln Sie sich in der Nahost-Politik. Erzählen uns, was wir in jeder Berichterstattung in den Medien erfahren können, und dies erst noch einseitig, nicht neutral, zurecht gebogen nach Ihrem eigenen Gusto. Ich gehe davon aus, dass die Reise welche Sie zusammen mit NR Vischer in den Nahen Osten getätigt haben, von den Schweizer Steuerzahlern finanziert wurde. Dazu gebe ich Ihnen nachstehend meine persönliche Meinung bekannt:

1. Die Schweiz ist ein neutraler Staat. Als Mitglied des schweizerischen Parlaments (auch wenn Sie als Privatperson anders denken), haben Sie sich den Grundsätzen dieser neutralen Haltung unter zu ordnen.
2. Wenn Sie aufgrund Ihrer ideologisch-politisch​en Haltung und aus Nähe zu jener der Palästinenser (Sie singen mit ihnen zusammen die sozialistische Internationale) glauben, den Staat Israel der Apartheid bezichtigen zu müssen, dann haben Sie sich masslos überschätzt (wenn es endlich gelingen sollte zwischen Palästina und Israel Frieden zu erwirken, dürfte dies wohl eher Sache der Weltgemeinschasft sein, und nicht des Geri Müller),der Parteinahme schuldig gemacht (nota bene für ein Volk das dem Terrorismus huldigt, Al Fatach, Hamas), gegen die international anerkannte Neutralität der Schweiz verstossen und damit auf der politischen Weltbühne, bei all jenen die sich seit Jahren um Frieden bemühen, wohl eher ein unverständiges Kopfschütteln bewirkt.
3. Es ist zwar richtig, dass Israel (im Kontext der Geschichte seit der Staatsgründung) eine unnachgiebige Haltung zeigt. Ich vermisse in Ihrem Kommentar folgende Tatsachen: 6-Tage Krieg mit dem Ziel den Staat Israel auf der Weltkarte auszuradieren, jahrelange und permanente Bedrohung durch die Terroristen (der Al Fatah) mit täglichen Anschlägen auf die israelische Zivilbevölkerung, dasselbe gilt für die Hamas (inkl Beschuss mit unzähligen Raketen). Die verbale Bedrohung durch den iranischen Präsidenten, bei jeder sich bietenden Gelegenheit. Die strategische und taktische Bedrohung durch A-Waffen dieses Gottes-Staates. Die permanente Bedrohung durch Syrien, samt Unterstützung der palästinensischen Terroristen mit Waffen und Ausbildungs-lagern.
4. Wer als schweizer Parlamentarier glaubt, er müsse hier Stimmung machen gegen Israel, der hat nicht begriffen für was er vom Schweizervolk gewählt wurde.

Nein, Herr NR Müller (gilt auch für Ihren Kollegen NR Vischer), die nationale Politik hat jede Menge Baustellen. Wir brauchen keine NR, die sich berufen fühlen, im Nahen Osten durch Diffanierung des Staates Israel den Frieden erzwingen zu wollen. Solange Israel von den umliegenden Staaten (dazu gehören auch die Palästinenser) nicht in Ruhe gelassen wird, in einer Art Kaltem Krieg Bedrohungen und hinterhältige Attaken zum current normal gehören, kann der (auch von den Israelis) längstersehnte Frieden nicht Einzug halten.


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54%
(26 Stimmen)
Hammond Winton sagte April 2012

Geri Müller: "Wer die Politik Israels kritisiert, muss wissen, dass auf ihn harte Kritik einhagelt. [...]"

Dies kommt darauf an, ob der Geri Müller die gleichen Masstäbe für die Beurteilung von Israel ansetzt, wie dass der Geri Müller auch bei den meisten anderen Staaten macht. Hyperkritisches Getue und die Israelis als einzige mit dem perfekten moralischen Menschen zu vergleichen geht hingegen schwer in Richtung doppelte Standards anwenden bzw. Antisemitismus.

Al​s Anschauungsbeispiel: 16. April 2012
Der "Friedensaktivist" Andreas ignoriert mehrmalige Aufforderungen, die Sperre zu verlassen. Er und seine Kollegen wollen jedoch die Sperre durchbrechen und verletzten dabei u.a. den Offizier Eisner. Daraufhin macht das Gesicht von Andreas Bekanntschaft mit einem Gegenstand.
Wenn hier der Westen nun Eisner, die IDF oder Israel kritisiert, dass dies überzogen sei, dann ist dies eine Beurteilung nach doppeltem Standard. Man dafür vergleiche nur die Behandlung, welche dieser Andreas in seinem Heimatland Dänemark erhalten hätte: "Copenhagen: Unarmed Protesters Beaten By Police" www.youtube.com/watch​?v=IpeiNso-Lqw
Hier ist die passende Entschuldigung an Andreas, dass er nicht die gleiche "Behandlung" bekam wie in vielen anderen westlichen dafür üblich:
"The Tribal Update makes Danish ISMers an offer they can't refuse"
www.youtube​.com/watch?v=08d-vMta​aiY

Was es hier aber zu kritisieren gibt, ist die Vorverurteilung & Behandlung von Lt. Col. Eisner durch den Verteidigungsminister​ Ehud Barak und IDF-Stabschef B. Gantz.


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61%
(31 Stimmen)
Hammond Winton sagte April 2012

... und wann ruft Geri Müller zum Boykott von Iran auf? Oder gefällt ihm dort die Behandlung, welche Homosexuelle erhalten?!
"Iran reportedly hangs gay man"
"Leading ayatollah says homosexuals worse than dogs and pigs; gay activists says actions remove Iran from community of civilized nations." -jpost.com 04/29/2012
www.jpost​.com/MiddleEast/Artic​le.aspx?id=267868&R=R​3


Kümmert sich Geri Müller wirklich um die Jordanischen "Palästinenser", oder mag er nur Abbas & Hamas? Hat er sich schon geäussert, ob ~1.6 Jordanischen "Palästinenser" die jordanische Staatsbürgerschaft zu entziehen im Einklang mit dem Völkerrecht steht?

"The daily also quoted the Jordanian newspaper al-Arab al-Yawm in which Jordanian government officials in Amman said the decision to revoke Jordanian citizenship will affect some 1.6 million Jordanians of Palestinian origin."
www.upi.co​m/Top_News/World-News​/2012/04/12/Jordan-to​-revoke-citizenship/U​PI-88371334231111/



Wann kritisiert der "Nahostexperte" Geri Müller folgende Aussage von Mufti Muhammad Hussein von Anfangs 2012: `Töten von Juden ein religiöses Ziel des Islam´
http://www.ha​olam.de/index.php?sit​e=artikeldetail&id=76​74


Und wann äussert sich der "Nahostexperte" Geri Müller zu diesen Verhaftungen von Journalisten und Facebook-Benutzer durch die Palästinänsiche Autonomiebehörde?
"​PA arrests man for Facebook anti-corruption drive", jpost 04/07/2012
www.jpost​.com/MiddleEast/Artic​le.aspx?id=265181
"​PA arrests another reporter over Facebook post", jpost 04/03/2012
www.jpost​.com/MiddleEast/Artic​le.aspx?id=264567

​Wann gibt es dazu Antworten, Herr Geri Müller?


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58%
(26 Stimmen)
Manfred Eberling sagte April 2012

Ein "schwarzes Brett" (von mir aus auch eine schwarze Liste) über alle Völker der Erde, die sich nicht nach ethischen Regeln verhalten, wäre sinnvoll. Da dürfte auch keine Rücksicht auf ein auserwähltes Volk, oder auf die Grösse seines Landes und schon gar nicht auf seine Bodenschätze oder sein BIP (Bruttosozialprodukt)​ genommen werden!


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65%
(31 Stimmen)
werner witschi sagte April 2012

Sehr geehrter Herr Müller
Für mich das Wichtigste ist darüber sprechen zu können, über das Land Israel. So wie wir auch über Italien, Deutschland, Nordkorea, über jedes Land der Welt auch sprechen. Darüber sprechen und auch Kritik üben.
Ob die Schweiz nun klein ist oder nicht, spielt da keine Rolle. Wir sind ja neutral. Unsere Stimme wird da schon gehört, aber zuerst müssen wir zurückfinden, dass wir uns eben auch äussern, dies stellvertretend eben durch Bundesbern.


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33%
(39 Stimmen)
Anton Keller sagte April 2012

Es wäre schön, wenn sich Geri Müller der nationalen Politik widmen würde. Die Energiewende steht bevor und ein Beitrag der Grünen wird erwartet.


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43%
(44 Stimmen)
Thomas Steffen sagte April 2012

Sehr geehrter Herr Müller,

Ihr Einsatz für die Palästinenser ist vorbildlich und mutig. Jedoch, wie Herr Zimmermann richtig erwähnt, hat die Schweiz sehr wenig Einfluss auf das Geschehen im Nahen Osten und speziell auf Israel.

Will man in Israel etwas ändern, muss man sich an die USA und Russland wenden. Dort sitzen nämlich die Entscheidungsträger für dieses Land und nicht in Tel Aviv.

Ich bin jedoch nicht ganz Ihrer Meinung was die Juden in der Schweiz angeht. Ein richtiger Jude (nicht einer der nur der Arbeit wegen einer ist) ist sehr stark mit Israel verbunden. Schon fast fanatisch. Ich glaube nicht, dass ein gläubiger Jude in der Schweiz Israel auch nur im Ansatz verurteilt. Oeffentlich vielleicht - wenns dem Geschäft nützt - privat, ganz sicher nicht.

Das Dilemma der Palästinenser ist nicht unbedingt Israel, sondern der Mangel an Zusammenhalt der Staaten im Nahen Osten. Syrien ist ein gutes Beispiel: wie lange hats gedauert bis sich die Nachbarstaaten endlich aktiv gegen das Regime aussprachen ?

Leider wird man, wie Sie schon sagen, oft als Antisemit dargestellt wenn man die Juden kritisiert. Jedoch sind die Juden selber in Sachen Fremdenfeindlichkeit auch nicht gerade Sonntagskinder.
http​://www.myvideo.ch/wat​ch/7898653/Juedischer​_Fremdenhass_und_ihre​_Ueberlegenheitheitsg​efuehle


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44%
(62 Stimmen)
Max Zimmermann sagte April 2012

Geri Müller ist erst der zweite Schweizer Politiker, der es wagt, das auszusprechen, was viele Menschen beschäftigt. Die Politik Israels gegenüber den Palästinensern ist schlimm und arrogant. Unter dem Vorwand der Selbstverteidigung wird einfach fremdes Land okkupiert. Schon Jean Ziegler hat sich seinerzeit so geäussert und entsprechend Kritik einstecken müssen. Interessant ist die Tatsache, dass sich ausgerechnet zwei Politiker aus dem linken Lager an das heisse Thema wagen. Vielleicht fürchten sich "bürgerliche" Politiker vor einem möglichen Wink mit dem Zaunpfahl und zwar aus den USA und nicht einmal Israel. Leider hat die Schweiz kaum eine Möglichkeit mehr, auf die Ungerechtigkeiten im Nahen Osten massgebend einwirken zu können. Standfeste und überragende Diplomaten fehlen uns.


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