Vor rund hundert Jahren war die Bevölkerung der Schweiz durchschnittlich sehr arm. Die Leute hatten zu wenig zu essen, wichtige Grundbedürfnisse waren nicht gedeckt. Die Menschen waren demzufolge unzufrieden. Mit steigender Wirtschaftsleistung verbesserte sich diese Situation. Denn der zunehmende materielle Wohlstand ermöglichte es Grundbedürfnisse zu decken und die Zufriedenheit stieg. Damit lernte man: Wirtschaft ist wichtig und Wirtschaftswachstum führt zu Verbesserung.
Heute ist die Situation anders. In der Schweiz leiden kaum mehr Menschen an Essentiellem. Die Grundbedürfnisse sind gedeckt. Eine weitere Verbesserung des materiellen Wohlstands bringt höchstens eine kleine Verbesserung an Zufriedenheit. Hingegen leiden die Menschen heute zunehmend an den Symptomen von Stress am Arbeitsplatz. Zudem verwenden wir zu viel Zeit für die Arbeit. Wenn wir im hohen Alter auf dem Sterbebett liegen, werden wir wohl kaum sagen: „Ich hätte mehr arbeiten sollen“. Statt dessen werden wir sagen: „Ich hätte mir mehr Zeit nehmen sollen für Freuende und Familie“.
Deshalb ist es an der Zeit sich vom Paradigma „Wirtschaft ist das Wichtigste“ zu lösen. Selbstverständlich ist die Wirtschaft nach wie vor wichtig. Für das Wohlbefinden ist jedoch auch verfügbare Zeit und Stress wesentlich. Genau deshalb macht es Sinn am 11. März ein Ja zur Ferien-Initiative einzulegen. Denn die Initiative will sechs Wochen Ferien für alle und schafft somit ein besseres Gleichgewicht zwischen Wirtschaft und Freizeit.



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