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Mindestlohn [...] wer denkt an die Landwirtschaft?

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Ich bin ein Sohn eines Gemüsegärtners und hatte auch das Vergnügen als Kind im hei­mi­schen Be­trieb mit­zu­ar­bei­ten. Trotz­dem bin ich kein klas­si­scher Bau­ern- und Land­wirt­schafts­ver​­tre­ter.

Wir haben, obwohl die Saläre in der Landwirtschaft für schweizer Verhältnisse tief sind, die höchsten Löhne in Europa. Schon heute ist der bezahlte Lohn rund 9x höher als der Mindestlohn in Rumänien (Standart für die Landwirtschaft). Selbiges gilt auch für Deutschland, das mit rund 4 Euro auch nicht gerade der Renner ist.

Sollte der Mindestlohn kommen, würden die Löhne in der Landwirtschaft massiv ansteigen – mit fatalen Folgen! Diese Mehrkosten könnten nicht auf dem Konsumenten abgewälzt werden, das Schweizer Gemüse oder Früchte wie Schweizerfleisch würde zu teuer werden.

Die Bauern und vorallem die Gemüsegärtner müssten noch mehr Rationalisieren oder den Betrieb einstellen. Normales Gemüse nicht Bio währe zu teuer. Mit einem Mindestlohn von CHF 4'000.-- in der Landwirtschaft können sich nur noch die obere Mittelschicht Schweiz​erprodukte leisten.

Da die Schweizer Landwirtschaft schon heute sehr gut technisiert ist, könnten keine oder nur kleine Einsparungen getroffen werden. Kurz: Mit dem Mindestlohn würde die Lebensmittelproduktio​n zu teuer und zu unerschwinglicher werden, für die Heimische Konsumenten sowie für den Export.


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Kommentare von Lesern zum Artikel

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Heinz Mahler sagte Mai 2012

Bei der Landwirtschaft sehe ich das etwa gleich wie in der übrigen Industrie, es gibt ja kaum noch Webereien, Schneiderreien, Schuhmacher usw. trotz dem eine Jeans im laden schnell Fr. 100.- kostet. Gedruckt wird ja auch schon in China, und Arbeitnehmer durch ganz Europa herumgeschikt. Warum soll es für Landwirte aus rein sentimentalen Gründen es Ausnamen geben ?


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Heinz Mahler sagte Mai 2012

Bezüglich Behindertenwerkstätte​n sind diese nicht wirtschaftlich, diese kosten den oder die Kantone und IV pro Tag zwischen 70-140 Franken im Tag pro Arbeitsplatz. Das ist natürlich kantonal unterschiedlich, in manschen Kantonen erhielt der Arbeitgeber auch mal 2000-3000 Franken pro Monat wenn er einen IV Rentner beschäftigte. Egal wie Produktiv die Person war.


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Sägesser Barbara sagte März 2012

Interessanter Beitag, Herr Merkli. Scheint, dass man betr. Mindestlohn je nach Gebiet doch noch genauer hinschauen muss. Doch könnte es nicht sein, dass Dank "höheren Subventionen" dann Steuererhöhungen anstehen, wenn diese Lohnkosten nicht direkt an den Konsumenten abgewälzt werden sollten? Wieviele Bauern genau, würde dies denn betreffen, sind heute unter dem Mindestlohn? Denke dank zumindest teilweise Eigenversorgung dank Garten und Tierhaltung müssen zumindest Bauern nicht die gleiche Menge im Geschäft einkaufen wie andere. Oder irre ich mich da? Wie auch immer, mehr Geld im Portemonnaie = grössere Konsumsmöglichkeiten,​ was wieder um die Wirtschaft ankurbeln könnte....


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