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Dem da­ma­li­gen Jus­tiz­mi­nis­ter war es nicht ganz ge­heu­er, als wir vor sechs Jah­ren mei­nen Swiss­ness-Vor­stoss be­rie­ten. Er emp­fahl ihn «trotz der fast un­heim­li­chen Har­mo­nie zwi­schen Frau Fetz und mir» zur An­nah­me.

Das Image, das bei «Swiss made» mitschwingt, ist Geld wert. Sehr viel Geld. Konsument/innen sind bereit, für solche Produkte 20 bis 50 Prozent mehr zu bezahlen. Das sind Milliarden. Es geht um handfeste, berechtigte Interessen des Werkplatzes Schweiz. Gleichzeitig geht es um ebenso handfeste Interessen der Konsument/innen: Wo «Schweiz» draufsteht, soll auch «Schweiz» drin sein.Aber die Juristerei ist bekanntlich dort am Schönsten, wo sie gegen den Wahnsinn hin ausfranst. Ist das Fleisch eines Schweizer Rindes auch dann Schweizer Fleisch, wenn das Tier nicht nur rein schweizerisches Futter erhalten hat? Ist ein Schweizer Brot auch dann ein Schweizer Brot, wenn ausländische Hefe den Teig aufgehen liess? Darf ein Glöpfer (Cervelat) schweizerisch sein, da er doch in hundertprozentig ausländische Tierdärme abgefüllt wird?

"Je verarbeiteter ein Produkt, desto grosszügiger sollten die Toleranzen beim Rohstoff sein – falls immer noch deutlich mehr als die Hälfte der Roh-stoffe von hier sind, deutlich mehr als die Hälfte der Gestehungskosten in der Schweiz anfallen und die eigentliche Produktion hier stattfindet"

Das sind Extrembeispiele. Aber sie zeigen das Problem: In einer vernetzten Welt sind einfache Lösungen allenfalls am Stammtisch möglich. Und nicht in der Wirklichkeit. Hier erwartet niemand in hochveredelten Produkten wie den Luxemburgerli oder industriell gefertigten Erzeugnissen wie Aromat ernstlich 100 Prozent Schweizer Rohstoffe. Niemand kommt auf die Idee, in Basler Läggerli 100 Prozent Basler Honig zu erwarten. Ich habe deshalb bei der bundesrätlichen Vorlage eine zusätzliche Kategorie beliebt gemacht. Motto: Je verarbeiteter ein Produkt, desto grosszügiger sollten die Toleranzen beim Rohstoff sein – falls immer noch deutlich mehr als die Hälfte der Rohstoffe von hier sind, deutlich mehr als die Hälfte der Gestehungskosten in der Schweiz anfallen und die eigentliche Produktion hier stattfindet.

Die vorberatende Kommission kam nach drei Beratungsjahren zum selben Schluss: Sie hat die «stark verarbeiteten Lebensmittel» ergänzt. Das dürfte ganz im Sinne einer der Töchter des damaligen Justizministers sein: Mit ihr habe ich damals ebenfalls über die Vorlage gesprochen und Einiges gelernt. Sie produziert unter anderem Läggerli.

Nur mit ihrem Vater bin ich nicht mehr einig: Der damalige Justizminister heisst Christoph Blocher, und im Nationalrat hat er die Swissness-Vorlage in der Gesamtabstimmung abgelehnt. Schade. Denn der Wirtschaftsplatz Schweiz braucht mehr Schutz seines wichtigsten Trumpfes: der Schweizer Qualität.

 

 

 

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Die Gegenposition von Kurt Fluri finden Sie bei Statements unter: http://www.sta​tements.ch/schweiz/sw​issness-for-business/​ 


Kommentare von Lesern zum Artikel

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80%
(5 Stimmen)
David Mayer sagte June 2012

Bravo!


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83%
(18 Stimmen)
Daniel Ryder sagte June 2012

Der grosse Lug von Swiss Made, den gerade 10% eines Produktes muss in der Verbindung mit der Schweiz sein um das Label Made in Swiss zu erhalten!


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84%
(19 Stimmen)
Heinz Mahler sagte June 2012

Swiss made ist nur noch Etikettenschwindel, habe mir eine Schweissgerät gekauft und beim Vergleichen festgestellt das einer in der Schweiz behauptet das sie der Hersteller dieser Geräte seien. Dabei klebt der einfach sein Label auf das Gehäuse und verkauft das zum doppelten Preis als wenn man es bei einem Händler in Deutschland kauft.

Besonders genervt hat mich aber schon das bei meiner Uhr eines sehr bekannten (Swiss Made) Hersteller/Faker. Nicht nur das die Qualität nicht stimmt (ist nach 2 Jahren kaput), sondern das praktisch alle Komponenten aus Fernost und Frankreich kommen.


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86%
(14 Stimmen)
Heinz Mahler sagte June 2012

Swiss Made kennen wir ja inzwischen auch oft als Plagiat. Besonders in der Uhrenbranche feststellbar wo die komplette Uhr aus Fernost kommt und in der Schweiz einfach eine Hauchdünne Goldlünette aufgeklebt erhält um dies legal als Swiss Made zu deklarieren können.



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86%
(22 Stimmen)
Kurt Anton Brugger sagte June 2012

Guten Tag Frau Fetz, für einmal bin ich ganz auf Ihrer Linie. Schweizer Qualität hat weltweit einen guten Ruf, und fast bei allen Prdoukten, speziell auch bei den Lebensmitteln ist der Konsument bereit einen höheren Preis zu zahlen.

Schon in den zwischen Kriegsjahren des letzten Jahrhunderts, wurde "Schweizer-Qualität​" beworben (mit dem Emblem der Armbrust) und konsequent sind Produkte mit der Armbrust, in bester Qualität verkauft worden. Auch im Binnenmarkt, gegen die damals schon billigere Konkurrenz aus dem Ausland, ist der Verkauf von einheimischen Produkten mit der Armbrust gefördert worden. Sicher ist der gute Ruf von CH-Produkten im Ausland, begründet in der damaligen konsequenten Weise der Vermarktung.

Insbesondere im Foodbereich für Genussprodukte (Backwaren, Käsespezialitäten, Fleischwaren ua)braucht es dringend eine Reglementierung, damit der Begriff "Swissness" sich als Qualitätsbegriff etablieren kann (genau wie damals das Emblem der Armbrust). In diesem Sinn ist die Politik sicher auf dem richtigen Weg. Das Piece de resistance wird aber die langfristige Umsetzung und Kontrolle sein.


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33%
(12 Stimmen)
J. Nyffeler sagte June 2012

Sehr geehrte Frau Fetz
Sie können mich gerne etwas persönliches Fragen.
Abee über Vimentis Bitte
Freundliche Grüsse



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20%
(20 Stimmen)
J. Nyffeler sagte June 2012

Beitrag von Anita Fetz SP

Sehr geehrte Frau Fetz.
Für mich als Konsumentin gilt ganz klar, was in der Schweiz produziert wird, ist für mich auch Schweiz drin.
Egal, woher der Rohstoff kommt.
Lindt und Sprüngli, habe ich bereits schon "Boikottiert".


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