Wirtschaft > Industrie, Produktion, Handel,

Multis: Machtmissbrauch und Fehlverhalten bekämpfen!

Artikel weiterempfehlen



Stimmen Sie dem Artikel zu?
Ja Nein

Multinationale Kon­zer­ne: Macht­miss­brauch und Fehl­ver­hal­ten bekämpfen!

 

Um Machtmissbrauch und Fehlverhalten der multinationalen Konzerne zu bekämpfen, muss es das Ziel sein, private Anreize mit den Kosten und dem Nutzen für die Gesellschaft in Einklang zu bringen. Dazu sind fünf Reformen nötig:

  1. Immer mehr Unternehmungen sehen die soziale Verantwortung als einen Aspekt einer guten Geschäftspolitik an. Es müssen aber diejenigen, die es mit höheren Standards ernst meinen, durch strengere gesetzliche Vorschriften unterstützt werden, damit sie vor der unlauteren Konkurrenz geschützt werden.
  2. Konzerne streben nach Gewinn, und eine der sichersten Methoden, um langfristig hohe Gewinne einzustreichen, besteht darin, den Wettbewerb einzuschränken – indem man Konkurrenten aufkauft, vom Markt verdrängt oder heimliche Preisabsprachen mit ihnen trifft. Mit dem Aufkommen der Globalisierung und des weltweiten Güterverkehrs haben sich Monopole und Kartelle – und die Probleme, die sie verursachen – mitunter über die ganze Welt ausgedehnt. Die Globalisierung hat Felder für wettbewerbswidriges Verhalten eröffnet, die sich nur schwer entdecken und noch schwerer beschneiden lassen. Die politische Globalisierung hat mit der ökonomischen nicht Schritt gehalten. Die Globalisierung von Monopolen erfordert ein globales Wettbewerbsrecht zu dessen Durchsetzung. Die Macht der Konzerne muss beschränkt werden!
  3. So wie die wirksame Durchsetzung des Wettbewerbsrechts strafrechtliche Sanktionen bis hin zu Freiheitsentzug erfordert, so gilt dies auch für andere Bereiche wie Bilanzfälschung, Umweltschäden, etc. Schadenersatzregelung​en sind zu erleichtern. Geschädigte in anderen Ländern sollen das Recht erhalten, das Unternehmen, das sie geschädigt hat, in seinem Heimatland zu verklagen. Haftungsbeschränkunge​n von Kapitalgesellschaften​ sind teilweise aufzuheben. Unternehmensführung und –kontrolle sind zu verbessern!
  4. Wenn Verbraucher in den USA – und einigen anderen Ländern -  durch Preisabsprachen geschädigt werden, können sie sich zusammentun und eine so genannte Sammel- beziehungsweise Gemeinschaftsklage einreichen. Im Erfolgsfall erhalten sie einen Betrag, der drei Mal so hoch ist wie der Schaden, den sie erlitten haben. Damit haben Firmen einen überzeugenden Anreiz, auf Preisabsprachen zu verzichten. Langfristig sollten wir auf einen internationalen rechtlichen Ordnungsrahmen mit internationalen Gerichtshöfen hinarbeiten. Globale Gesetze für eine globale Wirtschaft!
  5. Das Bankgeheimnis verschärft die Korruptionsprobleme, weil es auch unrechtmässig erworbene Gelder schützt. Die USA haben gezeigt, dass kollektives Handeln erfolgreich sein kann: Die Finanzierung des Terrorismus über Banken wurde effektiv unterbunden. Mit der gleichen Entschlossenheit sollte man gegen Korruption, Waffenverkäufe, Drogen und Steuerhinterziehung vorgehen. Der Spielraum für Korruption muss eingeschränkt werden!

 

(Aus Joseph Stiglitz: Die Chancen der Globalisierung, 2008, Seite 249-263)


Kommentare von Lesern zum Artikel

[ Neuen Kommentar verfassen ]

33%
(6 Stimmen)
Christoph Reuss sagte Januar 2012

Zitat: "Mit dem Aufkommen der Globalisierung und des weltweiten Güterverkehrs haben sich Monopole und Kartelle – und die Probleme, die sie verursachen – mitunter über die ganze Welt ausgedehnt. Die Globalisierung hat Felder für wettbewerbswidriges Verhalten eröffnet, die sich nur schwer entdecken und noch schwerer beschneiden lassen. Die politische Globalisierung hat mit der ökonomischen nicht Schritt gehalten. Die Globalisierung von Monopolen erfordert ein globales Wettbewerbsrecht zu dessen Durchsetzung. Die Macht der Konzerne muss beschränkt werden!"

Einmal mehr widerspricht sich Stiglitz selber! Die Globalisierung vergrössert ja gerade die Macht der Konzerne! Staatsregierungen werden im "globalen Standortwettbewerb" zu Lakaien der Konzerne degradiert! Permanent erpresst, die Bedingungen der Konzerne zu erfüllen, sonst zügeln diese die Arbeitsplätze weg. Und dann will er auchnoch eine Weltregierung -- die noch korrupter und noch weniger demokratisch kontrollierbar ist!

Zitat: "Das Bankgeheimnis verschärft die Korruptionsprobleme, weil es auch unrechtmässig erworbene Gelder schützt. Die USA haben gezeigt, dass kollektives Handeln erfolgreich sein kann: Die Finanzierung des Terrorismus über Banken wurde effektiv unterbunden. Mit der gleichen Entschlossenheit sollte man gegen Korruption, Waffenverkäufe, Drogen und Steuerhinterziehung vorgehen. Der Spielraum für Korruption muss eingeschränkt werden!"

Absurd -- Obama soll erstmal 9/11 seriös aufklären, bevor er sich als Korruptionsbekämpfer aufspielt.

Fazit: Orwell vom "Feinsten" -- wie üblich bei den Neo-Conmen.



Ihre Meinung dazu? Stimme zu Stimme nicht zu

Seite 1 von 1

Neuen Kommentar verfassen

Sie müssen als User, Newsletter-Abonnent oder Gönner von Vimentis oder bei Facebook registriert sein, um auf diese Seite zugreifen zu können. Bitte loggen Sie sich ein oder registrieren Sie sich kostenlos:

Auf Vimentis direkt einloggen..
 
 ... oder mit Ihrem Facebook-Account
 
E-Mailadresse:
Passwort:

Haben Sie Ihr Passwort vergessen?