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Nein zur Ferieninitiative: Mehr Ferien = weniger Jobs

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„Sechs Wo­chen Fe­rien für alle“ tönt auf den ers­ten Blick natürlich ver­lo­ckend. Wenn man sich aber der Kon­se­quen­zen be­wusst wird, wel­che diese For­de­rung der Ge­werk­schaf­ten auslösen würde, kommt man schnell zum Schluss, dass die In­itia­tive ab­zu­leh­nen ist.

Bald täglich berichten die Medien von neuen Sofortmassnahmen zur Stützung des Euro und zur Abwendung der Zahlungsunfähigkeit gewisser EU-Staaten. Rund um die Schweiz ist die wirtschaftliche Situation ernst, teilweise sogar dramatisch: Die öffentlichen Finanzen zahlreicher Staaten sind vollends aus den Fugen geraten, die politischen Zustände sind instabil, und die Arbeitslosigkeit ist horrend. Unschöne Rahmenbedingungen für Unternehmen und wenig attraktive Verhältnisse für Investitionen.

Im Vergleich zu fast allen Staaten im Euro-Raum sind die Auswirkungen der Wirtschaftskrise in der Schweiz verhältnismässig gering. Dies liegt einerseits sicher an unserer volkswirtschaftlichen​ Struktur, welche von kleinen und mittleren Betrieben geprägt ist. Diese schaffen eine hohe Stabilität und sichern Arbeitsplätze wie auch unsere Sozialwerke. Andererseits aber liegt die Stärke der Schweiz auch in ihren Rahmenbedingungen: Eine moderate Steuerbelastung, eine hohe Rechtssicherheit, eine im Vergleich unbürokratische Verwaltung sowie das gute Einvernehmen zwischen den Sozialpartnern prägen unser Land. Nicht zuletzt dank diesen wichtigen Faktoren sind wir ein konkurrenzfähiger Wirtschafts- und Werkplatz. Darum müssen wir Sorge tragen zu diesen Rahmenbedingungen. Der Blick auf die kaum vorhandenen Rohstoffe und die hohen Standortkosten zeigt: Der Wohlstand der Schweiz ist nicht selbstverständlich.

Sorge tragen zum Wirtschaftsstandort Schweiz

In der derzeitigen Krisensituation zeigt sich deutlich, welche Faktoren für die Arbeitnehmer am wichtigsten sind: die Sicherheit der Arbeitsplätze und ein stabiles soziales Netz. Ob jemand 4, 5 oder 6 Wochen Ferien hat ist sicher weniger wichtig als die Frage, ob man Arbeit hat oder nicht. Und dabei müssen wir sehen: Nur florierende Unternehmen vermögen unsere Sozialwerke zu finanzieren und Arbeitsplätze zu schaffen.

Unternehme​n können dann gewinnbringend arbeiten, wenn die Rahmenbedingungen stimmen und sie auf motivierte, kompetente Mitarbeiter zählen dürfen. Das gute Einvernehmen zwischen den Sozialpartnern ist eine Grundlage dafür. Die Sozialpartnerschaft ist eine wichtige und auch typische schweizerische Errungenschaft. Selbstverantwortung geht staatlicher Regulierung vor. Das gemeinsame Suchen nach einer sinnvollen Lösung ist wichtiger als einheitliche staatliche Vorschriften.

Auf diesen Grundsätzen ist auch die heutige Regelung des Ferienanspruchs entstanden. Seit über 25 Jahren haben die Schweizer Arbeitnehmer Anspruch auf 4 Wochen bezahlte Ferien. Diese Regelung hat sich bewährt. Selbstverständlich steht es jedem Betrieb frei, eine grosszügigere Ferienregelung anzubieten. Dies jedoch ist zwischen Arbeitgeber und Arbeitnehmer zu vereinbaren, und nicht vom Gesetz zwingend vorzuschreiben. Viele Angestellte haben mit und ohne Gesamtarbeitsvertrag und dank interner Firmenregelungen bereits heute mehr Ferien: Unter 50-jährige haben im Schnitt 4,8 Wochen Ferien, über 50-Jährige 5,4 Wochen.

Attraktive Rahmenbedingungen bewahren

Bereits heute leiden die Unternehmen unter der wachsenden Bürokratie, immer höheren Steuern und Abgaben, aber auch unter den zunehmenden Kosten für die Sozialwerke. Besonders betroffen sind die kleinen und mittleren Unternehmen (KMU). Und die Schweiz ist ein KMU-Land: 99,7% unserer Unternehmen beschäftigen weniger als 250 Mitarbeitende. Sie schaffen zwei Drittel der Arbeitsplätze, bilden 70 Prozent der Lernenden aus und sorgen für einen innovativen und international konkurrenzfähigen Standort Schweiz.

Die Ferieninitiative kostet die Betriebe jährlich 6 Milliarden Franken. Längere Abwesenheiten belasten vor allem kleine Betriebe. Die meisten Unternehmer können für weniger Arbeitszeit nicht den gleichen Lohn bezahlen. Es bleiben zwei Möglichkeiten: Löhne nach unten korrigieren oder längere Zeit auf Lohnerhöhungen verzichten. Da es sich viele Firmen auch nicht leisten können, zusätzliche bezahlte Stellvertretungen einzustellen, nähme die Belastung – Hektik und Stress vor und nach den Ferien – zu. Dies alles kann nicht im Sinne der Mitarbeiter und eigentlich auch nicht der Gewerkschaften sein.

 

Ferieniniti​ative schwächt den Standort Schweiz

Die internationale Konkurrenzfähigkeit der Schweiz würde mit der Ferieninitiative in Frage gestellt: Wenn die Schweiz als einziges europäisches Land einen gesetzlichen Ferienanspruch von 6 Wochen einführen würde, bedeutete dies für die Unternehmen einen substantiellen Wettbewerbsnachteil. Bereits heute sind die Arbeitskosten deutlich höher als im Ausland. Diese Tendenz weiter zu forcieren, ist sicher der falsche Weg.

Die Ferieninitiative bedroht nicht nur die Wettbewerbsfähigkeit unseres Landes: Sie gefährdet darüber hinaus unsere Arbeitsplätze und schadet unserem Wohlstand. Wir sollten uns nicht am „Modell Griechenland“ orientieren, sondern den Werkplatz Schweiz stärken. Und wer den Standort Schweiz stärken will, muss die Volksinitiative „6 Wochen Ferien für alle“ ablehnen.

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D​ie Ferien-Initiative wird von einer breiten Allianz entschieden abgelehnt: Der Bundesrat hat das Begehren ohne Gegenvorschlag zur Ablehnung empfohlen. Auch im Parlament war die Initiative chancenlos und wurde deutlich verworfen (im Nationalrat mit 122:61 Stimmen, im Ständerat mit 32:10 Stimmen). Der Linken stand dabei ein geschlossenes und breites Bündnis von SVP, FDP, CVP, GLP und BDP gegenüber.


Kommentare von Lesern zum Artikel

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50%
(44 Stimmen)
Jürg Walter Meyer sagte Januar 2012

Ich werde bei dieser Volksinitiative mit "Nein" stimmen.

Die Dauer der Ferien überlassen wir ruhig den Vertragspartnern in Industrie, Handel, Verkehr usw. und Staatsbetrieben.
Ein​e Volksintiative ist hier ein zu grobes Instrument.

Ein Dankeschön an die SVP für ihre verantwortungsvolle Haltung im Intersse unser aller Wohlergehen.

Beach​tenswert sind die Argumente von Herrn Karl Müller


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86%
(28 Stimmen)
Carlo Meyer sagte Januar 2012

Etwas mehr Flexibiltät vieler Arbeitgeber würde schon einiges mehr bringen.

Wenn es viel zu tun gibt, arbeitet man etwas mehr, wenn es weniger Aufträge hat, kompensiert man Überzeit oder macht mal Unbezahlten.

Von der Vorstellung, dass man tagtäglich das arbeitslebenlang einen 100%-Job hat, muss man sich verabschieden.


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45%
(40 Stimmen)
Hans Meier sagte Januar 2012

Den ersten SVP-Beitrag den ich zu 100% unterstütze.


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52%
(46 Stimmen)
Karl Müller sagte Januar 2012

Eine Woche entspricht etwa 2% eines Jahres. Zwei Wochen entsprechen also etwa 4% eines Jahres.
6 statt nur 4 Wochen Ferien heisst für eine Firma, dass der Aufwand etwa 4% grösser wird, ohne dass der Ertrag entsprechend wächst. Das ist für viele Firmen ein Problem gerade in der herrschenden Wirtschaftskrise.
Es​ ist damit zu rechnen, dass diese Initiative zu einem Arbeitsplatzabbau führt.

Wenn die Initiative angenommen werden sollte, ist es sinnvoll, wenn die Ausländerpolitik angepasst wird. Jedes Jahr verlassen einige zehntausend Ausländer die Schweiz. Wenn die Zuwanderung begrenzt wird, kann die durch die Zusatzferien noch vergrösserte Arbeitslosigkeit wieder reduziert werden.

Wenn die Linken mehr Ferien wollen, müssen sie Hand bieten zu einer vernünftigen Ausländerpolitik.

​Aber auch wenn die Ferieninitative nicht angenommen wird, sollten wir eine vernünftige Ausländerpolitik einführen. Die vielen Arbeitslosen wären sehr dankbar.


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55%
(44 Stimmen)
Heinz Mahler sagte Januar 2012

wozu noch mit 43Stundenwochen sich den Arsch aufreissen !? Alles wird wegen den Zockern verteuert, Spargelder von der SNB veruntreut, dauernd Steuergelder vertubelt, AHV/IV Beiträge vom Staat zunehmend als Steuer einbehalten usw.

6 Wochen Ferien sind schon richtig. Deutschland, Frankreich usw. arbeiten auch nicht so viel von denen das Falschmünzergeld abgekauft wurde. Frage mich auch warum z.b. Windeln in der Schweiz doppelt so teuer sind als in Deutschland. Denke für das selbe Produkt müsste für denselben Preis erhältlich sein oder ohne Schikanen per Post zugestellt werden können.


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52%
(63 Stimmen)
Daniel Rebmann sagte Januar 2012

2012: 6 Wochen Ferien
Die Flüchtlingswelle reisst nicht ab...
2014: 38h-Woche
Familienna​chzug...Parallelgesel​lschaften etablieren sich noch stärker...
Unternehm​en haben Abwanderungsgelüste..​.
2016: Alle, die aus Nordafrika illegal hier sind, erhalten eine Aufenthaltsgenehmigun​g (Bleiberecht sei Dank)
Unternehmen wandern ab...
Arbeitslosenqu​ote steigt sprunghaft an...
Investitionen in die CH-Infrastruktur bleiben aus...
Islamisierung​ beginnt auf Grund des staatlichen Versagens strategisch fortzuschreiten (das Öl fliesst ja noch)...
Die EU kollabiert, massive Zuwanderung in die CH...
2017: bürgerkriegsähnliche Zustände in Europa
2020: Die Sozialsysteme in der CH kollabieren
2021: Ausbruch eines Bürgerkrieges in der CH
2025: Die grosse Rettung der Linken: bedingungsloses Grundeinkommen, Kommunismus light, Abschaffung der direkten Demokratie

Ist das der Plan?


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36%
(78 Stimmen)
Alois Amrein sagte Januar 2012

Die SVP zeigt einmal mehr ihr asoziales und arbeitnehmerfeindlich​es Gesicht. Noch immer nichts gelernt aus der Niederlage bei den Wahlen.



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