Eine kleine Minderheit nicht integrierter, straffälliger und gewalttätiger Ausländer bewegt viele zu glauben, deren Ausschaffung sei die Lösung all unserer Probleme. Nur, die Initiative der SVP löst eben keines dieser Probleme. Sie signalisiert Härte den Straffälligen gegenüber, stellt aber in ihrer Willkürlichkeit die Grundsätze unserer Rechtsprechung in Frage. Gleichzeitig verschont sie in ihrem Deliktkatalog jene Verbrechen, die unseren Staat Millionen kosten, nämlich die Wirtschaftskriminalität. Aus diesen Gründen lehne ich die Ausschaffungsinitiative ab.
Ich befürworte den Gegenvorschlag. Er nimmt die Sorgen der Bevölkerung auf. Der Gegenvorschlag macht den Entscheid zur Ausschaffung abhängig von der Schwere der Tat, statt dem in der Initiative geforderten automatischen Rausschmiss bemisst er sich am Strafmass. Er wahrt die Verhältnismässigkeit, verlangt die Einzelfallbeurteilung, beachtet unsere Verfassung und die Bestimmungen der europäischen Menschenrechtskonvention. Dabei wird Wirtschaftskriminalität ebenso ins Visier genommen wie das Gewaltverbrechen.
Weiter weist der Gegenvorschlag einen entscheidenden zusätzlichen Aspekt auf: Die Integration wird stärker gewichtet in unserem Land. Eine Schlüsselstrategie, um uns vor Kriminalität und Gewalt zu schützen. Denn wer die Sprache beherrscht, eine Ausbildung hat, die Regeln unserer Gesellschaft respektiert, schafft sich gute Zukunftsperspektiven und muss seinen Platz bei uns nicht mit Gewalt erkämpfen. Das gilt für alle, ob ausländischer oder schweizerischer Herkunft. Tragen wir Sorge zu den Errungenschaften des demokratischen Miteinanders. Hüten wir uns vor einem Schritt, der nur Probleme schafft, aber keine Lösung darstellt. Darum: Nein zur Ausschaffungsinitiative – Ja zum Gegenvorschlag und in der Stichfrage dann den Gegenvorschlag unterstützen.
Allen, die noch zögern, sei in Erinnerung gerufen, nur wenn der Gegenvorschlag die Hürde des Stände- und Volksmehrs schafft, bewirkt ihr Kreuz bei der Stichfrage, das was sie wirklich wollen: Die Ablehnung der Initiative.
Abstimmungen, Initiativen > National, November 2010
Schwere der Tat soll den Ausschlag geben
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Kommentare von Lesern zum Artikel
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Anton Keller sagte November 2010 Ich möchte nun den Vergleich mit der Verwahrungsinitative bringen. Was wurde da alles gegen die Initative gesagt. Es hat sich dabei nur etwas geändert: die Polizeivorsteher der Kantone müssen sich nun wirklich genau überlegen, ob sie jemanden rauslassen oder nicht. So wird es hoffentlich auch bei der Ausschffungsintative sein. |
82%(45 Stimmen) |
Beni Inler sagte November 2010 Ich frage mich so langsam was hier eigentlich los ist?? Ich unterscheide nicht unter kleinen oder grösseren Delikten ob jemand etwas aus dem Supermarkt entwendet oder ein Gewaltverbrechen verübt, dieses ist zwar von der Tat und Verhältnis sicher nie das selbe doch beides ist nach Gesetz verboten!! Gibt es " Ausländer " die sich nicht an die Gesetze halten so sollen diese in ihre Herkunftsländer zurück und da ihre " Kavaliersdelikte " ausüben. Gesetze sind da um sie einzuhalten!!!Für alle!! Und noch etwas in einem bin ich mir ganz sicher: Wird der Staat anfangen die Ausschaffung konsequent durchzusetzen so werden wir in kurzer Zeit die echten und sich integrierend bereiten Ausländer hier haben. Die "Verbrecher" werden es nicht mehr wagen sich in die Schweiz zu begeben! Ein Beispiel: In Singapur wird es vermutlich niemand von uns wagen einen Kaugummi auf die Strasse zu werfen und wieso???......... |
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Alex Schneider sagte November 2010 Wenn der Deliktskatalog und die Strafhöhe im Gesetz zum Verfassungs-Ausschaffungsartikel spezifiziert werden können, sind wir bei Anpassungen der Ausschaffungsgründe viel flexibler als bei einer allenfalls notwendigen Anpassung des Verfassungstextes, da keine obligatorische Volksabstimmung nötig ist. Den Hardlinern in der SVP wird es nicht gelingen, auf Gesetzesstufe Bagatelldelikte als Ausschaffungsgrund zu verankern. Darum ist die Ausschaffungsinitiative dem Gegenvorschlag vorzuziehen. |
73%(40 Stimmen) |
Beni Inler sagte November 2010 Heute den Blick lesen von den Schlägern von Luzern.... Nach solchen Aussagen der Täter ..... Es wird ein 60% Ja Anteil für die SVP!! |
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