Mit Emotionen kann man in der Schweiz Abstimmungen gewinnen. Darauf setzt nun auch das Initiativkomitee für die Waffeninitiative, das mit einem Teddybär mit einer blutigen Schussverletzung die Kampagne startet. Dass Teddybären nicht bluten können, spielt ihnen dabei wohl kaum eine Rolle. Zudem wird auf den Plakaten nur auf die Militärwaffen hingewiesen, obwohl dies nicht dem Initiativtext entspricht, denn dort sind alle Waffen in den Schweizer Haushalten betroffen.
Wir alle fordern, dass der Umgang mit Waffen mit mehr Sicherheit verbunden sein muss. Darum ist der Bundesrat seit der Einreichung der Initiative nicht untätig geblieben. Das Waffengesetz wurde den Schengenrichtlinien angepasst, das heisst die Kantone müssen Informationssysteme führen und der Zugriff zu den Daten für Strafverfolgungs- und Justizbehörden wurde geregelt. Die Ordonnanzwaffen können freiwillig und kostenlos im Zeughaus abgegeben werden, die Taschenmunition wurde schon vorher eingesammelt. Armeeangehörige werden bei der Rekrutierung einer Sicherheitsprüfung unterzogen. Dies wirkt sich dann so aus, dass einzelne keinen Militärdienst leisten können, andere während ihrer Dienstpflicht keine Waffe erhalten. Beim Beenden der Dienstpflicht können die Armeewaffen nur mit einem Waffenschein erworben werden. Die Kantone nehmen das Thema mit den Waffen ernst und haben zum Teil selber schon Einsammelaktionen durchgeführt, dies vor allem mit Waffen, die in Privathaushalten gelagert werden.
Die Möglichkeit die Waffen abzugeben oder zentral zu lagern besteht schon heute. Dennoch gibt es Schützen, Jäger oder Sammler, die ihre Waffen auch in Zukunft zu Hause lagern könnten. Aus diesem Grund vermittelt die Initiative eine trügerische Sicherheit. Zudem werden viele Waffen weggeschlossen, die nirgends registriert sind und kaum alle freiwillig abgegeben werden. Das Einsammeln dieser Waffen könnte höchstens mit einem riesigen Polizeieinsatz gewährleistet werden.
Ich lehne diese Initiative ab, denn ich will keine weitere Ergänzung der Bundesverfassung mit Forderungen, die einmal mehr, nicht umsetzbar sind.


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