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Was ist die Mitte?

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Die Mit­te­par­teien haben ge­won­nen. Wer sind diese Leute und wofür ste­hen sie? Die BDP ist noch auf der Suche nach einem „eigenen“ Pro­fil. Selbstverständlich muss sich die­ses von demje­ni­gen der SVP un­ter­schei­den. Wer sich von sei­ner ehe­ma­li­gen Mut­ter­par­tei ab­gren­zen muss, wird sich hüten, die­ser zu nahe zu kom­men. Die Grünliberalen auf der an­de­ren Seite wol­len ei­ner­seits die Natur schützen und an­de­rer­seits soll die­ser Schutz nicht so weit ge­hen, dass das Volks­ein­kom­men sinkt. Beide Par­teien sind für den Aus­stieg aus der Atom­kraft und wohl eher gegen einen Bei­tritt zur EU. In Sachgeschäften ent­schei­den sich die Par­tei­ex­po­nen­ten​ si­tua­tiv. Es ist tatsächlich nicht ein­fach, diese neuen Par­teien zu ver­or­ten. Kommt hin­zu, dass die tra­di­tio­nel­len Mit­te­par­teien wie CVP, EVP und FDP bei den letz­ten Wahlen wei­ter geschwächt wur­den. Die CVP dis­ku­tiert sogar am Wert des Buch­sta­bens „C“ in ihrem Namen herum und sucht nach Möglichkeiten, sich mit der BDP zu verbrüdern. Es mutet ge­ra­dezu pein­lich an, wenn man den Ra­di­odis­kus­sio­ne​n mit CV­P-­Ex­po­nen­ten zuhört, wo sie die Jahr­hun­derte al­ten, ka­tho­lisch-­kon­ser​­va­ti­ven Werte ihrer Par­tei mit Füssen tre­ten, nur um al­len­falls ihr Pöstchen zu ret­ten. Da liegt die Nach­bar­schaft zur BDP nahe. Die FDP be­haup­tete schon während des Wahl­kampfs lau­fend, sie sei klar rechts der Mitte po­si­tio­niert, wo das aber je­weils wirk­lich ist, kann auch die FDP nicht immer schlüssig erklären. Was soll die SVP jetzt tun? Schliess­lich hat sie nicht so gut ab­ge­schnit­ten, wie er­hofft. Ist der Stil falsch, sind die Po­si­tio­nen falsch, muss das Par­tei­pro­gramm neu ge­schrie­ben wer­den? Ant­wort: Die SVP darf auf kei­nen Fall von ihren Po­si­tio­nen ab­wei­chen. Es bringt überhaupt nichts, sich auf den Weg in die Mitte zu be­ge­ben. Dort ste­hen sich in­zwi­schen so viele Wendehälse auf den Füssen her­um, dass es nur eine Möglichkeit gibt: sich klar ab­seits zu po­si­tio­nie­ren. Die Wählerinnen und Wähler haben zwar das neue An­ge­bot von GLP und BDP ge­nutzt. Wie das in vier Jah­ren aus­sieht, wird sich noch wei­sen. Si­cher ist, dass die Par­tei­en­land­schaf​t nicht so blei­ben wird, wie sie sich jetzt präsentiert. Die Mit­te­par­teien wer­den sich neu po­si­tio­nie­ren müssen und sich dabei ge­gen­sei­tig beschädigen, womit der Lack an Glanz einbüssen wird. Es ist davon aus­zu­ge­hen, dass eine klare Hal­tung zu­guns­ten der Frei­heit und gegen die Auswüchse lin­ker Po­li­tik sich lohnt – ganz ab­ge­se­hen da­von, dass diese Po­si­tio­nen ver­tre­ten wer­den müssen! Der Ver­gleich der SVP Re­sul­tate in den Na­tio­nal­rats­wah­l​en mit den­je­ni­gen der Kan­tons­rats­wah­len​ zeigt, dass die Par­tei zu­ge­legt hat, wenn­gleich nur we­nig. Im­mer­hin, die SVP hat im Kan­ton Zürich nicht mehr er­hal­ten, als einen Dämpfer. Es fällt uns nichts in den Schoss, ge­nauso wenig wie den neuen Mit­te­par­tei­en. Und es bleibt die Fra­ge: Was ist die Mit­te?


Kommentare von Lesern zum Artikel

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100%
(5 Stimmen)
Werner Nabulon sagte November 2011

Wenn wir Links und Rechts genauer definiert haben, kann man auch mehr über diese Mitte aussagen.
Dass die Medien eine CVP, GLP und eine BDP zu dieser Mitte machen, ist ja eher als Witz gedacht, als denn als eine Tatsache.




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25%
(4 Stimmen)
Rolli Anderegg sagte November 2011

Nach dem ich schon vor den Wahlen auf das undurchsichtige Profil der BDP/GLP hingewiesen habe, sind mir jetzt noch grössere Zweifel aufgekommen. Vor allem auch bei der GLP. Die 12 GLP Nationalräte haben sich vor 2 Wochen in Bern zum Fotoshooting getroffen. Dabei fühlten mal kritische Journalisten auf den Zahn. Zum Thema Erbschaftssteuer gab es zwischen zwei GLP-Politikern schon größte Differenzen! Das gleiche beim Thema Steuerwettbewerb, wo auch ganz unterschiedliche Ansichten zu hören waren! Für so eine kleine und junge Partei schon ganz grosse Differenzen in den Inhalten! Andere neugewählte GLP-Nationalräte wissen nicht einmal wie ihrer eigene Partei zu diesem oder jenem steht! Peinlich! Ich hoffe sie wissen wenigstens wie man den Namen Eveline Widmer-Schlumpf richtig schreibt...

Dazu gab es noch GLP-ler, die auf konkrete Fragen zu wichtigen Themen gar keine Antwort geben wollten, da diese sich zuerst " einarbeiten " möchten. Wer aber für eine Partei kandidiert und gewählt wird, der muss aus dem Stande fähig sein, zu diesem oder jenem wichtigen Sachgebiet, dass schon lange eine Thema ist, auch eine Antwort bereit zu haben! Ansosten muss man gar nicht für so ein wichtiges Amt kandidieren!

Dieser wilde Hühnerhaufen wird auch noch dadurch impliziert, dass viele GLP-ler nur dank Listenstimmen gewählt wurden! Man weiss also nicht genau welcher Partei sie hier richtig einzuordnen sind! Das gleiche gilt auch für die BDP!

Es ist auch nicht so, dass hier die SVP das Thema Blocherwabwahl und EWS am leben erhalten will, sondern die BDP, da diese immer noch nicht genug Wähleranteil für einen Bundesratssitz hat, aber dennoch an EWS festhält! Das entsprich aber nicht demokratischen Gepflogenheiten, da in jeder gesunden Demokratie die Wählerstärkste Partei angemessen in der Regierung vertreten ist, was mit nur 1 SVP Bundesrat und knapp 27% Wähleranteil aber nicht der Fall ist! EWS hat nachweislich gelogen vor ihrer Wahl in den Bundesrat! Ihre Griechenlandhilfe und ihr Asyl Dossier sind nicht gerade berauschend! Und nicht in jeder Umfrage gibt es eine Mehrheit für EWS im BR! Die BDP ist dann auch nur der protestantische Klon der CVP! Ausser dem Namen nach ist hier gar nichts neu an der BDP!

CVP und FDP müssen diesmal ganz genau überlegen, ob sie der SVP nun endlich einen zweiten Sitz geben oder nicht. Falls nicht, ist es wahrscheinlich, daß die SVP dann in die Opposition geht, womit diese erst recht wieder zulegen wird, während die FDP/CVP mit billigen Imitaten der BDP/GLP nicht überleben! Den als liberal und Zentrist kann sich heute in diesem Mainstream wirklich jeder Tausendsassa geben!






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50%
(4 Stimmen)
Edward (Edy) Falger sagte November 2011

Flügelkämpfer wie SP und SVP haben es leicht, sich zu positionieren. Doch beiden würde etwas mehr Konsensfähigkeit im Sinne und für das Wohl des grossteils der Bürgerinnen und Bürger dieses Landes gut tun.

Die Mitteparteien befinden sich im Sandwich dieser grossen Mühlsteine und tun sich dementsprechend schwer, sich zu positionieren. Wenn ich mich beispielsweise Christliche xy-Partei nenne und dann die Minarettverbotsinitia​tive nicht unterstütze, dann bin ich nicht mehr glaubwürdig. Nämlich allein aufgrund meines "Christlich" im Parteinamen. Dass es dabei äusserst schwierig zu kommunizieren ist, seinen christlichen Standpunkt zu vertreten, ohne zugleich anzuecken, ist das Dilemma der Mitte.


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