Sozialpolitik, Sozialsysteme > Sonstiges,

Wem der Soziale Frieden etwas wert ist,....

Artikel weiterempfehlen



Stimmen Sie dem Artikel zu?
Melden Sie sich an und bewerten Sie diesen Artikel!

Wem der So­ziale Frie­den etwas wert ist, kämpft für Mindestlöhne und gegen Lohnexzesse

1, 2, 3, 4, 5, 6, 7, 8, 9! Jede neunte erwerbstätige Person verdient weniger als 3800 Franken. Das heisst, sie können trotz vollem Pensum nicht oder nur knapp von ihrem Lohn leben. Müssen von diesem Lohn auch noch Kinder leben, ist der Gang zur Sozialhilfe unausweichlich.


Fü​r die SP sind gerechte Löhne ein zentraler Schritt zu mehr sozialer Gerechtigkeit. In den letzten Jahren sind die Unternehmensgewinne und die Saläre der Spitzenverdienenden explodiert. Wenn gleichzeitig jeder neunte Arbeitnehmer bzw. jede neunte Arbeitnehmerin weniger als 3800 Franken verdient und damit knapp oder gar nicht von ihrem Lohn leben kann, bedroht dies den sozialen Ausgleich in unserem Land. Viele dieser „working poors“ sind trotz vollem Pensum von der Sozialhilfe abhängig.

Die Allgemeinheit muss also für die unwürdigen Tiefstlöhne gerade stehen. Oder anders gesagt: Unternehmen, die Tiefstlöhne zahlen, erhalten indirekt eine staatliche Lohnsubvention. Ein existenzsichernder Mindestlohn von 4000 Franken ist also kein Luxus, sondern ein Gebot des Anstands und der volkswirtschaftlichen​ Vernunft.


Alle Männer und Frauen, die in der Schweiz arbeiten, haben das Recht auf einen anständigen Lohn. Das verlangt die Volksinitiative «für den Schutz fairer Löhne» des Schweizerischen Gewerkschaftsbunds. Die Initiative schreibt einen Mindestlohn von 22 Franken pro Stunde vor – das entspricht rund 4000 Franken im Monat. So viel braucht es mindestens, um in der Schweiz einigermassen leben zu können. Mit diesem Betrag ist kein Luxusleben möglich, es reicht gerade für die dringendsten Bedürfnisse.


Zweitens verlangt die Initiative eine Stärkung der Gesamtarbeitsverträge​. Das Paket Mindestlöhne und Gesamtarbeitsverträge​ stabilisiert das Lohnsystem auf allen Stufen. Damit schützt die Volksinitiative die Löhne der Normalverdienenden und verhindert die Erosion des Mittelstandes.


Mindestlöhne sind das beste Mittel im Kampf gegen Lohndumping. Durch einen gesetzlich festgelegten Mindestlohn werden gute Arbeitsplätze in Tieflohnbranchen geschützt, weil nicht immer noch billigere Arbeitskräfte eingesetzt werden können. Sogar neue Stellen werden geschaffen, denn Arbeitende, die einen anständigen Mindestlohn erhalten, müssen in ihrer Freizeit nicht Zweitjobs nachgehen. Diese werden somit für andere Stellensuchende frei. In Grossbritannien ist die Beschäftigung nach Einführung des Mindestlohns 1999 in einzelnen Branchen um bis zu 25% gestiegen. Von 400‘000 Arbeitnehmenden mit Tiefstlöhnen sind rund 320’000 Frauen. Darum - und weil Frauen beim Lohn immer noch massiv diskriminiert werden – sind gesetzliche Mindestlöhne ein wichtiger Schritt in Richtung Lohngleichstellung. Ein gesetzlicher Mindestlohn schützt nicht nur die Arbeitnehmenden vor Armut, sondern auch deren Kinder. Aktuell ist eine Familie zu gründen immer weniger eine Frage des „Wollens“, sondern eine Frage der finanziellen  Möglichkeiten: Es gibt Menschen, die können sich trotz Kinderwunsch eine Familie schlicht nicht mehr „leisten“. Die Mindestlohninitiative​ sichert die Existenz aller Menschen und leistet damit einen Beitrag zur Zuversicht, die es braucht, um das „Abenteuer Familie“ zu wagen.


Wem der Soziale Frieden in unserem Land etwas wert ist, kämpft für Mindestlöhne und gegen Lohnexzesse. Allen anderen sei das Buch von Ueli Mäder „Wie die Reichen denken und lenken“ empfohlen.


Kommentare von Lesern zum Artikel

[ Neuen Kommentar verfassen ]



67%
(3 Stimmen)
Willi Wild sagte April 2014

Heute ist es ausserdem so, dass auch unterbezahlte Angestellte die Sozialhilfe selbst zurückzahlen müssen, wenn sie wieder zu Geld kommen. Wenn dann der gesetzliche Mindestlohn angenommen worden ist, ist auch der Weg offen, diese Beträge bei den fehlbaren Arbeitgebern gerichtlich einzufordern.


Ihre Meinung dazu?
Melden Sie sich an und bewerten Sie diesen Kommentar!



48%
(27 Stimmen)
Kurt Anton Brugger sagte February 2012

Guten Tag Frau NR J.Fehr, es ist beängstigend was Sie und Ihr namensverwand-ter Genosse mit uns Schweizern (dazu gehören auch die Basisgenossen, jene von der Werkbank, welche die SP zu dem gamacht haben was sie heute ist), der gewerblichen Marktwirtschaft und letztlich auch der Volkswirtschaft, für pol-itische Winkelzüge fordern. Mit Schlameienklängen verkünden Sie marxistische Umverteilungspolitik und Ihr Namensvetter will die braven Eidgenossen in den Schlund einer konkursiten Totgeburt, mit dem Namen EU, werfen. Er verspricht uns mehr Souveränität, Sie versprechen jedem (auch den ungelernten Erwerbs-tätigen, auch die Zugewanderten) einen Mindestlohn (der ca 3-4x so hoch ist wie HarzIV oder die Löhne in vielen unserer Nachbarländer). Halten Sie mal kurz inne, überlegen Sie was das heisst und für Konsequenzen haben wird. Und dann fragen Sie die einfacheren Menschen in Ihrer Partei: Wollt ihr das auch? Aber bitte lieber heute schon als erst morgen! Es könnte morgen schon zu spät sein.
Ihre Basis und hoffentlich noch immer die Mehrheit Iher Wähler, hat viel lieber einen sicheren Arbeitsplatz. Schon heute ist dieser gefährdet, wegen der von Ihrer Partei, befürworteten Personenfreizügigkeit​. Die flankierenden Massnahmen (Kontrolle der Anstellungsbedingunge​n bei den Firmen) greifen nur teilweise. Weil Firmen aus dem EU-Raum mit Unterakkordanten (die den Status selbständigerwerbend haben)in den Verdrängugskampf am Markt eingreifen. Das wird auch dann nicht anders sein, wenn Sie allenfalls Ihren Mindestlohn politisch durchsetzen.
Die tragende Säule der CH-Volkswirtschaft (


Ihre Meinung dazu?
Melden Sie sich an und bewerten Sie diesen Kommentar!

34%
(59 Stimmen)
peter frei sagte February 2012

Vom Mindestlohn Profitieren nur die "FAULEN".


Ihre Meinung dazu?
Melden Sie sich an und bewerten Sie diesen Kommentar!

65%
(20 Stimmen)
Karl Müller sagte February 2012

Der Mindestlohn hätte durchaus seine Vorteile. Es gäbe weniger Erwerbstätige, die zusätzlich zum Lohn noch Sozialhilfe beziehen. Auserdem gäbe es auch weniger Bezügsberechtigte für Beiträge zur Krankenkassenprämie.

Im Sozialbereich würde der Mindestlohn also zu Einsparungen führen.

Nun ist es aber so, dass der Mindestlohn zu höheren Kosten für die Arbeitgeber führt. Die Nachfrage nach Arbeit wird also sinken. Das führt zu noch mehr Arbeitslosen. Aber ganz so schlimm wird es nicht werden, denn gleichzeitig führen die höheren Löhne auch zu mehr Konsum und damit zu mehr Arbeitsplätze. Wieviele Arbeitsplätze tatsächlich verloren gehen, lässt sich nicht vorhersagen.

Wie sieht es derzeit auf dem Arbeitsmarkt aus?
Dort herrscht ein gnadenloser Verdrängungswettbewer​b. Wer nicht 110% arbeitsfähig ist, hat sehr schlechte Karten.
Leute ab 50 haben sehr grosse Probleme eine neue Stelle zu finden.
Viele Ausländer, die seit Jahrzehnten hier leben und arbeiten, haben ihre Stelle verloren und finden keine neue.

Warum ist das so?
In der EU gibt es zig Millionen Arbeitslose. Die sind jung, motiviert und billig. Bei den Deutschen kommt noch das Fehlen der Sprachbarriere hinzu.
Der Lohn steigt mit dem Alter, der Beitrag an die Pensionkasse ebenso.
(Alter Beitrag
Von 25 bis 34 Jahre 7%
Von 35 bis 44 Jahre 10%
Von 45 bis 54 Jahre 15%
Von 55 bis 65 Jahre 18%)
Aeltere Menschen sind also massiv teurer als jüngere.
Ausserdem werden die Leute mit dem Alter langsamer und weniger flexibel.

Wir sollten:
Bei der Zuwanderung Mass halten.
Bei der Pensionskasse einen vom Alter unabhängigen Beitrag einführen.(Nebenbei: es gibt einige Tausend Kassen und Kässeli, das macht die Verwaltung sehr teuer. Um Geld zu sparen, sollten die Fusionen gefördert werden.)
Sobald die Arbeitslosenrate kleiner als 0.5% ist, liegt auch der Mindestlohn drin.


Ihre Meinung dazu?
Melden Sie sich an und bewerten Sie diesen Kommentar!



60%
(45 Stimmen)
Peter Oberholzer sagte February 2012

BILDUNGSMANGEL BEI DEN PARLAMENTARIERN, ANGST UM HOHE MANAGERLÖHNE

Sehr geehrte Frau Nationalrätin Fehr

Die von ihnen beschriebene Sachlage ist das Resultat der Arbeitsmarktpolitik der letzten zehn Jahre. Aus Bevölkerungssicht kann die zu Grunde liegende Hauptursache nur behoben werden, indem der umfangreiche Bildungsmangel bei den Parlamentariern reduziert wird.

Parlamentarier, die zu den von ihnen aktiv verursachten Schwierigkeiten minimale Lösungsvorschläge präsentieren, haben die Tendenz unser Land in grosse Schwierigkeiten zu führen. Von diesen Schwierigkeiten hören wir bereits täglich.

Dennoch befürworte ich einen gesetzlichen Mindestlohn und sechs Wochen Ferien. Die versteckte Angst der Manager um eine Senkung der hohen Löhne bestärkt mich zusätzlich in meiner Beurteilung.


Ihre Meinung dazu?
Melden Sie sich an und bewerten Sie diesen Kommentar!



48%
(50 Stimmen)
Stefan Pfister sagte February 2012

Wenn der Mindestlohn kommt, werden die Arbeiten ausgelagert, so das Schreckgespenst von bürgerlicher Seite.

Besonders tiefe Löhne gibt es in der Baubranche, im Gastrobereich und beim Putzpersonal.

Wie soll man diese Arbeiten bitteschön ins Ausland verlagern? Das Gebäude per Helikopter nach Deutschland tragen, dort putzen lassen und dann wieder zurück? Das ist doch eine Ausrede.


Ihre Meinung dazu?
Melden Sie sich an und bewerten Sie diesen Kommentar!



75%
(16 Stimmen)
Benedikt Jorns sagte February 2012

Als sozial denkender Mensch unterstütze ich aus meiner heutigen Sicht die Mindestlohn-Initiativ​e. Doch die im Ausland gemachten Erfahrungen mit Mindestlöhnen lassen keinen eindeutigen Schluss zu, ob sich diese für die ärmeren Menschen insgesamt positiv auswirken. Ohne zusätzliche Massnahmen besteht die Gefahr, dass die Zahl der Arbeitslosen, der IV-Bezüger, der Sozialhilfeempfänger und der nicht erfassten Personen insgesamt ansteigen würde.

Ob die Mindestlohn-Initiativ​e angenommen wird, kann heute noch nicht beurteilt werden. Die bisherigen kantonalen Abstimmungen zu solchen Begehren erzielten unterschiedliche Resultate. Sie hätte mehr Chancen, wenn der schweizweit geltende Mindestlohn etwas tiefer angesetzt würde und es den Kantonen freigestellt wäre, entsprechend den regional unterschiedlichen Lebenskosten diesen Mindestlohn leicht anzuheben. Bei einer allfälligen Annahme der vorliegenden Initiative kämen wir nicht darum herum, die sich ergebende Entwicklung zu beobachten und die allenfalls notwendigen flankierenden Massnahmen vorzunehmen.


Ihre Meinung dazu?
Melden Sie sich an und bewerten Sie diesen Kommentar!

88%
(17 Stimmen)
Franziska Keller sagte February 2012

Interessant!

Stern​stunde Philosophie, Thomas Sedlacek über Ökonomie, Moral und Kultur:

http://www​.tvprogramm.sf.tv/det​ails/7c531ed2-54b9-40​f9-9b53-3a0b3ff5ab86


Ihre Meinung dazu?
Melden Sie sich an und bewerten Sie diesen Kommentar!

77%
(31 Stimmen)
Sägesser Barbara sagte February 2012

Ich bin klar für faire Löhne im Rahmen des Möglichen. Es kann nicht sein, dass man Vollzeit arbeitet und davon nicht leben kann! Zum Lohndumping bloss dies - die Unternehmen sind doch froh um Möglichst tiefe Lohnkosten und nehmen teilweise die soziale Verantwortung nicht mehr war (auch die KMUs). Es stimmt was im gesamten System nicht! Wohnung, Krankenkasse, Lebenskosten zu teuer... Staat bezahlt, Wirtschaft kassiert... Wie oft habe ich Lohnerhöhungen in den oberen Etagen festgestellt - auch von KMUs und im Gegenzug gingen die unteren leer aus oder wurden Zwangsfrühpensioniert​. Das mach keinen Spass zuzusehen! Ich bin ganz klar der Meinung, dass wenn man sparen muss/Geld benötigt wird alle! mithelfen sollen. Jene mit mehr Mitteln halt mehr und jene mit weniger können halt nicht so viel. Je mehr der Staat ausgeben muss, desto mehr Geld braucht er. Die Reichen wollen nicht (noch) mehr abgeben und der Mittelstand kann bald nicht mehr abgeben. Oder soll man denn die Sozialabgaben und die Mehrwertsteuer weiter und weiter erhöhen? Dies trifft auch diejenigen am meisten, welche sonst schon wenig haben. Frauen sollen sonst auch arbeiten. Ja, das tun sie im Rahmen des Möglichen. Doch was wenn Kinder vorhanden sind? Tagesstätte, Krippe, Aufsicht/Erziehung etc.? Kein Wunder wächst der Unmut der Bürger doch eine Lösung - auch seitens Politik - sehe ich bei weitem noch nicht. Max. Pflästerlipolitik. Wie wäre es mal mit einem radikalen Schnitt und Systemwechsel? Welches System weiss ich nicht! Doch um eine Richtungsänderung - sofern notwendig - sollten doch Experten, Politiker da sein! Schliesslich wurden Politiker vom Volk gewählt um dem Wohle der Bürger und des Landes zu dienen was schliesslich auch ihnen selbst zu Gute kommt!


Ihre Meinung dazu?
Melden Sie sich an und bewerten Sie diesen Kommentar!



45%
(22 Stimmen)
Anton Keller sagte February 2012

Auf dem Arbeitsmarkt hat es ein grosses Arbeitsangebot dank Personenfreizügigkeit​. Wird nun ein Mindestlohn festgesetzt so ist er noch attrativer. Die eigentlich Leidtragenden sind die unter denen weniger Qualifizierten. Dies sind häufig die Jungen. Gebt den Jungen eine Chance ins Berufsleben einzusteigen, auch wenn sie anfangs wenig verdienen.

Zudem kann der Mindestlohn mittels Praktika und Ausbildungsanteilen einfach umgangen werden.

Möchten die SP-ler lieber von weit her importiertes Gemüse essen?
Wir haben eine Sozialhilfe die dafür sorgt, dass niemand verhungert.


Ihre Meinung dazu?
Melden Sie sich an und bewerten Sie diesen Kommentar!

61%
(18 Stimmen)
Emil Huber sagte February 2012

"Nur müssen die Löhne, die ausbezahlt werden, erst einmal verdient werden"
Ebenso die Kosten für Verwaltungsräte & Aktionäre etc. bitte nicht vergessen.
Diese sind etwas höher...


Ihre Meinung dazu?
Melden Sie sich an und bewerten Sie diesen Kommentar!

47%
(19 Stimmen)
Hans Meier sagte February 2012

4000.- Mindestlohn führt einfach zu mehr Arbeitslosigkeit. Die Tieflohnbranchen sind eigentlich alles Binnenwirtschaftsbran​chen wie Gastronomie und Reinigung. Klar muss ein Büro immer gereinigt werden und die Preise werden einfach heraufgesetzt. Da würde ich einen Mindestlohn begrüssen und das wäre über GAV-Verhandlungen durchsetzbar. Im Gastgewerbe führt das jedoch zu Betriebsschliessungen​. Die Preise sind bereits jetzt zu hoch und müssten weiter erhöht werden. Das werden die Konsumenten nicht bezahlen. Das sehen wir auch in Ländern wie Frankreich mit hohen Mindestlöhnen. Da hat kaum ein Restaurant Angestellte, dafür sind das meist Familienbetriebe. Da helfen auch die Kinder nach Schulschluss mit. Bei uns habe ich das kaum gesehen. Zumindest als Einzelperson kann man mit weit weniger als 4000.- gut leben. Das sind zudem meist Anfangslöhne. Eine Familie verdient meist doppelt und dann ist das kein Problem mehr. Wirklich zum Sozialfall entstehen erst bei Scheidung und mit Kindern.

Staaten wie England oder die USA kennen einen Mindestlohn. Nur wäre ein entsprechender Mindestlohn in der Schweiz bei etwa 2500.-.



Ihre Meinung dazu?
Melden Sie sich an und bewerten Sie diesen Kommentar!

70%
(33 Stimmen)
Werner M. Rohr sagte February 2012

Viertausend Franken Mindestlohn und sechs Wochen Ferien - man kann den sozialen Frieden auch so gefährden. Bitte, wer kann sich mit einem Lohn von viertausend Franken im Monat überhaupt sechs Wochen Ferien leisten? Für mich sind diese beiden Forderungen zusammen ein Widerspruch in sich. Ein Beweis, wie willkürlich und unüberlegt die Gewerkschaften und die ihnen nahestehenden Politiker agieren.

Zugegeben​, ich weiss nicht, wie viel Gewerkschaftsbosse und Berufsgewerkschafter verdienen. Ich gehe jedoch davon aus, dass ihr Einkommen deutlich über dem geforderten Mindestlohn liegt. Geld, das von der Basis, also von den arbeitenden Gewerkschaftern, in Form von (solidarischen?) Beiträgen erst erarbeitet entrichtet werden muss. Es wäre wünschenswert, wenn Gewerkschaftsbosse und Berufsgewerkschafter in wirtschaftsorientiert​en Unternehmen arbeiten müssten. Also dort, wo Fleiss, Leistung, Wissen und Erfahrung zählen. Sehen Sie, sehr geehrte Frau Fehr, wenn sich ein Rechtsanwalt an die Spitze der Gewerkschaften stellt, fällt es schwer zu glauben, dass er in seinem anstudierten Beruf sehr erfolgreich gewesen ist.

Die meisten Arbeitnehmer in der Schweiz beschäftigen die KMUs - und nicht die Banken, Grossunternehmen, der Bund, die Kantone oder die Kommunen. Andererseits gibt es einige KMA, deren Inhaber weniger als seine Mitarbeiter verdienen, sich keine vier Wochen Ferien gönnen und trotzdem das unternehmerische Risiko tragen. Welches unternehmerische Risiko trägt ein Gewerkschafter oder ein einfacher Angestellter?

Ich bin mit ihnen einig, mit 4000 Franken sind keine grossen Sprünge möglich und Sonderwünsche kann man sich damit auch nicht erfüllen. Bleibt also die Frage, wer diesen Mindestlohn garantiert. Eines weiss ich schon heute: Die Gewerkschaften und die ihnen nahestehenden Politiker werden es nicht sein.


Ihre Meinung dazu?
Melden Sie sich an und bewerten Sie diesen Kommentar!

74%
(23 Stimmen)
Roland Steiner sagte February 2012

Und wer ist verantwortlich dafür, dass der soziale Friede gefährdet ist?

Das sind doch diejenigen die es zugelassen haben, dass die schweizer Wirtschaft hemmungslos ihre Arbeitskräfte im europäischen Ausland rekrutieren kann. Und somit die Löhne eher gesunken als gestiegen sind. Die damit auf dem Arbeitsmarkt in der Schweiz den natürliche Mechanissmus von Angebot und Nachfrage zerstört haben.

Die es zugelassen haben, dass die Bevölkerung der Schweiz schneller wächst als die dzu notwendige Infrastrukturen gebaut werden können. Dass dadurch die Infrastrukturen wie öffentlicher Verkehr, individualverkehr, Wohnungen usw immer teurer werden.

Hier ein paar Beispiele:

-Die Autobahnvignette soll teurer werden. Dies damit das Nationalstrassennetz weiter ausgebaut werden kann.

-Die Bahn wird immer teurer. Auch hier wieder, damit dieses Infrastrukturobjekt immer weiter ausgebaut werden muss.

-Wohnungen in den Aglomerationen werden immer teurer.

- Gleichzeitig wurde in den letzten Jahren die Löhne der Arbeiter höchstens der Teurung angepasst.

Man könnte noch einige Punkte aufzählen. Wenn man die Zusammenhänge genauer anschaut, sieht man auch wo die Schweiz falsche Wege eingeschlagen hat.

Leider sind die Leute die dies verursacht haben nicht bereit, diesen Fehler zu beheben. Jetzt wird mit unterschiedlichsten Ideen versucht die verfahrene Situation zu korrigieren, anstatt die Ursache zu bekämpfen. Nur damit sie nicht öffentlich eingestehen müssen einen Fehler gemacht zu haben.
Und das schlimmste ist noch, sie versuchen mit ihren Ideen als grosse Retter aufzutreten und noch selber politisches Kapital aus der verfahrenen Situation zu schlagen (siehe oben). Notabene einer Situation die diese ursprünglich selber herbeigeführt haben.


Ihre Meinung dazu?
Melden Sie sich an und bewerten Sie diesen Kommentar!

74%
(27 Stimmen)
Willy Burgermeister sagte February 2012

Sehr geehrte Frau Fehr,

Für jeden Wähler und Bürger dieses Landes zählt der soziale Frieden zu den bedeutsamsten Errungenschaften der Schweiz. Nur müssen die Löhne, die ausbezahlt werden, erst einmal verdient werden. Diese simple Tatsache scheinen viele von uns einfach zu vergessen. In unseren Sozialwerken klaffen Wunschdenken und Wirklichkeit schwer auseinander. Wann schaffen wir es endlich, Einnahmen und Ausgaben wieder nachhaltig ins Lot zu bringen? Wir leben weiterhin auf Kosten der kommenden Generationen und das ist – aus meiner Sicht betrachtet – alles andere als sozial. Wir werden uns in den kommenden Jahren mit einem verschärften Wettbewerbsdruck auf den Weltmärkten herumschlagen müssen. Keine leichte Aufgabe für eine Exportnation wie die Schweiz! Was tun wir eigentlich um unsere Wettbewerbsfähigkeit anzukurbeln? Wir dürfen – das möchte ich Ihnen doch sehr ans Herz legen – unsere Wünsche nicht überdrehen. Die uns erwartende, alternde Gesellschaft wird alles von uns abfordern.

Mit freundlichen Grüssen,
Willy Burgermeister



Ihre Meinung dazu?
Melden Sie sich an und bewerten Sie diesen Kommentar!

Seite 1 von 1

Neuen Kommentar verfassen

Sie müssen als User, Newsletter-Abonnent oder Gönner von Vimentis oder bei Facebook registriert sein, um auf diese Seite zugreifen zu können. Bitte loggen Sie sich ein oder registrieren Sie sich kostenlos:

Auf Vimentis direkt einloggen..
 
 ... oder mit Ihrem Facebook-Account
 
E-Mailadresse:
Passwort:

Haben Sie Ihr Passwort vergessen?