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Werden Reiche wirklich immer reicher?

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Dieser Tage ist die Un­ter­schrif­ten­sam​m­lung für die In­itia­tive „Für ein be­din­gungs­lo­ses Grundeinkommen“ ge­st­ar­tet. Wie grundsätzlich beim So­zia­lis­mus, wurde auch hier wie­der ein ganz wich­ti­ger Fak­tor ver­ges­sen: der Fak­tor Mensch. Die In­iti­an­ten gehen davon aus, dass der Mensch gerne und frei­wil­lig ar­bei­tet. Der Mensch ar­bei­tet nämlich nicht nur, weil er es gerne macht, son­dern teil­weise auch, weil er aus fi­nan­zi­el­len Gründen muss. Warum soll ich ar­bei­ten ge­hen, wenn ich keine Lust habe? Könnte ich meine Stelle ver­lie­ren, wenn ich nicht zur Ar­beit er­schei­ne? Das ist doch egal, ich habe ja mein Gr­und­ein­kom­men. Für Ar­beit­ge­ber ist ein be­din­gungs­lo­ses Gr­und­ein­kom­men fa­tal. Sie könnten nicht mehr damit rech­nen, dass ihre Mit­ar­bei­ter jeden Mor­gen zur Ar­beit kom­men. Der Un­ter­neh­mer hat keine Si­cher­heit, kann nicht pla­nen und auch nicht verkaufen.

 

Der Grund für diese Initiative ist wahrscheinlich, dass die Initianten denken, die Reichen werden immer reicher, die Armen immer ärmer. Doch ist dem wirklich so? Mitnichten. Wenn man die Einkommensentwicklung​ anschaut, erkennt man, dass die tiefsten Einkommen in den letzten Jahren die höchsten Lohnzuwachse hatten. Gemäss Bundesamt für Statistik gibt es immer weniger Personen, die armutsgefährdet sind. Dies trotz Finanzkrise und obwohl es im Ausland anders aussieht. Schuld daran, dass das verfügbare Einkommen bei allen abgenommen hat, sind die höheren Sozialversicherungsbe​iträge und die steigenden Krankenkassenprämien.​ Weil wir dort keine Reformen angehen, steigen diese Abgaben immer weiter. Steigende Einkommensunterschied​e sind auch nicht auf ungerechte Lohnsysteme zurückzuführen, sondern gemäss OECD auf die Bildungsunterschiede in den einzelnen Ländern. Es ist daher sehr wichtig, dass die Schweiz weiterhin in ihr gutes Bildungssystem investiert. Insbesondere in die duale Berufsbildung, unsere Spitzenuniversitäten und die laufende Weiterbildung. Damit die Einkommensunterschied​e nicht steigen.


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Kommentare von Lesern zum Artikel

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38%
(8 Stimmen)
Thomas Steffen sagte August 2012

Herr Vitali,

Genau, sie haben es erkannt. Der Mensch ist der entscheidende Faktor. Ein Mindestlohn schadet einem Unternehmen nicht. Es muss sich einfach besser organisieren. Anstatt 50 Angestellte wird man vielleicht auf 45 runter fahren, wer weiss. Bei den meisten Unternehmen werden sowieso mehr als den geforderten Mindestlohn bezahlt. Es schadet sicher nicht wenn diese Initative angenommen wird.

Die böse Wirtschaft sagt, macht es besser nicht. Die Sozis hyperventilieren und wollen den Mindestlohn. Ich sage - gebt ihnen den Mindestlohn. Wie gesagt, als Unternehmer hat man nichts zu verlieren - geht das ganze in die Hose dann ist wer Schuld ? Genau, diejenigen, welche die Sozis nicht gestoppet haben - lol. Vielleicht haben wir ja Glück und es funktioniert. Wenn nicht können Sie dann sagen: ich hab's euch ja gesagt !


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77%
(13 Stimmen)
Eduard Willareth sagte August 2012

Herr Vitali
Wie können Sie zu einer solchen Aussage kommen? Das stimmt doch einfach nicht. Leider ist es so, dass das Management sich selber eine Lohnerhöhung zustimmt und diese ist weit mehr als die der Angestellten und Fabrikarbeiterinnen und Fabrikarbeiter. Das ist das eine, das andere sind nicht diese Kategorie von Menschen um die es geht. Wirklich Reiche drehen sich im Bett um und haben am nächsten Morgen mehr auf dem Konto als ein Angestellter während eines ganzen Jahres verdient. Werden Sie hier aktiv, Herr Vitali, sonst geht unser vitaler Staat zugrunde, es ist nur eine Frage der Zeit. Jeder sieht doch, dass es so nicht weiter gehen kann. Warum sind Sie so realitätsfremd!


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74%
(38 Stimmen)
Inge Votava sagte May 2012

Gemäss Schätzung der Caritas leben in der Schweiz 700'000 bis 900'000 Arme. Unbestritten sind 260'000 Kinder armutsgefährdet. Aber das interessiert unsere Wirtschaftsvertreter natürlich nicht. So äusserte sich Anfang April Herr Valentin Vogt ganz ungeniert, dass ein Mindestlohn nicht notwendig wäre. Notfalls würde ja die Sozialhilfe einspringen. Die Sozialhilfe hat natürlich keinen Esel der Gold sch...., den gibt's nur im Märchen. Nein der Sozialhilfetopf wird mit Steuergeldern gespeist. Der Mittelstand wird also wieder einmal zur Kasse gebeten, damit die Superreichen noch Superreicher werden können.
In meiner Wohngemeinde sind die Sozialkosten in den letzten 7 Jahren um 70¨% (!) gestiegen. Herrn Vitali dürfte dies aber kaum interessieren.


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81%
(31 Stimmen)
yvonne cacky sagte May 2012

Herr Vitali,

hier ein kleines Beispiel(dem K-Tipp Nr.8 vom 18.04.2012 entnommen), welches Ihre Aussagen wiederlegt! Die Entwicklung der Löhne bei der SBB in den vergangenen 15 Jahren:
Konzernchef:​ Anstieg seit 1996 243,4 % !!!!!!
Schalterperso​nal: Anstieg seit 1996 9.1%
Kondukteure: Anstieg seit 1996 9%
Gleismonteure: Anstieg seit 1996 8,9%

Genauso oder zumindest ähnlich ist die Lohnentwicklungen bei der Post und Swisscom. Dies sind Staatsbetriebe, wenn die Lohnschere da schon so eklatant ist, wie sieht es dann wohl in der Privatwirtschaft aus?
Da mutet es schon fast etwas zynisch an was sie in ihrem Blogg aussagen.
Ausserdem möchte ich anmerken, dass die Leute, welche die körperlich, anstrengenste Arbeit machen in der Regel am schlechtesten bezahlt sind. Dabei sind es genau jene Leute, die für die Gesellschaft wirklich wichtige Arbeit leisten. Oder wie würde es Ihnen gefallen wenn die Müllabfuhr auf einmal nicht mehr regelmässig unseren Abfall von der Strasse holt, oder die Bauarbeiter die harte Arbeit auf den Baustellen, bei Wind und Wetter nicht erledigen würden, die Lebensmittelgeschäfte​ keine Angestellten mehr hätten oder die Putzfrauen Ihre Arbeit niederlegen würden, dies würde uns alle in unserem Alltag bestimmt mehr treffen als wenn irgendein Bänker aus der Teppichetage seiner Arbeit fernbleiben würde? Genau, dass wäre nämlich das Problem beim bedingungslosen Grundeinkommen, dass diese, Gesellschaftlich nicht genügend annerkannte, Arbeit von keinem mehr, zumindest nicht zu den miesen Löhnen, die heute für diese anspruchsvolle Arbeit bezahlt werden, gemacht werden würde.
Übrigens empfehle ich allen interessierten mal bei www.monetative.ch reinzuschauen, dies ist vielleicht eine Alternative zum bedingungslosen Grundeinkommen.


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75%
(64 Stimmen)
Bruno Gantenbein sagte May 2012

Die Reichen werden immer reicher und die Armen immer "zahlreicher"!


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91%
(81 Stimmen)
Alex Schneider sagte May 2012

@ Albert Vitali
Gerade die Mittelklasse ist die grosse Verliererin der letzten Jahre. Sie erhält keine Sozialbeiträge (Krankenkassenverbill​igungen, Ergänzungsleistungen,​ Sozialhilfe, etc.) und ihr Lohn ist im Vergleich zur Oberklasse und zum Teil auch zu den unteren Lohnkategorien real kaum gestiegen. Schauen Sie sich die Zahlen etwas genauer an!


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62%
(52 Stimmen)
Benedikt Jorns sagte May 2012

Die Initiative "Für ein bedingungsloses Grundeinkommen" ist unter volkswirtschaftlich einigermassen vernünftig denkenden Menschen ein Unsinn. Es gibt in unserer Gesellschaft potentielle Aussteiger, welche ihr Glück mit monatlich 2'500 Fr. suchen würden. Sie hätten dann immer noch Hoffnung, auf irgendeine Weise, vom Staat unbemerkt, ihr Einkommen ein wenig aufzubessern.

Wenn Sie, Herr Vitali, uns weismachen wollen, dass die Einkommensunterschied​e in der Schweiz nicht alarmierend seien, treten Sie jedoch in ein Fettnäpfchen. Es herrscht bei der Entwicklung der Lohnunterschiede in der Schweiz höchste Alarmstimmung! In einer - aus welchen Gründen auch immer - sich einschleichenden Wirtschaftskrise, würde die in der Schweiz zurzeit sich dramatisch öffnende Lohnschere zu grossen, die Wirtschaft zusätzlich belastenden Unruhen führen.

Die Bedeutung der Einkommensverteilung in einer Volkswirtschaft ist grösser, als viele denken. Optimal sind Einkommensunterschied​e, die uns einerseits anspornen, uns weiterzubilden und beruflich einzusetzen, andrerseits die Stimmung und die Motivation bei den weniger Verdienenden nicht beeinträchtigen. Der Gini-Koeffizient ist die einzige international anerkannte Messgrösse für Einkommensunterschied​e einer Volkswirtschaft. Das Bundesamt für Statistik sollte ihn regelmässig ermitteln und publizieren. In der Praxis lässt sich die optimale Einkommensverteilung nur feststellen durch das Vergleichen von Ländern mit sonst möglichst ähnlichen Voraussetzungen. In Westeuropa haben die skandinavischen Länder, Deutschland und Österreich vergleichsweise kleine Einkommensunterschied​e. Fehlender Ansporn für berufliches Weiterkommen kann dort nicht festgestellt werden. In den Mittelmeerländern und GB mit grossen Einkommensunterschied​en sind dagegen Streiks und Unzufriedenheit zu beobachten.

Sehr negativ für die Schweiz ist insbesondere die zeitliche Entwicklung des Gini-Koeffizienten. In der folgenden Rangliste sind wir vom 11. auf den 14. Rang heruntergefallen. Näheres unter www.bernerschach.ch/E​inkommensverteilung-W​esteuropa.pdf

Krasse Einschränkungen der Lohnunterschiede wie etwa durch die 1:12-Initiative der Jusos sind für unsere wirtschaftliche Entwicklung sehr schädlich. Sie bringen zwar eine verbesserte Lohnverteilung, doch ihre Nachteile bei der international stattfindenden Personalrekrutierung von Top-Managern würden zu schwerwiegende Konsequenzen haben. Doch es gibt auch andere diskutierbare Vorschläge wie etwa die Minder-Initiative oder die Bonus-Steuer. Mit Vorteil ist in einer ersten Phase nur ein moderater Eingriff in die Marktwirtschaft vorzunehmen. Die regelmässige Veröffentlichung des Gini-Koeffizienten lässt schon in wenigen Jahren feststellen, ob die Massnahme bereits eine Trendwende bringt, oder ob sie verstärkt werden muss.


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78%
(40 Stimmen)
Manfred Eberling sagte May 2012

Guten Tag Herr Vitali
In allen Medien ist doch immer die Rede von der ominösen Lohnschere! Sollten wir hier wirklich immer angelogen werden?
Haben Sie auch schon vom Club "Bilderberg" gehört?
MfG Manfred


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59%
(63 Stimmen)
Inge Votava sagte May 2012

Haben Sie schon einmal von Milton Friedmann gehört, Herr Vitali? Friedmann (1912 - 2006) war ein US-Oekonom, ein klassischer Liberaler, wie er sich selbst bezeichnet. Er war der "Erfinder" der negativen Einkommenssteuer. Von Goetz Werner, dem Gründer und langjährigen Leiter der dm-Drogeriekette, haben Sie wahrscheinlich auch nichts gehört. Er ist sozusagen der Vater des BGE. Es wäre sinnvoll, sich zuerst mit der Materie zu beschäftigen, bevor Sie hier - verzeihen Sie meine Offenheit - Unsinn über Sozialismus und dergleichen veröffentlichen.


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