Lexikon: Komparativer Vorteil
|
Ein Komparativer Vorteil ist Basis jedes Tauschhandels bzw. generell jedes Handels. Er besagt, dass ein Handel immer dann lohnenswert ist, wenn die zwei Vertragsparteien unterschiedliche Kostenstrukturen haben. Jede Vertragspartei sollte sich dann auf die Produktion desjenigen Gutes konzentrieren, welches es relativ zum anderen Vertragspartner günstiger produzieren kann. Ursprünglich wurde die Theorie des komparativen Kostenvorteils für Länder und den Handel zwischen Ländern entwickelt. Die Grundidee gilt jedoch für alle Tauschsituationen und begründet, wieso sich Spezialisierung unter anderem auszahlt. Beispiel Untenstehende Tabelle zeigt die Produktionsmöglichkeiten von zwei Ländern. Um das Beispiel zu vereinfachen gehen wir davon aus, dass diese beiden Länder beide nur Äpfel und Tücher produzieren und sonst nichts. Das Beispiel stimmt aber auch für viele andere Güter. Land A kann nun pro Stunde maximal entweder 10 Äpfel oder 15 Tücher produzieren und Land B entweder 12 Äpfel oder 30 Tücher.
Beide Länder benötigen nun von beiden Produkten etwas, so dass diese eine Mischung aus beidem produzieren. Zwischen den Ländern findet erst kein Handel statt. Folgende Tabelle zeigt, wie viel die Länder nun pro Stunde produzieren und wie viel insgesamt produziert wird:
Obwohl B von allem mehr produzieren kann, lohnt es sich, dass sich die Länder spezialisieren und Handel treiben. Der Grund dafür liegt in den unterschiedlichen Opportunitätskosten. Land A muss für die Produktion eines Apfels auf 1.5 Tücher verzichten (15 Tücher dividiert durch 10 Äpfel). Land B muss für die Produktion eines Apfels auf deutlich mehr, nämlich 2.5 Tücher, verzichten. Definitionsgemäss hat in einem Handel, indem 2 Länder beteiligt sind, jedes Land in dem Produkt einen komparativen Vorteil, in dem das andere Land einen komparativen Nachteil hat. Es ist daher für beide Länder vorteilhaft, wenn sich Land A auf die Produktion von Äpfel konzentriert und Land B weniger Äpfel und mehr Tücher produziert. Dies ist in nächsten Tabelle ersichtlich:
Es werden nun wie vorher 14 Äpfel pro Stunde produziert. Die Produktion von Tüchern hat sich jedoch von 16 auf 20 Tücher pro Stunde erhöht. Es werden nun also total 4 Tücher mehr produziert als vorher ohne Handel. Die Produktionssteigerung kam nur durch Ausnutzung komparativer Vorteile durch Spezialisierung zustande.
Vimentis finanziert sich durch die Spenden privater Gönner. Artikel wurde am 30.12.2011 zuletzt aktualisiert |
|
Vimentis Publikationen zum Thema
|
|||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||