Lexikon: Bruttonationaleinkommen (BNE)

Das Bruttonationaleinkommen (BNE) ist die Summe der Marktwerte aller Güter und Dienstleistungen, die während eines bestimmten Zeitraumes (normalerweise 1 Jahr) von den Inländern eines Landes produziert werden und damit eine wichtige Kennzahl der volkswirtschaftlichen Gesamtrechnung (VGR).
Der Begriff Bruttonationaleinkommen ist näher am englischen Begriff "gross national income" und ersetzt den veralteten Ausdruck Bruttosozialprodukt. Teilweise wird das Bruttonationaleinkommen auch als Bruttovolkseinkommen bezeichnet.

Abgrenzung zum Bruttoinlandprodukt:
Das Bruttonationaleinkommen ist dem Bruttoinlandprodukt sehr ähnlich. Zwar sind sich die beiden Begriffe ähnlich, aber dennoch gibt es einen wichtigen Unterschied:
Im Gegensatz zum Inlandprinzip des Bruttoinlandsprodukts (BIP) wird das BNE nach dem Inländerprinzip erhoben. D.h. es ist nicht entscheidend, dass die Wertschöpfung innerhalb des Landes z.B. in der Schweiz erbracht wird, sondern dass sie von einer in der Schweiz lebenden Person (Inländer) produziert wird.
Wenn also der Bäcker "B" in der Schweiz wohnt aber seine Bäckerei in Deutschland hat und dort Brote bäckt, dann zählt die Wertschöpfung dieser Brote zwar zum Schweizer BNE, nicht aber zum Schweizer BIP.
Anders herum verhält es sich, wenn die Metzgerin "M" in Deutschland wohnt aber ihre Metzgerei in der Schweiz hat. In diesem Fall zählt die Wertschöpfung von "M" zum Schweizer BIP aber nicht zum Schweizer BNE.
Bei beiden Beispielen ist es dabei egal, ob der "B" bzw. "M" auch wirklich das Schweizer- bzw. das Deutsche Bürgerrecht haben. Einzig und allein entscheidend ist, wo sie ihren Wohnsitz haben.

Berechnung des BNE ausgehend vom BIP:
Berechnen kann man das Bruttonationaleinkommen, indem man vom Bruttoinlandsprodukt die Löhne und Vermögenserträge (Zinsen etc.) abzieht, die an das Ausland geflossen sind und im Gegenzug die aus dem Ausland empfangenen Einkommen hinzuzählt:

Bruttoinlandsprodukt
- an die übrige Welt gezahlte Einkommen
+ aus der übrigen Welt empfangene Einkommen
________________________________________
= Bruttonationaleinkommen

Am Beispiel der Metzgerin und des Bäckers verdeutlicht sieht das wie folgt aus:
Wenn dem Bäcker die Bäckerei in Deutschland nicht selbst gehört, sondern er dort angestellt ist, erhält er jeden Monat einen Lohn von seinem Deutschen Chef. Dieser wird ihm auf sein Konto in der Schweiz überwiesen und muss folglich zum BIP noch dazugezählt werden.
Wiederum genau umgekehrt sieht es mit der Metzgerin aus. Diese bekommt ihren Lohn von ihrer Schweizer Chefin auf ein Konto in Deutschland überwiesen. Folglich muss dieser Betrag wieder vom BIP abgezogen werden.

Verlauf des Schweizer BNE:


Zusätzliche und weiterführende Informationen finden sich im Eintrag zum Bruttoinlandprodukt, indem unter anderem auch erklärt wird, wie das BIP als Ausgangspunkt für die Ermittlung des BNE berechnet wird.

 

Weblinks / Quellen
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Artikel wurde am 22.04.2012 zuletzt aktualisiert

 

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