Lexikon: Nachfrageüberschuss Weitergeleitet von "Nachfrageüberhang"

Eine Nachfrageüberschuss (auch als Nachfrageüberhang bezeichnet) bedeutet, dass beim momentan herrschenden Preis die Nachfrage nach einem bestimmten Gut grösser ist als das Angebot. Es werden folglich mehr Güter nachgefragt, als die Anbieter zu diesem Preis herstellen bzw. am Markt anbieten.
Ein Nachfrageüberschuss entsteht, wenn der aktuelle Marktpreis unter dem Gleichgewichtspreis liegt (siehe Grafik). Aufgrund der übermässigen Güterknappheit werden die Anbieter den Preis erhöhen, bis der Gleichgewichtspreis wieder erreicht ist und somit auch das Marktgleichgewicht.
Kurzfristig können solche Überschussnachfragen auch auf freien Märkten entstehen. Dies z.B. wenn aus irgendeinem Grund die Nachfrage innert kurzer Zeit stark ansteigt oder das Angebot schnell und markant zurück geht. In diesem Fall wird sich die Überschussnachfrage aber über steigende Preise relativ schnell wieder auflösen.
Anders sieht es aus wenn es auf dem Markt bindende Höchstpreise gibt. Dies kann z.B. der Fall sein, wenn der Staat für gewisse Produkte Höchstpreise gesetzlich festlegt. In einer solchen Situation kann der Preismechanismus nicht wirken und die Überschussnachfrage bleibt auch langfristig bestehen.

Beispiel:



Beim aktuellen Preis von 2 Fr. pro Brot übersteigt die von den Kunden nachgefragten Menge (8 Brote) die von den Bäckern angebotene Menge (3 Brote). Die Kunden können also zum Preis von 3.- Fr. nicht die Menge an Broten kaufen, die sie gerne möchten, weil die Bäcker zu diesem Preis einfach nicht so viele Brote anzubieten bereit sind. Es werden in der Folge nur 2 Brote für je 2.- Fr. verkauft.
Wenn möglich werden die Bäcker deshalb den Brotpreis anheben, was zwei Effekte hat. Einerseits bieten die Bäcker bei einem höheren Preis mehr Brote an und andererseits kaufen die Kunden weniger Brote. Der Preis wird also so lange bzw. so weit angehoben, bis wir wieder in einem Marktgleichgewicht (Schnittpunkt der Angebots- und Nachfragekurve) sind und genau gleichviele Brote angeboten wie nachgefragt werden. Dies ist in diesem Beispiel bei einem Preis von 5.- Fr. der Fall.
Nicht möglich wäre eine solche Anpassung z.B. dann, wenn der Staat es verbietet einen höheren Preis als 2.- Fr. pro Brot zu verlangen (so genannter staatlicher Höchstpreis).

 

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Artikel wurde am 30.12.2011 zuletzt aktualisiert

 

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