Lexikon: Flat Rate Tax Weitergeleitet von "Flat Tax"
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Flat Rate Tax (oft auch Flat Tax oder Einheitssteuer genannt, genauere Differenzierung siehe unten) bezeichnet grundsätzlich ein Steuersystem in dem es nur einen Einheitssteuersatz gibt. Die Steuer ist also proportional und es gibt keinen Anstieg der Grenzsteuersätze (Steuerprogression). Der Begriff der Flat Tax oder der Flat Rate Tax wird jedoch nicht einheitlich verwendet. Je nach Autor werden verschiedene Modelle darunter verstanden. Im deutschsprachigen Raum werden die beiden Begriffe meist gleichgesetzt und man versteht darunter ein Steuersystem mit einem Einheitssteuersatz und nur einem einzigen zulässigen Sozialabzug. Sämtliche anderen Steuerabzüge würden abgeschafft. Dies wird hier im Folgenden als Flat Rate Tax oder Einheitssteuer bezeichnet. Unter dem Begriff Flat Tax wurde ursprünglich nicht nur eine Einheitssteuer, sondern ein umfassender Reformvorschlag des Steuersystems von den Stanford-Professoren Robert Hall und Alvin Rabushka aus dem Jahr 1981 verstanden. Das Model sieht wie die Flat Rate Tax einen Einheitssteuersatz sowie die Abschaffung sämtlicher Sonderabzüge vor. Im Unterschied zu den Flat Rate Tax Modellen wird aber sämtliches Einkommen (egal ob von Unternehmen oder Privaten) zum selben Steuersatz besteuert und als Bemessungsgrundlage dient der R-Cashflow. Dieses umfassendere Modell wird im Folgenden Flat Tax genannt. Flat Rate Tax Die Idee der Flat Rate Tax ist es die Einkommenssteuer radikal zu vereinfachen, Schlupflöcher zu beseitigen und negative Anreize auf den Arbeitsmarkt durch die Steuerprogression zu beseitigen. Dies soll erreicht werden in dem sämtliche Sonderabzüge (für Hausrennovationen, Krankenkasse, Parteispenden, berufsbedingte Aufwendungen, etc.) gestrichen werden und das Einkommen dann zu einem tiefen Einheitssteuersatz versteuert wird (z.B. 20%). Dies vereinfacht das Ausfüllen der Steuererklärung stark, auch die Kontrolle der Steuererklärung durch die Verwaltung benötigt einen viel kleineren Aufwand und alles Handeln, welches alleine darauf abzielt Steuern zu sparen und sonst keinen Wert schafft, wird unnötig. Damit steigt die Effizienz des Steuersystems, was der Wirtschaft einen Wachstumsimpuls gibt. Wie gross dieser ist, ist umstritten. Weil die Abschaffung der Progression die tiefen Einkommen übermässig stark belasten würde, sieht das Modell einen einzigen Sozialabzug für sämtliche Steuerzahler vor. Dabei kann für jede Person im Haushalt ein fixer Betrag vom Einkommen abgezogen werden (z.B. 20'000 Fr. pro Person). Dieser Abzug führt dazu, dass es indirekt wieder eine Progression gibt, welche aber zum grössten Teil auf tiefe Einkommen beschränkt ist, wie folgendes Beispiel zeigt. Das Bespiel wird berechnet für eine alleinerziehende Frau mit einem Kind.
Aus dem Beispiel wird deutlich, dass der Sozialabzug zu einer deutlichen Steuerprogression führt (von 4% bis 16% ansteigend mit zunehmender Einkommenshöhe). Die Steuer ist also trotz Einheitssteuersatz nicht wirklich „flat“. Flat Tax Das Modell nach Robert Hall und Alvin Rabushka geht weiter als die oben beschriebene Flat Rate Tax. Die Flat Tax bezieht sich nicht nur auf die private Einkommenssteuer, sondern generell auf alles Einkommen – also auch dasjenige der Unternehmen. Die Flat Tax umfasst alle Ziele und Massnahmen der Flat Rate Tax, geht aber noch einen Schrittweiter – speziell möchte sie zusätzlich jede Form der Doppelbesteuerung oder der keinmal Versteuerung von Einkommen verhindern. Dazu wird das Einkommen von Unternehmen und von Privaten zum gleichen Einheitssteuersatz besteuert. Es spielt also keine Rolle mehr ob jemand als Selbstständigerwerbender privat oder mit einem Unternehmen tätig ist, die Steuer ist genau gleich hoch. Weiter gelten folgende Regeln für Privateinkommen und Firmeneinkommen:
Die Besteuerung des R-Cash-Flows wird in den Doppelbesteuerungsabkommen nicht als Unternehmenssteuer anerkannt. Bevor eine Flat Tax in der Schweiz daher eingeführt werden könnte, müssten sämtliche Doppelbesteuerungsabkommen neu verhandelt werden.
Vimentis finanziert sich durch die Spenden privater Gönner. Artikel wurde am 30.12.2011 zuletzt aktualisiert |
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