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Die Schweiz in der Finanzkrise – Auswirkungen und Massnahmen

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Das Thema Finanzkrise ist seit einiger Zeit aus den Medien nicht mehr wegzudenken. Die Aktienmärkte fahren Achterbahn, die Wirtschaftsprognosen werden laufend nach unten korrigiert und das Rettungspaket für die UBS hat in der ganzen Schweiz zu heftigen Debatten geführt. Dieser Text zeigt auf, wie und wieso sich die Finanzkrise auf die Schweiz auswirkt und welche Massnahmen der Bund und die Schweizerische Nationalbank zur Stabilisierung der Schweizer Wirtschaft ergreifen.

Ursprung der Krise

Für die aktuelle Finanzkrise gibt es verschiedene Ursachen. Dazu gehören z.B. tiefe Zinsen der Notenbanken, die Tendenz vermehrt auf Kredit zu leben oder auf kurzfristigen Erfolg ausgerichtete Boni-Systeme für Investmentbanker. Verantwortlich werden auch die Agenturen gemacht, die das Risiko eines Finanzproduktes einer Bank bewerten (sogenannte Ratingagenturen). Diese schätzten gewisse Wertpapiere zu positiv ein und werden von den betroffenen Banken bezahlt. Der Auslöser der Krise war schlussendlich der amerikanische Hypothekenmarkt für Schuldner mit schlechter Zahlungsfähigkeit. Weil auch Schweizer Banken wie UBS und Credit Suisse Finanzprodukte mit Ursprung im US-Hypothekenmarkt gekauft hatten, mussten auch sie Vermögensteile tiefer bewerten (bzw. abschreiben). Dies führte zu hohen Verlusten für diese Banken. Detaillierte Informationen zum Ausbruch der Finanzkrise finden Sie in unserem Text „Wirtschaftslage 2008“.

Auswirkungen der Krise auf die Schweiz

Neben den direkten Auswirkungen durch die betroffenen Banken gibt es verschiedene indirekte Kanäle, wie sich die Krise auf die schweizerische Volkswirtschaft auswirkte. Dabei wird oft zwischen der Finanzwirtschaft und der Realwirtschaft (s. Kasten) unterschieden.

Finanzwirtschaft

Direkte Auswirkungen der Finanzkrise auf die Schweiz ergeben sich durch die grossen Verluste vor allem von den Schweizer Grossbanken UBS und Credit Suisse, die in amerikanische Hypothekarprodukte investierten. Diese extrem hohen Verluste können dazu führen, dass eine Bank Konkurs geht. Der Konkurs einer Grossbank wie z.B. der UBS hätte gravierende Folgen für die Schweiz. Gemäss einer vom Bundesrat zitierten internationalen Studie würden die kurzfristigen Kosten eines Konkurses eine Grossbank wie z.B. die UBS für die Volkswirtschaft rund 15-30% des Bruttoinlandprodukts (CHF 75-150 Mrd.) betragen. Experten halten jedoch den Konkurs einer Grossbank in der Schweiz für eher unwahrscheinlich. Der gesamte Finanzsektor der Schweiz macht ca. 12% des Bruttoinlandprodukts aus und beschäftigt 6% der Arbeitskräfte. Wenn es diesen Banken wirtschaftlich schlecht geht, führt dies zu einem geringeren Bruttoinlandprodukt und tieferen Steuereinnahmen.

Die aktuelle Finanzkrise wird oft auch als Vertrauenskrise bezeichnet. Das fehlende Vertrauen in Finanzinstitute führt zu verschiedenen indirekten Auswirkungen im Finanzsektor. Durch den Konkurs der Investmentbank Lehmann Brothers in den USA sank das Vertrauen gegenüber allen Banken, die hohe Verluste erlitten hatten. Die Kunden bekommen Angst, dass ihr Geld nicht mehr sicher ist und heben es von den Banken ab („Bank Run“). Die betroffenen Banken haben somit markante Geldabflüsse zu verzeichnen. Wenn sehr viele Kunden ihr Geld abheben, gerät die Bank in Zahlungsschwierigkeiten, da sie normalerweise nicht so viel Bargeld hält, um alle Guthaben auszahlen zu können. Gleichzeitig fliessen den nicht betroffenen Banken, wie z.B. den Raiffeisenbanken oder Kantonalbanken, Kundengelder zu.

Wenn Banken Liquidität (s. Kasten), also Bargeld brauchen, können sie dies gegen einen bestimmten Zins bei der Nationalbank ausleihen. Die Geldmenge ist jedoch von der Nationalbank begrenzt. Braucht die Bank mehr Geld als sie von der Nationalbank erhält, kann sie dies von anderen Banken auf dem sogenannten Interbankenmarkt ausleihen. Im Fall einer Bankenkrise ist aber keine Bank mehr bereit, einer anderen Bank Geld zu verleihen, da ungewiss ist, ob die andere Bank am nächsten Tag Konkurs gehen könnte. Dadurch verleihen sich die Banken gegenseitig kein Geld mehr oder nur zu einem viel höheren Zinssatz. In der aktuellen Krise führte dies zu einem Liquiditätsproblem für jene Banken, die einen hohen Abfluss an Kundengelder haben. Die nicht betroffenen Banken hingegen haben überschüssige Liquidität. Weil sie dieses Geld aufgrund der Unsicherheit nicht an andere Banken verleihen wollen, haben sie bald Mühe, eine Rendite zu erwirtschaften, die grösser ist als der Zins, den sie den Kunden bezahlen müssen. Dies ging soweit, dass einige Kantonalbanken grosse Geldbeträge nur zu einem erheblich tieferen Zins entgegennahmen.

Realwirtschaft

Die Realwirtschaft (s. Kasten) ist vor allem indirekt von der Finanzkrise betroffen. Als erstes besteht die Gefahr, dass die Banken aus Vorsicht die Bedingungen für die Gewährung von Krediten an Unternehmen verschärfen (sogenannte Kreditklemme). Dies hätte negative Auswirkungen auf die Investitionstätigkeit und den Geschäftsgang von Unternehmen, die auf solche Bankkredite angewiesen sind. Bis Mitte November 2008 konnte dieses Phänomen der Kreditverknappung in der Schweiz jedoch noch nicht beobachtet werden.

Ein weiterer Faktor, der sich auf die Realwirtschaft auswirkt, sind Vermögenseffekte. Durch die gesunkenen Börsenkurse kann es sein, dass jemand bei Verkauf seiner Aktien nur noch einen Bruchteil von dem erhält, was er vor drei Jahren für die Aktie bezahlt hat. Grössere Konsum- und Investitionsausgaben werden dann meist aufgeschoben. Diese Auswirkungen sind jedoch nur sehr schwer messbar und auch umstritten.

Ein dritter Faktor ist die Unsicherheit. Durch die Finanzkrise verschlechtern sich die Wirtschaftsmeldungen und viele Arbeitnehmer sorgen sich um ihre Stelle. Dies führt ebenfalls dazu, dass die Leute grössere Investitionen wie z.B. ein Auto oder ein Hauskauf auf später verschieben und möglicherweise weniger konsumieren. Die Konsumentenstimmung in der Schweiz ist bereits gesunken.

Eine sehr wichtige indirekte Auswirkung der Finanzkrise auf die Schweizer Realwirtschaft ist der Rückgang der internationalen Nachfrage. Die Schweiz ist wirtschaftlich sehr stark mit dem Ausland verflochten. Da auch die Handelspartner der Schweiz negativ von der Finanzkrise betroffen sind, sinkt die ausländische Nachfrage nach Schweizer Gütern. Dies führt zu einem Rückgang der Exporte, wovon zurzeit insbesondere die Sektoren der Automobil- oder Textilbranche stark betroffen sind. Die Schweizer Exporte sind im Oktober entsprechend um 7.8% geschrumpft.

Gegenmassnahmen

Rettungspaket für die UBS

Die UBS erlitt einen Vertrauensverlust, da sie viele Vermögenswerte (Hypotheken aus den USA) besitzt, deren Wert beträchtlich gesunken ist. Deshalb haben die Kunden in grossem Stil Geldbeträge abgehoben - zwischen Januar und September 2008 CHF 140 Mrd. Um das Vertrauen in die UBS und den gesamten Finanzplatz Schweiz zu stärken, wurde ein Massnahmenpaket erarbeitet. Dieses ist in Abbildung 1 dargestellt. Als ersten Schritt gründet die UBS eine Zweckgesellschaft, in die sie US$ 6 Mrd. Eigenkapital einbezahlt. Weil die UBS momentan Mühe hätte soviel Geld aufzutreiben, gibt ihr der Bund die US$ 6 Mrd. in Form einer Pflichtwandelanleihe (s. Kasten). Die UBS zahlt dem Bund dafür einen Zins von jährlich 12.5% (das sind CHF 750 Mio. im Jahr). Die neu gegründete Zweckgesellschaft nimmt bei der Schweizerischen Nationalbank (SNB) ein Darlehen von US$ 54 Mrd. auf. Für dieses Darlehen, mit einer Laufzeit von 8-12 Jahren, zahlt die Zweckgesellschaft einen Zins (Geldmarktzinssatz plus 2.5%). Die UBS verkauft die Zweckgesellschaft für einen symbolischen Preis (1 US$) an die SNB. Sobald die UBS das Darlehen von US$ 54 Mrd. an die SNB zurückbezahlt hat, kann sie die Zweckgesellschaft von der SNB zurückkaufen.



Abb. 1: UBS Massnahmenpaket

Mit den nun US$ 60 Mrd. kauft die Zweckgesellschaft der UBS Wertpapiere ab, die auf dem Markt nicht mehr verkauft werden können. Die UBS erhält so flüssige Mittel und kann das Risiko, dass die Vermögenswerte noch weiter an Wert verlieren, an die SNB abgeben. Diese kann das Risiko besser tragen, da sie mit dem Verkauf der Vermögenswerte warten kann, bis sich die Märkte wieder erholt haben und für die Vermögenswerte wieder ein Marktpreis besteht. Die Frage ist natürlich, wie viel diese Wertpapiere nach Ablauf der Frist wert sein werden.

In letzter Zeit wurden die CHF 60 Mrd. oft als Berechtigung für neue staatliche Ausgaben benutzt. So ein Vergleich ist aber fraglich. Der wesentliche Unterschied liegt darin, dass die SNB von der UBS ein (risikobehaftetes) Vermögen abkauft und es sich um einen einmaligen Betrag handelt, während Konsumausgaben oft jährlich anfallen und der Staat dafür keinen direkten Gegenwert erhält und somit Steuergelder verwenden muss. Beim Massnahmenpaket für die UBS müssen erst dann Steuergelder aufgewendet werden, wenn Verluste entstehen. Zudem erhält der Bund einen jährlichen Zins von der UBS für das gewährte Darlehen. Ob Verluste entstehen, hängt davon ab, ob der Bund die Pflichtwandelanleihe mit Gewinn oder Verlust verkaufen kann und ob die SNB das volle Darlehen zurück erhält oder nicht. Somit tragen nun der Bund, die SNB und schlussendlich die Steuerzahler das Risiko.

Kritisiert wird am Rettungspaket oft, dass der Staat nicht gleich selbst Aktionär der UBS geworden ist oder der Bank keine weiteren Auflagen gemacht hat. Weiter stellt sich die Frage, ob Grossbanken aufgrund der indirekten Absicherung durch den Staat („too big to fail“) in Zukunft nicht wieder zu hohe Risiken eingehen werden.

Weitere Massnahmen

Um den Interbankenmarkt wieder zu beleben, hat die SNB die den Banken zur Verfügung gestellte Geldmenge um mehr als 20% erhöht und den Zinssatz auf diesen Krediten stark gesenkt. Zudem hat sie eine Lösung erarbeitet, dass die Banken mit viel Liquidität den Banken mit Liquiditätsproblemen wieder Kredite geben. Als weitere Massnahme wurde der Einlegerschutz von CHF 30'000 auf 100'000 erhöht. Nötig sei dieser Schritt, weil in vielen anderen Staaten die Garantien ebenfalls erhöht wurden und die Kunden sonst ihre Gelder zu ausländischen Banken bringen würden.

Die Eidgenössische Bankenkommission erarbeitet zudem zwei Regulierungen für die Grossbanken. Dabei soll eingeschränkt werden, wie viel fremdes Geld eine Bank im Verhältnis zu den eigenen Mitteln aufnehmen darf. Auch Regulierungen der Entschädigungssysteme von leitenden Positionen werden gefordert.

Ausblick

Die Zukunftsprognosen für die schweizerische Volkswirtschaft sehen eher düster aus. Konjunkturexperten erwarten für das Jahr 2009 ein negatives Wachstum und eine erhöhte Arbeitslosigkeit, wobei eine Stabilisierung erst ab 2010 erwartet wird. Vor diesem Hintergrund werden verschiedene staatliche Konjunkturprogramme diskutiert um damit die Nachfrage anzukurbeln und die schweizerische Volkswirtschaft wieder in Gang zu bringen. Beispiele für solche Programme sind staatliche Investitionen in Hochwasserschutz oder den Ausbau des öffentlichen Verkehrs. Die Wirksamkeit solcher Massnahmen ist jedoch umstritten.


Literaturverzeichnis [ ein-/ausblenden ]


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Zusammenfassung

Die ak­tu­elle Fi­nanz­krise be­trifft auch die Schwei­zer Wirt­schaft in gros­sem Aus­mass. Ins­be­son­dere die UBS und die Cre­dit Suisse sind durch ihre Tä­tig­kei­ten am ame­ri­ka­ni­schen Markt di­rekt von der Fi­nanz­krise be­trof­fen. Da die Ban­ken rund 12 % zum Bruttoinlandprodukt bei­steu­ern, wirkt sich der verschlechterte Ge­schäfts­gang die­ser Banken di­rekt auf die Schwei­ze­ri­sche Volkswirtschaft aus. Das geschwächte Vertrauen in die Zah­lungs­fä­hig­keit der Ban­ken führt zudem zu Li­qui­di­täts­eng­päs­sen, da sich Ban­ken ge­gen­sei­tig kein Geld mehr lei­hen. Neben Aus­wir­kun­gen auf den Fi­nanz­sek­tor ist auch die Schwei­zer Re­al­wirt­schaft in­di­rekt von der Krise be­trof­fen. Die Un­si­cher­heit über die zu­künf­tige Wirt­schafts­lage verschlechtert die Konsumentenstimmung, wo­durch we­ni­ger in­ves­tiert und kon­su­miert wird. Da wich­tige Han­del­s­part­ner der Schweiz eben­falls von der Fi­nanz­krise be­trof­fen sind, sinkt zudem die ausländische Nachfrage nach Schwei­zer Pro­duk­ten.

Um das schwei­ze­ri­sche Fi­nanz­sys­tem zu sta­bi­li­sie­ren und das Ver­trauen in schwei­ze­ri­sche Ban­ken zu­rück­zu­ge­win­nen wurde ein Massnahmenpaket be­schlos­sen. Die SNB ver­sucht zudem die Li­qui­di­tät im Geld­markt durch eine erhöhte Geld­menge und tiefe Zinsen zu för­dern. Auch ver­schie­dene Konjunkturprogramme sind im Gespräch.

Einfach erklärt

Finanzwirtschaft

Die ge­samte Volks­wirt­schaft kann in Fi­nanz- und Re­al­wirt­schaft un­ter­teilt wer­den. Die Fi­nanz­wirt­schaft ver­mit­telt zwi­schen Un­ter­neh­men oder an­de­ren Per­so­nen, die Geld aus­lei­hen möch­ten und In­ves­to­ren, die Geld an­le­gen wol­len. Die Fi­nanz­wirt­schaft er­füllt somit einen wich­ti­gen Bei­trag für das Funk­tio­nie­ren der Re­al­wirt­schaft. Zur Fi­nanz­wirt­schaft ge­hö­ren zum Bei­spiel Ban­ken und Versicherungen.

Realwirtschaft

Die Re­al­wirt­schaft ist der zweite Teil der ge­sam­ten Volks­wirt­schaft. Zur Re­al­wirt­schaft ge­hö­ren alle Un­ter­neh­men oder Per­so­nen, die reale Güter wie z.B. Brot, Ma­schi­nen oder Klei­der pro­du­zie­ren. Eben­falls dazu ge­hört die Pro­duk­tion von Dienst­leis­tun­gen wie z.B. Haa­re-Schnei­den oder Leute mit der Ei­sen­bahn von A nach B zu trans­por­tie­ren.

Liquidität/Zahlungsunfähigkeit

Liquidität be­zeich­net die Mit­tel, mit denen man kurz­fris­tige Ver­pflich­tun­gen wie Rech­nun­gen be­glei­chen kann. Geld ist daher immer li­qui­de. Mit einer Aktie oder einem Auto hin­ge­gen kann ich in einem Laden nichts kau­fen. Ich muss erst die Aktie oder das Auto ver­kau­fen, also gegen Geld tau­schen. Je schnel­ler ich etwas ver­kau­fen kann, desto li­qui­der ist es. Die Aktie ist somit nor­ma­ler­weise li­qui­der als ein Auto.

Ein Wert­pa­pier wird als illiquid be­zeich­net, wenn kein Käu­fer mehr ge­fun­den wer­den kann. Dies ist zur­zeit bei vie­len Fi­nanz­pro­duk­ten, die auf ame­ri­ka­ni­schen Hy­po­the­ken ba­sie­ren, der Fall.

Hat man trotz gros­sem Ver­mö­gen zu wenig Bar­geld um seine an­ste­hen­den Ver­pflich­tun­gen (z.B. Rech­nun­gen) zu be­zah­len, ist man zahlungsunfähig.

Zweckgesellschaft

Eine Zweck­ge­sell­schaft ist ein Un­ter­neh­men, das le­dig­lich für einen be­stimm­ten Zweck ge­grün­det wur­de. Hat das Un­ter­neh­men die­sen Zweck er­füllt, wird es wie­der auf­ge­löst. Im Falle der UBS hat die Zweck­ge­sell­schaft die Auf­ga­be, die il­li­qui­den Ver­mö­gens­werte zu ver­wal­ten und zu verkaufen.

Pflichtwandelanleihe

Eine Pflicht­wan­del­an­leihe ist eine spe­zi­elle Form von Wert­pa­pier. Bei einer nor­ma­len Wan­del­an­leihe gibt der Käu­fer des Wert­pa­piers dem Ver­käu­fer ein Dar­le­hen. Dafür er­hält er einen fes­ten Zins­satz und das Recht nach Ab­lauf des Dar­le­hens den ge­lie­he­nen Be­trag zu­rück zu er­hal­ten. Zu­sätz­lich er­hält der Käu­fer das Recht, das Dar­le­hen in Ak­tien des Ver­käu­fers um­zu­wan­deln. Der ein­zige Un­ter­schied einer Pflicht­wan­del­an­leihe ge­gen­über einer nor­ma­len Wan­del­an­leihe ist, dass der Käu­fer nicht wäh­len kann, son­dern das Dar­le­hen in Ak­tien um­tau­schen muss. Im kon­kre­ten Fall heisst dies, der Bund hat der UBS CHF 6 Mrd. als Dar­le­hen ge­ben, wor­auf die UBS einen Zins von jähr­lich 12.5% be­zah­len muss (das sind CHF 750 Mio. im Jahr). Nach einer Frist von 30 Mo­na­ten er­hält der Be­sit­zer der Pflicht­wan­del­an­leihe an­stelle des Dar­le­hens Ak­tien von der UBS. Der Bund hat aber nicht die Ab­sicht, Ak­tio­när der UBS zu wer­den und möchte die An­leihe des­halb vor Ab­lauf der Frist verkaufen.

Kommentare von Lesern zum Artikel

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(2 Stimmen)
Stefan Kirchgraber sagte July 2012

Vielleicht gründen wir bald einen eigenen Staat mit eigener Bank und eigener Währung. Ohne Zins und nach nachhaltigen Kriterien. Mit eigenen Wirtschaftszweigen. Das ist ein Naturrecht, von welchem auch die Kosovaren Gebrauch machten.
Wie schnell es wohl ginge, bis die Schweizer Banken und andere Unternehmen ebenfalls nachhaltig geschäften müssen?
Wir sind extrem grosszügig. Aber jetzt haben wir die Schnauze voll!

http://www.v​imentis.ch/dialog/rea​darticle/mit-occupy-u​nd-politik-zu-einem-n​achhaltigen-finanzpla​tz-/


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