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Der Kapitalmarkt und die Banken

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Für eine funktionierende Wirtschaft ist der Kapitalmarkt sehr wichtig. Eine besondere Rolle spielen dabei die Banken. Dieser Text gibt einen groben Überblick über die Kerngeschäfte einer Bank und zeigt einige Risiken der Bankgeschäfte auf. Anschliessend wird auf die alternative Möglichkeit zum Kapitalaustausch durch die Börse sowie das Ratingverfahren eingegangen.

Banken: Angebot und Nachfrage des Geldes

In der folgenden Darstellung des Kapitalmarktes wird der Fokus vor allem auf den Bankleistungen liegen. Denn im Kapitalmarkt ist die Bank wichtig für die Verteilung des Geldes. Dabei werden wir uns vor allem auf das Kerngeschäft einer Bank, das Kreditwesen, konzentrieren. Man darf dabei allerdings nicht vergessen, dass eine Bank noch weitere Leistungen wie z.B. das Investmentbanking anbietet.

Der Wirtschaftskreislauf zeigt uns, dass die Bank die Geldströme zwischen Haushalten und Unternehmen ermöglicht. Sie führt nämlich Sparer und Schuldner zusammen: Sie leitet die Spareinlagen der Haushalte in Form von Krediten an die Unternehmen und an andere Haushalte weiter. Sparer und Schuldner finden sich auf diese Weise einfacher und schneller als wenn sie alleine suchen. Die Bank verdient bei diesem Vorgang Geld. Sie bezahlt den Sparern nicht den vollen Zins, den sie von den Schuldnern erhält. Diese Zusammenhänge sind in Abbildung 1 ersichtlich.



Abb. 1: Der Wirtschaftskreislauf

Der Zins hat ausserdem eine weitere wichtige Funktion für den Kapitalmarkt. Er funktioniert nämlich als Preis, der bei einem Anstieg zu einem erhöhten Angebot führt. Gleichzeitig verringert er aber die Nachfrage nach Geld. Denn bei hohem Zins ist ein Anbieter eher bereit sein Geld anzubieten, weil er dann mehr verdient. Umgekehrt wird das geliehene Geld für den Schuldner bei einem höheren Zins teurer und er wird weniger Geld nachfragen.

Herkunft und Schöpfung des Geldes

Als nächstes müssen wir uns fragen, woher die Bank das Geld hat, das sie den Kreditnehmern weiterleitet. Zum einen hat sie es – wie vorhin erwähnt –aus den Einlagen der Sparer. Viele Personen und Haushalte wollen nicht ihr gesamtes Einkommen sofort konsumieren. Eine Möglichkeit zur Aufbewahrung des Geldes ist, es auf die Bank zu bringen, wo ein Zins erwirtschaftet wird. Im später folgenden Abschnitt zum Börsenhandel werden wir sehen, welche alternativen Möglichkeiten es zur Geldinvestition gibt. Zusätzlich können sich die Banken aber auch gegenseitig Geld leihen oder es von der Nationalbank beziehen. Zudem entsteht bei der sogenannten Geldschöpfung weiteres Kapital, indem die Banken Geld weiterverleihen. Im Gegensatz zur Bargeldschöpfung, bei der die Zentralbank Noten druckt und Münzen prägt, schaffen die Geschäftsbanken sogenanntes “Buchgeld”. Das funktioniert folgendermassen: Person A möchte gerne einen Teil ihres Einkommens anlegen und bringt 10’000 Franken zur Bank. Die Bank hat eine Vorschrift der Zentralbank zu befolgen: Sie muss 10% der Einlagen zur Sicherheit als Reserve behalten (sog. Mindestreserve). Die Bank behält also 1’000 Franken (10% von 10’000 Fr.) und kann 9’000 Franken an Person B verleihen, die einen Kredit braucht. Obwohl materiell nur die 10’000 Franken von Person A wirklich vorhanden sind, existieren auf den Konten von Person A (10’000 Fr.) und Person B (9’000 Fr.) insgesamt 19’000 Franken. Doch damit ist die Geldschöpfung noch nicht abgeschlossen. Denn wenn nun Person B die 9’000 Franken von seinem Kreditkonto abhebt und zum Beispiel für ein Auto ausgibt, landen diese 9’000 Franken auf dem Konto des Garagisten, der es wiederum auf die Bank bringen kann. Damit beginnt der ganze Prozess von vorne, einfach mit 9’000 Franken anstatt 10’000 Franken. Das wiederholt sich solange, bis der Geldbetrag zu klein wird. Die Menge an Geld, die auf diese Weise geschaffen wird, hängt von dem vorgeschriebenen Prozentsatz der Mindestreserve ab. Diese bestimmt den sogenannten Geldmultiplikator. Wie viel Geld durch diesen Geldmultiplikator geschaffen werden kann, errechnet sich anhand des Mindestreservesatzes. In unserem Beispiel mit 10% Mindestreserve kann jeder Franken um den Faktor 10 vervielfacht werden. Aus der Einlage von Person A allein (10’000 Franken) werden somit bereits 100’000 Franken Buchgeld. In der Praxis gibt es allerdings noch weitere Faktoren, welche die Geldschöpfung beschränken. Beispiele sind die Bargeldabhebungen der Kunden, welche höhere Einlagen der Banken erfordern, oder dass Banken freiwillig mehr als 10% Reserve behalten, um nicht in Liquiditätsengpässe zu kommen.

Bankleistungen

Mit den erhaltenen Geldern erbringt die Bank verschiedene Leistungen. Dazu gehören der Zahlungsverkehr, die Kreditvergabe, sowie die Beratungs- und Dienstleistungen. Ausserdem ergeben sich durch die Vereinigung von vielen Sparern und Schuldnern (Bündelung) eine Reihe bankspezifischer Vorteile, die kurz erwähnt werden sollen.

Zahlungsverkehr

Der Zahlungsverkehr ist wohl die bekannteste Leistung der Bank. Diese vermittelt bei der bargeldlosen Zahlung über Debit- oder Kreditkarten, sowie bei Überweisungen. Weil wir das Geld bequem per E-Banking überweisen können und es nicht einzahlen oder gar persönlich vorbeibringen müssen, ersparen wir uns sogenannte Transaktionskosten (Shoe leather costs).

Kreditvergabe

Wie wir im Beispiel mit dem Autokauf bereits gesehen haben, leiht die Bank den Schuldnern Geld in Form von Krediten. Schuldner sind nicht nur Privatpersonen, sondern auch Unternehmen. Für diese sind Kredite besonders wichtig, da sie dieses Geld investieren können. Somit bleiben sie langfristig konkurrenzfähig.

Eine andere Form der Kreditvergabe sind die Hypotheken. Diese Darlehen fördern den Immobilienbau, -erwerb und -modernisierung. Ausserdem spricht man bei Hypothekardarlehen von sogenannten “gesicherten” Forderungen, weil als Sicherheit für den Kredit die Immobilie hinterlegt ist. Wenn der Schuldner seine Schuld also nicht mehr bezahlen kann, erhält die Bank die Immobilie (anstelle des Geldes).

Bei der Vergabe der Kredite prüft die Bank, ob der Kreditnehmer (Person B) das Geld auch wieder zurückzahlen kann. Diese Kreditwürdigkeitsprüfung verringert das Risiko des Sparers, den Kredit nicht zurückzubekommen. Denn die Bank gibt nur Kredite an Personen, welche den Kredit sehr wahrscheinlich zurückzahlen können. Deshalb haben sich u.a. Banken auf die Abschätzung dieser Risiken spezialisiert. Die Bank verschafft sich dafür einen Überblick über die Vermögens- und Einkommenssituation des Kreditnehmers. Für diese Arbeitsleistung verlangt die Bank Geld. Dies ist ein weiterer Grund, warum die Bank nicht die vollen Zinsen, die sie vom Kreditnehmer erhält, an den Sparer weitergibt.

Beratungs- & Dienstleistungen

Damit die Leute ihr Geld gewinnbringend anlegen können, bietet die Bank spezielle Beratungs- und Dienstleistungen an. Der Berater empfiehlt dem Anleger je nach dessen Risikofreudigkeit die am besten geeigneten Produkte. Dabei muss er einen Kompromiss finden zwischen dem für den Anleger geeignetsten Produkt und demjenigen, an dem die Bank am meisten verdient. Person A ist zum Beispiel sehr risikoscheu und investiert lieber in sichere Anlagen, von denen sie dafür auch eine relativ geringere Rendite erhält.

Neben der Beratung gehört auch die Verwaltung von privaten und geschäftlichen Kundengeldern in das Leistungsangebot einer Bank. Dabei kann der Kunde zwischen aktiv und passiv geführten Anlagen auswählen kann. Die aktiv geführten Fonds werden von einem Spezialisten (Portfoliomanager) verwaltet. Dieser bestimmt, in welche Produkte investiert wird (z.B. in welche Aktien, Obligationen etc.). In einem passiv geführten Fonds hingegen wird zum Beispiel zu einem bestimmten Teil in die Aktien des gesamten Schweizer Aktienmarktes investiert.

Durch diese Prozesse werden denjenigen Unternehmen, die eine hohe Wertschöpfung für die Bevölkerung generieren und hohe Gewinne erzielen, Geld zugeführt. Das heisst, das beschränkt verfügbare Kapital optimal verteilt wird.

Bündelung

Wie bereits erwähnt, bringt die Bank viele verschiedene Sparer und Schuldner zusammen. Das führt zu verschiedenen Vorteilen.

Stückelung und Übernahme des Ausfallrisikos

Durch die Vielzahl an Krediten, welche eine Bank ausgibt, vermindert sich das Ausfallrisiko, aber auch die Rendite. Denn sie verwendet das Geld jedes Sparers für mehrere Kredite, wie in Abbildung 2 dargestellt.



Abb. 2: Stückelung des Ausfallrisikos

Für Person A ist nun nicht mehr wichtig, ob Person B ihren Kredit zurückzahlen kann (Ausfallrisiko). Das Ausfallrisiko von Person B wird nämlich auf mehrere Leute verteilt. Im Kredit von Person B gibt es also Geld von vielen verschiedenen Sparern. Diese Risikoverteilung heisst Portfolio-Bildung. Während die Kreditwürdigkeitsprüfung das Ausfallrisiko verkleinert, wird es hier nur neu auf alle Anleger verteilt.

Für Person A heisst das nun, dass ihr Geld bei mehreren Schuldnern liegt. Somit interessiert sie, wie viele von diesen ihren Kredit nicht zurückzahlen können.

Auch die Bank interessiert es, wenn ein Schuldner seinen Kredit nicht mehr zurückzahlen kann. Denn durch einen Ausfall sinkt der Gewinn der Bank, da ihr ein Teil der ausgeliehenen Gelder fehlt. Deshalb zieht sie den Sparern wieder etwas von den Leihzinsen ab. So werden die Ausfallkosten auf die Anleger überwälzt. Aber auch die Kreditnehmer zahlen für die Ausfälle anderer Schuldner. Denn je nach der Einstufung ihrer Kreditwürdigkeit werden die Zinsen angepasst. Schuldner mit einer hoch geschätzten Ausfallgefahr werden also höhere Zinsen zahlen müssen.

Überbrückung nicht zusammenpassender Laufzeiten

Die vielen laufenden Geschäfte, welche eine Bank offen hat, überbrücken ausserdem ein weiteres Problem. Oft haben nämlich die Spareinlagen und die ausgegebenen Kredite nicht dieselben Laufzeiten. Das heisst, die Spareinlagen sind nicht gleich lang auf der Bank wie die Kredite ausgegeben werden. Denn viele Anleger wollen jederzeit über ihr Geld verfügen, da sie nicht wissen, ob sie dieses evtl. kurzfristig benötigen. Die meisten Kreditnehmer brauchen das Geld jedoch langfristig (z.B. für 5 Jahre). Dies würde zwischen Person A und Person B zu keinem Vertragsabschluss führen. Person A würde Person B nämlich kein Geld leihen. Person B bräuchte das Geld für 5 Jahre, Person A braucht es aber in 1 Monat wieder, um etwas zu kaufen. Durch die Bündelung vieler Anleger und Kreditnehmer sinkt die Wahrscheinlichkeit, dass alle Anleger das Geld kurzfristig zurückziehen wollen. Sollte dies trotzdem passieren, kann die Bank auch bei anderen Banken oder bei der Nationalbank Geld ausleihen. Person A kann also mit grosser Sicherheit davon ausgehen, dass sie ihr angelegtes Spargeld jederzeit wieder abheben kann.

Zinsänderungs- / Marktrisiko

Durch die unterschiedlichen Laufzeiten ergibt sich ausserdem ein Zinsrisiko für die Bank, welches sie übernimmt und mit speziellen Instrumenten zu kontrollieren versucht. Dieses Risiko entsteht, weil Kreditnehmer lieber auf Nummer sicher gehen und daher oft einen festen Zinssatz über die gesamte Laufzeit des Kredites bevorzugen. Der Zins, den die Bank den Sparern zahlen muss, wird jedoch vom Markt bestimmt. Die allgemeine Wirtschaftslage, sowie z.B. eine Phase der Inflation können diesen Zins massgeblich beeinflussen.

Wir nehmen an, die Bank gibt dem Kreditnehmer B heute für 3% Zins einen Kredit über 5 Jahre. Heute erhält sie ausserdem das Sparvermögen des Anlegers A für 1 Jahr, für das ihm die Bank den Marktzins von 1% bezahlt. Der Einfachheit halber nehmen wir an, dass der Kredit von Person B ausschliesslich aus dem Sparvermögen von Person A besteht. Im ersten Jahr erzielt die Bank einen Gewinn von 2%. Nun steigen nach einem Jahr die Marktzinsen aber auf 3%. Damit die Bank die Spargelder von Person A behalten kann, muss sie ihr neu 3% bezahlen. Denn sonst bringt Person A ihr Geld zu einer anderen Bank. Die Bank müsste dann Person A alle ihre Einlagen ausbezahlen. Das kann sie jedoch nicht, da sie den Kredit von Person B erst in 4 Jahren zurückerhält. Da die Bank tausende solcher Geschäfte offen hat, würde sie in dieser Situation Konkurs gehen. Daher bezahlt die Bank an Person A für das nächste Jahr 3%, erhält 3% von B und macht einen Gewinn von 0%. Wenn die Zinsen im nächsten Jahr weiter steigen, macht die Bank sogar einen Verlust. Die Bank trägt somit das Zinsänderungsrisiko und versucht es auf einen Rahmen zu begrenzen, den sie tragen kann.

Problematik bei Banken

Im Bankensystem gibt es aber auch einige Probleme. Ein grosses Problem der Bankgeschäfte ist die Abhängigkeit des Kunden von der Beratung. Der Kunde ist oft nicht genügend informiert oder versteht zu wenig vom Bankengeschäft. Die Bank und der Berater wissen viel mehr. Das löst den Anreiz aus, dem Kunden das Produkt zu verkaufen, bei dem die Bank, anstatt der Kunde am meisten profitiert. Das bewusste Ausnutzen exklusiver Information (Insiderwissen) zum eigenen Vorteil und auf Kosten der Kunden ist jedoch verboten.

Ein weiteres Problem ist der sogenannte Bankrun. Er kann bei einer Bank oder auch bei mehreren gleichzeitig auftreten. Eine Bank finanziert sich beispielsweise fast nur über Sparvermögen (kurzfristig) und leiht aber langfristig aus. Plötzlich wird bekannt, dass die Bank hohe Verluste eingefahren hat und nicht mehr alle Sparvermögen gedeckt sind. Dann wollen alle Sparer sofort das Geld abheben. Doch die Bank kann nur einen kleinen Teil auszahlen, den sie als Reserve hält. Den Rest hat sie langfristig ausgeliehen und kann diesen erst später zurückfordern. Die Bank geht in dieser Situation Konkurs, sofern sie nicht von der Nationalbank gestützt wird.

Auch die Möglichkeit sich von anderen Geschäftsbanken Geld zu leihen, kann zu schwierigen Konsequenzen führen. Wenn dies nämlich in zu grossem Rahmen passiert, führt es zu einer starken Verflechtung der verschiedenen Banken. Im Falle eines Konkurses einer Bank würden sich somit die Probleme sofort auf einen weiten Kreis anderer Banken ausdehnen.

Ein weiteres Problem stellt die verdeckte Staatsgarantie von Grossbanken und die ausdrückliche Staatsgarantie von Kantonalbanken dar. Weil die Grossbanken aufgrund ihrer vielen Einlagen für den Staat sehr wichtig sind, kann sich dieser dazu entscheiden, eine Grossbank im Notfall zu retten. Auch die Möglichkeit im Notfall Geld von der Nationalbank zu beziehen kann Fehlanreize auslösen. Im Wissen um diese Garantien und Geldbezugsmöglichkeiten wird eine Bank beispielsweise risikoreichere Geschäfte eingehen und eher zu wenig Eigenmittel führen, um so ihre Erträge (zumindest kurzfristig) maximieren zu können.

Konsequenzen

Diese Probleme haben dazu geführt, dass viele Anleger und Kreditnehmer lieber auf Menschen als auf Banken vertrauen. Sie wenden sich deshalb zunehmend alternativen Formen des Finanzgeschäftes zu. Ein Beispiel dafür sind Internetbörsen, bei denen der Austausch von Geld direkt von einer Person zur anderen erfolgt.

Eine weitere Folge ist die stärkere Regulierung von Banken. Basel III sowie die darüber hinausgehenden Regeln für die Schweiz versuchen, die Wahrscheinlichkeit und Konsequenzen von Grossbankkonkursen zu minimieren. (s. Text Bankenregulierung).

Börsenhandel

Ein anderer Marktplatz für den Austausch von Kapital ist die Börse. Sie stellt vor allem eine alternative Form für Unternehmen und professionelle Anleger dar. Aber auch private Investoren, die grössere Mengen an Geld austauschen möchten, als dies bei Krediten häufig der Fall ist, können davon profitieren. Unternehmen, die an der Börse kotiert sind, müssen deshalb auch strengere Rechnungslegungsanforderungen erfüllen, weil bei ihnen von einem gesteigerten öffentlichen Interesse ausgegangen wird. Es gibt verschiedene Arten von Börsen, an welchen anstelle von Krediten eine Vielzahl von Wertpapieren (wie z.B. Aktien), Devisen (Währungsforderungen) oder Waren (Rohstoffe, Metalle etc.) gehandelt werden. Dabei stellt die Börsenkotierung sicher, dass die erworbenen Titel im Gegensatz zum ausserbörslichen Erwerb jederzeit wieder verkauft werden können. Die Börse für den Handelsplatz Schweiz ist die SWX Swiss Exchange. Gleich wie die Bank bringt hier die Börse Angebot und Nachfrage von Kapital zusammen. Diese bestimmen dann die jeweiligen Preise (Kurse). Wichtig für die Festsetzung der Preise für die gehandelten Titel ist neben Angebot & Nachfrage auch das Rating einer Unternehmung durch eine Agentur. Das gleiche gilt für die Preise von Staatsanleihen.

Rating

Beim Rating geht es generell darum, die Zahlungsfähigkeit eines Schuldners einzuschätzen. Ähnlich wie die Banken nehmen dabei entweder firmeneigene Abteilungen (internes Rating) oder externe Firmen eine Kreditwürdigkeitsprüfung vor. Sie berechnen ebenfalls die Ausfallwahrscheinlichkeit aufgrund bestimmter Merkmale. Zum Beispiel untersuchen sie, wie eine Firma wirtschaftet und wie gut sie für die Zukunft gewappnet ist.

Die Auswirkungen eines Ratings sind derweil nicht zu vernachlässigen. Während ein gutes Rating zu tiefen Zinsen für Kredite führt, bewirkt ein schlechtes Rating genau das Gegenteil. Ein Problem dabei sind Herabstufungen, die nicht gerechtfertigt sind. So kann ein Schuldner aufgrund der höheren Zinsen tatsächlich in Zahlungsschwierigkeiten geraten, obwohl seine Situation vor der Herabstufung eigentlich gut war. Ein weiteres Problem besteht darin, dass nur 4 Ratingagenturen 95% des internationalen Ratingmarktes beherrschen. Es gibt somit keine Transparenz über die Gründe oder Entstehung eines Ratings.

Fazit

Die Banken spielen im Kapitalmarkt eine wichtige Rolle, weil sie Sparer und Schuldner zusammenbringen. Durch die Bündelung vieler Anbieter und Nachfrager können ausserdem eine Vielzahl an Problemen, die bei individuellen Verträgen entstehen, umgangen werden. Eine Alternative zum Bankengeschäft bietet die Börse. Abzuwarten bleibt, wie die Probleme im Bereich des Ratings angegangen werden.


Literaturverzeichnis [ ein-/ausblenden ]


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Kommentare von Lesern zum Artikel

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(1 Stimme)
Stefan Kirchgraber sagte July 2012

Vielleicht gründen wir bald einen eigenen Staat mit eigener Bank und eigener Währung. Ohne Zins und nach nachhaltigen Kriterien. Mit eigenen Wirtschaftszweigen. Das ist ein Naturrecht, von welchem auch die Kosovaren Gebrauch machten.
Wie schnell es wohl ginge, bis die Schweizer Banken und andere Unternehmen ebenfalls nachhaltig geschäften müssen?
Wir sind extrem grosszügig. Aber jetzt haben wir die Schnauze voll!

http://www.v​imentis.ch/dialog/rea​darticle/mit-occupy-u​nd-politik-zu-einem-n​achhaltigen-finanzpla​tz-/


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