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Aufhebung des Krankenkassen-Obligat​oriums: Verantwortungslos

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Das Ge­sund­heits­we­sen in der Schweiz ist in Bezug auf die Qualität und auf die Verfügbarkeit sehr gut. Eine der­art gut aus­ge­baute Ge­sund­heits­ver­sor​­gung hat ihren Preis, was aber das ra­sante Kos­ten­wachs­tum der letz­ten Jahre nicht recht­fer­tigt.

Mit der Managed Care-Vorlage vom vergangenen Sonntag hat das Schweizer Stimmvolk eine mögliche Massnahme zu Kostenreduktionen deutlich verworfen. Dies ist ohne Wenn und Aber zu akzeptieren, darf aber keinesfalls als generelle Absage an weitere Reformen verstanden werden. Namentlich die steigenden Krankenkassenprämien belasten die Schweizer Haushalte schmerzlich und belegen immer wieder die vordersten Ränge bei den Sorgenbarometern.

Di​e nun von der SVP zur Diskussion gebrachte Aufhebung des Krankenkassen-Obligat​oriums ist aber klar abzulehnen. Alle Einwohnerinnen und Einwohner der Schweiz sollen Zugang zu den Grundleistungen des Gesundheitswesens haben. Ein Abkehr von diesem Grundsatz ist aus gesellschaftlicher Sicht verantwortungslos und würde zudem die Sozialkosten in die Höhe schnellen lassen.

Ebenso ist die Forderung der SP nach einer staatlichen Einheitskasse abzulehnen, weil sie kein einziges der wesentlichen Probleme lösen würde.

Es braucht also konstruktive Lösungen, welche die Kosten unseres Gesundheitswesens reduzieren, ohne dieses grundsätzlich in Frage zu stellen. Themenfelder dazu gibt es genug:

-        Stärkung der Hausarztmedizin

-   ​     Stärkung und Ausbau der Spitexdienste

-     ​   Verbesserter Risikoausgleich der Krankenversicherer bei der Grundversicherung

- ​       Verbesserte Kommunikation zwischen den involvierten Partnern im Gesundheitswesen bei gleichzeitiger Gewährleistung von Datenschutz und Privatsphäre

-      ​  Deutlich verbesserte Koordination zwischen den Kantonen im Bereich der Spitzenmedizin

-    ​    Stärkung der Eigenverantwortung, beispielsweise mit spürbar höheren Franchisen

 

Die deutliche Ablehnung von Managed Care bedeutet kein Reformstopp, aber die Abschaffung der obligatorischen Grundversorgung ist keine Reform, sondern wäre eine Demontage unseres Systems.

 


Kommentare von Lesern zum Artikel

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60%
(10 Stimmen)
Michael Meienhofer sagte Juli 2012

Die SVP stielt sich ganz einfach aus der Verantwortung. Wenn man aber weiss, dass das Grundgesetzt die medizinischen Einrichtungen verpflichtet, Kramke zu behandeln, auch wenn keine Versicherung da ist, müsste die SVP eine Schmälerung des Steuertopfes zukünftig in Kauf nehmen. Aus diesem Topf werden dann alle Notfälle beglichen. Merke: nicht Krankenversicherte Leute gehen weniger zum Arzt - die Folgen werden für den Patienten und die Steuerkasse verheeren sein. Darum: weg mit solchen Wahlschlagern, aussert, die SVP unterstütz auf der ganzen Linie die Einheitskasse!


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67%
(12 Stimmen)
Sägesser Barbara sagte Juli 2012

Wie bereits auf Vimentis geschrieben, bin ich gegen die Aufhebung des Obligatoriums weil ich befürchte, dass dadurch Armut kreiert wird da kranke und gebrechliche einfach nicht mehr versichert werden.

Das Gesundheitswesen ist eine Baustelle, welche von verschiedenen Seiten her angegangen werden soll.

Ev. findet sich ein Mittel auch hier: http://www.ig-ffp.ch/​4652.html . Kann es doch nicht sein, dass möglicherweise Unschuldige inhaftiert und durch Medikamente ruhig gestellt/therapiert werden..... Einzelfälle? Liebe Politiker: Bitte auch hier mal prüfen. Danke!


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64%
(14 Stimmen)
Hans P. Grimm sagte Juli 2012

Was Herr Landolt denken sie, wenn jetzt tausende von Spezialärzte aus der EU hierherkommen wie prognosziert wird?

Man redet da von extremem KK-Prämien anstieg.

Wir werden wie eine Zitrone von allen ausgepresst. Was ist, wenn wir uns diese KK nicht mehr leisten können und entscheiden müssen zwischen Miete und KK bezahlen?


Solang​e noch etwas Saft in der Zitrone ist wird sich nichts ändern!


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53%
(30 Stimmen)
Matthias Egli sagte Juni 2012

Es ist vollkommen logisch, wenn die freie Arztwahl
abgeschafft​ wird, muss auch das OBLIGATORIUM für
die Krankenversicherung fallen !!!
Es kann nicht sein, dass ich den Arzt meiner Wahl selbst
zahlen muss und gleichzeitig eine Zwangsabgabe an eine
Kasse zahlen muss, die mir keine Leistungen vergütet.
Alle die alternative Heilmethoden bevorzugen oder aus andern Gründen ihre
persönliche Arztwahl treffen wollen, sind dann die
Dummen und bezahlen dann doppelt.
Ich bin kein SVP Fan, aber was die Kassen jetzt wollen
sind gesetzlich gesicherte Einahmen
(für ein paar hundert Verwaltungsräte, Gutzwiler lässt grüssen) und das Risiko
trägt der normal Bürger. Das ist Staatsmedizin in Reinkultur, da hat Toni Brunner
einmal wirklich recht. Es ist vollkommen klar, das heutige KVG mit dem Obligatorium
wurde nur angenommen, weil die freie Arztwahl garantiert wurde.
Ein Obligatorium ohne freie Arztwahl ist ein Betrug am damaligen Volksentscheid !!!
Man merke sich die Parteien, die diesen Betrug am damaligen Volksentscheid unterstützen !!
ES ist unglaublich was für ein kurzes Gedächtnis unsere Politiker haben,
wenn es um ihre persönlichen Vorteile geht.
Eine Aufhebung des Vertragszwanges ist genau das Gleiche,
sie bedeutet die Aufhebung der freien Arztwahl.
Auch in diesem Fall muss das Obligatorum aufgehoben werden.
Konflikte mit der Verfassung müssten sogar noch geprüft werden.



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73%
(33 Stimmen)
Max Sigrist sagte Juni 2012

Viele der hier geschriebenen Kommentare gefallen mir in den Grundzügen sehr gut. Ganz wichtig die Argumente für mehr Eigenverantwortung.
​Rauchen,ganz allgemeiner übermässiger Genuss von Rauschmitteln, gefährliche und risikoreiche Sportarten.
Schönhei​tsoperationen allgemein.Hier gibt es nur 2 Ausnahmen, bei Unfällen und Verbrechen.
Auch Schwangerschaftsabbru​ch.

Dann fehlen aber auch teilweise die Argumente, die finanziell gewaltig ins Gewicht fallen.
Zehntausende​ von Einwandererern und Asylanten werden von unserem Sozial-
und Gesundheitssystem ohne Gegenleistung aufgenommen. Ohne je einen Cent
an diese Institutionen bezahlt zu haben. Sehen Sie sich die Maternitees
in unseren kliniken und Spitälern an.

Krankschreiben wegen kleinen Bobos.
Fehlen am Arbeitsplatz wegen Nichtigkeiten.
Gewis​se Kreise kennen Ärzte die hemmungslos Zeugnisse ausstellen und
"Patienten" krankschreiben, die völlig gesund sind.
Als Arbeitgeber weiss ich wovon ich spreche.

Von keiner Partei und von keiner politisch aktiven Person ist im Zusammenhang
mit unserem überstrapazierten Gesundheitswesen diesen Umständen Rechnung getragen worden. Zumindest sah oder hörte ich diesbezüglich keine Diskussionen.
Nun, wenn wir bereit sind diese Kosten zu übernehmen, brauchen wir uns über die Defizite nicht zu wundern.

Ja ich wünsche mir wirklich mehr Eigenverantwortung, ohne dabei zu vergessen, dass es viele Menschen gibt die wirklich Pech haben. Grosse gesundheitliche
Prob​leme und die nur dank des Solidaritätsgedankens​ weiterleben können.
Diese Menschen sind auch nicht unser Problem, sondern die Schmarotzer und
überdrehten Leute, die glauben dass jeder noch so verrückte Wunsch von
der Allgemeinheit getragen werden sollte.



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92%
(25 Stimmen)
Paulsen Jens sagte Juni 2012

Mindestens der Werbeaufwand der privaten Krankenkassen und die Umtriebe beim alljährlichen KK-Wechselspiel (neuer KK-Ausweis, ein paar Formulare wandern hin und her) ... würden bei der staatlichen Kasse ja entfallen. Diese Kosten zahlen wir bei den Prämien zwangsweise mit und sie sind überhaupt nicht produktiv.
Unter der Vorausetzung, dass die staatliche obligatorische Grundversicherung wirklich nur das abdeckt, was einen finanziell ruinieren kann, ist nicht von vornherein klar, warum eine obligatorische Grundversicherung prinzipiell ineffizient sein soll. Die SUVA funktioniert ja auch.
Im gegenwärtigen System hat man die Nachteile beider Modelle glücklich vereint: Obligatorisch und privat. Das Grundproblem ist, dass Marktwirtschaft nur dort so funktioniert, wie sie soll, wo der Kunde entscheidet, ob und wo er die Dienstleistung bezieht. Es ist aber unmöglich, dass ich das Datum meines nächsten Herzinfarktes oder Skiunfalls plane und vorher ein paar Offerten einhole.
Manche Dinge kann man eben nicht mit "mehr Wettbewerb, weniger Staat" allein lösen.
Sinnvoller wäre, die Leute bezüglich Lebensführung etwas mehr in die Pflicht zu nehmen und die Prämien für Übergewichtige oder Raucher anzupassen.
Bei allem Ärger über die Kosten: Nur zu bezahlen ohne den Gegenwert in Form von Ärztekonsultationen und Spitalaufenthalten zu beziehen ist unterm Strich deutlich besser, als die Krankenkssenkosten "herauszuholen". Egal wie gut die Ärze sind, ich bin lieber gesund als krank.


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61%
(18 Stimmen)
Jürg Wolfensperger sagte Juni 2012

...ich errinnere mich noch an die Kindheit ...in den 50ziger Jahren war das!...da wurde diskutiert darüber,welcher Arzt der günstigere ist..da ja keine Krankenversicherung nötig war.Also ging man zu dem,der etwas günstigere Tarife hatte...aber natürlich,die Dienstleistung musste auch stimmen,d.h. eine gute Diagnose über die Krankheit und die notwendigen Massnahmen zu Heilung verhalfen dem Herr Doktor zu einem guten Ruf,oder dann halt eben zu einem schlechten.Der Hausbesuch,war fast normal....!...denn der Herr Doktor wollte es mit seiner Kundschaft nicht verderben!
Ja,und wenn ein armer Teufel vorbei kam,hat er von dem ein bisschen weniger verlangt, oder auf sein Honorar grad ganz verzichtet.Und die Krankenkassen?..weil es freiwillig war,hat der Markt gespielt!Die Versicherungen waren viel,viel günstiger!Natürlich müsste man noch die Teuerung bis heute mit einberechnen.Trotzdem​ frage ich mich heute schon,was eigentlich am Schluss sozialer ist.Bei einem Drittel der Bevölkerung,muss heute die Gemeinde Zuschüsse an Familien bezahlen,die die ganzen Prämienkosten nicht mehr tragen können. Dann kommen die dazu,die gerade über der Lohnschwelle liegen,um noch Zuschüsse zu bekommen.Also ist heute rund zwei Drittel der Bevölkerung unerträglich hart belastet mit den viel zu hohen KK-Prämien.Da könnte es vielleicht sogar sozialer sein,die Abschlüsse von Krankenversicherungen​,aus dem Obligatorium zu nehmen,und als Vorschlag einen nationalen Fond einzurichten,für die Menschen mit kleinem Lohn-Budget.Vielleich​t sollten mal Fachleute daran gehen,und ernsthafte Kosten-Analysen,ausar​beiten.Aber da das System der obligatorischen "Hohlen Hand" für KKs wie Aerzte so lukrativ ist,wird ein Aussteigen aus dem Obligatorium auf ewig ein frommer Wunsch bleiben.


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74%
(38 Stimmen)
Roland Breitler sagte Juni 2012

Um es vorwegzunehmen; Natürlich hat Martin Landolt recht. Obwohl das in dieser Frage relativ simpel ist. Wer es öffentlich wagt, das Obligatorium der Grundversicherung in Frage zu stellen, der muss schon ziemlich einen in der Krone haben. Wer schon einmal in den USA in den Notfall musste, der hat was zu erzählen. Da sind nicht die freundlichen Ärzte von Gray’s Anatomy, sondern mies gelaunte, völlig gestresste Krankenschwestern und Spitalpersonal, das die Verletzten zuerst einmal nach der Versicherung fragt, bevor überhaupt ein Finger gerührt wird. Bilder, die an die Dritte Welt erinnern. Ich denke nicht, dass wir solche Verhältnisse in der Schweiz wollen. Und wenn jemand ernsthaft schwer oder chronisch krank wird, was ich niemandem wünsche, wer übernimmt dann die Kosten ohne Versicherung. Der Steuerzahler? Geht nicht.

Dann bleibt halt das „Allerheilmittel“ der Einheitskasse. Klingt ein bisschen kommunistisch und bringt überhaupt nichts. Löst kein einziges Problem. Ein aufgeblähter Apparat irgendwo in Bern, zentral gesteuert, eine riesige Administration, kein Wettbewerb. Rechtsstreitigkeiten zwischen Einheitskasse und privater Zusatzversicherung sind vorprogrammiert. Der Dumme ist der Patient, der auf sein Geld warten muss.

Was mir an Landolts Argumentation fehlt, ist – abgesehen von der kantonsübergreifenden​ – die länderübergreifende Kooperation im Spitalwesen. Deutschland hat etwa hervorragende Reha-Kliniken, die 40% tiefere Kosten verrechnen als in der Schweiz. Vor allem die nördlichen Kantone von St. Gallen bis Basel könnten hier Kooperationsmodelle entwickeln, etwa Herzchirurgie in Schweizer Zentren, im Gegenzug Reha in Süddeutschland, eine win-win-Situation für beide Seiten. Die Versicherungen bieten das bereits an, der Staat hinkt einmal mehr an Krücken hinterher.

Und noch eine letzte, persönliche Sache: In gewissen Kommentaren wird Martin Landolt – in bewusst beleidigender Absicht – als „UBS-Banker“ tituliert. Ich kenne mehrere „UBS-Banker“ persönlich, das sind gute Leute, die sich für ihre Kunden einsetzen. Ich empfinde es als missbräuchlich und abstossend, Menschen, die bei der UBS arbeiten, zu diffamieren. Und ich finde es genauso daneben, Menschen, die bei irgendeiner Bank arbeiten, pauschal als „abzockende Banker“ zu bezeichnen.



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69%
(48 Stimmen)
Karl Müller sagte Juni 2012

Was geschieht, wenn sich jemand ohne Krankenkasse und ohne grosses Vermögen einer teuren Operation unterziehen muss? Krebs bekommt oder eine chronische Krankheit? Das eigene Geld wird für die nötige Behandlung nicht reichen. Die Bevölkerung wird es aber nicht akzeptiert, dass auf die Behandlung verzichten werden muss nur weil das Geld fehlt. Das Sozialsystem wird also die Kosten der Behandlung übernehmen müssen. Ein Verzicht auf das Krankenkassenobligato​rium führt dementsprechend lediglich zu einer Verschiebung der Kosten von der Krankenkasse zur Sozialhilfe.

Ein Verzicht auf das Krankenkassenobligato​rium bringt also nichts. Die Einführung einer obligatorischen Minimalversicherung sollte jedoch geprüft werden.

Denn wenn ich in einen Laden gehe, kann ich dort exakt das kaufen, was ich möchte. Nicht mehr und auch nicht weniger. Bei der Krankenkasse ist das nicht möglich. Ich muss die Grundversicherung abschliessen und kann dazu den allgemeinen Zusatz und weitere Leistungen versichern. Nun sind aber in der Grundversicherung und auch im allgemeinen Zusatz viele Leistungen enthalten die ich nicht in Anspruch nehmen möchte. Wenn jedoch andere Leute diese Leistungen beanspruchen, muss ich sie mitfinanzieren. Das ist etwa so als würde ein Vegetarier oder Alkohol-Abstinenter die Fleisch- bzw. Biereinkäufe anderer Konsumenten mitfinanzieren müssen.
Ausserdem ist das Gesundheitssystem wie ein Selbstbedienungsladen​ mit Mitgliederbeitrag aber ohne Kasse. Wenn ein Lebensmittelladen nach dem gleichen Prinzip organisiert wäre, würde der Absatz von Kaviar und Champagner stark zunehmen. Diese Luxusgüter wären ja "gratis". Im Gegenzug würde der Mitgliederbeitrag regelmässig erhöht. Denn die anfallenden Kosten müssten schliesslich gedeckt werden. (Einverstanden ganz so schlimm ist es nicht, denn die meisten Leute verhalten sich kostenbewusst und konsumieren keine Gesundheitsleistungen​ ohne Sinn und Zweck. Aber leider sind nicht alle Versicherten so vernünftig.)

Die Krankenkasse "à la carte":

Die obligatorische Minimalversicherung deckt alles ab was das Budget eines durchschnittlichen Haushalts übersteigt und die Versicherten ruinieren würde: teure Operationen, chronische Erkrankungen, teure Transporte usw. Hinzu kommen die Kosten für die Schwangerschaft. Den Rest bezahlen die Versicherten aus dem eigenen Sack oder sie schliessen eine Zusatzversicherung ab. Es muss jedoch sichergestellt sein, dass auch schwerkranke Menschen eine Zusatzversicherung abschliessen können. Die Zusatzversicherung ist so gestaltet, dass der Versicherte frei wählen kann, welche Leistungen er versichern möchte und welche nicht.

Die individuelle Zusatzversicherung eines Versicherten könnte z.B. etwa so aussehen:
Halbprivat​ Ja
Beiträge für Abonnemente für Fitness Center Nein
Schutz- und Reiseschutzimpfungen Ja
Bade- und Erholungskuren Nein
Hauskrankenpfle​ge und Haushaltshilfen Nein
Brillen und Kontaktlinsen Nein
Notfall- und Verlegungstransporte Ja
Zahnbehandlungsko​sten Nein
Behandlungen im Ausland Ja
Akupunktur Ja
Homöopathie Nein
...

In der Krankenkasse "à la carte" gilt:

Wer möchte, ist gleich versichert wie beim bestehenden System.
Wer möchte, zahlt nur die Prämie für die Minimalversicherung und deckt die übrigen Kosten selber.
Wer möchte, wählt etwas dazwischen und versichert neben der Minimalversicherung genau diejenigen Leistungen, die er möchte.

So sind die Gesunden weiterhin mit den ernsthaft Kranken solidarisch und können gleichzeitig nur diejenigen Leistungen versichern, die sie in Anspruch nehmen wollen, wenn sie krank werden.


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55%
(100 Stimmen)
Rolli Anderegg sagte Juni 2012

Sehr arrogant und elitär was da Herr Landolt wieder herauslässt. Einer der bei der UBS arbeitet und als Nationalrat 120.000 im Jahr verdient, kann hier natürlich immer solche Töne von sich geben. KK-Prämien von 350 Franken pro Kopf kann man sich da sehr gut leisten. Aber vielleicht sollte Herr Landolt mal 4000-5000 Franken im Monat verdienen. Dann würde er nämlich sehen, wie schwer die hohen KK-Prämien auf die unteren Einkommen lasten, wo noch andere Dinge jeden Monat massiv auf den Geldbeutel drücken.

Ansonsten würde ich mal vom hohen Ross herunterkommen, da Herr Landolt froh sein kann, dass der Steuerzahler seine Firma gerettet hat!! Im weiteren hat Herr Landolt natürlich leichtes Spiel, wenn er zusammen mit seiner Partei wieder Preisaufschläge und neue Steuern ( Ökosteuer) einführt, die er bestens mit seinem hohen Salär begleichen kann, im Gegensatz zum Normalo und Arbeiter!! Etwas mehr Weitblick und weniger Egoismus währe hier dringend angebracht!!


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75%
(40 Stimmen)
Georg Stamm sagte Juni 2012

Niemand im Land, weder in Bern (NR, StR, BR) noch im Volk, scheint beim Gesundheitskostenprob​lem an die Arztkosten zu denken. Diese liegen pro Jahr bei ca. 8 Milliarden sFr. (nur die Honorare der niedergel. Aerzte, ohne Spitäler, ohne Medikamente). Diese Aerzte erfreuen sich als einzige weit und breit bei ihrem Einkommen an einem staatlich garantierten Kartell mit staatlich garantiertem Honorar und Lohn. Einen Wettbewerb gibt es nicht. Die Tarifordnung, genannt Tarmed, umfasst über 4000 Tarifpositionen, ist sakrosankt und üppig dotiert. Jede Frage, jede Handreichung bringt Geld. Das lässt verstehen, falls man es bisher noch nicht verstanden hat, weshalb seltsamerweise tausende von ausl. Aerzten in die Schweiz drängen. Es locken die hiesigen übervollen Tarmed-Futtertröge !

Währen das BGA für die Spezialitätenlistenzu​lassung eines Medikaments (=Kassenzulässigkeit)​ den beantragten Preis mit dem in mehreren anderen EU-Ländern vergleicht (resp. mit dem von ähnlichen Präparaten), gibt es einen solchen Vergleich bei den Arzttarifpositionen nicht. Das führt zu den spendablen Schweizer Tarifen und zur massiven Aerztezuwanderung. 10% Tarifsenkung würden für 800 Millionen sFr./Jahr Einsparung stehen. Daran will sich aber kein Bundespolitiker die Hände verbrennen, auch BR Berset nicht, der eigentlich die Interessen der ärmeren Volksschichten beachten sollte, da er ja von der SP kommt.


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68%
(31 Stimmen)
Werner Nabulon sagte Juni 2012

Herr Martin Landolt,
Was sich die Kassen und auch Versicherte seit dem Obligaturium erlaubt haben, sehen wir ja in der nicht mehr in den Griff zu kriegenden Kostenexplosion.

Diese Kostenexplosion ist entstanden aus einem Sozialen Gedanken heraus, wir wollen keine Zweiklassenmedizin, und gleichzeitig haben wir alle Medizin, sei es noch so Hokuspokus zugelassen.
Ein Arzt der sein Studium abgeschlossen hat, ...also da herrscht ein wirrwarr, der gesundheitlich angeschlagene greift nach jedem Strohhalm. Muss so sein.

Wer genung Geld hat, Reiche, der geht sogar ins Ausland zum Spezialisten, oder kann sich hier vom speziellen Privat Professor behandeln lassen.
Diese Zweiklassenmedizin besteht, und so lange es Menschen gibt die mehr Geld haben als Andere, wird die auch bestehen bleiben.




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56%
(18 Stimmen)
Werner Nabulon sagte Juni 2012

Warum ist das Verantwortungslos?


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43%
(70 Stimmen)
J. Nyffeler sagte Juni 2012

Sehr geehrter Herr Martin Landolt BDP
ich finde diese Idee der SVP gar nicht so schlecht.
Unsere Bürger und Bürgerinnen können ja zum Teil jetzt schon Ihre Krankenkassen nicht mehr bezahlen.
Wenn sich ja die "kriminellen" Asylsuchenden schon auf unsere Kosten lustig machen, hat doch der Landesbürger genau die selben Rechte!!!!
Oder wie sehen Sie das?????
Freundliche​ Grüsse ein Freimaurer




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76%
(46 Stimmen)
werner witschi sagte Juni 2012

Ich glaube, Herr Landolt, Ihr Rückschluss ist falsch, dass das Stimmvolk einer möglichen Kostenreduktion mit durch managed-care eine Abfuhr erteilt hat, zumindest ich habe nein gesagt, weil nur noch mehr Administration gekommen wäre und die kostet, ohne aber auch nur im geringsten an der Gesundheit oder eben der Krankheit etwas zu ändern.

Für die Grundversorgung führt für mich in Zukunft nichts an einer Einheitskasse vorbei, über deren Ausprägung sich man schon noch unterhalten muss/kann. Von mir aus kann dann der Wettbewerb für Zusatzleistungen, Halb-, Privat etc. immer noch genug spielen.

Denn ein Problem in diesem speziellen Wettbewerb haben wir schon, die Wettbewerbsteilnehmer​ wissen, dass mit der Krankheit Geld verdient werden kann.


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