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Besonnenheit auch in der Energiepolitik

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Besonnenheit auch in der Energiepolitik

Uns ist bewusst, dass die Energieproduktion mit Kernkraftwerken Risiken mit sich bringt, deren Eintreten aus unserer Sicht zwar sehr unwahrscheinlich ist, gegebenenfalls aber e- norme Auswirkungen hätte. Uns ist ebenfalls bewusst, dass die Endlagerung radioaktiver Abfälle geologisch zwar machbar ist, aber während einer aus unserer menschlichen Per- spektive heraus unglaublich langen Zeit ebenfalls ein Gefahrenpotential bildet. Weder an dieser Risikolage noch an der Wahrscheinlichkeit ihres Eintritts haben die Vorgänge im japa- nischen Fukushima aber etwas geändert.

 

Auch in einem Wahljahr empfiehlt es sich deshalb, besonnen auf die dortigen Ereignisse zu reagieren, umso mehr, als wegen der Ereignisse in Japan in unserem Land keine Sofort- massnahmen erforderlich sind. Die Sistierung der hängigen Bewilligungsverfahren​ für den Ersatz bestehender AKWs war primär ein politisches Zeichen. Die Prüfung allfälliger Konse- quenzen aus Fukushima für die Schweiz wäre auch in diesen Verfahren möglich gewesen.

Nun aber darüber hinaus bereits das Ende der Atomenergie auch in unserem Land zu pro- phezeien oder sogar sofortige Abschaltungen zu fordern, ist verfehlt. Zuerst müssen nun ganz sorgfältig allenfalls aufgetretene Mängel und fehlerhaftes Verhalten abgeklärt werden, welche im japanischen Reaktor eine Rolle gespielt haben könnten.

Die Ergebnisse dieser Untersuchungen sind dann mit den bereits bestehenden internationalen und schweizeri- schen Sicherheitsvorschrift​en zu vergleichen und letztere gegebenenfalls anzupassen. Im Weiteren ist die Risikoanalyse unseres Landes für den Betrieb von Kernkraftwerken dahin- gehend zu überprüfen, ob sie aufgrund der Vorfälle in Japan zu ergänzen oder zu verschär- fen seien. Erst dann wird es zulässig sein zu beurteilen, ob die schweizerische Energiepolitik punkto Kernenergie nun zu ändern ist oder nicht.

 

Zweifellos​ werden demokratische Entscheide über die Zukunft der Kernenergie in unserem Land von den Ereignissen in Japan geprägt sein. Es ist allerdings anzunehmen, dass dann- zumal auch die Ergebnisse der obgenannten Untersuchungen bekannt und notwendige An- passungen unserer Vorschriften vorgenommen sein werden. Darüber hinaus wird aber die Frage nach Alternativen beantwortet werden müssen. Einfach wird es sicher nicht sein, den heute von der Kernenergie produzierten Strom zu ersetzen, ohne andere Nachteile auf sich zu nehmen. Jedenfalls kann, in Anbetracht der ebenfalls sehr drängenden Klimaproblematik, nun nicht leichthin auf Gaskombi-Kraftwerke ausgewichen werden. Sollte aber nun tatsäch- lich eine Mehrheit die Energieproduktion durch Gas unterstützen, wäre es jedenfalls nicht mehr vertretbar, mittels CO2-Gesetzgebung beispielsweise Abgaben auf Treibstoff zu erhe- ben. Die ganze CO2-Lenkungsabgabepol​itik würde ihre Legitimation verlieren. Auch die wünschenswerte Steigerung der Energieeffizienz und die Verringerung der Erdoelabhängig- keit können zu einem grossen Teil nur mit einer Umstellung auf elektrische Energie erzielt werden (z.B. mit Wärmepumpen und der Förderung des Schienenverkehrs).

W​oher nimmt man diesen zusätzlichen Strombedarf? Die Wasserkraft ist in unserem Land ja bereits sehr gut ausgeschöpft, zumindest was Grossanlagen betrifft. Und ist tatsächlich eine Vermehrung von Kleinwasserkraftwerke​n wünschenswert, und bieten diese vor allem genügend Potenzi- al, um die durch den Ausfall der Kernenergie entstandene Lücke zu füllen? Von der Wind- energie wissen wir, dass nur sehr wenige Standorte in der Schweiz überhaupt einen eini- germassen genügenden Wirkungsgrad erbringen können, abgesehen von der Güterabwä-gung mit dem Landschafts- und Naturschutz – in unserem Kanton ist vor allem auch an den Juraschutz zu denken. Und sicher wollen wir nicht den Import von Energie steigern und die damit verbundenen Abhängigkeit und Auslagerung von Risiken in Kauf nehmen.

 

Mit anderen Worten: Wir werden nicht darum herum kommen, zu gegebener Zeit besonnen und nüch- tern, in Kenntnis aller Vor- und Nachteile der verschiedenen Stromproduktionsarten​, unsere Entscheidungen über die Zukunft der Kernenergie zu treffen. Voreilige Schlüsse aus der jet- zigen aktuellen, dramatischen Situation in Japan könnten in eine Sackgasse führen.

 

 


Kommentare von Lesern zum Artikel

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44%
(9 Stimmen)
Helmut Barner sagte April 2012

http://www.spiegel.de​/politik/ausland/0,15​18,827295,00.html

​Na dann beurteilen Sie mal nüchtern und ohne Steuergelder verschwenden zu wollen!
Politisch sollten Sie sich mal dahinterklemmen und die unsinnig stromverschleudernden​ Speicherheizungen ersetzen lassen! Schliesslich wurde den Besitzern solcher Anlagen lange genug subventionierte Energie zur Verfügung gestellt. Speicherheizungen weg und sofort 1 AKW abstellen! Das geht! Aber die Politik muss wirklich Energie sparen wollen!



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52%
(23 Stimmen)
Karl Müller sagte March 2012

Mit einer vernünftigen Ausländerpolitik wäre der Strombedarf wesentlich kleiner, denn in der Schweiz fehlen etwa 400-500'000 Arbeitsplätze. Für eine Begründung dieser erschreckend hohen Zahl, siehe mein Kommentar unter:
http://www.vi​mentis.ch/d/dialog/re​adarticle/zersiedelun​g-auch-im-mittelland-​bekaempfen/

Wenn man davon ausgeht, dass es für die meisten arbeitslosen Schweizer einen Arbeitsplatz gäbe, der von einem Ausländer besetzt wird, leben also etwa 450'000 arbeitslose bzw. auf Kosten arbeitsloser Schweizer beschäftigte ausländische Arbeitskräfte in der Schweiz, die von der Wirtschaft nicht benötigt werden. Bei einer Erwerbsquote von 60% macht das zusammen mit den Familien etwa 750'000. Das sind knapp 10% der Bevölkerung.
Es ist offensichtlich: Wenn diese Ausländer nicht in der Schweiz leben würden, wäre der Strombedarf entsprechend kleiner.

Es gibt also sehr viel Spielraum für eine langsame Reduktion des Ausländeranteils. Es geht ja nicht darum alle diese von der Wirtschaft nicht benötigten Ausländer an die Grenze zu stellen. Das wäre unfair!
Wie sieht eine vernünftige Ausländerpolitik aus?
Wer Arbeit hat, kann bleiben.
Wer keinem Arbeitslosen die Arbeit wegschnappt, darf kommen.
Wer Sozialhilfe bezieht, muss nach einer gewissen Zeit in die Heimat zurück kehren.

Diese einfachen Massnahmen führen nicht nur zu einem entsprechend geringeren Atomstromverbrauch sondern zusätzlich zu tieferen Kosten im Sozialwesen.


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83%
(23 Stimmen)
Willy Burgermeister sagte March 2012

Sehr geehrter Herr Fluri,

Besonnenhei​t auch in der Energiepolitik, einverstanden – allerdings verwandelte sich der Atomausstieg in der Zwischenzeit zu einer Frage von Ethik und Gewissen und mir scheint, dass die Politik eine derart gelagerte Auseinandersetzung nie wird entwirren können. Eine Ernüchterung macht sich also breit. Wir sind uns wohl alle einig, dass die Energiewende nur mit einer gemeinsamen Anstrengung auf allen Ebenen der Politik, der Wirtschaft und der Gesellschaft gelingen wird. Diesen Gedanken eines Gemeinschaftswerkes an den Anfang aller Überlegungen zu stellen, wie die Energieversorgung in unserer Volkswirtschaft in den kommenden Jahren ohne Kernkraftwerke zu bewerkstelligen ist, ist alles andere als abwegig. Denn unabhängig von einzelnen Lösungsansätzen steht eines klar und deutlich fest: Den Folgen wird sich niemand entziehen können. Die Energiewende betrifft jeden – wahrscheinlich sogar härter als viele glauben. Schafft es die Politik nicht, die „Herzen und Hirne“ der Menschen zu erreichen und die Bevölkerung zum Mitmachen zu animieren, wird das ganze Projekt scheitern.

Mit freundlichen Grüssen,
Willy Burgermeister


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54%
(26 Stimmen)
Markus Schnelli sagte March 2012

Markus Schnelli

Sehr geehrter Herr Fluri

Zum Glück gibt es noch Parlamentarier, die sich gegen den überhasteten Ausstiegsentscheid wehren. Herzlichen Dank für Ihr Engagement.

Natürlich wäre es gut, wenn wir ohne Risiko Strom in Hülle und Fülle produzieren könnten, sodass schlussendlich die ganze (immer noch wachsende) Menschheit Energie im westlichen Stil verschleudern könnte.... Leider ist dem nicht so, denn jede Produktionsart birgt enorme Risiken. Seien es Abhängigkeitsrisiken (Erdöl, Gas, Kohle, Uran, Wasser, Sonne, Wind u.a.) oder Katastrophenrisiken (Bruch einer Staumauer, Einsturz einer Kohlegrube, Gasexplosion, Atomunfall, Explosion einer Oelplattform, Lärmschädigungen durch Rotoren u.a.).

Und weil dem so ist, macht es wirklich keinen Sinn auf die so wichtige Energiequelle leichtfertig zu verzichten. Ich bin überzeugt, dass die Kernkraftwerke der nächsten Generation nochmals viel sicherer werden und vor allem auch, dass es in Zukunft eine Lösung geben wird, welche das Atommüllproblem entschärft, indem ein wesenlicher Teil des bestehenden Mülls verarbeitet bzw. wieder aufbereitet wird.

Andererseits bin ich überzeugt, dass der ganze Westen (nicht nur die Schweiz) umgehend anfangen sollte, Energie vernünftig zu verbrauchen. Und weil dies leider nicht freiwillig geschieht, bedarf es wohl einer markanten Energiepreis-Erhöhung​. Die entsprechenden Mehrerträge könnten dann für Sanierungsmassnahmen v.a. an privaten Gebäuden eingesetzt werden.

Herr Fluri, kämpfen Sie bitte weiter. Ich bin überzeugt, dass die Windfähnchen im Parlament sich gelegentlich wieder in Ihre Richtung drehen werden.


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53%
(36 Stimmen)
Paulsen Jens sagte March 2012

Es ist richtig, dass in der Schweiz Tsunamis und Erdbeben der Magnitude 9 vermutlich nie eintreten werden.
Was man aus dem Unfall in Fukushima hingegen für die Schweiz lernen könnte, wenn man wollte, wäre dies:
- Unfälle treten auf, weil Risiken vergessen wurden oder aus rein wirtschaftlichen Gründen als unwahrscheinlich klassifiziert worden sind. Dort wurde eine Tsunami-Warnung ignoriert, hier wurde aus wirtschaftlichen Gründen beschlossen, die Risse im Reaktorbehälter des KKW Mühleberg seien harmlos.
- Weder Japan noch die Schweiz sind eine Bananenrepublik oder ein Drittweltland.
In Japan hat nach der Kernschmelze im AKW überhaupt nichts mehr funktioniert. In der Schweiz dürfte das nicht anders sein.
- Die totale Katastrophe, nämlich die Evakuierung von Tokio, wurde verhindert durch günstigen Wind und eine Anhebung des maximal zulässigen Grenzwertes, nicht durch bauliche Massnahmen der AKW-Betreiber. Auch das ist in Mühleberg und in vielen anderen KKWs so.
- In Japan sind hunderte Quadratkilometer auf Jahrzehnte hinaus unbewohnbar geworden. Die Entschädigungen für die betroffene Bevölkerung ist lächerlich gering. Auch bei uns wäre das so - auch bei uns gibt es keinen Fonds, der mehr als nur symbolische Entschädigungen bezahlen könnte.
Dazu kommt der ganz normale Wahnsinn des normalen Betriebes, nämlich Abfälle anzuhäufen, die man nach heutigem Erkenntnisstand nicht los wird.
Und das alles, weil es so angenehm ist, billigen Strom zu haben.


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31%
(32 Stimmen)
Karl Müller sagte March 2012

Das Stromloch ist ein Problem, wenn wir es mit Gaskraftwerken stopfen, erhöht dies die CO2-Emission, die wir ja eigentlich senken sollten, Solarstrom ist bis auf weiteres zu teuer, die ganze Schweiz mit Windrädchen zupflastern ist auch nicht zu empfehlen, jedes noch so kleine Bächlein für ein Miniwasserkraftwerk zu stauen bringt es auch nicht.

Fazit: wir müssen den Stromkonsum reduzieren.
Wie geht das?
Jeder Einzelne verbraucht weniger. Mit diesem eigentlich vernünftigen Verhalten ist erfahrungsgemäss nicht zu rechnen.

Wir reduzieren die Anzahl der Konsumenten. Das geht, wenn auch langsam, weil jedes Jahr einige zehntausend Ausländer die Schweiz verlassen. Es genügt, wenn wir die Zuwanderung auf das absolut Notwendige begrenzen. In der Schweiz gibt es sehr viele Arbeitslose, diese können und müssen wieder vollständig in den Arbeitsprozess integriert werden.
Ausserdem gibt es sehr viele ausländische Sozialhilfeempfänger.​ Es spricht nichts dagegen, wenn diese die Schweiz nach einer gewissen Zeit verlassen müssen.

So wird die Bevölkerung langsam schrumpfen. Der Stromkonsum wird langsam sinken. Das gleiche gilt für die Umweltverschmutzung, die CO2-Emission und die Mieten. Der Druck auf die Umwelt wird genauso abnehmen wie das Staurisiko auf den Strassen.


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52%
(33 Stimmen)
Benedikt Jorns sagte March 2012

Sehr geehrter Herr Fluri

Zu Ihrer Sicht der Energiepolitik habe ich den "Daumen nach oben" gedrückt. Zu einigen der von Ihnen erwähnten Punkte möchte ich nachfolgend noch Ergänzungen anbringen.

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Die​s zu möglichen Reaktorunfällen in der Schweiz:
Nach den Ereignissen in Three Mile Island und in Tschernobyl wurden die bestehenden Kernkraftwerke (Generation II) mit zusätzlichen Sicherheitssystemen nachgerüstet und es wurden neue KKW (Generation III) entwickelt, welche auch dann den Reaktor bei einer kritischen Störung automatisch herunterfahren, wenn die Stromzufuhr ausfallen sollte (so genannt passive Systeme). Das Risiko einer Kernschmelze dürfte bei diesen neuen Reaktoren äusserst klein sein, und wenn es doch einmal soweit kommen sollte, ist nach Einschätzung der Entwickler die radioaktive Verseuchung auf das Reaktorgebäude beschränkt. Eine derartige Ausbreitung von radioaktivem Staub wie sie in Tschernobyl geschah, ist grundsätzlich nur bei dem dort eingesetzten Reaktortyp möglich.
Die Reaktorunfälle in Fukushima zeigen den möglichen Worst-Case für Leichtwasserreaktoren​: Starkes Erdbeben, Zerstörungen durch Überflutung, totaler Stromausfall, komplettes Versagen der Kühlung, kein angemessenes Notfallmanagement, schlechtest mögliche Lagerung der ausgedienten Brennstäbe, mehrere Reaktoren verstrahlen sich gegenseitig und geben eine konzentrierte Strahlungsbelastung ins Hinterland ab.

Folgende Erkenntnisse zeichnen sich nach den Reaktorunfällen in Fukushima ab:

1. Die Verbesserungen der Sicherheit bei den neusten Reaktoren der 3. Generation gehen in die richtige Richtung. Nach der Beurteilung der Experten würde die Radioaktivität bei einem Unfall wie in Fukushima im Reaktorgebäude zurückgehalten.

2.​ Die Standortwahl beim Bau von neuen Reaktoren ist wesentlich kritischer zu beurteilen, als es bisher der Fall war. Wichtig sind insbesondere die Erdbebensicherheit, keine Überflutungsgefahr.

3. Neben den Vorgaben vom ENSI braucht es auch international festgelegte und kontrollierte Vorgaben.

4. Die Forderung nach Inhärenz bei der Entwicklung von Reaktoren der 4. Generation hat hohe Priorität (Überhitzungen von der Auslegung her nicht mehr möglich). Es ist heute noch zu wenig bekannt, dass schon in wenigen Jahren erstmals inhärente Mini-Reaktoren in grosser Zahl industriell produziert werden. Sie sind für den Einsatz in der Schweiz äusserst interessant, nicht zuletzt weil die bei Kernreaktoren grosse Abwärme (etwa zwei Drittel der produzierten Energie) fürs Heizen von nahen Siedlungen verwendet werden kann.

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Zur Endlagerung radioaktiver Abfälle möchte ich auf meine nachfolgend zu findende Antwort an Herrn Sprenger verweisen.

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"​Einfach wird es sicher nicht sein, den heute von der Kernenergie produzierten Strom zu ersetzen. Jedenfalls kann in Anbetracht der Klimaproblematik nun nicht leichthin auf Gaskombi-Kraftwerke ausgewichen werden."

Dazu Bundesrätin Doris Leuthard nach den Reaktorunfällen in Fukushima. Sie wollte von ihren Experten wissen, mit wie vielen Gaskombi-Kraftwerken beim Verzicht auf Ersatz-AKW zu rechnen sei: "Ich will wissen, sind es zwei oder sind es neun". Und Leuthard weiter: "Es ist leichtsinnig, zu verlangen, dass die Schweiz auf die Kernenergie verzichten soll." Wie Recht Sie damals hatte!
Doch dann kam dieser sagenhafte Parteitag der CVP, unsere Energieministerin sass wieder wie früher gut gelaunt neben Christoph Darbellay. Doch leider hatte sie nun das "grüne Fieber" gepackt.

Ganz grob geschätzt, rechne ich bei einem Atomausstieg bis 2035 mit ca. 7 grossen Gaskombi-Kraftwerken.​ Damit wären wir in der Weltrangliste des Weltenergierates sicher nicht mehr wie heute der "Nachhaltigkeits-Wel​tmeister" und würden vom heute ersten Platz ziemlich weit nach hinten durchgereicht. Gaskombikraftwerke wünschen wir nicht!



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81%
(32 Stimmen)
Peter Oberholzer sagte March 2012

DEN ATOMAUSSTIEG MIT ZEITLICHER VERZÖGERUNG WIEDERRUFEN

Sehr geehrter Herr Nationalrat Fluri

In der Bevölkerung ist in den letzten zwei Wochen der Eindruck entstanden, dass der Atomausstieg als Ablenkung dient um die alten Kernkraftwerke länger betreiben zu können. Die Sicherheitsdiskussion​ wurde damit auf die Technologie-Ebene verschoben und der Bezug zu den aktuellen Risiken der bestehenden Kraftwerke wurde soweit wie möglich weggelassen.

Ihrem Text entnehme ich sinngemäss, wenn dann die heikle Zeit für den Weiterbetrieb der drei Kraftwerke in Mühleberg und Beznau vorbei ist können die politischen Kräfte wieder über den Neubau von Kernkraftwerken diskutieren. Aus meiner Sicht sollte bereits jetzt der Neubau von Beznau III in Betracht gezogen und der Bevölkerung vorgelegt werden. Wir benötigen genügend Strom für die Industrie, den öffentlichen Verkehr und die Bevölkerung. Der Rückbau von Mühleberg sowie Beznau I und II soll zeitlich gestaffelt werden.

In allen Planungsvarianten ist zu bedenken, der Weiterbetrieb der drei alten Kernkraftwerke liefert wenig Strom und bedeutet ein erhöhtes Sicherheitsrisiko für Mensch und Umwelt.


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50%
(38 Stimmen)
Titus Sprenger sagte March 2012

Lieber Herr Fluri

Die voreiligen Schlüsse wurden bereits vor Jahrzehnten gezogen. Damals baute man AKWs noch bevor man sich zur Frage der Endlagerung der radioaktiven Abfälle im Klaren war, so ganz nach dem Motto: Irgendwo lässt sich dann schon irgendwie ein Endlager finden und bauen. Seit nicht weniger als 40 Jahren (!) sucht die NAGRA nach einem geeigneten Standort. Und weil (übrigens weltweit) noch immer keiner gefunden und bestimmt wurde, ist es mir nach wie vor ein Rätsel, wie man heute schon die Entsorgungskosten voraussagen will...

Fukushima hat nur dazu beigetragen, dass auch über diesen Aspekt der Abfälle (endlich) wieder diskutiert wird. Er alleine wiegt so schwer, dass ein Festhalten an Kernenergie, so wie Sie das machen, sicher nicht in Frage kommt. Auch daran haben die Vorgänge in Fukushima nichts verändert.

Statt noch lange einer Energieerzeugungsform​ nachzutrauern, deren Probleme auch heute noch gelöst sind, wünschte ich mir mehr Mut hin zu neuen, kreativen Lösungen in Sachen Energieerzeugung und Energieeffizienz und das erst recht nach den Wahlen.


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