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Der grosse Zusammenbruch

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DER GROSSE ZUSAMMENBRUCH

Das elektrisch-elektronis​che System wächst weltweit weiter und dringt immer tiefer in alle Bereiche ein. Ein Zusammenbruch ist denkbar. Was würde er bedeuten?

 

Die elektrisch-elektronis​che Vernetzung der Welt

Ein grosser Teil der Menschen in der Welt, aber auch der Verkehr, die Energieversorgung, die Wirtschaft, die staatlichen Verwaltungen und die Armeen werden immer abhängiger von Elektrizität und Elektronik. In allen Bereichen bedienen sie sich immer perfekterer und schnellerer Systeme, die zu immer grösseren Netzwerken zusammengeschlossen werden.  Nicht nur die  Menschen, sondern  auch die Teilsysteme kommunizieren unter sich in diesem Netz. Dieses globale Nervensystem wird durch Strom betrieben, dessen Produktion und Verteilung  ebenfalls elektronisch gesteuert und überwacht wird.

Dadurch wird alles enorm erleichtert, beschleunigt und unendlich viel effizienter gemacht und der Zugang zu Vielen und Vielem ist grenzenlos geworden.  Der Chef einer Supermarktkette kann  in den Ferien auf Bali über sein Handy in seinen Computer im Büro in der Schweiz und sich über den Zwetschgen- und Eierumsatz seines Konzerns informieren. 

Diese Entwicklung ist immer noch in vollem Gang und wird vorerst zu einer weiteren Effizienzsteigerung und Vernetzung führen.

Erstaunliche​rweise stellen sich nicht viele Menschen die Frage, was es bedeuten würde, wenn dieses globale Nervensystem für kürzere oder längere Zeit zusammenbrechen sollte.  Erst in jüngerer Zeit haben verschiedene Armeen und Regierungen begonnen, sich aus militärischen Gründen mit dessen Verletzlichkeit zu befassen. 

 

Dauern​d weiterwachsende Abhängigkeit und Verletzlichkeit.

Die​  Abhängigkeit  von diesem System und dessen Verletzlichkeit werden laufend grösser. Erstens wegen des Einschlusses immer weiterer Bereiche in das System. Zweitens wegen der weitergehenden Vernetzung. Drittens wegen der zunehmenden Komplexität sowohl der Betriebsprogramme, wie auch der Gesamtsysteme. Immer mehr werden zur Bewältigung von Vorgängen, die die Menschen nicht mehr überschauen und beherrschen oder bei deren Handhabung sie zu langsam wären,  Rechnersysteme zur Kontrolle und  Führung eingesetzt. Oft  arbeiten diese Systeme autonom, wie z.B. die Zensur in gewissen Ländern, und in vielen Fällen entscheiden Rechnersystem automatisch über das Auslösen von  Massnahmen, z. B. über Börsentransaktionen.

Viertens wegen der immer grösseren Zahl von Benutzern – oft viele hundert Millionen - die an einem einzigen Dienst angeschlossen sind.  Fünftens wegen des immer rascheren Wachsens des Datenvolumens. Sechstens zielen Angriffe, die  von Einzelnen, von Gruppen, aber auch vermehrt von Regierungen  (und ihren Streitkräften) ausgelöste werden, auf die  Stilllegung oder Fehlsteuerung von Netzwerken oder grösserer Teile davon. Und schliesslich, auch das wird von vielen übersehen, hat jedes von Menschen geschaffene System  gelegentlich Pannen -  trotz des weit verbreiteten Machbarkeitswahns – auch solche, die durch natürliche Ereignisse, wie z.B. Sonnenaktivitäten, Erdbeben u.a. ausgelöst werden können. Im Kriegsfall könnte unser Land mit gezielten Schlägen gegen die wenigen grossen Schaltanlagen des Elektrizitätsnetzes innert Stunden in die Totenstarre versetzt werden. Selbst im Frieden könnten durch Terrorattacken auf einige Schaltanlagen (wie z.B. Laufenburg) flächendeckende Ausfälle des Systems ausgelöst werden.

 

Ein grosser Zusammenbruch kann  nicht ausgeschlossen werden.

Es ist angesichts dieser Entwicklung nicht unwahrscheinlich, dass es  im Laufe der näheren oder weiteren Zukunft zu einem grossflächigen oder gar globalen Zusammenbruch von kürzerer, aber möglicherweise längerer Dauer kommen wird. Das könnte zu einer Katastrophe ohnegleichen führen, die selbst den zweiten Weltkrieg in den Schatten stellen würde, denn dann wird schlagartig nichts mehr laufen: Es gibt dann für kürzere oder längere Zeit keinen Strom, keine Telefonverbindungen, kein Radio, kein Fernsehen, keine Zeitungen, keine Produktion, keine Verteilung von Gütern, keine Wasserversorgung, keine staatliche Verwaltung mehr.  Selbst die allgegenwärtigen Mobiltelefone bleiben dann stumm. Keine Eisen- oder Strassenbahn, kein Frachtschiff,  kein Auto fährt dann mehr . Keine Flugzeug fliegt mehr, bis das Problem behoben ist. Und das könnte sehr viel Zeit brauchen, weil  alles, was zur Identifikation des Problems und zu dessen Reparatur benötigt würde, wie  Befehls- und Kommunikationswege, Menschen und Material, nicht erreichbar und verschiebbar wären.  Wir wären zurück in der Steinzeit.

Im Gegensatz zur Zeit vor 100 Jahren, wo jeder Haushalt und fast jeder Betrieb in vielen Bereichen für längere Zeit autark war, leben wir heute “just on time”. Wir haben die Kompetenzen und Geräte auch nicht mehr, um in einer Welt ohne Elektrizität und Elektronik zu handeln. Ausserdem würden dank den durch das System ermöglichten immer weiter gehenden Einsparungen von Arbeitskräften in den Betrieben die Menschen fehlen, um einen „Handbetrieb“ wie früher in Gang zu bringen. Wie lange bräuchten wir heute nach einem solchen Zusammenbruch,  bis wir eine minimale Organisation aufgebaut hätten, die unser Leben sicherte, bis alles wieder “normal” funktioniert? Am besten dran wären dann die Menschen in Dörfern im afrikanischen Busch und in den Slums der Welt, die sich schon heute ohne Strom und Elektronik  durchschlagen müssen.

Eine Regierung, die strategisch denkt – gibt es das heute noch bei uns? – müsste sich wohl darüber Gedanken machen, wie sie einem solchen Problem begegnen würde. Konkret: Die Sicherheitspolitik müsste dafür sorgen, dass minimalste, überlebens-wichtige Funktionen des Staates –dazu gehören u.a. auch die Versorgung der Bevölkerung mit Wasser und  Lebensmitteln - unter allen denkbaren Umständen  durch eine kurzfristigst einsatzfähige  ,und von diesem System und allen seinen Teilen völlig unabhängige Organisation aufrechterhalten werden können (Zum Beispiel: In den Gemeinden u.a. ein eingeübtes Nachrichtenbeschaffun​gs-, Kommunikations- und Informationssystem, das aus Meldeläufern mit Fahrrädern besteht, usw.)

Sind das wilde Phantasien eines alten Mannes, der die modern Zeit nicht mehr versteht, oder könnte ein solches Szenario Wirklichkeit werden?  Die Frage wird sich gelegentlich selber beantworten.

Gotthar​d Frick


Kommentare von Lesern zum Artikel

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50%
(4 Stimmen)
Werner Nabulon sagte May 2012

Ja also aber auch, Herr Gotthard Frick, meine Damen und Herren,

Das ist doch gar kein so grosses Problem. Wir sind doch Dschungelcamp erfahren, wir haben diverse Natur Netz Sendungen usw angeschaut, die Erde zig mal im Film kollabieren sehen.
Gegen was auch immer, aber die Amerikaner uns Restweltler haben immer wieder Lösungen gefunden, in den letzen 5Minuten des Filmes die Welt dann gerettet.


Wie heisst es so schön? Im Bundesblatt?

Schal​ten sie den Radio an, warten sie auf Meldungen. Gut haben wir Beromünster Ende 2008 abgeschaltet, ausgeweidet und der Kultur und Museen zur Verfügung gestellt.

Somit erübrigt sich einen Transistorradio Batteriebetrieben mit Mittelwelle Empfang, im Notgepäck Notvorrat mitzuführen. Toll.

Wer hat für wie lange einen Notvorrat gebunkert? Und wenn, sie meinen aber nicht die Bio Bofrost Sachen, andere Tiefkühlprodukte welche im Tiefkühler vor sich hin rotten, Oder?

Büchsenfutte​r ist ja gefährlich, vergiftet, wäre aber haltbarer. Jene Fantasten, erinnere mich an den 2000Watt Typen im TV, ein Basler, ja es muss ein Basler sein, der sich jeden Tag sein Futter beim Markt oder Laden kaufen geht. Nach drei vier Tagen ist fertig gekauft.

Ich hoffe nur, er hat etwas Bargeld gebunkert, oder etwas Gold, Diamanten, denn ab dem Netzzusammenbruch sind wir faktisch einmal Pleite. Gut, die Schulden sind auch erst mal weg, jedoch die Schlitzohren haben für diese Fälle ja Hypotheken, Kredit, und andere Verträge auf Papier. Hingegen wie viel Geld unmittelbar auf dem Konto war?

Wer in der Höhe wohnt, wird mit dem Problem konfrontiert, wie komme ich da rauf nach Hause?
Und so manches verlassenes Hochhaus wird als Startplatz für den Abgang genutzt werden, denn sonst sind diese Dinger ohne Wasser, Heizung, Strom wirklich nicht mehr zu gebrauchen. Ob die Orte dann geeignet sind, Rauchzeichen und Flaggensignale geben, Brieftauben starten und landen lassen, oder so.

Falls es uns im Winter erwischt, jene die so ein Cheminée haben wissen, wenn wir den Ventilator im Kamin nicht einschalten, funktioniert auch das nicht richtig.

Irgend wie hab ich das Gefühl, jene die in den Slums oder in Afrika leben, haben es komfortabel DANN, im Gegensatz zu uns!



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80%
(5 Stimmen)
Manfred Eberling sagte May 2012

Guten Abend Herr Frick
Dass Sie hier ein sehr komplexes Problem anfassen ist eigentlich allen Lesern klar.
Alles spricht und schreibt von Energiemangel!
Nun ein ganz einfältiger Vorschlag:
Warum, um Himmelswillen, werden beim neuen Neat Gotthardtunnel nicht von beiden Seiten ein einigermassen einfaches Röhrensystem eingebaut?
Experten klagen doch schon lange über die übermässige Wärme im Tunnel! Auf beiden Seiten könnte man doch kaltes Wasser in versch. Röhren hineinpumpen und auf beiden Seiten könnten wir sehr warmes Wasser abzapfen. - Andernortes wird sogar aus kalten Seen noch Wärme entnommen. So hätten wir doch bereits für die Leventina und das Urnerland die Heizprobleme gelöst!
Oder ist dies etwa eine viel zu einfache und zu billige Lösung?
So könnte man ja sogar den Tunnel gratis kühlen.
Über den bevorstehenden Kollaps im Nachrichtensektor, habe ich gegenwärtig noch kein gutes Rezept. - Der wird kommen! So oder so!

Freundliche Grüsse Manfred


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50%
(4 Stimmen)
werner witschi sagte May 2012

Sehr geehrter Herr Frick

Darum ist es doch unerlässlich, dass wir einer dezentralen Energieversorgung mehr Augenmerk schenken.



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40%
(10 Stimmen)
Anton Keller sagte May 2012

Die einzige Partei, welche sich noch einsetzt, dass die Schweiz ein bisschen selbstversorgend bleibt, ist die SVP. Da müssten Sie, wenn ihnen dies am Herzen liegt, die Partei wechseln.

Weshalb will die SP das Militär abschaffen, Bauernsubventionen abbauen, die Schweiz übervölkern?


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