Der Schweizer Staat zahlt jährlich gut 7 Milliarden Franken an die Schweizer Bauern und deren Verarbeitungsindustrie; Tendenz steigend. Doch ist dieser tiefgreifende marktwirtschaftliche Eingriff auch gerechtfertigt?
Es ist bekannt, dass die Schweizer Bauern ihr Haupteinkommen meist nicht aus dem Verkauf ihrer Produkte auf dem freien Markt erhalten, sondern durch die Subventionen des Staates. Kaum ein anderer Wirtschaftszweig kann auch nur davon träumen, für seine Waren, unabhängig von der Nachfrage, einen fixen Abnahmepreis vom Staat garantiert zu bekommen. Nebst diesem Eingriff in die Marktwirtschaft, die erschreckend der kommunistischen Zentralwirtschaft der ehemaligen Ostblockländer gleicht, bekommen die Schweizer Bauern noch Direktzahlungen in über 30 verschiedenen Variationen!
77 Prozent der Einnahmen der Landwirtschaft sind auf direkte und indirekte Subventionen sowie auf zahllose Interventionen des Staates zurückzuführen. Dies kostet den Staat über 7 Milliarden Franken jedes Jahr.
Mittlerweile unterhält der Bund bereits eine rund 3’500 Personen starke Agrarbürokratie. Trotzdem gelang es den «Landwirtschaftsvertretern» immer wieder, noch mehr Geld vom Bund zu erhalten.
Allein für landwirtschaftliche Organisationen gibt der Bund jährlich ca. 900 Millionen Franken aus. Spitzenreiter bei all diesen Verbänden und Vereinen ist die Käseunion. Sie bezieht jährlich 460 Millionen Franken! Wofür verwendet sie diese Millionen? 15 Millionen werden von Administration und Personalkosten verschlungen. 50 Millionen für Werbung. Dabei geht es natürlich nicht darum, die Konsumenten zu einer gesünderen Ernährung zu bewegen, sondern einzig und allein, den Käsekonsum weiter zu steigern. Koste es, was es wolle.
Die restlichen Millionen werden dazu gebraucht, die am Markt vorbeiproduzierten Überschüsse zu verwerten. Daher kommt es, dass im Ausland oftmals Schweizer Käse billiger zu haben ist als in der Schweiz. Die Käseunion ist froh, wenn sie die Überschüsse irgendwie los wird und verkauft diese zu Spottpreisen ins Ausland, die Verluste werden ja vom Staat übernommen! Scheinbar ist dieses Problem einfach zu lösen: weniger Käse produzieren. Dies hat man auch gemacht. Die Folge: Der Überschuss an (staatlich subventionierter) Milch stieg weiter an und muss nun vermehrt zu Butter verarbeitet werden. Aber auch Butter hat es mehr als genug. Um die Überschüsse der Butter «kümmert» sich die Butyra in ähnlicher Weise wie die Käseunion um den Käseüberschuss (jedes Kilo Butter wird mit rund Fr. 20.– subventioniert). Die Butyra bezieht dafür vom Staat jährlich rund 390 Millionen Franken.
Es bleibt also nur, die Milchproduktion als Ganzes zu senken, doch dagegen wehren sich alle, die davon profitieren. Die Milchmenge würde sich z.B. einfach reduzieren lassen, wenn die Bauern auf biologischen Landbau umstellen und vermehrt Gemüse und Früchte anpflanzen würden. Das Interesse scheint allerdings nicht gross zu sein.
Was können wir dagegen tun? Kaufen Sie möglichst einheimische biologische Früchte und Gemüse Dies hilft Ihrer Gesundheit (auch wenn die Käse-, Milch- und Fleischverbände von ihren Produkten schwärmen), schont die Umwelt und erzeugt kein Tierleid. Ausserdem helfen Sie damit den Bauern, die sich nicht als blosse Subventionsempfänger sehen, sondern aus eigener Initiative bereits einen Schritt weiter gehen und die Zukunft unserer Natur und unserer Gesundheit mitberücksichtigen.


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