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Die 8-Millionen-Schweiz als Erfolgsgeschichte

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Anfang Au­gust verkündete das Bun­des­amt für Sta­tis­tik, dass die Schweiz im Laufe des Som­mers 2012 die Grenze von acht Mil­lio­nen Ein­woh­ne­rin­nen und Ein­woh­nern überschreiten wird. Lei­der sehen der­zeit viele nur noch die Schat­ten­sei­ten der Bevölkerungszunahme der letz­ten Jah­re: Der Stamm­platz im Zug ist schon be­legt; die günstige Woh­nung an bes­ter Lage zu teu­er; im Spi­tal spricht man hoch­deutsch; und die Top-­Ma­na­ger aus den USA fou­tie­ren sich um die In­te­gra­ti­on.

 

Vergessen geht dabei zu oft, dass Zuwanderung eigentlich eine gute Nachricht ist. Der Chefredaktor der „Handelszeitung“ hat es neulich treffend formuliert: „Keiner will in einem Land leben, aus dem die Menschen flüchten."

 

Aus dem hochverschuldeten Spanien beispielsweise wandern mehr Leute aus als ein. Das verwundert kaum bei einer Arbeitslosenquote um die 25%. Zudem ist fast jeder zweite – oft gut ausgebildete – Jugendliche arbeitslos; kein Wunder suchen diese ihre Chance auch in der Schweiz. Dass „interne Abwertung“ nichts anderes bedeutet als Lohnsenkung zur Wiedererlangung von Wettbewerbsfähigkeit,​ wissen mittlerweile viele Arbeitnehmer. Angesichts der Euro-Krise zweifelt manche spanische Familie, ob die Ersparnisse auf den Sparkassen noch sicher sind. Und „Selbsthilfegruppen“ stürmen bereits in Robin Hood-Manier die Supermärkte, um die Beute an Bedürftige – z.B. Rentner mit gekürzten Pensionen – zu verteilen.

 

Auch die Schweiz war mal ein Auswanderungsland – am Ende des 19. Jahrhunderts sowie zwischen 1910 und 1930. Auch bei uns fehlten damals die Perspektiven auf ein gutes Leben. Schwach wuchs die Bevölkerung auch zwischen 1970 und 1980 als Folge der Wirtschaftskrise Mitte der 1970er-Jahre. Umgekehrt erlebten wir die stärkste Zuwanderung im Boom der Nachkriegsjahre zwischen 1950 und 1970 mit einer durchschnittlichen Wachstumsrate von 1,4% pro Jahr und erneut seit den 2000er Jahren mit um die 1%.

 

Kurzum: der Blick nach Spanien und auf unsere eigene Geschichte zeigt, dass es in schrumpfenden Ländern ungemütlich zu und her geht. Deshalb sollten wir weniger über die negativen Begleiterscheinungen von Bevölkerungswachstum jammern, sondern dafür sorgen, dass die Schweiz und ihre Wirtschaft auch in Zukunft attraktiv bleiben

 

Unsere Stärke ist nicht garantiert. Wir müssen beständig an der Standortattraktivität​ arbeiten: den flexiblen Arbeitsmarkt verteidigen; forschungsbasierte Innovation ermöglichen und die duale Berufsbildung stärken; das Gründen von Unternehmen erleichtern und Anreize auch ausländischen Unternehmern bieten, die Kapitel investieren und Arbeitsplätze schaffen wollen; die Infrastruktur modernisieren für einen optimalen Verkehrsfluss und leistungsfähige Kommunikationsnetze.

Die problematischen Nebeneffekte der Bevölkerungszunahme lassen sich durchaus mindern: den Missbrauch des Sozialstaats konsequent bekämpfen; dank verdichtetem Bauen können mehr Leute in den beliebten Kernstädten wohnen; die Zersiedelung des Landes lässt sich durch ein griffiges Raumplanungsgesetz eindämmen; dank intelligenten Anreizen verändern sich Arbeits- und Pendlergewohnheiten; und gezielte Investitionen in erneuerbare Energien eröffnen den Weg hin zu einer nachhaltigeren Gesellschaft und Wirtschaft.

 

Wo es Arbeit gibt und sich Wohlstand erarbeiten lässt, gehen die Leute hin. Statt der Attraktivität des Standorts Schweiz vorsätzlich zu schaden (wie manche Politiker allen Ernstes vorschlagen), sollten wir auf unsere Stärken stolz sein – und uns dafür einsetzen, dass dies so bleibt.


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Kommentare von Lesern zum Artikel

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86%
(21 Stimmen)
Karl Müller sagte September 2012

Die Einwanderung verursacht massive Kosten. Wer profitiert?

Es ist nur fair, wenn die Verursacher und Profiteure zahlen, also die Ausländer und die Arbeitgeber.

Das heisst konkret:
Wer Ausländer beschäftigt, zahlt eine Lenkungsabgabe. Für Neueinwanderer muss ein zusätzlicher Malus bezahlt werden. Der Ertrag dient zur Reduktion der Sozialabgaben auf das Erwebseinkommen und geht so an die Arbeitgeber zurück.
Alle Einwanderer zahlen eine Einwanderungsgebühr.

Alle Ausländer zahlen eine Kopfsteuer. Wer schon lange in der Schweiz lebt, erhält eine von der Aufenthaltsdauer abhängige Reduktion.
Der Zugang der Ausländer zum Sozialsystem wird abhängig von der Aufenthaltsdauer eingeschränkt.


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86%
(22 Stimmen)
David Mayer sagte September 2012

"Die „8-Millionen-Schweiz“​ als Erfolgsgeschichte"

...fragt sich nur für wen ...


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8%
(24 Stimmen)
Beat Habegger sagte September 2012

Um die Diskussion auf der Ebene der Fakten etwas zu stärken, weise ich hier auf zwei neue Studien zu den Einflussfaktoren der Zuwanderung auf den Arbeits- und Wohnungsmarkt im Raum Zürich hin, die Regierungsrat und Volkswirtschaftsdirek​tor Ernst Stocker letzte Woche vorstellte.
Eine Zusammenfassung findet sich in der NZZ vom 15. September 2012 (http://www.nzz.ch/ak​tuell/zuerich/stadt_r​egion/zuercher-firmen​-tragen-aktiv-zur-zuw​anderung-bei-1.176093​10); die Studien sind beim Amt für Wirtschaft und Arbeit (AWA) zum Download bereit (http://www.awa.zh.ch​/internet/volkswirtsc​haftsdirektion/awa/de​/ueber_uns/organisati​on/fachstelle_volkswi​rtschaft/migrationsst​udien.html).
Hier ein paar Auszüge aus dem NZZ-Artikel und von der Website des AWA:
a) "Ausländer haben mit ihrem qualifizierten Arbeitsangebot ein Wachstum ermöglicht" (RR Stocker)
b) Die Schweiz hat einen Fachkräftemangel; in der Regel bevorzugen Firmen Inländer, erst bei Lücken kommen Ausländer zum Zug. Fazit: wir müssen die Ausbidlungsqualität steigern sowie die Vereinbarkeit von Beruf und Familie verbessern,
c) Auf dem Wohnungsmarkt ist der prozentuale Anteil von Haushalten mit Schweizer Familien in der Stadt Zürich stabil; allenfalls gibt es eine Verdrängung von seit längerem ansässigen Ausländer durch Neu-Zuzüger
d) Die Wohnungspreise sind primär auf dem Eigentumswohnungsmark​t gestiegen, viel weniger auf dem Mietwohnungsmarkt; in der Regel sind es die Neu-Zuzüger, die höhere Preise bezahlen (müssen), weil sie zB weniger in Genossenschaftswohnun​gen leben oder keine Kontaktnetzwerke haben
e) Die grosse Mehrheit der Neu-Zuzüger, die zu rund 80% in der Stadt Zürich leben, sind in der Stadt mit dem ÖV unterwegs
Nun: offenbar sprechen die Fakten eine recht klare Sprache - das "Wolkenkuckuksheim"​ ist für andere reserviert.


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68%
(28 Stimmen)
Daniel Ryder sagte September 2012

Ist ja alles schön und gut, mich verwundert nur unsere Windfahnen Politik!

Wie wäre es wenn Die Politik ehrlich geblieben wäre uns gesagt hätte, ihr werdet den Gürtel enger schnallen müssen, wir Bauen kleinere Wohnungen und mehr Blöcke, wir werden im Öffentlichen und Privatem Verkehr massive Einbussen hinnehmen müssen, ihr werdet am Arbeitsplatz leichter zu ersetzen sein.

Die PFZ hätte nie eine Chance gehabt!

Ich bin der Meinung, dass die Massive Zuwanderung inklusive deren Beschäftigung die EU Befürworter lügend straft. Es geht uns Wirtschaftlich sehr gut, leider nur Wirtschaftlich.

Für mich als Bürger ist es sehr irritierend zu sehen, wie Politiker und Parteien ihre Grundsätze über Bord werfen. Beispiel Strassenausbau, wie wurde da Argumentiert, dass dies nur Mehrbelastung bringen würde, Kinder durften die vorgesprochenen Kritik kundtun usw. Ja, für die PFZ hat man das "wohl" der Kinder nicht mehr als schützenswert erachtet!

Den Co 2 Hysteriker ist der Massiven Verkehr der durch Deutsche Pendler Tausende von Liter Benzin verschling keine Zeile wert, dass Co2 schon gar nicht! (Persönlich glaube ich allerdings eh nicht an die Co2 lüge)

Auch Jene die das Wachstum als grösstes übel der Umwelt sahen, störte das Wachstum plötzlich nicht mehr!


Die massiven Probleme die angesprochen wurden von den PFZ Gegner wurden eiskalt dementiert. Heute aber wissen wir, dass die Gegner der Befürworter Recht hatten.

Die Pendler Schafen das Geld aus der Schweiz.
Wohnungsnot​ kostet uns wertvolles Land!
Wohnungsnot treibt die Miete und Kaufpreise Massiv nach oben, gleichzeitig findet durch die Deutschen Billigarbeiter Lohndumping statt der schlussendlich zu Lasten der Lebensqualität geht. Die Wirtschaft spürt dies nicht den a) Sie Zahlt tiefer löhne b) Die Kaufkraft Verlust des einzelnen wird durch höheren Umsatz dank den Zuwandrer generiert!

Fakt ist, Für die PFZ und EU-Beitritt sind sämtliche Grundsätze über Bord geworfen worden. Dabei frage ich mich, wie viel Vertrauen kann man in unsere Politiker noch haben oder müssen wir uns einfach damit abfinden, dass wir nur das Werkzeug der Privilegierten sind und einfach zu Funktionieren haben?

Ist Politik halt doch nichts anderes als ein Geschäft in dem jeder Versucht sein Stempel aufzudrücken um sich ein Denkmal zu setzen, eine Pseudo Macht zu erhalten?

Wir sind auf bestem Weg in die Zweitklassig Gesellschaft, Arm und Reich!



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80%
(20 Stimmen)
Hans Meier sagte September 2012

Spanien ist der Traum aller EU-PFZ-Bilateralen-Ge​gner. Da sind billige Wohnungen an jeder Ecke zu finden und gleichzeitig müssen viele auswandern.


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88%
(32 Stimmen)
Alex Schneider sagte September 2012

Wo und wie wohnen Sie Herr Habegger? Was verdienen Sie? Sind Sie jemals mit den negativen Seiten der ungebremsten Zuwanderung in Berührung gekommen? Wer das hohe Lied der ungebremsten Zuwanderung singt, hat entweder Eigeninteressen zu verteidigen oder wohnt im Wolkenkuckucksheim.


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