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Die Euro Staaten blicken mit grosser Furcht nach Karlsruhe

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In Karls­ruhe wird am 12. Sep­tem­ber das deut­sche Bun­des­ver­fas­sungs​­ge­richt ein wei­te­res Ur­teil über die Eu­ro-­Po­li­tik fällen. Es könnte weitgehende  Fol­gen zeitigen.  Der bis­he­ri­gen Eu­ro­ret­tungs­po­li​­tik, die weit­ge­hen die be­trof­fe­nen na­tio­na­len Par­la­mente zur Macht­lo­sig­keit ver­dammte und die  verfassungsmässigen Re­gie­rungs­kom­pe­t​en­zen überschritt, könnte es eine herbe Ab­sage er­tei­len. Zudem greift Angst vor einer möglichen Volks­ab­stim­mung um sich. 

Wie auch immer der Richterspruch lauten wird: das Verfassungsgericht hat sich mit einem Grundmalaise zu befassen. Demokratische  Strukturen auf Ebene des europäischen Währungssystems und auch der EU existieren nicht. Die Eurorettungspolitik wir nicht von den Völkern der Euro-Staaten bestimmt, sondern den Finanzmärkten diktiert. Massgeblich geworden sind Zinsaufschläge und nicht Volks- oder  Parlamentsvoten.  Damit wird das Funktionieren des politischen Systems unterhöhlt. Die EU war immer ein Eliteprojekt mit reichlich geringer demokratischer Legitimation und vor allem Mitbestimung. Zusammengehalten wurde es durch einen Kanon  gemeinsamer Werte und die gegenseitigen Vorteile des gemeinsamen Binnenmarktes, lange auch des Euro. Sie vermochten das demokratische Defizit einigermassen zu übertünchen. Dieser Vorrat erscheint nun nicht nur auf Grund der Eurokrise als aufgebraucht. Dazu kommt, dass die Finanzmarktlogik einen schier unlösbaren Konflikt kreiert hat:  Während eine schnelle Rettungspolitik für den Euro die Demokratie unterhöhlt, ist sie einer schnellen Eurorettung hinderlich.  Da sich keine Politikerin und kein Politiker leisten kann, nicht grundsätzlich für mehr Demokratie zu votieren,  grassiert nun das Gerede von der „marktkonformen Demokratie“.  Das ist  reine Vernebelung.  Denn das Volk entscheidet so, wie es will, marktkonform hin oder her, derweil die „Marktklogik“ der Finanzmärkte ausschliesslich der Geldlogik gehorcht. Mit Demokratie hat letztere mithin kein My zu tun hat. Die Zurückgewinnung des Gewichts der Politik lässt sich aber nur mit mehr Demokratie durchsetzen.

Bisher haben die wenigen Volksabstimmungen, die es in der EU gab, oftmals zu einem plebiszitären Nein gegenüber EU Ministerbeschlüssen geführt. Letztmals war es das französische Volks Nein, das das EU-Verfassungsprojekt​ bodigte. Wie immer kommt dann die Leier vom überforderten Volk. Heute wird ja schon beklagt, die Parlamente seien angesichts der komplizierten Materie des Euro Rettungsschirms hoffnungslos überfordert.  Wäre dem so, müssten die entsprechenden Parlamentsmitglieder allerdings schleunigst als zu wenig kompetent zurücktreten.  Das Problem ist aber  gar nicht die Ueberforderung, sondern der fehlende parlamentarische Einbezug in den Eurorettungsprozess. Und der des Volkes in die Grundentscheidungen.  Es gehört  zur Arroganz aller so genannten Eliten, dass sie die als überfordert ansehen, die sie zu kontrollieren haben.  Immer wieder wird von verschiedensten politischen Ecken auch moniert, Volksabstimmungen schwächten die  Rolle des Parlamentes. Lustigerweise haben mir  Zusammenkünfte mit Parlamentsdelegatione​n aus EU Ländern im Gegenteil  offenbart, dass die einzelnen Parlamentarier bei uns trotz Referendumsdemokratie​ eine um einiges stärkere Stellung einnehmen.


Kommentare von Lesern zum Artikel

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64%
(11 Stimmen)
Paulsen Jens sagte September 2012

Ich habe auf die Schnelle zwei Zitate gefunden, die den Sachverhalt begründen:
"Demokra​tie ist ein Verfahren, das garantiert, daß wir nicht besser regiert werden, als wir es verdienen."
(Georg Bernhard Shaw)

"Wenn es morgens um sechs Uhr an meiner Tür läutet und ich sicher sein kann, daß es der Milchmann ist, dann weiß ich, daß ich in einer Demokratie lebe."
(Winston Churchill)

Das Euro-Problem steht dafür, was in einer Gesellschaft passiert, wo alle auf Kosten der anderen mehr kriegen wollen, als ihnen zusteht.
Tragisch ist, dass praktisch alle Finanzprobleme ohne höhere Steuern gelöst wären, gäbe es weder Steuerflucht noch Steuerhinterziehung.


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67%
(30 Stimmen)
Werner Nabulon sagte September 2012

Herr Daniel Vischer,

Sie nennen die EU eine Eliteprojekt, Politische Elite, Arroganz aller so genannten Eliten, wer bitte ist das?
Sie meinen jetzt nicht die Banken und Geldgeber, welche das EU Projekt finanziert haben, oder?

Fakt und Tatsache ist die:

Um diese EU Politik durchzusetzen hat man Völker, Regierungen sprich PolitikerInnen gekauft. Nur so kamen Zustimmungen, mit dem Locken Arbeitsplätze, mit Geld und Reichtum, Macht.
Wobei ja an der Grundidee eines friedlich vereinten Europas absolut nichts Schlechtes dran ist. Die Idee ja auch nicht neu. Falls alles demokratisch abläuft.

Das grosse Problem; will man wirtschaftlich zusammenarbeiten, braucht es einheitliche Normen und Gesetze. Einheitliche Normen und Gesetze brauchen einen einheitlichen politischen Willen.
Nationales Denken, sog bürgerliches Denken ist da, heisst es fehl am Platz! Man müsse sehr liberal und sehr sozial eingestellt sein, um solche Projekte verwirklichen zu können.

Man hat die Völker nicht wirklich gefragt, bei Volksabstimmungen wurden die GegnerInnen gemobbt, und man hat die Geo- aber auch die Demografische Lage nicht richtig eingeschätzt. Sprich, die daraus entstehende Wirtschaftsstärke.


Der Fehler, wenn man das so schreiben darf, tönt sehr grotesk, aber das ist der Fall der Mauer, der Untergang des Ostblocks.
Dann, die Chinesen welche sich auch geöffnet haben, und gerne von dieser Elite wie sie genannt wird, also Landesregierungsvertr​eter mit Wirtschaftsleuten im Schlepptau diese besucht haben, um dort Arbeitsplätze zu schaffen, welche nun hier fehlen.

Um dieses Problem, Arbeits Platz Abwanderung zu vertuschen, hat man immer mehr Staatliche Arbeitsprogramme entwickelt, genau wie zu Zeiten der DDR.
Diese Kosten Geld, das hat man nicht, also hat man Kredite Gelder aufgenommen. Und so die Politischen Gegner, das Grosskapital, sprich Finanzmärkte gestärkt.

Darum befiehlt oder regiert wie schon immer der Mammon, das liebe Geld, wer zahlt befiehlt.

P.S. Darum wollten wir nicht in eine EU, wollen auch heute noch nicht!


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