Finanzen, Steuern > Steuern, Steuerwettbewerb,

Die Tage der ungerechten Pauschalbesteuerung sind gezählt

Artikel weiterempfehlen



Stimmen Sie dem Artikel zu?
Ja Nein

Eine der Bau­stel­len der un­ter­ge­hen­den Steu­er­oase Schweiz ist die Pau­schal­steuer oder Be­steue­rung nach dem Auf­wand. Die Tage die­ser un­ge­rech­ten Pri­vi­le­gie­rung rei­cher Ausländerinnen und Ausländer mit Wohn­sitz sind gezählt. Am 19. Ok­to­ber haben die Al­ter­na­tive Linke - La Gau­che - La Si­nis­tra zu­sam­men mit der SP, unia und Schwei­ze­ri­schem Ge­werk­schafts­bund die In­itia­tive zur Ab­schaf­fung der Pau­schal­be­steue­ru​ng ein­ge­reicht. Ins­ge­samt haben die be­tei­lig­ten Or­ga­ni­sa­tio­nen über 120'000 Un­ter­schrif­ten ge­sam­melt. Ein­ge­reicht wurde sie mit über 103 000 Un­ter­schrif­ten. Nach­dem be­reits fünf Kan­tone (ZH, SH, AR, BS und BL) die­ses skandalöse Steu­er­pri­vi­leg für Super­rei­che ab­ge­schafft ha­ben, kommt nun die schweiz­weite Ab­schaf­fung aufs Tapet.

Mit der Pauschalsteuer zahlen reiche, angeblich nicht erwerbstätige Ausländerinnen und Ausländer anstelle der Steuer auf dem effektiven gesamten Einkommen und Vermögen einen Pauschalbetrag, der sich nach den Wohnkosten (bisher das Fünf- neu das Siebenfache) bemisst. Die Pauschalsteuer bedeutet einen krassen Verstoss gegen die Steuergerechtigkeit und verletzt die verfassungsrechtliche​n Grundsätze der Rechtsgleichheit und der Besteuerung nach der wirtschaftlichen Leistungsfähigkeit. Sie privilegiert reiche Ausländerinnen und Ausländer mit Wohnsitz in der Schweiz und untergräbt die Steuermoral. Keineswegs garantiert ist, dass nur nicht erwerbstätige Ausländerinnen und Ausländer pauschalbesteuert werden. Das zeigen die Beispiele von Pauschalbesteuerten wie Ingvar Kamprad, der von der Schweiz aus, die Geschicke des IKEA-Konzerns leitet, von Michael Schumacher, der such wieder als Rennfahrer bemüht und Viktor Vekselberg, der von Zug aus sein Imperium verwaltet. 

Parlamen​t stützt diese Ungerechtigkeit

Die Aufhebung dieser unhaltbaren Sonderform der Besteuerung ist ein langjähriges Anliegen der SP. Im letzten Jahrzehnt haben wir mit zahlreichen Vorstössen wie auch Kantone mit Standesinitiativen die Aufhebung dieser unhaltbaren Steuer gefordert. Wir fanden - bisher - keine Mehrheit im Parlament. Bemerkenswert ist, dass die nationale Rechte, die immer gegen Ausländer antritt, diese Steuergeschenke für reiche Ausländerinnen und Ausländer ausdrücklich unterstützt. Unter dem Druck von aussen haben Bundesrat und Parlament im September 2012 als Rettungsversuch das Gesetz über die direkte Bundessteuer und des Steuerharmonisierungs​gesetzes geringfügig verschärft. Das ist keine Alternative. Im Gegenteil. Diese Gesetzesrevsion zementiert die krasse Ungerechtigkeit auf Dauer.

Jetzt muss das Volk entscheiden

Damit bleibt nur der Weg über Volk und Stände, um diese unhaltbaren Steuerprivilegien für einige ausländische Millionärinnen und Millionäre Schweiz weit abzuschaffen. Einiges spricht dafür, dass das mit der Volks-Initiative „Schluss mit den Steuerprivilegien für Millionäre“ gelingt. Die Sammlung der Initiative wurde auch von der SP und der UNIA sehr aktiv unterstützt. Wichtige Wirtschaftsstandorte wie die Kantone Zürich und Basel-Stadt haben die Pauschalbesteuerung inzwischen ganz abgeschafft. Im Kanton Baselland hat das Volk im September 2012 eine kantonale Initiative der SP Baselland zur Abschaffung der kantonalen Pauschalbesteuerung mit 2/3 Mehr unterstützt. Der Gegenvorschlag von Regierung und Parlament ging in der Volksabstimmung bachab.

Stopp dem internationalen Steuertourismus

Wir wollen keinen Steuertourismus in der Schweiz und auch nicht international. Wie beim Steuerhinterziehergeh​eimnis wird sich auch gegen die Pauschalbesteuerung der Druck des Auslands erhöhen. Bereits hat die OECD in ihrem letzten Länderbericht zur Schweiz im Januar 2012 der Schweiz die Aufhebung dieser Steuer empfohlen. Die Pauschalsteuer wird das nächste Angriffsobjekt der EU gegen die Steuerhinterzieheroas​e sein. Die Tage der Pauschbesteuerung sind gezählt.


Kommentare von Lesern zum Artikel

[ Neuen Kommentar verfassen ]

36%
(14 Stimmen)
Jakob Speiser sagte November 2012

Fraub Leutenegger, als Baselländler schäme ich mich, dass jemand aus unserem Kanton immer wieder mit solch abstrusen, von giftigem Neid getriebenen Ideen vorprellt. Das RLM-POCH Gedankengut hat sich offenbar bei Ihnen im Lack eingebrannt (?). Wie wollen Sie die vielen Millionen, welche diese Leute trotz allem bezahlen (denn ihr so hochgelobter Staat schätzt sie ja ein) anderweitig beschaffen ? Wie wollen sie denn die effektiven Einkommens- und Vermögendetails dieser Leute beschaffen ? Gehen Sie doch zuerst hin und setzen Sie in allen Herkunftsstaaten den sofortigen Finanz-Informationsau​stausch durch, damit Sie und ihre Mitsozis danach die Steuererklärungen für unsere reichen Pauschalierten ausfüllen können, aber dies bitte dann ohne Apotheker und Anwalts-Honorare ! Ich wünsche viel Glück dabei.


Ihre Meinung dazu? Stimme zu Stimme nicht zu

41%
(17 Stimmen)
J. Nyffeler sagte November 2012

Sehr geehrte Frau Leutenegger Oberholzer
Michael Schuhmacher spendet aber auch Millionen Zum Beispiel: ( "Wir wollen helfen – Ein Herz für Kinder" (dass Schumacher zehn Millionen Dollar als Soforthilfe zur Verfügung stellt, wird hier wohl auf Ihrem Komentar nicht erwähnt)
Bitte berücksichtigen Sie auch Roger Federer, der sein eigenes Projekt führt und so weiter!!!!!!


Ihre Meinung dazu? Stimme zu Stimme nicht zu

37%
(19 Stimmen)
J. Nyffeler sagte November 2012

Sehr geehrte Frau Leutenegger Oberholzer
Es gibt leider auch linke, die zu wenig Versteuern.


Ihre Meinung dazu? Stimme zu Stimme nicht zu



53%
(45 Stimmen)
Jürg Wolfensperger sagte Oktober 2012

Als normaler Bürger,der seinen Lohnausweis bekommt,und mit dem dann die Steuerformulare ausfüllt,und gemäss diesen Angaben dann die Steuern zu berappen hat,bin ich doch eigentlich froh um jeden Superreichen,der hier seine Steuern bezahlt.
Wenn er sie hier nicht mehr bezahlt, bezahlt er sie eben in einem anderen Land.Es gibt kaum ein Land in Europa,dass diese Steuer-Vergünstigunge​n für reiche Ausländer nicht kennt.
Sollen wir so etwas einfach preis geben?
Hat irgend ein Bürger hier einen Vorteil,wenn diese Millionäre in ein anderes Land ziehen?
Ich habe mal irgend wo den Spruch gehört:..wenn Du reiche Leute hast im Lande,dann hast du auch arme.!!...wenn du keine reichen Leute mehr hast im Lande, dann hast du hungernde.....!!
Sol​che Initiativen sind nichts als dumm,und schaden dem Lande schlussendlich immens.Sind erst mal die reichen Ausländer weg,geht es über kurz oder lang auch den reichen Schweizern an den Kragen bzw.ans Portmonaie.
Wenn die dann zu hohe Abgaben haben,freuen sich die Nachbar-Staaten,über die aus der Schweiz wegziehenden reichen Inländer...!..Das das riesigen Einfluss hätte auf unseren Wohlstand,bzw unsere Arbeitsplätze,muss wohl nicht weiter kommentiert werden.
Was die Sozis damit bezwecken?....man kann nur vermuten,dass diese hoffen,in einer kriselnden CH wieder mehr an Einfluss zu gewinnen.Jedenfalls zum Wohle der CH sind solche Initiativen ganz bestimmt nicht.


Ihre Meinung dazu? Stimme zu Stimme nicht zu

47%
(30 Stimmen)
Karl Müller sagte Oktober 2012

Etwas zum Schmunzeln:
Eben habe ich aus versehen "Pauschalbescheuerte​" gelesen.


Ihre Meinung dazu? Stimme zu Stimme nicht zu



54%
(54 Stimmen)
Markus Breisinger sagte Oktober 2012

Sehr geehrte Frau Leutenegger-Oberholze​r
Wieso schreiben Sie "angeblich nicht erwerbstätige"? Das Gesetz ist klar. Herr Michael Schumacher ist schon deshalb ein schlechtes Beispiel, weil er in der Schweiz keine Rennen fährt und deshalb hier kein Einkommen erzielt. Auch Herr Tsonga darf in der Schweiz keine Tennisturniere spielen. Logisch hat der Kanton BL die Pauschalbesteuerung abgestellt. Es handelt sich auch um verhältnismässig geringe Einnahmen.
Versteuer​n muss man bekanntlich sein Einkommen und sein Vermögen. Wenn jemand kein Einkommen hat, ist es doch immer noch besser, er versteuert ein fiktives Einkommen. Herr Burgermeister wird wohl keine Antwort von Ihnen bekommen, wie Sie gedenken, den potentiellen Ausfall von 668 Mio zu kompensieren.
Dass die UNIA und die SP solche Initiativen unterstützen liegt in der Natur der Sache und ist, wie oft, wenn die beiden zusammen spannen ökonomisch nicht sehr überlegt. Wieso jammern immer die am lautesten über die Reichen, welche überhaupt keine Steuern bezahlen?
Ich finde das nicht eines der dringendsten Probleme.


Ihre Meinung dazu? Stimme zu Stimme nicht zu

56%
(48 Stimmen)
Willy Burgermeister sagte Oktober 2012

Sehr geehrte Frau Leutenegger Oberholzer,

Steuer​gerechtigkeit – oder was immer wir darunter zu verstehen glauben – gehört zu den Dauerbrennern in linken Kreisen.

Gemäss der „Finanz und Wirtschaft“ bezahlten 2010 5'445 Pauschalbesteuerte 668 Mio. Fr. an direkten Bundessteuern. An ihnen dürften zudem 20 bis 30'000 Arbeitsplätze hängen. Ihr Vorhaben, Frau Leutenegger Oberholzer, birgt nicht zu unterschätzende Risiken: die Abwanderung der betroffenen Personen, die in Ländern wie Holland, Österreich oder Grossbritannien ähnlich privilegierte Steuerregime vorfinden. Zweitens, unterhöhlen Sie unser Steuersubstrat und Sie gefährden, drittens, Arbeitsplätze.

Wie​ gedenken Sie diese Verluste auszugleichen?

Hie​r geht es nicht um Steuertourismus, sondern um handfeste Standortvorteile, die wir nicht aus der Hand geben dürfen. Diese Standortvorteile wecken natürlich die Begierden klammer, europäischer Staaten. Diesen dürfen wir aber nicht nachgeben. Wollen wir uns denn von der EU laufend erpressen lassen?

Mit freundlichen Grüssen,
Willy Burgermeister




Ihre Meinung dazu? Stimme zu Stimme nicht zu

63%
(41 Stimmen)
Karl Müller sagte Oktober 2012

Es gibt ja nicht nur die Pauschalbesteuerung reicher Ausländer sondern auch die Steuerprivilegien für ausländische Holding-, Domizil- und gemischte Gesellschaften.
Dazu​ kommt, dass Schweizer beim Familiennachzug gegenüber EU-Bürgern benachteiligt werden.

Wie wäre es mit einer Initiative, die verbietet, dass Schweizer gegenüber Ausländern benachteilgt werden dürfen?


Ihre Meinung dazu? Stimme zu Stimme nicht zu

Seite 1 von 1

Neuen Kommentar verfassen

Sie müssen als User, Newsletter-Abonnent oder Gönner von Vimentis oder bei Facebook registriert sein, um auf diese Seite zugreifen zu können. Bitte loggen Sie sich ein oder registrieren Sie sich kostenlos:

Auf Vimentis direkt einloggen..
 
 ... oder mit Ihrem Facebook-Account
 
E-Mailadresse:
Passwort:

Haben Sie Ihr Passwort vergessen?