Im Juni hat die Nationalbank ihre Devisenreserven schon wieder um 59 Mrd. Franken aufgestockt, zum grössten Teil in Euro. Das ist ein Drittel mehr als das Bruttoinlandprodukt (BIP) eines Monats. Wenn die Nationalbank weiterhin in diesem Tempo Euro kauft, betragen ihre Devisenreserven in drei Monaten das Bruttosozialprodukt eines ganzen Jahres – 550 Mrd. Franken. Wenn der Euro zerfällt, werden wir ein Jahr lang gratis arbeiten müssen, um den Schaden wieder gut zu machen. Das wäre der worst case. Aber auch eine «normale» Entwicklung ist bedrohlich genug.
Die Nationalbank schafft die Schweizer Franken, mit denen sie die Euros bezahlt zwar aus Luft. Aber in den Händen der neuen Besitzer sind sie reale Kaufkraft, mit denen sie sich in der Schweizer Wirtschaft bedienen können. Dafür müssen wir hart arbeiten, kriegen aber nichts dafür. Den einzigen «Vorteil» den wir haben, ist ein nicht so teurer Franken, der unsere Exporte erleichtert, auf der anderen Seite aber auch die Importe verteuert.
Erstaunlich, wie cool unsere Führungsriegen damit umgehen. Nur etwas kann an dieser Situation beruhigen: Sie werden nicht sagen können, sie hätten es nicht gewusst.
Mehr dazu: Nationalbank: Schon wieder das Volkseinkommen eines Monats verschenkt
Wirtschaft > Sonstiges, Juli 2012
Euro-Anbindung: Devisen wachsen schneller als das BIP
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Kommentare von Lesern zum Artikel
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Rainer Selk sagte Juli 2012 Wenn man weiss, dass die EU bereits letzte Woche im D Bundestag veröffentlicht, Pläne hat, andere Währungen im eigenen Raum zu verbieten (à la DDR) usw. kann man nur hoffen, dass die SNB verzugslos Negativgebühren aus ausländische Guthaben beschliesst und eine Art Transaktionsgebühr. Es wird ihr nichts anders übrig bleiben als alles zu unternehmen, um den Zufluss fremder Währungen raschest einzugrenzen. Denn eines ist klar, fällt der Wechselkurs des EURO - zum US $ ist er bereits seher tief, fallen auch alle anderen lieblichen Devisen. Es ist also ein Spiel mit dem Feuer, dass die SNB treibt. Bleibt spannend, auch vor dem Hintergrund, dass in der Schweiz die Banken demontiert werden und ein Angriff auf andere Firmen im Gang ist. Neben Fehler und Machenschaften dürfen wir uns doch die Frage stellen, was wir wollen: Arbeitsplätze oder nicht? Die Ränkespieler werden sie uns nämlich nicht geben können, weil sie selbst keine Wertschöpfung zu leisten im Stande sind. So einfach ist das. |
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David Mayer sagte Juli 2012 Grüezi Herr Pfluger Nur wird der EURO nicht ersatzlos zerfallen...mit was sonst sollen den die EU-Staaten bezahlen? |
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Hans Meier sagte Juli 2012 Immerhin besser nach der Katastrophe das Industriewissen noch in der Schweiz zu haben. Der Neubeginn gestaltet sich einfacher wenn die Kompetenzen noch vorhanden sind. |
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Karl Müller sagte Juli 2012 Beunruhigend! Und was tun die Ausländer mit den vielen Franken? Sie kaufen Immobilien. Bis die Blase platzt. Bummm!! |
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Roger Walser sagte Juli 2012 Was wäre die Alternative Herr Pfluger? Wenn die SNB sich von der Kursuntergrenze verabschiedet und den Märkten den freien Lauf lässt. Ist die Wahrscheinlichkeit gross, das sich der Kurs zu einem Verhältnis 1 zu 1 entwickelt. Was macht die Exportwirtschaft dann? Die Antwort auf diese Frage konnte mir noch niemand geben. Wie Soll die Exportwirtschaft Ihre Produkte noch erfolgreich verkaufen, wenn die praktisch über Nacht um 16.6% teurer werden? |
78%(9 Stimmen) |
Thomas Steffen sagte Juli 2012 Herr Pfluger, Sie haben nicht unrecht mit Ihrem Standpunkt. Die Frage ist was die SNB mit all den Euros macht, welche sie seit Monaten aufkauft. Die SNB müsste dieses Geld in Realwerte in Europa anlegen, oder, einfach nur Gold kaufen. Zerfällt der Euro, hätte man wenigstens das Gold in USD ! Die Unsicherheit wäre auf einem Höhepunkt - der Goldpreis würde sicherlich steigen. Last but not least darf man auch nicht den Fall vergessen, wo der Euro wieder stärker werden könnte. Würde er sich nur um 10% aufwerten, hätten wir auf einen Schlag das AHV Problem gelöst. |
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