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Gen-Moratorium: Nein zum Technologie-Verbot!

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Ich war noch nie für ein Gen-­Mo­ra­to­rium und ich werde es auch nie sein. Man kann skep­tisch gegenüber einer Tech­no­lo­gie ein­ge­stellt sein. Aber ein Mo­ra­to­rium ist für mich auf jeden Fall der falsche Um­gang da­mit.

Weshalb? Wenn man ein Moratorium über eine einzelne Technologie verhängt, dann bleibt die Forschung auf diesem Gebiet stehen. Ein Moratorium ist also nichts anderes als ein Denkverbot. Und Denkverbote sind das Letzte, das wir brauchen können. Damit erweisen wir niemandem einen Dienst. Wie will sich die Bevölkerung mit den Vor- und Nachteilen der Gentechnologie auseinander setzen, wenn wir sie in unserem Land gar nicht zulassen?

Leidtragen​der ist letzten Endes der Forschungsstandort Schweiz und seine Arbeitsplätze. Wenn Gentechnologie in unserem Land verboten wird, müssen wir uns nicht erstaunt zeigen, wenn die Forschung auf diesem Gebiet ins Ausland abwandert. Verbote waren aber noch nie die Stärke des Forschungsplatzes Schweiz. Dieser zeichnet sich vielmehr durch sein liberales Gedankengut aus. Weshalb müssen genveränderte Produkte zwangsläufig schlecht sein? Wer weiss, vielleicht gelingt es, dank der Gentechnologie resistentere Pflanzen zu züchten, die gerade in klimatisch extremen Regionen bitter nötig wären um Hunger und Armut zu bekämpfen. Dies und anderes ist aber nur dann möglich, wenn uns mit der Gentechnologie auseinander setzen.

Angst ist dabei ein schlechter Begleiter. Die Schweizer Bevölkerung hat sich seit jeher als überdurchschnittlich kritisch herausgestellt. Nicht umsonst legen viele Schweizerinnen und Schweizer solch grossen Wert auf hochwertige Produkte. Ich setze voll auf die Mündigkeit unserer Bürger. 

Und dann noch ein Letztes: Produziert wird nur das, was auch wirklich gefragt ist. Es ist also ein Irrtum zu glauben, dass wir bei einer Aufhebung des Moratoriums von genveränderten Produkten überschwemmt werden. Lassen wir doch den freien Markt darüber entscheiden, ob hochwertige Bio-Produkte oder andere gekauft werden.

 
 
 
 
 

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Kommentare von Lesern zum Artikel

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55%
(11 Stimmen)
Heinz Mahler sagte September 2012

Erst müsste gegen Preiskartelle vorgegangen werden.


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59%
(17 Stimmen)
Bruno Vogt sagte September 2012

Und den Markt können wir nicht entscheiden lassen, weil ein Nebeneinander nicht realistisch ist. Einmal freigesetzt für immer freigesetzt und verbreitet.
Solange keine klaren überzeugenden Vorteile bewiesen sind, setzt man besser keine Technologie ein, von der man zwar "nach heutigem Wissen davon ausgeht, dass Sie keine Schädlichkeit aufweise" aber eben nicht sicher ist. Asbest lässt grüssen. Die Aussage, dass sie keine Schädlichkeit aufweisen soll, stelle ich eh in Frage. Da waren wohl technologiegläubige Blinde am Werk.


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43%
(21 Stimmen)
Thomas Hunziker sagte September 2012

Wissenschaftliche Labore haben ergeben, dass Genmanipulierte Lebensmittel bei Ratten dazu führen, dass die Geschlechtsorgane in der 3 Generation verkrüppelt sind, ausserdem wachsen den Ratten Haare im Maul, das geht weit über bizarr hinaus. Aufgrund dieser Fakten, sollten man weder weiter Forschungen betreiben, noch Genmanipulierte Lebensmittel herstellen, da diese menschenfeindlich sind.


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60%
(20 Stimmen)
David Mayer sagte September 2012

Sehr geehrter Herr Wasserfallen

Ich stimmme 100% zu, bis auf:
"Lassen wir doch den freien Markt darüber entscheiden, ob hochwertige Bio-Produkte oder andere gekauft werden."

Der freie Markt? Das Wort frei und Markt ist paradox: Das Verhältnis vom Schweizerbürger zur Wirtschaft entspricht etwa dem einer Prostituierten zu ihrem Zuhälter - metaphorisch gesprochen....


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77%
(26 Stimmen)
Roger Walser sagte September 2012

Was Herr Wasserfallen schreibt klingt gut und man möchte ihm gerne zustimmen. Wenn man seine Aussagen aber genauer betrachtet muss man sie aber ablehnen.

Die Idee dank Genmanipulation resistente Pflanzen gegen Schädlinge zu züchten wurde schon umgesetzt, mit dem Effekt, dass sich die Schädlinge daran gewöhnt haben.

http://www.focus.​de/wissen/technik/gen​technik/tid-27020/pla​nzenschaedliche-werde​n-resitenter-toedlich​e-genetische-waffe-ve​rliert-ihre-wirkung-s​chaedlinge-werden-zun​ehmend-resistent_aid_​804761.html

Gerne möchte er den Hunger mit Genmanipulierten Pflanzen bekämpfen. Das ist wirklich lobenswert. Wenn man aber weiss, dass es mehr als genug Lebensmittel auf dieser Welt für alle Menschen gibt, sie sind einfach ungerecht verteilt, dann kann man sich das Geld für diese Forschung sparen. Man würde mit diesem Geld viel besser dafür sorge, dass die bestehend Lebensmittel gerechter verteilt werden.

Unternehme​n wie Syngenta halten Patente auf Genmanipulierte Pflanzen und knebeln damit knallhart die Bauern. Wenn ein Bauer keine genmanipulierten Pflanzen anbauen möchte sein Nachbar dies aber tut, werden die nicht manipulierten Pflanzen durch den Pollenflug der manipulierten Pflanzen verunreinigt. Dadurch kann es zur der absurden Situation kommen, dass er für seine Ernte Lizenzgebühren ans Syngenta zahlen muss.


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44%
(25 Stimmen)
Rainer Selk sagte September 2012

Dieses ganze GEN Gelaber geht mir auf die Nerven. Seit zig tausenden von Jahren kommen wir ohne mit GEN aus. Was soll also diese Hype. Wem nutzt das? Fertig GEN Spinnereien. Schluss damit!


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50%
(22 Stimmen)
Hans Meier sagte September 2012

Die Forschung in diesem Bereich ist bereits abgewandert. An den Unis wurde die Forschung auf die kleinstmögliche Sparflamme reduziert die mit dem Abschluss der Projekte ganz erlischt. Die Privatwirtschaft (Syngenta) hat die Forschungszentren in diesem Bereich im Ausland aufgebaut.
Was wir hier entscheiden hat keinerlei Einfluss mehr auf Arbeitsplätze. Die sind weg und kommen nicht mehr in die Schweiz. Das war ein Sieg der Ideologie über die Vernunft. Die ganze Pionierarbeit war umsonst.


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43%
(23 Stimmen)
Paulsen Jens sagte September 2012

Es geht beim Moratorium um die Freisetzung von gentechnisch veränderten Kulturpflanzen und um deren Anbau in der Landwirtschaft, also darum, Saatgut patentieren und für die Kultur von den Bauern Lizenzgebühren verlangen zu können.
Ein Moratorium des Freilandanbaues behindert nicht die Forschung und verbietet auch nicht Laborversuche.

Hunger und Armut gibt es nicht aus Mangel an geeigneten Kulturpflanzensorten:​ Die betroffnenen Leute sind meistens landlos und haben logischerweise kein Geld. Hierzu braucht es zuerst eine Bodenreform, damit die Kleinbauern zur Selbstversorgung auf ihrem eigenen Land wirtschaften können. Dann wäre es unbedingt nötig, die Kulturlandverluste durch Überbauung, Versalzung und Bodenerosion zu verhindern.

Die bisherige kommerzielle genetische Optimierung von Kulturpflanzen versucht nicht, bessere Sorten für Grenzertragsböden zu züchten, sondern sie bringt neue Sorten für gute Böden. Denn die Besitzer von schlechten Böden haben kein Geld, um Lizenzgebühren für patentgeschützte Hochleistungssorten zu bezahlen. Es ist die gleiche Situation wie in der Pharmaforschung: In die Entwicklung von Medikamenten gegen Fettleibigkeit wird viel mehr investiert als in die gegen Malaria. Warum wohl?


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