Unsere direkte Demokratie und die weltweit einzigartigen Mitbestimmungsrechte sorgen dafür, dass das Schweizer Volk bei allen wichtigen Fragen das letzte Wort hat. Diese Volksrechte aber werden durch den Bundesrat, das Parlament und die Verwaltung zunehmend ausgehöhlt. Ursache ist oftmals die Übernahme von internationalem Recht, welches dann über der schweizerischen Bundesverfassung steht. In Bereichen, welche das internationale Recht regelt, können faktisch keine Volksinitiativen mehr lanciert werden – denn jede Veränderung der Verfassung würde dem internationalen Recht ja widersprechen. Eine bedenkliche Situation für unsere direkte Demokratie.
Weil der Bundesrat mit der EU und mit anderen Staaten immer mehr Staatsverträge abschliesst, muss die Schweiz zunehmend fremdes Recht übernehmen. Immer öfter muss unser Land aufgrund solcher Verträge auch sog. Folgerecht übernehmen – also Regelungen, welche sich erst später aus den abgeschlossenen Verträgen ergeben und welche die Schweiz bei Vertragsabschluss noch gar nicht kannte. Diese Problematik betrifft Doppelbesteuerungsabkommen, Freihandelsabkommen, IWF-Kredite, Erweiterungen der Personenfreizügigkeit, das Schengen-Abkommen usw.
Ob Volk und Kantone diese Entwicklungen wirklich wollen, muss jetzt einmal politisch geklärt werden. Darum fordert die Volksinitiative „Staatsverträge vors Volk“ das obligatorische Referendum bei wichtigen Staatsverträgen. Diese sollen dem Volk automatisch vorgelegt werden, ohne dass dafür via fakultatives Referendum zuerst 50‘0000 Unterschriften gesammelt werden müssen.
Es ist nötig, dass wir Gegensteuer geben. Nach Annahme der Initiative müssen Staatsverträge in wichtigen Bereichen, mit denen die Schweiz ein internationales Gericht akzeptiert oder die zur Übernahme fremden Rechts führen oder zu wiederkehrenden Ausgaben von mehr als 100 Millionen Franken pro Jahr oder zu einer einmaligen Zahlung von mehr als einer Milliarde Franken führen, zwingend per obligatorischem Referendum der Volksabstimmung unterbreitet werden.
Bundesrätin Simonetta Sommaruga meinte kürzlich: „Unsere Aussenpolitik würde vielmehr erheblich gebremst, denn sowohl für unsere Verhandlungsdelegation als auch für unsere Vertragspartner wäre zu oft unklar, ob für das ausgehandelte Vertragswerk dann noch eine Volksabstimmung nötig ist“. In seiner Botschaft zur Initiative schrieb der Bundesrat : „Der aussenpolitische Spielraum der Schweiz droht durch den weiteren Ausbau der nachgelagerten Referendumsrechte eingeschränkt zu werden.“
Damit ist klar, was die Gegner wollen: Die Mitsprache des Volkes empfinden sie als lästig – sie möchten einen Blankocheck für die Politiker. Das ist falsch, denn in der Schweiz ist das Volk der Souverän. Es ist gut, wenn die Politiker im Ausland erklären müssen, dass ihre Verträge erst gültig sind, wenn Volk und Kantone zugestimmt haben. Die Qualität der Vertragswerke wird so auch steigen und unsere Verhandlungsposition gestärkt. Stimmen Sie am 17. Juni darum JA zur Volksinitiative „Staatsverträge vors Volk“.


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