Der Ständerat muss dringend korrigieren, denn seine Kommission hat schlecht entschieden. Sie will nur aus der “heutigen AKW-Generation” aussteigen. Für künftige “sichere” AKWs soll die Türe offen bleiben. Wann es diese künftige Generation geben wird, weiss aber niemand. Das ist ein schlechter Entscheid. Er zeugt von Wankelmut und Uneinsichtigkeit aber sicher nicht von Weitsicht. Denn wer sich auf seinem Weg nicht entscheiden kann und durch zwei Türen gleichzeitig marschieren will, schlägt sich mit Sicherheit den Kopf an.
Es wird Zeit die Atomkraft ohne wenn und aber zu verlassen. Erst ein unmissverständlicher Aussteigsentscheid schafft verlässliche Rahmenbedingungen. Erst wenn klar ist, dass keine AKWs mehr gebaut werden, kann sich die Wirtschaft ausrichten und ihre Investitionen in die Alternativen lenken. Es ist völlig unnötig und verwirrend, das berühmte Türchen für die Atomkraft einen Spalt offenzulassen , wenn die Türe der Erneuerbaren weit offen steht. Der Weg durch diese Tür ist unsere Zukunft und muss endlich konsequent beschritten werden.
Der Entscheid der Ständeratkommission zeigt auch wie wenig glaubwürdig die AKW-Befürworter wie Economie Suisse argumentieren. Noch vor kurzem hiess es, wir müssten rasch neue AKWs planen sonst gibt es eine Stromlücke. Und jetzt plötzlich haben wir Zeit, um auf eine neue Generation AKWs zu warten, wann immer sie auch erfunden werden mag.
Nein, die Zeit drängt wirklich, der Umstieg wird in andern Ländern konsequent angepackt. Diese Länder positionieren sich im Bereich der Cleantech-Industrie und rüsten sich so für die Zukunft. Das muss auch die Devise für die Schweiz sein, wenn sie den Zug nicht verpassen und in der Zukunftstechnologie schlechthin mithalten will. Die Schweiz darf nicht als Land in die Geschichte eingehen, das vor dem Türspalt stehen geblieben ist wie der Hase vor der Schlange.
Beat Jans, Nationalrat SP Basel-Stadt, Co-Präsident NWA, Nationalrat
Umwelt, Klima, Energie > Atomenergie, September 2011
Keinen halbpatzigen Atomausstieg
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Kommentare von Lesern zum Artikel
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Hans P. Grimm sagte Oktober 2011 Darf ich jetzt noch meinen Atomstrom konsumieren oder werd ich nun kriminalisiert? |
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Willi Utzinger sagte September 2011 Leider ist es so, dass wenn die Politik keine klaren Anweisungen gibt passiert gar nichts. Deshalb ist der komplette Atomausstieg erstmal nötig. Nur dann wird richtig geforscht. Alle AKW-Betreiber haben absolut kein Interesse, sich für andere Energien einzusetzen, die Gewinne sind zu klein. Dass es dennoch geht, zeigen aufeinmal die deutschen AKW-Betreiber, urplötzlich investieren sie in alternative Energien. |
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Patrick Hafner sagte September 2011 Der Helvetismus gefällt mir - aber die falsche Schreibweise (richtig wäre halbbatzig) ist wohl ein "Freud'scher Verschreiber"... |
80%(20 Stimmen) |
Hans P. Grimm sagte September 2011 Herr Jans, sie dürfen jederzeit mit der Produktion erneuerbarer Energieerzeuger anfangen, wir warten alle darauf und wünschen einen guten Start! |
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Benedikt Jorns sagte September 2011 Herr Jans Wenn Sie die Sicht bis zu Ihrem Horizont im Bereich der Energieversorgung als „Weitsicht“ bezeichnen, dann haben Sie wirklich das für Sie maximal Mögliche erreicht. Doch verschonen Sie bitte andere Menschen mit Ihren Einschätzungen. Wer hier „uneinsichtig“ den „Kopf anschlägt“, sehe ich ganz anders als Sie. Der von Rudolf Rechsteiner, Ihrem Vorgänger im Nationalrat, verbreitete Spruch „Wir haben keine Stromlücke, sondern eine Denklücke!“ ist etwas vom Dümmsten und langfristig Gefährlichsten, was wir in den letzten Jahren in der Schweiz zu hören bekamen! Es geht nicht nur darum, die zukünftige Stromversorgung von Basel oder der Schweiz abzudecken, sondern die sich schrittweise aufs Stromnetz verlagernde Energieversorgung weltweit auch in Zukunft zu ermöglichen. Erdöl und Erdgas werden in den kommenden Jahrzehnten knapp, politisch umkämpft und unter dem Einfluss von Spekulanten teuer. Anstatt schrittweise auf die Nicht Fossilen Energiequellen umzusteigen, schauen wir machtlos und unbegreiflich träge zu, wie ihr Anteil an der weltweiten Gesamtenergieversorgung bereits unter 18% abtaucht. Das wohl grösste Risiko der Menschheit ist ihre immer noch wachsende Abhängigkeit von den fossilen Energiequellen. Grafik: www.bernerschach.ch/IEA.pdf Niemand kann heute abschätzen, in was für eine Wirtschaftskrise wir da hineinlaufen und welches die Konsequenzen sein werden. Wer erneuerbare Energien und Kernenergie gegeneinander ausspielt, hat den Ernst der Situation noch nicht begriffen: Wir brauchen alle drei: Energieeffizienz, erneuerbare Energie und Kernenergie (inkl. Kernfusion). Und wenn wir bei deren Weiterentwicklung nicht noch einen Zacken zulegen, kommen wir leider zu spät! |
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Anton Keller sagte September 2011 Schmutzige Solarpanels - St. Florianspolitik http://bazonline.ch/panorama/vermischtes/Chinesen-stuermen-schmutzige-Solarfabrik/story/12654204 |
63%(43 Stimmen) |
Christoph Reuss sagte September 2011 Halbpatzig ist der Atomausstieg der SP: Bevor ausreichende Alternativen parat sind, schon aussteigen, damit man dann EU-abhängig wird und Atomstrom aus Ländern mit geringerer(!) AKW-Sicherheit importieren muss, oder mit Stromlücken zum "Entwicklungsland" wird. So werden die wahren Ziele der SP auf jeden Fall erreicht... Derweil kann dieselbe SP nicht genug Ausländer in die Schweiz schaufeln, wodurch der Stromverbrauch mehr steigt, als durch Windenergie produziert wird. Wie "nachhaltig" ist so eine Politik? |
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