Vor sechs Monaten haben wir Schweizerinnen und Schweizer das Parlament neu gewählt. Und erstmals zeigte sich ein neuer negativer Trend: Die Frauen stellen zwar 53 Prozent der Schweizer Wählerschaft, doch der Anteil der gewählten Frauen sinkt zum ersten Mal. 2007 wurden noch 29.5 Prozent Frauen in den Nationalrat und 21.7 Prozent in den Ständerat gewählt, 2011 gingen die entsprechenden Anteile auf 29.0 bzw. 19.6 Prozent zurück. Und dies, obwohl das politische Jahr 2011 ein ausserordentliches Jahr war: Im Bundesrat regierten vier Frauen. Wir waren stolz auf ihre Leistungen. Vor kurzem konnte ich eine Norwegische Delegation im Bundeshaus begrüssen. Sie fragten mich, warum wir in der Schweiz so wenig Frauen in wichtigen Funktionen hätten. Norwegen hat rund 40 Prozent Frauen im Storting (Norwegisches Parlament) und führte 2003 eine Frauenquote für Verwaltungsräte ein. Bei der Einführung der 40-Prozent-Frauenquote wurde heftig protestiert. Der Niedergang der Wettbewerbsfähigkeit der Wirtschaft stünde bevor. Doch die Massnahme erwies sich als Erfolgsgeschichte. Wo auch immer ich an Kongressen und Treffen der Wirtschaft teilnehme, es fällt mir immer wieder die äusserst geringe Frauenquote auf. Dunkle Anzüge, soweit mein Blick reicht. Was sollte ich den Norwegerinnen erwidern? Dass wir ein Alpenland mit langer Tradition sind. Dass bei uns alles auf Freiwilligkeit beruhe. Dass wir erst vor 40 Jahren das Frauenstimmrecht eingeführt hätten. Dass wir eben keine Quotenfrauen wollen? Ich muss bekennen, dass ich persönlich nach jahrelangem Beobachten der politischen und wirtschaftlichen Entscheidungsgremien auch für griffige Massnahmen bin. Warum wagen wir es nicht, eine Frauenquote von 20 oder 30 Prozent in Verwaltungsräten zu verlangen. Und sei es nur befristet für 20 Jahre. Denn kaum jemand bestreitet, dass gemischte Teams nicht erfolgreicher sind und spezifisch weibliche Kompetenzen in Führungsgremien die Qualität der Entscheidungen positiv beeinflussen. Diversity management als Chance!
Gesellschaft > Gleichstellung, Diskriminierung, Minderheiten, April 2012
Mehr Frauenpower
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Kommentare von Lesern zum Artikel
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75%(8 Stimmen) |
Thomas Hunziker sagte Mai 2012 Thomas Hunziker sagte gerade eben Politik ist seit jeher die Domäne der Männer gewesen, so wie zum Beispiel die Kinderbetreuung die Domäne der Frauen ist. Natürlich wünscht man sich in der Politik mehr Frauen, aber wünscht man sich das nicht auch zum Beispiel im Schachverein? So ist es auch in den Berufen. Während Maurer die Domäne der Männer ist, sind es mehrheitlich Frauen die als kaufmännische Angestellte arbeiten. Ich denke so wie es jetzt ist, ist es gut. Wenn eine Frau etwas von Politik versteht und gut reden kann und dazu auch noch einen guten Namen in der Bevölkerung hat und bekannt ist, so schafft sie es auch in den Nationalrat. Wir haben heute viele starke Frauenpersönlichkeiten in Bern. |
93%(29 Stimmen) |
Daniel Ryder sagte Mai 2012 Frau Rikllin weshalb haben sie diesen Kommentar gelöscht? Gelöscht durch: Kathy Riklin, Begründung: null Ich möchte gerne von Ihnen wissen weshalb, deshalb setze ich meinen Beitrag nochmal. "Mehr Frauen Power" Wo liegt das Problem, z.B. alleine in Genf sind Massagesalons seit 2010 um 40 Prozent gestiegen. Offiziell "r e g i s t r i e r t" sind alleine in Genf 4200 Prostituierte. Die Moderne frau setzt ihren Power dort ein wo sie will und das scheint nicht gerade in der Politik zu sein! Aber man wird sicher früher oder später durch Quotenregelung die Escort Damen Limitieren und den Männern so einen Künstlichen Stau vor dem Buff bescheren, wie dem Autofahrer den Stau vor dem Gotthard! Fazit, Quotenregelung ist einfach ein Blödsinn! |
87%(23 Stimmen) |
Roland Steiner sagte Mai 2012 Frau Riklin, ich bin ja wirklich für gleiche Rechte für Mann und Frau und hoffe eigentlich, dass sich dies mit den Jahren auch in den oberen Kadern vermehrt zeigen wird. Wenn ich mir aber die Politik des Bundesrates der letzten Jahre anschaue, dann beginne ich langsam aber sicher an dieser Idee wieder zu zweifen. Der Bundesrat ist nicht mehr fähig als Team zu agieren. Ob dies am Frauenanteil liegt oder es noch andere Gründe gibt, ich weiss es nicht. Es ist einfach eine Feststellung. |
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Kathy Riklin sagte Mai 2012 Ausgezeichnetes Referat von Lagarde in Zürich (7.5.12) "Lagarde war von Anfang an eine Aussenseiterin, konnte nie auf die in Frankreich üblichen Seilschaften zählen, die all jene nutzen, die irgendwann irgendwo an die Macht kommen wollen, Teil eines Männerklüngels war sie auch nicht, und das falsche Geschlecht hatte sie sowieso. So jedenfalls teilte ihr das eine französische Kanzlei mit, bei der sie sich nach dem Studium beworben hatte – ihr Frausein wurde als «Handicap» bezeichnet. ..... Dass sie als Frau in einer derart einflussreichen Position (Cheffe IWF) immer noch eine Ausnahme ist, passt ihr nicht, und sie thematisiert das ungeniert. Sie bezeichnet die Politik als «boy’s world» und ist zwar gegen die Quote, gibt aber unumwunden zu, dass sie bei gleichen Qualifikationen eine Frau dem Mann vorziehen würde. Und sie sagt auch: «Ich hasse es, das sagen zu müssen, aber es gibt eine weibliche und eine männliche Art, mit Macht umzugehen. Und meine Erfahrung zeigt, dass es Frauen dabei in der Tendenz weniger ums Ego geht.» ... (Tagesanzeiger 8.5.12) |
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Lucio Maron sagte Mai 2012 Für mich persönlich heisst gleichberechtigung, dass wenn dereinst meine Kinder einen Lebensweg und einen Beruf wählen, ihr Geschlecht kein Hinderniss darstellt. Wenn mein Sohn dann einen bestimmten Job nicht haben kann, weil eine staatlich vorgeschriebene Quote ein Problem mit seinem Penis hat, ist dass genau so unfair, wie wenn man meiner Tochter ein Berufsfeld verschlossen bleibt, weil sie keinen hat. Konzentrieren sie sich lieber auf staatlich geförderte Geschlechterdiskriminierung abzuschaffen, wie zB. bei der Wehrpflicht oder bei der katholischen Kirche. |
96%(25 Stimmen) |
Joel Eyer sagte April 2012 sehr geehrte Frau Riklin Ich bitte Sie und alle anderen "Frauen an die Macht Politikerinnen" bitte ein Moment mal zurück zu schalten und vom Ross herab zu kommen. Wir brauchen keine Gleichberechtigung in der Politik, sondern fähige Leute die miteinander komunizieren können und unser Land würdig vertreten. Dann kommt die Gleichberechtigung von allein und ich bin sicher das auch dann Frauen im Parlament vertreten sein werden. Dieses Ganze Frauen geschwafel ist sinnlos. Ich bin absolut nicht gegen die Gleichberechtigung oder gegen Frauen in der Politik. Allerdings brauchen wir Politiker die denken und handeln können und da ist das Geschlecht "scheissegal". Ich kann mich noch gut erinnern vor nicht all zu langer Zeit waren 4 Frauen (die Mehrheit) im Bundesrat, dazu noch die Bundesratspräsidentin und auch im Parlament war eine Frau an 1. Stelle. Was hat es gross gebracht ? Meiner Meinung nicht mehr als umgekehrt. |
92%(25 Stimmen) |
David Mayer sagte April 2012 Die Geschlechterdiskussion ist reiner Kindergarten. Wer einen guten Job macht, wird gewählt. Punkt! |
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Andrea Degen sagte April 2012 Ja, es stimmt, dass wir in der Minderheit sind. Aber nehmen wir das Beispiel Medizin, mit einem stark angestiegenen Frauenanteil bis in die Führungsetagen. Wir bringen's nicht! Wir schaffen es nicht, Erfolge zu schreiben. Frauen publizieren nur selten. Frauen sind sehr vorsichtig, übervorsichtig, überkritisch,...sie lassen sich von schlechten Leuten beraten, scharen Schwächlinge um sich, boxen gegen ihre Kolleginnen und Kollegen und ganz zentral: Habe kein Bewusstsein von Solidarität anderen Frauen gegenüber. Ein Konzept, was sich verbessern unter ihrer Führung fehlt. Es ist Zeit, dass wir das Kind beim Namen nennen, um einen Schritt weiter zu kommen. Was haben die Politikerinnen für die Unternehmerinnen getan? Was haben die Wissenschafterinnen für die Politikerinnen getan? Was haben die Hausfrauen zur Unterstützung der Kinder (auch der berufstätigen Mütter) in den Schulen getan? Was haben die Gewerblerinnen regional getan, um zum Erfolg zu kommen? Wenn wir diese Zusammenhänge nicht sehen, stehen wir immer noch ganz am Anfang. Und in der Medizin kommt dann ca. 2020, wie Iris von Roten schon anhand der Berufsgattung der SchneiderInnen beschrieben hat, der Aufschwung nach dem Ruin...und wer wird am Ruder sein, als wäre nichts geschehen: Genau! Die Männer! Yeahhhh... |
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Damaris Cynthia Bächi sagte April 2012 In der Politik geht es nicht um Männer- oder Frauen-Quote. Es geht darum, dass die Leute überhaupt fähig sind, unser Land erfolgreich zu führen und den Volkeswillen zu akzeptieren. Dieses ewige Schubladisieren und der ewige Geschlechterkampf bremst, nützt niemandem etwas und ist ein Armutszeugnis unserer Gesellschaft! |
77%(48 Stimmen) |
Georg Stamm sagte April 2012 Meine Frau und ich wohnen in einer grösseren EFH-Haussiedlung, die als Verein organisiert ist und sich selbst verwaltet. Als Verein haben wir einen Vorstand mit Präsidenten oder Präsidentin. Dieser Job bietet Gestaltungsspielraum, die Amtszeit ist 2 Jahre (kann durch Wiederwahl verlängert werden), er ist aber ehrenamtlich. In den vergangenen 38 Jahren mit um die 8 Präsidenten hatte nur 1 einzige Frau das Amt inne. Jedes Mal ist man froh, wenn sich jemand dafür meldet, auch eine Frau wäre willkommen ! Das passiert aber nicht, keine meldet sich. Niemand unterdückt in unserem Verein die Frauen. Und trotzdem ist die "Frauenquote" so tief, eben ca. 12%. Ist das nicht interessant ? Das ist die Realität und die hat (bei uns) gar nichts mit Diskriminierung unserer weiblichen Mitbewohner zu tun. Soll man nun à la K. Ricklin jedes 2. Mal eine Frau zum Amt zwingen ? An was liegt denn hier die tiefe "Frauenquote" ? |
79%(48 Stimmen) |
Rainer Selk sagte April 2012 Wenn sich keine Frauen melden, haben die demnach aus kein Interesse. Jenes herbei zu quotieren, ist einfach gesagt, Zwängerei, Frau Rickli. Wir müssen nicht ausgerechnet Norwegen hier als Beispiel nehmen. Die haben verdeckt ganz anderere gröbere Probleme, wie man derzeit mitbekommt. Aber wie wäre es, wenn Sie die sympathische CVP-Zapfelbewegung für Frauen neu aufleben lassen. Mit Garantie wird das in die Röcke gehen. Sie sehen, ich vermeide bewusst, das überbesetzte Wort Hose. Frau Zapfel / CVP hatte vor Jahren eine ganz tolle Idee: alle, die keiner Organisation oder Kirche angehören, also keine Abzüge diesbezl. vom Einkommen haben, sollten 4% zusätzlichen Abzug akezptieren. Einfach so. Was kulturell mit dem Geld gemacht werden sollte, blieb offen. Offen auch, dass es viele Menschen in diesem Lande gibt, die im Stillen spenden und Gratisarbeit leisten. Vielleicht könnten wir das ja auch Quotisieren, damit dann auch dort nichts mehr geht. Die Nötchen um die Quötchen sind ein alter Zopf, den Sie nun endlich mal abschneiden sollten, denn Sie werden niemanden zur Quote zwingend herbeibringen. Für mich ein überflüssiger Hype-Beitrag. |
![]() 79%(47 Stimmen) |
Werner Nabulon sagte April 2012 Ein etwas einfaches uns auch veraltetes Zweiklassen Denken, was Sie hier an den Tag legen, Frau Kathy Riklin, CVP. Übrigens historisch gesehen sind diese Religionen die Ursache dieses Patriarchates, was unsere Familie schon lange dazu brachte, aus dieser Gemeinschaft auszutreten. Auf der Anderen Seite muss man erkennen, es gibt einfach aus physischem und psychischem Hintergrund heraus entweder man hat soziale Kompetenz oder nicht, und so weiter heraus Unterschiede. Frau und Mann sind nicht gleich. Kein Mensch ist gleich wie der Andere. Kulturen daraus sind Unterschiedlich. Alles unterscheidet sich von einander. Die Summe allen Ungleichseins ist das Salz und Pfeffer in unserem Leben. Gleichmacherei Menschen in Schemas drücken, Menschen die Individuelle Freiheit wegnehmen, Befehlen normieren wird scheitern, scheitert laufend. Ich meine, das ist gut so. |
83%(46 Stimmen) |
Rainer Selk sagte April 2012 O-ton Frau NR: Rikli: offensichtlich tummeln sich nur noch Machos auf Vimentis, die an ihren Business Talks und Sechseläuten unter sich bleiben wollen! Ich schrieb hier: die üblichen flachen Flosken von Fr. Riklin. Meinen Eintrag beliebten Sie zu löschen. Aber was ist der O-Ton oben anders, gnädige Frau? Ertragen Sie keine anderen Meinung oder Kritik? |
80%(54 Stimmen) |
Daniel Ryder sagte April 2012 Frau Riklin, apropos Machos wie Beurteilen den Sie z.B. Frau BR Calmy Ray? Ihre Alleingänge und vorpreschen sucht ihres gleichen. Dagegen wird ja jeder Politmacho zur Nudel. Es ist einfach andere Meinungen in eine Ecke zu stellen aber sehr Unprofessionell! Frauenquote Diskriminiert die Frau und vor allem hebelt sie die Wertschätzung von Fähigen Frauen aus. Unsere Frauen sollten sich mal Beispiel nehmen an Benita Ferrero-Waldner FBÖ (A) Condoleezza Rice, Hillary Clinton (USA)usw. dass ist Weibliche Dynamische Frauenpower pur und nicht so ewige Jammertanten. |
76%(74 Stimmen) |
J. Nyffeler sagte April 2012 Sehr geehrte Frau Kathy Riklin Da muss ich mich als Frau schon fast schämen, wenn ich sehe, was in unserem Bundeshaus abgeht. Freundliche Grüsse |
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