Der schöne Mittwoch folgt auf einen freundlichen Dienstag. Da kommt der Bericht im Tages-Anzeiger gerade recht: "Stadtzürcher steigen auf Vespa um". Das dazugehörende Bild zeigt ein sommerlich gekleidetes Pärchen auf einer Vespa der 50er Jahre. Das passt zum Wetter und zunehmend zum Lebensgefühl der Zürcher. Solche Bilder kennen wir spätestens seit dem 1953 erschienenen Filmklassiker "Roman Holiday" mit Gregory Peck und Audrey Hepburn. Als der Schreibende vor gut 10 Jahren für ein halbes Jahr in der ewigen Stadt arbeitete, kaufte er sich einen Roller und fährt seither nicht nur in Rom aus Überzeugung solche Gefährte. In Italien gehören die Dinger absolut zum Strassenbild. Vermutlich retten sie die italienische Volkswirtschaft, denn der ÖV ist unterentwickelt und die Autos dienen eher der Klimatisierung ihrer Insassen, denn der Fortbewegung. Letztere ist praktisch nur mit dem Roller möglich. Die Polizei dankt es diesem Vehikel durch ausserordentliche Grosszügigkeit. Den Roller kann man abstellen, wo man will. Stehende Kolonnen dürfen überholt werden. Das Durchschlängeln zwischen stehenden Fahrzeugen gehört zur Königsdisziplin des Rollerfahrers – die Municipali applaudieren! So finden sich die Roller am Rotlicht jeweils als Pulk vor den Autos ein. Am Rotlicht wird per Markierung ein Bereich für die Roller ausgeschieden. So steht genügend Platz zur Verfügung. Schaltet die Anlage auf grün, sind die Zweiräder längst unterwegs, bis der Autofahrer gemerkt hat, dass er anfahren könnte. Ja, Zürich ist bestimmt eine wunderschöne Stadt, aber Rom hat auch seinen Reiz. Das Rollerfahren ist dorten jedenfalls wesentlich vergnüglicher als an der Limmat. Während sich die Velofahrer bei uns aufführen dürfen, als wären sie allein auf der Welt, werden die Motorrad- und damit auch die Rollerfahrer ziemlich genau kontrolliert. Das Überholen von stehenden Kolonnen ist nicht empfehlenswert, wenn ein Polizist zuschaut; das Benutzen eines Radstreifens schon gar nicht. Wer trotzdem bis zum Rotlicht vorgedrungen wäre (rein hypothetisch natürlich), findet dort sicher keinen Raum, um sich vor ein Auto setzen zu können. Das Parkieren wird zunehmend zum Problem. Die Plätze für Zweiräder wurden mit Vorkehrungen zum Abschliessen von Fahrrädern überstellt. Daran gammeln die Drahtesel während Wochen unbenutzt und verstellen den Platz für Roller. Am Bahnhof habe ich miterlebt, wie Ordnungsbussen unter den Sattelriemen geschoben wurden, weil die Roller falsch parkiert waren. Roller brauchen wenig Platz und wenig Benzin. Sogar der VCS hat nichts gegen sie. In der Stadt sind 23'000 Motorräder eingelöst. Seit 2002 wurden 3700 Autos ab- und 3000 Motorräder angemeldet. Der Stadtrat soll die Benutzung von Radstreifen und Busspuren erlauben. Roller dienen der sinnvollen städtischen Mobilität!
Verkehr > Privater Strassenverkehr, Juli 2012
Mehr Raum für Roller
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Kommentare von Lesern zum Artikel
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Heinz Mahler sagte August 2012 Warum nicht endlich Gleichstromleitungen in der Fahrbahn einbauen ? Oder Oberleitungen für Autos ? Sccoter von mir aus, aber sicher nicht ohne Verkehrsregeln. Das Zuparken von Trottoirs gehört auch endlich abgestellt. Die lärmigen 2 Takt Stinker sollten auch nicht mehr zugelassen werden dürfen. Man könnte manchmal meinen dass da ein Staudruckrohr getriebenes Moped von einem Kamikaze gesteuert wird. |
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Rainer Selk sagte Juli 2012 Nach Hafenkran also nun Roller. Was kommt dann? Toll, was für Probleme wir haben. |
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Werner Nabulon sagte Juli 2012 Ja Herr Rolf Siegenthaler, Was gibt es dem noch beizufügen? Motorrad fahren ist nicht gleich Roller fahren. Möglich dass der VCS sich mit den Rollern alà 50ger Jahren irgendwie identifiziert, weiss nicht. Übrigens; Da wir ja nie Winter Eis und Schnee, geschweige Regen haben sind Zweiräder ja DAS ideale Fortbewegungsmittel für eine Stadt in der Schweiz. Jedoch meine Biker-Erlebnisse in dieser Stadt halten sich in etwa, Skala 1 bis 10, 10 wäre Wiederholenswert, im Bereich von 5. Eher nicht zu empfehlen. Schau ich mir dann diese nur mit Jeans nackten Armen, einem Helm, keine Stiefel fahrenden und sich schlängelnden an, sprich ohne zweite Haut, autsch. Und ja, die Polizei von Zürich bringt es fertig, wenn, 1.5m nicht eingehalten werden, sondern nur grad 1.4Meter, Parkbusen zu verteilen. Scheinbar mögen Die, die etwas grösseren aber dennoch leisen Motorräder nicht so besonders. Ich weiss jetzt noch nicht, wie ich dann den Hafen Krahn anschauen gehen kann. Und ob überhaupt. |
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