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Nein zu teuren Büchern!

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Meine Kin­der lesen viel, sehr viel so­gar. Fast wöchentlich trifft bei uns eine neue La­dung Kin­der- und Jugendbücher ein. Dank Ama­zon oder Ex-­Li­bris muss das kein teu­rer Spass sein, denn Bücher sind dort günstig zu ha­ben. Das könnte sich je­doch schon bald ändern. Dann nämlich, wenn die Buch­preis­bin­dung wie­der eingeführt wird und an­statt Wett­be­werb fixe Preise herr­schen, die sich wohl kaum an den Tief­prei­sen von Ama­zon ori­en­tie­ren werden.

 

Wie bringt man kleine Lesemuffel zum lesen? In dem man eine Online-Plattform wie Antolin aufbaut, auf der man zu ausgesuchten Kinderbüchern für alle Stufen Fragen beantworten und Punkte sammeln kann. Je mehr Bücher man liest und je mehr Fragen man dazu richtig beantwortet, je mehr Punkte gibt es. Und da Kinder in der Regel Wettbewerbe lieben, ist am Schluss die ganze Klasse wie verrückt am lesen. Das Projekt ist ein grosser Erfolg in der Deutschschweiz und wird von vielen Schulen unterstützt.

 

Will​ man den Familienfrieden nicht riskieren ist man als Eltern gut beraten, für den nötigen Büchernachschub zu sorgen. Sobald inflationär gelesen wird, sind die Bibliotheken rasch einmal am Anschlag. Zudem ist ein solcher Bibliotheksausflug auch immer mit einem gewissen zeitlichen Aufwand verbunden. Nachdem man mit seinen Kindern aber sowieso gerade am Computer sitzt, um gemeinsam ein neues Buch im Leseprogramm von Antolin auszusuchen, kann man sich auch gleich bei einem Online-Buchhändler nach dem gewünschten Buch umsehen. Dort gibt es sogar noch eine Leseprobe. Zudem hat dieser Buchladen immer geöffnet, auch nach Feierabend und am verregneten Sonntag Nachmittag.

 

Bevor​ der Lesenachschub für die Familie bestellt wird, sollte man allerdings einen kritischen Blick auf die Buchpreise werfen und vor allem, das Angebot mit anderen Plattformen vergleichen. So wird man rasch feststellen, dass man besser nicht bei books.ch bestellt, denn die meisten Bücher sind 40, 50, 70%, in Einzelfällen gar über 100% teurer als beim Online-Riesen Amazon. Ob "Das Trojanische Pferd" für die 3. Lesestufe auf der Online-Plattform von Orell Füssli nun Fr.13.90 kostet oder Fr. 7.86 bei Amazon (und zwar ohne die häufig gewährten Sonderrabatte), spielt eine Rolle und macht sich im Familienbudget durchaus bemerkbar. Hinzu kommt, dass sich Kinder in der Regel auch nicht mit einem Buch pro Monat begnügen, sondern auch mal drei oder vier Bücher nacheinander verschlingen. Entsprechend fällt die Preisdifferenz jedes einzelnen Buches ins Gewicht.

 

Mit der Wiedereinführung der Buchpreisbindung wäre Schluss mit dem günstigen Bücherkauf. Die Bücherpreise wären wiederum verbindlich vorgeschrieben, wie auch die maximal erlaubten Rabatte. Einen Wettbewerb zwischen den Anbietern gäbe es in diesem Sinne nicht mehr. Dabei ist nicht anzunehmen, dass sich die Schweizer Buchpreise jenen von Amazon angleichen würden, sondern wohl eher die heutigen Preise von Orell Füssli der Massstab wären. Verlieren würden dabei all die Familien, mit begeisterten kleinen Leseratten zu Hause, die ein Buch nach dem anderen verschlingen.

 

Zur​ Veranschaulichung der Problematik finden Sie auf meiner Homepage unsere Bücherliste für die Sportferien, wo allfällige Preisunterschiede deutlich werden:

 

http://ww​w.ruedinoser.ch/de/ko​mmunikation/news/39/2​46


Kommentare von Lesern zum Artikel

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17%
(6 Stimmen)
Peter Schlemihl Wrobel sagte March 2012

Die Folge der Einführung der Buchpreisbindung: Ein Preisdiktat durch Grossimporteure!

M​ehr dazu:
http://www.vim​entis.ch/dialog/reada​rticle/bausparinitiat​ive-und-buchpreisbind​ung-sind-marktwidrig/​


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65%
(17 Stimmen)
Sägesser Barbara sagte March 2012

Viele haben sich ihre Meinung zu den Abstimmungsvorlagen bereits gebildet. So auch ich.

Doch bekam ich heute noch diese beiden Links mit mehr oder wenien neuen Inhalten über das Thema Buchpreisbindung:

http://www.ja-zum-buc​h.ch/

http://www.y​outube.com/watch?v=2b​Alw7Y1ogc

Wer übrigens kam letzten Do. um 18.30h ein "Schlagabtausch" zwischen einem Chef einer Buchhandlung und einem Politiker.

Jede Stimme zählt. Hauptsache vollständig, korrekt informiert.... und in der Gesamtheit betrachtet,


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56%
(16 Stimmen)
Rainer Selk sagte March 2012

Man könnte nohc ein draufsetzen und sagen: wer Pfarrer ist, behauptet, er sein ein Kulturgut und beansprucht folglich, selbstverständlich neben der Kirchensteuer, noch den Zehnten in bar und ohne Quittung, quasi als heimatgeschützter Seelbesorger.....


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64%
(14 Stimmen)
Werner Nabulon sagte March 2012

Buchpreisbindung:

​Wenn man sich im Internet umschaut, so sind doch die Bestrebungen in den Europäischen Ländern, aber auch in der Schweiz dahingehend, dass man keine Kartelle mehr möchte.

Man hat sogar ein Gesetz gemacht, was zwar etwas gummig daherkommt, jedoch ist das am 1. Februar 1996 in Kraft getreten.

Was ich nun von dieser Buchpreisbindung halte, aus diesem Blickwinkel gesehen, ist ja ganz logisch, so was muss abgelehnt werden.
Was ich unter diesen Umständen von Parlamentarierinnen und Parlamentarier halte, plus diese Interessensverbände, auch eine klare Sache.
Von meiner Seite her Unverständnis.



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50%
(22 Stimmen)
Rainer Selk sagte February 2012

Völlig richtig, Herr Anderegg. In diesen Kontext gehört der Vorstoss der COOP, die täglichen Privateinkäufe ennnet der Grenze auf Fr. 100.- zu beschränken. Mit anderen Worten: die Kunden zu COOP zwingen und nicht im freien Wettbewerb gewinnen. SO werden wir die Zukunft nicht meistern. Ich lesen gerne mal ein Astrixheft. Der Preis in EURO ennet der Grenze, verglichen mit dem Preis in der Schweiz spottet jeder Beschreibung. Und so könnte man weiter machen.

Ein ganz prägnantes Beispiel von seltsamen Kostenverständnis in der Schweiz ist derzeit die Abstimmungsvorlage zur Veralgerung des Strassenstriches in Zürich in sog. Verrichtugnsboxen. Das kostet in Bonn / D nur ein Zehntel der hier vom zürcher Stadtrat beantragten Kosten....

Und so könnte man diverse Projekte und Fälle aufzählen, die unglaubliche Kostenverzerrungen aufweisen. Und nebenbei: COOP ist weitgehend von SP Leuten besetzt.....! Abzockerei also auf höchstem Stöhnniveau, dass nun auch noch die Zollschranken geschützt werden soll. Warum nicht gleich Heimatschutz für alle hiesigen Buchverleger, die sich dann günstige PFZler aus Sachsen holen und Papier aus Canada einführen.... Wie sagte Asterix mal zu seinen Hauptlieblingen? Die Spinnen, die Römer.....


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58%
(38 Stimmen)
Rolli Anderegg sagte February 2012

Der Leser macht ein Buch zum Kulturgut und nicht der Staat

Ich finde es sehr be­frem­dend, wenn unter dem Den­kmantel Kul­tur­gut , der Staat gleich alle Bücher im Han­del zum Kul­tur­gut erklären will, nur damit der Staat wie­der Preise fest­set­zen kann! Was Kul­tur ist und was nicht kann der Staat ohnehin nur sehr schwer be­stim­men. Schon gar nicht wenn es um Li­te­ra­tur geht. Das hängt immer enorm vom Be­trach­ter ab. Und wel­ches Buch damit nun Kul­tur­gut und Kul­tur ist und wel­ches nicht, dass hat der Leser zu be­stim­men, über die Nach­fra­ge, Auf­la­gen­zah­len und die Re­son­naz auf ein Buch! Sonst kann wirk­lich jede Schund- und Schmu­del­li­te­ra­tu​r als Kul­tur­gut gelten!

Es ist dann auch falsch wenn hier der Staat mit einer Buchpreisbindung mitredet. Den so stehen hier viele Bücher und Autoren unter Heimat- und Artenschutz, dessen Titel eigentlich kaum Geld einbringen über einen offenen Markt, aber mit einer Buchpreisbindung ofmals subventiniert wird für Autoren und Verlage! Darum sollen die Bücher über den Markt bestimmt werden und nicht durch den Staat!!

In anderen Belangen mögen Subventionen und Preisbindungen einen Sinn machen. So z.B im ganzen Agrarbereich, weil es hier um die Versorgung mit Grundnahrungsmitteln geht, was überlebenswichtig ist und wir uns so wenig wie möglich darin vom Ausland abhänig machen lassen dürfen! Deshalb sind Subventionen und Staatshilfen gerechtfertigt wenn es um solche elementaren Dinge geht!

Die Bücher dagegen gehören nicht zu den Dingen die absolut lebensnotwenidig sind, ausser in der geistigen Musse. Bücher sind hier schlussendlich Genuss- und Luxusprodukte. Deshalb darf die Buchpreisbindung nicht reaktiviert werden! Die Buchpreisbindung ist auch nicht ein Teil vom Service Publique! Genau so wie eine staatliche Filmförderung total falsch ist!

Hier wird dann wieder von den Beführwortern suggeriert, dass man mit einer Buchpreisbindung die kleinen Buchläden vor dem Aussterben schützt. Ich finde so eine Aussage aber höchst asozial und inkonzequent. Der Besitzer vom Tante-Emma-Laden und jener vom kleinen Eletrogeschäft könnten nämlich genau so argumentieren! Da müsste man auch diesen helfen mit Preisbindungen, weil diese wegen den grossen Discountern auch ernom zu leiden haben!! Dann hätten wir aber den totalen Staatskapitalismus! Entweder werden hier alle kleinen Geschäfte und Gewerbetreibende im Kapitalismus staatlich unterstützt, oder dann gar keiner! Aber bitte nicht mit Sonderregelungen für den Buchhandel, da sonst jeder Tante-Emma-Laden und jedes Mini-Eletrogeschäft Kulturgut wäre!! Aber hier muss natürlich mit einem Buchpreisdiktat auch viel Schund- und Schmudelliteratur wieder quer subventioniert werden!!

Im weiteren haben die kleinen Buchhandlungen auch ein Problem wegen ihrer räumlichen Kleinheit! Diese Probleme resultieren dann vielfach aus der puren Platznot, besonders in den notorisch engen Städten. Oftmals können solche Geschäfte gar nicht grösser werden, aus Platznot, wo man mit mehr Platz noch mehr Bücher anbieten könnte!! Ein gewichtiger Teil der Nöte dieser kleinen Buchhandlungen, womit dann aber auch eine Buchpreisbindung keine Abhilfe schafft!! Die Verkaufsfläche wird ja damit nicht erweitert!! Und mit Preisbindungen lösst man schon gar nicht das Problem mit dem Online-Buchhandel!!

Deshalb aus all diesen Gründen ein klares Nein am 11. März 2012 zur Wiedereinführung der Buchpreisbindung!!



http://www.vimenti​s.ch/dialog/readartic​le/der-leser-macht-ei​n-buch-zum-kulturgut-​und-nicht-der-staat/



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